Trailern is nix für meine Knuckle (oder die Reise zur nach Patras zur SR 2010)
Die Knuckle, Pan und Evo aufn Hänger und dann 1000 Kilometer südwärts. Überwiegend durch den Regen. Wir beäugten die Motorradfahrer, welche da durch das Feuchte fuhren und waren ganz leicht schadenfroh. Nun, das sollte sich bald rächen.
Bei Graz (AT) angekommen luden wir die Maschinen am nächsten Morgen vom Hänger, bepackten sie mit dem Reisegepäck und machten uns selbst startklar. Ich sagte zu Olaf: „ wessen Karre mehr kicks braucht, gibt die erste Runde“ . Hätt ichs mal gelassen. Seine Pan sprang sofort an. Noch siegessicher kickte ich ohne Zündung vor, so wie ich es immer bei kaltem Motor mache, dreh den Zündungsknauf um und.....kein Strom. Nich mal ein glimmen der Kontrolllampen war zu erkennen.
Egal, doch weitergekickt- nix. Wir standen auf einem Hof, von dem ein Weg in eine Senke führte und ich hatte die Idee, die Maschine anzurollern. Klappte aber auch nich, nich mal n Puff. Nun stand ich in der Senke und ich brauchte Strom. Harrald, ein dort lebender Deutscher, gab mir den Strom mit Hilfe eines Starthilfekabels von seinem Golf. Oh, wie schön die Lämpchen glühten! Half bloß nix, die Knuck wollte einfach nicht anspringen. 2 Stunden bastelte ich hier und da rum (Kondensator, Sprit ausm Vergaser abgelassen, neues Zündkabel hinten, Startpilot) , dann erst sprang sie widerwillig an und lief wie ein Bund Wurzeln. Aber egal, los!
Natürlich begann es nun zu regnen und ich war ganz fickerig – endlich los. Prombt bog ich an der ersten Möglichkeit falsch ab. Die Mitreisenden bemerkten dies natürlich sofort, hatten aber Mühe, mich einzuholen, da ich doch ordentlich Stoff machte um den Motor etwas Laufkultur zurückzugeben.
Als sie mich hatten, fanden wir den rechten Weg, doch weit kamen wir nicht. Keine Panne stoppte uns nach 10 Kilometern, sondern Hagel. Na, das kann ja noch was werden. Nach ner Stunde ebbte der Hagel, der inzwischen zu Regen geworden war, ab und es konnte weitergehen. Mal naß, mal trocken erreichten wir relativ zügig die slowenische Grenze, die wir auf einer Passhöhe überqueren.

Die Straße wird schlechter. Olafs Packtasche schliff in jeder Linkskurve. Unten angekommen winkt eine Polizeistreife. Die allgemeine Verkehrskontrolle überstehen wir schadlos. Die Tasche allerdings war unten durchgescheuert und eine darin befindliche Ölflasche war auch durch und nun alle. Umpacken war angesagt.
Weiter im recht zähen Verkehr drangen wir tiefer in Slowenien ein. Hinter zwei größeren Städten wurde die Strasse leerer und angenehmer zu befahren. Den Regen hatten wir vorerst hinter uns gelassen und alles schien gut, bis......
unser drittes Fahrzeug (Evo) zicken macht, bzw. den Dienst einstellt. Vor einem Hof neben der Straße kommen wir zum stehen. Erste Diagnose – Batterie leer gefahren. Olli denkt ans sein Urlaubsende. Ich nicht. Erstma Jacken aus. Dann Meßgerät raus und 8 V an der Batterie gemessen. Auf dem Hof fummelte ein Ansässiger an seinem Auto rum. Die Motorhaube stand offen. Olaf besorgte bei ihm ein Starthilfekabel und den nötigen Strom aus der Autobatterie. Wir starteten den Evo und hielten das Meßgerät an alle möglichen Stellen des elektr. System. Ladestrom an der Batterie etwa 13,25V . Is doch gut. Ich reinigte noch die schwärzlich aussehnden Kontaktstifte des Limasteckers und auch WD 40 erhielten wir netterweise von dem Slowenen. Zur Stärkung brachte uns die Tochter des Hauses noch 3 Halbe. Echt nett die Leute.

