Vererbung

FaQ - Wird eine Epilepsie vererbt?

Wird eine Epilepsie vererbt?

 

Diese Frage ist nicht einfach mit JA oder NEIN zu beantworten, da genetische Faktoren berücksichtigt werden müssen.

 

Bei der Vererbung der Disposition (Neigung) muss es nicht bedeuten, dass epileptische Anfälle oder eine Epilepsie eintritt. Hierbei spielt die Höhe der Krampfschwelle und Auslöser eine Rolle. Und in den allermeisten Fällen wird von einer Vererbung der Neigung zur Epilepsie ausgegangen.

 

Aber keine Regel ohne Ausnahme. Es gibt vererbte Syndrome, bei denen die Epilepsie mit zum Krankheitsbild gehört. Manche Formen sind so häufig in den betroffenen Familien, dass von einer vererbten Neigung kaum noch gesprochen werden kann (z.B. Benign adult familial myoclonic epilepsy). In einigen Fällen sind die Genorte bekannt (nicht jedoch die Gene selbst), in anderen Fällen sind Mutationen in Genen identifiziert worden, die das Epilepsie-Risiko heraufsetzen. Die erwähnte benigne adulte familiäre myoklonische Epilepsie ist sogar autosomal dominant vererbt, d.h. der Genträger erkrankt auf jeden Fall und das Risiko für Kinder, die Erkrankung zu erben, beträgt 50%.

 

Verallgemeinern kann man die Erblichkeit von Epilepsie sicher nicht. Wer das Risiko für seine Kinder wissen möchte, kommt um eine genetische Beratung nicht herum.

 

Weitere Informationen: Ursachen epileptischer Anfälle

 

© by Manuela Katzer mit freundlicher Genehmigung von Dr. rer. nat. Carsten Holzmann