Vietnam -Tour 1996 Dezember 1996. Neun abenteuerlustige Biker landen in Saigon, das nach Ende des Krieges in Ho Chi Minh City umbenannt wurde. Die nächsten drei Wochen wollen wir als eine der ersten ausländischen Biker das Land von Süden nach Norden durchqueren. Das Land ist seit 1994 für ausländische Touristen ohne besondere Formalitäten zu bereisen. Als Motorradfahrer betreten wir jedoch Neuland. Zuerst geht es für alle in ein Fotogeschäft, für unseren vietnamesischen Führerschein brauchen wir ein Passfoto. Noch am Ankunftstag fliegt ein Einheimischer in die Hauptstadt Hanoi und hier werden, gegen Gebühr von jeweils 50 US Dollar, die Führerscheine ausgestellt. Diese halten wir am nächsten Tag in den Händen und übernehmen die Bikes eines saigoner Motorradclubs. Es sind meist ältere japanische Maschinen mit 500 bis 750 cc. Ihr Zustand ist entsprechend der Ersatzteilversorgung miserabel. Aber anders geht es nicht, im Lande sind in dieser Zeit nur wenige kleine Mopeds zu bekommen. Oder aber, wie später in Hanoi gesehen, russische Motorräder der Marken Dnepr, Minsk, Ural... Demnächst mehr............................................ Bilder von der Tour Unsere Route: Die Strecke verläuft auf einer Länge von ca. 2700 km, zum grösseren Teil auf der Nationalstraße N1, immer in Küstennähe. Die kleine Stadt Da Lat in 1500 m Höhe, erreichen wir durch das Hochland um Bao Lac. Da die Gegend von vielen wohlhabenden Vietnamesen als Sommerfrische gewählt wird, gibt es in Da Lat auch richtige Hotels. Wir stellen unsere Bikes in der Hotelhalle ab, was natürlich mit viel Gaudi verbunden ist. Derzeit sind westliche Touristen noch die Ausnahme, die Gastfreundschaft ist riesig und unsere Dollars sind sehr begehrt. Weiter geht es der Küste entlang, Nah Trang mit seinen schönen Stränden, Qui Nhon, in die Hafenmetrolope DA Nang. Diese erreichen wir nach einer Taifunfahrt und mehreren Pannen erst in der Dunkelheit. Es geht weiter über den Hai Nan Pass (Wolkenpass) zur alten Kaiserstadt Hue. Wir besichtigen u.a. die berühmte Zitadelle über der wie früher die rote Landesflagge weht. Hinter Hue verlassen wir die N1 und fahren Richtung kambodschanische Grenze ins Hochland zum alten Ho-Chi-Mingh Pfad. Hier besuchen wir eines der früheren unterirdischen Dörfer und fahren an der jetzt total leeren Ebene Khe Sanh vorbei, früher eine riesige amerikanische Flugzeugbasis, zurück zur Küste. Demnächst mehr............................................ In Hanoi besuchen wir unter anderem Bác Ho (Onkel Ho). Hier heißt es erst mal anstehen. Der nach dem stalinistischen Muster nachempfundene Klotz des Mausoleums ist immer noch Anziehungspunkt für viele Einheimische. Mit sowjetischer Hilfe mumifiziert liegt hier der einstige vietnamesische Führer aufgebahrt im Glassarg. Am Ende der gemeinsamen Tour bin ich alleine mit einer 250er Honda, die russischen Modelle erschienen mir nicht sehr zuverlässig, zur Halong Bay aufgebrochen. Diese gilt als die größte landschaftliche Sehenswürdigkeit Vietnams und Südasiens. Die Bucht ist von der Unesco als geschüztes Weltnaturerbe eingestuft. Nach 140 km auf kleinen aber guten Strassen erreiche ich Haiphong, in der Hafenstadt suche ich mir ein kleines Hotelzimmer und durchstreife die Stadt. Sie war in der Kriegszeit immer wieder Bombenangriffen der Amerikaner ausgesetzt und wirkt nicht sehr einladend. Am nächsten Morgen gelingt es mir mit einheimischer Hilfe, das Motorrad auf eine kleine Personenfähre zu hieven. Nach zwei Stunden erreichen wir die Insel Cat Ba. Von weitem sind die Silhouetten steiler bizarrer Kalksteinfelsen und unzählige Inseln im Dunst zu erkennen. Hier verbrachte ich einige Tage . Noch war die Insel vom Tourismus weitgehend verschont, es gab jedoch schon zwei winzige Hotels für 8$ die Nacht. Mit dem Motorrad erkundige ich die nächsten drei Tage die Insel. Es gibt schöne Buchten und großartige Höhlen zu entdecken, wobei eine einheinmische Begleitung unbedingt zu empfehlen ist. Nach vier Tagen schippere ich mit einem Fischerboot Richtung Halong. Hier geht es schon touristischer zu. Viele Lokale und neue Hotels erwarten die Fremden. Doch ich muss zurück, Richtung Hanoi. Durch eine stark landwirtschaftlich genutzte Ebene fahre ich dann wieder ins hecktische Hanoi. Hier heißt es Abschied nehmen von einem Land, in dem sich noch viele sozialistische und komunistische Lebensgewohnheiten erhalten haben, das jedoch mit Volldampf in Richtung Kapitalismus fährt. Zum Schluß noch ein Link auf die schönen Fotos der Halong Bay und Cat Ba Island von Sue and Tony Wright Karte von Vietnam mit meiner Tour |
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In folgenden Motorradmagazinen wurde über unsere Tour berichtet:
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Letzte Aktualisierung am 18.11.04