Nach der Stärkung starteten wir den Evo wieder mit Fremdhilfe und knatterten dann einfach weiter. Mal sehn was passiert. Etwa ne Stunde später erreichten wir, bei wieder einsetzenden Regen, eine Wirtschaft, wo wir uns kurzerhand einmieteten. Der Wirt bestand darauf, die Motorräder aus Sicherheitsgründen hinter seinem Haus zu parken. Das erwies sich aber eher als schwierig. Es gab ne Holzbrücke, die er favorisierte. Haken daran : man musste vorn 3 Stufen hoch und hinten 3 Stufen runter. Haben wir Enduros?
Als er einsah, dass das wohl nich hinhaut, beauftragte er seine Frau uns eine andere Zufahrt zu zeigen. Sie fuhr mit dem PKW vorran. Nach 200 Metern hielten wir vor einem Rolltor, welches sich widerspenstig aufschieben ließ. Dahinter erwartete uns eine modderähnliche Pferdekoppel. Ey, wir haben KEINE Enduros, dachte ich so. Nun gut, wir schafften die Matschkuhle, die steile Auffahrt und wieder Abfahrt bis hinters Hotel. Den Evo parkten wir oben auf dem Hügel, da hätten wir dann ne Chance auf anrollern gehabt.
Regen. Evo sprang aus eigener Kraft an. Weiter Richtung Kroatien. Ich überredete die Beiden, ein paar Kilometer Autobahn zu fahren- vielleicht isses an der Küste besser. Die Bahn führte aber erstmal nach oben. Anzeigen machten uns darauf aufmerksam, dass es an diesem Regentag 8,7° C sind. Schnell rüber , über den Hügel. Doch Olli setzte erneut den Blinker und wir hielten auf ner Raststätte. Moped knallte wieder. Strom war aber genug da (Lichttest) also überredeten wir ihn, sein Moped noch übern Berg zu schleppen- wie auch immer, Hauptsache raus aus der Kälte. Durch zweit Tunnel und da kam die Ausfahrt. Es tröpfelte nur noch leicht. Angehalten, Kerzen getauscht und alles war wieder gut. Weiter- und der Regen und starker Wind setzte erneut ein. Auf einer schönen serpentinenartigen Abfahrt erreichten wir einen Ort. Das erste Hotel an der Küste war unser. Hier trockneten wir unsere Klamotten, dank eines Wärmestrahlers, so gut es ging, über Nacht.

Das Meer sahen wir nach 5 Minuten Fahrt das erste Mal. Küstenstrasse Kroatien erreicht und nur Nieselregen, welcher sich im Laufe des Tages auch noch einstellte. So war die Fahrt ein Genuss, zumal auch kaum Verkehr herschte. Die Kilometer gingen ins Land, bis Olafs Pan knallte. Kerzen gewechselt und sie knallte immernoch. Egal, erstma weiter, wird sich schon geben. Tats auch und bald wurde es wieder Zeit eine Unterkunft zu finden. Dies gelang uns dann auch schnell.
Ich kontrollierte am nächsten Morgen die Ventileinstellung an meiner knuck. Alles gut.


