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FaQ - Darf man mit einer Epilepsie alkoholhaltige Getränke und Speisen zu sich nehmen?

Darf man mit einer Epilepsie alkoholhaltige Getränke und Speisen zu sich nehmen?

 

 

Ja - wer Alkohol verträgt. Bei Unverträglichkeit wird natürlich empfohlen, darauf zu verzichten. Zu berücksichtigen wäre die Einnahmezeit der Medikamente. Sollten sich die Leberwerte verschlechtern, ist Einschränkung oder momentaner Verzicht sinnvoll.

Zur Einnahmezeit gehört auch der Zeitraum vor und nach der Einnahme. Wer z.B. abends Medikamente nimmt und zu dieser Zeit in Gesellschaft Alkohol trinken oder was Essen (z.B. Tiramisu), könnte die Einnahme evtl. vorgezogen werden. Das ist jedoch eine wichtige Angelegenheit, die mit dem Behandler unbedingt besprochen werden muss. Erlaubte Alkoholmengen bei Epilepsien werden höchstens empfohlen:

    Männer   Frauen  
           
Wein/Sekt   2 Glas   1 Glas  
Bier   2-3 Glas   1-2 Glas  
Schnaps   1-2   1  
 
 

Weil bei Frauen Enzyme zur Verarbeitung von Alkohol weniger aktiv sind, vertragen sie weniger. Berücksichtigt sollte jedoch auch die individuelle Verträglichkeit in der Menge. Das Verbot, keinen Alkohol zu trinken ist pauschal und längst überholt. Man kann sagen, es ist lediglich eine Empfehlung, bei der jeder selbst seine Grenzen kennen lernen kann. Dabei muss klar sein: bei jedem erweiternden Versuch besteht die Auslösung eines Anfalls!

 

Wem Alkohol nicht schmeckt, muss sich ja auch nicht dazu zwingen.

 

Wer Alkohol nicht verträgt und sehr sensibel ist, kann das oft durch das Auftreten oder einer Häufung von epileptischen Anfällen beobachten. Mag eine scheinbare und oft verzweifelte Aufdosierung oder sogar Umdosierung der Medikamente nicht ansprechen, kann das jedoch "lediglich" damit zusammenhängen, dass es "versteckte" Mengen von Alkohol gibt. Einige sind:

 
Alkoholfreies Bier oder alkoholfreier Wein   Sie enthalten so geringe Mengen an Alkohol, das es nicht aufgeführt werden braucht und sich so als "alkoholfrei" bezeichnet werden darf.*
     
Most   Durch den Gärungsprozess entsteht Alkohol.
     
Obstsäfte   Manche werden angegärt, damit ein besserer Geschmack erzielt wird. Bei Säften im Tetra-Pak braucht man sich keine Gedanken machen, bei denen in Flaschen - besonders wenn sie beim Öffnen "zischen" kann es sinnvoll sein, beim Hersteller zu hinterfragen.*
     
Malz-/Nährbier   Hier wird Alkohol des Geschmackes willen zugesetzt, ebenso in einer Menge, dass er nicht aufgeführt werden braucht.*
     
Medikamente   Nicht nur homöopathische und pflanzliche, auch andere flüssige Präparate können alkoholhaltig sein, deshalb immer den Beipackzettel lesen!
     
gekochte/gegarte alkoholhaltige Speisen und Getränke   Sie enthalten ebenso noch einen geringen Restalkoholanteil, auch nach mehrstündigem kochen.
 

*Aussagen und Bestätigungen von Braumeistern

 

Vielleicht hilft der Gedanke: Früchte können gären (Saft, Most, Wein); Hefe (in Bieren, manchmal auch Wein) sorgt immer für einen Gärungsprozess - wobei immer Alkohol entsteht.

Passiert es, dass ein Fruchtsaft zu lange stehen gelassen wird, beginnt er ebenso zu gären. So ist jedoch z.B. möglich, wer nur einen Orangensaft getrunken hat und in einen Alkomaten pustet, ein positives Ergebnis sichtbar wird. Dagegen bei Apfelsaft nicht. Der Grund: O-Saft wird schneller verarbeitet, dabei entsteht eine Art "Gärung" im Körper. Ein Bluttest zeigt sich natürlich negativ.

Weitere Infos: Allgemeines zu Alkohol

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© by Manuela Katzer