Schnecken
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Wattenmeer
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Nordfriesisches Wattenmeer
1. Gemeine
Strandschnecke, Common Periwinkle, Tinkeltuut auf Plattdeutsch,
Littorina littorea
Hornfarbige
oder braune kleine Schnecke, dunkel- und hellbraun gebändert.
Häufigste Schnecke im Uferbereich, massenweises Vorkommen, auch im
Trockenen, an Steinen, Holz, im Schlick, stets durch deutliche
Kriechspuren verfolgbar. Verbirgt sich bei Frost im Untergrund.
In Frankreich, Holland und Großbritannien zum Verzehr
käuflich erwerblich, in Deutschland war dies nie gebräuchlich
- vielleicht, weil die Schnecken hier kleiner sind, das Sammeln und
Zubereiten deshalb mühseliger und der Genuß eher eine
Delikatesse und weniger ein Nahrungsmittel zum Stillen des Hungers ist.
Wer sich aber die Mühe machen will, kann alle Arten von Schnecken
ohne jede Einschränkung (durch Fischereischein etc.) einsammeln
und als Speise zubereiten.

Schneckenhöhe:
2. Wellhornschnecke, Common
Whelk, Hünne auf Nordfriesisch, Buccinum undatum
Die größte der
Schnecken im Wattenmeer. Sie braucht Wasser zum Leben und wird nie im
trockenfallenden Bereich gefunden - höchstens bei Hohlebbe nach
einem Oststurm. In diesem Fall haben sich die Wetter- und
Windverhältnisse so schnell geändert, daß die Schnecke
selbst bei größter Kriechgeschwindigkeit das Wasser noch
nicht erreicht hat. Normalerweise also bekommt man sie nur in
Fängen von Schleppnetzfischern zu Gesicht.
Mindestens genau so häufig wie die großen leeren
Schneckengehäuse wird man am Ufer ihre blasigen Eipakete finden
können, die zahllose befruchtete und unbefruchtete Eier enthalten.
Den geschlüpften Jungschnecken dienen die unbefruchteten Eier als
Nahrung. Ob geschlüpft oder nicht, die Hausfrau früherer
Zeiten verwendete die Ballen als Scheuerkissen.
Als Speise waren die Wellhornschnecken auf den Halligen früher
begehrt, wenn auch eher selten erreichbar. Gekocht, gebraten, als
Frikadelle zubereitet und eingesalzen, waren sie in jeder Form
willkommen.

Schneckenhöhe: 7,7 cm
3. Netzreusenschnecke, Netted
Dogwhelk, Nassarius reticulatus
Das kegelförmige, dickwandige Gehäuse weist durch
seine breiteren Rippen und schmaleren Spiralen eine gitterartige
Struktur auf. Sie leben in tieferem Wasser und gelangen lebend nie ans
Ufer, sind überhaupt nicht besonders häufig.

Schneckenhöhe:
4. Pantoffelschnecke, Slipper
Shell, Crepidula fornicata
Dieser Einwanderer kam 1890 mit Austern aus den USA nach Europa
und hatte es um 1950 bis ins Wattenmeer geschafft. Anfänglich noch
selten, verbreitet sich die Schnecke in den letzten Jahren mit
zunehmender Erwärmung des Meeres immer mehr und wird inzwischen
auch immer häufiger in der typischen kettenförmigen
Anordnung am Ufer gefunden. Als Austernpest bezeichnet, ist die
Schnecke trotzdem kein echter Schmarotzer: Die Schädigung an den
Austern tritt bei massenhaftem Vorkommen durch unverdaute
Nahrungsbestandteile ein, die schlimmstenfalls eine Schlammschicht
über die Austern bilden und diese ersticken. In Frankreich, in
wärmeren Gewässern also, ist dies häufiger der Fall.

Länge:
5. Gemeine Turmschnecke,
Common European Turritella, Turritella communis
Diese bis zu 5 cm hohe kegelförmige Schnecke kommt an
praktisch allen westeuropäischen Meeresküsten vor.
Häufig bemächtigen sich Einsiedlerkrebse der Gehäuse und
werden dann massenweise mit ihren Bewohnern bei auflaufendem Wasser ans
Ufer geworfen.
Deutsche
Nordsee
1. Gefleckte
Nabelschnecke, Halsband-Mondschnecke, European Necklace Shell, Lunatia
catena
Gelegentlich
an deutschen Nordseestränden, häufiger an
niederländischen, findet man eine dieser rundlichen, niedrig
gewendelten Raubschnecken mit Nabel.
Wesentlich
häufiger legen die Fraßspuren dieser Tiere Zeugnis von ihrer
Anwesenheit ab: kreisrunde, konisch zulaufende Löcher in
Muschelschalen (Trogmuscheln, Pfeffermuscheln) können nur durch
die Raspelzungen dieser Schnecken entstanden sein. Durch die
kreisrunden Löcher schlürfen sie das Muschelfleisch aus. Nur
gelegentlich werden Mondschnecken bis ins Wattenmeer hineingeschwemmt.