Olaf kickte seine Pan gewohnt easy an und sie knallte nicht. Vorbei an Dubrovnik erreichten wir problemlos und ohne Regensachen die bosnisch-herzogowenische Grenze. Dies Land verließen wir schon nach einer halben Stunde wieder und reisten in Monte Negro ein. Kaum drin fing es an zu schütten. Regenzeugs angetüttelt und durch ne riesen Stadt auf schlechten Straßen und auch noch ner kurzen Fährfahrt südwärts. Es konnte nur besser werden. Der Regen hörte zwar nicht auf, doch die Strasse leerte sich und das Fahren war angenehmer. In einer Kleinstadt quartierten wir uns abermals in einem Hotel ein. Abends flanierten wir noch an der fast menschenleeren Promenade (kein Wunder, bei dem Scheißwetter) und ließen uns Fisch und Kalamari in einem Restaurant schmecken.
Ich schlug die Augen auf und traute meinen Augen kaum. Was ist denn das da am Himmel? Son heller, blendender Punkt. Endlich Sonne! Können wir wirklich ohne Regenzeugs los? Ja.
Albanien. Was wurde uns gewarnt davor. Schlechte Straßen, nur Gauner, Motorradklau.
Die Grenzer waren schon mal nett und mit einer passabler Straße und schönem Wetter empfing uns das Land gastfreundlich. Dann erreichten wir ein slumähnlichen Vorort , die Straße wurde löchrig. Wir überquerten eine abenteuerliche Holzbrücke, wobei ich dachte, hoffentlich bricht nicht grad die Planke, die ich grad befuhr. Wir kamen gut rüber, erreichten eine Schnellstrasse, die nach Tirana führte. Meine Maschine bollerte auf einmal so komisch. Ich hielt an, stellte nix außergewöhnliches fest und wir setzten die Reise fort. Baustelle. Rauf auf den Schotter und da blieben wir für ne ganze Weile. Dann war Olaf wieder weg. Was passiert? Schnell gewendet und da sah ich ihn auf nem Feldweg stehen. Der Regler an der Pan hatte schon einige Zeit Probleme angezeigt. Die Ladekontrolllampen leuchten unkontrolliert. Nun war wohl ganz Schluß mit Strom. Ich riet dazu, ein wenig zu warten, damit die Batterie sich wieder fängt und dann zur nächsten Tanke zu fahren. Da steht man doch etwas besser.
An der Tanke gabs erstma n Kaffee, den wir mit Euros bezahlten, da wir kein albanisches Geld besorgen konnten. An der Grenze gabs keine Wechselstube oder so.

Die Pause tat der Panbatterie wohl echt gut, denn danach lief sie wieder einwandfrei. Durres, eine Küstenstadt zeigte uns, das es möglich ist, auf einem mit tiefsten Schlaglöchern gespickten Verkehrskreisel, mit 50 Fahrzeugen gleichzeitig im Kreis zu fahren. Dieser Straßenzustand hielt noch n Kilometer an (Schritttempo) , dann erreichten wir wieder Asphalt in guter Qualität. Die Verkehrsdichte war aber noch stark und wir hielten nochmal an einer Tanke mit Hotel. Dort kriegten wir sogar Geld gewechselt. Dann gings weiter auf einer autobahnmäßigen Strasse bis wir 40 Kilometer auf einer katastrophalen Straße eine Küstenstadt erreichten, wo wir uns in einem Luxushotel einmieteten. Gegenüber war ein mit Zeltplanen abgehangenes Strassenrestaurant, wo es Lamm vom Spieß gab und Bier....Während des Speisens und der Getränkeaufnahme amüsierten wir uns über den Fahrstil und den Zustand der Fahrzeuge der Albaner. Vor uns auf der Straße war nämlich ein dickes Loch und da versuchten alle drumrumzueiern. Manche schafften es, manche nicht, manche halb....-besser als fernsehen.


Super Wetter. Uns erwartet nun ein Höhepunkt unserer Tour. Wir glitten auf einer nagelneuen, topasphaltierten, durch tolle Landschaft und Orte, phantastisch kurvig, hoch und runter führenden Küstenstrasse. Ich geriet in einen Fahrrausch. Nichts konnte mich mehr aufhalten, außer hin und wieder ein paar blöd glotzende Kühe auf der Strasse. Nach geschätzten 100 Kilometern (Tacho fiel irgendwann aus) hielt ich an einer Tanke und wartete auf die anderen. Ein paar Schweizer gesellten sich zu mir. Die folgten uns schon ne ganze Weile. Sie teilten mir mit, das die Pan n Problem hat. So 2,3 Kilometer zurück. Ich trank noch aus und fuhr dann zurück. Da standen Olaf und Olli am Straßenrand und Olaf war am Moped am schrauben.


Batterie knalleheiß und aufgebläht. Zeigt 12 V an, doch sobald man eine Verbraucher dranhält- tot. Ne neue mußte her. Olaf griff sich den Evo und fuhr in die nächste Stadt, die nur 30 Kilometer weg war. Nach 2 Stunden kam er mit einer 40A/h Bootsbatterie wieder. Was kleineres gabs nicht. In der Zeit konnte ich zum ersten Mal meinen Benzinkocher benutzen, um mir nen Cappu zu machen.
Das Monstrum fixierten wir mit Tape an der Sissybar und stellten die Conections her. Anschmeißversuch- nix. Gekickt wie die Weltmeister - nix. Ein inzwischen gestoppter Pole in Hogausstattung machte schlaue Hilfestellung – war ja nett gemeint. Nun suchten wir nach dem Zündfunken. War nicht zu erkennen. Zündspule gewechselt- nix Zündfunke. Hin und her probiert. Spule an die Evo gebaut- läuft! An meine gebaut- nix Funke. Hmm, ich wusste nich mehr weiter. Selbst die Halbelektronikzündung haben wir gewechselt (Hatte Olaf alles dabei). Half alles nix. Dann hielten 3 Schweizer. (Die Namen weiß ich leider nicht mehr, hatten aber 2 Shovel und 1 XR) Die Jungs waren völlig entspannt und hilfsbereit. Einer von ihnen hatte ne Menge Plan und ließ sich von uns erzählen, was wir schon alles gemacht hatten. Nun erklärte er, dass bei einer elektronischen Zündung der Zündfunke nicht zu erkennen sein könnte. Mann könne das aber anders testen. Er selbst hielt die Kerze fest, während Olaf kickte. Er sprang zurück. Voll den Schlag gekriegt. Also ist die Zündung in Ordnung, stellte er fest. (mir war das völlig neu, das der Funke nich zu sehen sein könnte) Jetzt tippt er auf Spritmangel. (Innerlich würgte ich Olaf schon, falls da kein Sprit im Tank sein sollte) Im Tank war genug Benzin. Wir öffneten den Lufi und testeten die Einspritzung- spritzt schön. Ich nahm mir ein Herz und versuchte es: hab bestimmt 10x eingespritzt und denn gestartet und sie lief!!!!!!!
Wir fuhren weiter in den nächsten Ort und suchten uns wieder ein Quartier. Die üblichen Biere wurden vernichtet.

Endlich Regen! Nicht sehr stark, aber trotzdem naß. Also wieder in Regenklamotten los. Über eine Passstrasse erreichten wir die Grenze zu Griechenland. Schnellste Abfertigung und weiter. Eine sehr breite Straße und eine Regenpause verleitete mich etwas zügiger zu fahren. Ich wusste gar nicht, dass es in Griechenland so hügelig ist.
Dann zwang uns Starkregen zu einer Zwangspause unter einem schützenden Vordach. N halber Hahn beruhigte unsere Mägen. Der Regen ließ dann auch etwas nach und wir setzten die Fahrt fort. Stellenweise trocken erreichten wir eine Tankstelle. Dort standen schon einige Harleys samt Begleitfahrzeugen rum. Es waren Israelies im Alter 60+ . Machten erst Mal ordentlich Fotos von uns und unseren Maschinen. „Harley is Harley“ bemerkte der eine noch.... . Wir tankten. Olli war zum Schluß an der Säule. Diese gab noch für 1,4 Euro Benzin her und dann war die Tanke ausverkauft!
Weiter. Noch eine Stunde bis Patra erzählt die Tankwartin. 1 Stunde? Wir konntens, nach einem Blick auf die Karte, kaum glauben. Sie erklärte aber, da gibt's ne neue Straße....und tatsächlich. Auf einem Teilstück Autobahn „rasten“ wir gen Patras. Ich beschleunigte auf der Strecke bis 110 km/h, da die Dunkelheit einzubrechen drohte. Noch um einen Berg herum, starker Regen setzte wieder ein. Wir kamen zur Brücke. Maut. Ich fummelte 1,80 Euro pro Maschine unter den Regensachen hervor. Dann einzeln durch die Schranke. Uns erwartete ein richtiger Wolkenbruch. Ich sah fast nix mehr. Die Brille stand unter Wasser... Mitte der Brücke ließ der Regen etwas nach und wir erreichten die Zufahrt zur SR. Noch ne halbe Stunde in riesigen Pfützen vor der Kasse an und dann endlich drin.
Wir wurden vorgewarnt. Nicht nach rechts in den Hain, da is nur Schlamm, da kommt ihr nich weit....wir nahmen den kieseligen Strand auf der linken Seite. Im Nieselregen und schnell einbrechender Dunkelheit pflockten wir die Zelte auf.




Dann erstmal ein Bier besorgen. Wertmarken kaufen. Wir nahmen Biermarken und eilten zum Bierzelt. Dort verweigerten sie uns allerdings das Bier, da wir keine Pfandmarken gekauft hatten....dies wurde schnell nachgeholt.
Im strömenden Regen verbrachten wir den Abend unter einem Betonunterstand vor der Bühne und später an einem Bierzelt, wo wir uns zwischen Tresen und Zeltwand unterstellten. Der Ouzo verhalf uns später zu einem guten Schlaf.
Freitag. Sonne! Platzbegehung. Bisl Mopeds gucken, Bierchen, irgendjemand bot uns sonne Art Blutwurz an. 4 große Gläser halfen uns ganz schön vorran. 17:00h krochen wir ins Zelt und verschliefen den nächtlichen Dauerregen.
Samstag wars wieder schön. N bischen rumgelaufen, zum einkaufen gefahren um Proviant für die Fähre nach Venedig und das Fährticket zu besorgen.
Um 23:00h enterten wir die Fähre. War n bischen chaös. Ich verlor mein Ticket, als ich es aus der Geldbörse fummelte, machte eine unkontrollierte Bewegung und mein Moped schoß auf einmal voran, kollidierte mit den Hinterrad von Ollis evo und lag dann auf der Seite! Ich richtete es schnell wieder auf und ein kurzer Check sagte: nix kaputt- puh.
Auf der Fähre begann dann die große Langeweile. 36 Stunden Fahrt....Die Sitze waren sehr unkomfortabel. Wir quälten uns über die erste halbe Nacht. Mit Rückenschmerzen lungerten wir rum. Durst! 3 teure Bier später kamen wir auf die Idee im Bordshop n Liter Ouzo und Wasser zu kaufen. Aus Weizenbiergläsern vernichteten wir das Zeug und holten sogar noch ne zweite Pulle....
Als ich die Augen aufschlug war Land in Sicht- Venedig! Die Fähre tuckerte langsam an der Altstadt vorbei.


Ein Blick auf die Uhr zeigte uns, dass die Überfahrt „nur“ 33 Stunden gedauert hat.
Aus Sicherheitsgründen schoben Olaf und ich unsere Mopeds aus dem Schiffsbauch. Wir ließen uns erstmal am Kai nieder um etwas Luft zu schnappen, nach dem Vergasungsversuch im inneren des Schiffes.
Die nächsten 100 Kilometer schleppten sich so dahin. Keine schöne Landschaft, viele Kreisel...dies änderte sich erst an der slowenischen Grenze. Eine nette Bergstrecke schloß sich an. Es wurde mal wieder Zeit, sich nach einer Bleibe umzuschauen. Es herrschte super Wetter und wir wollten zelten. Ca. 10 Kilometer vor dem Campingplatz war ne Baustelle. Winker regelten den wechselseitigen Verkehr. Die Wartezeit versprach beträchtlich zu sein und somit stellten wir die Motoren ab. Dies erwies sich als Fehler.
Als es weitergehen sollte, sprang meine Maschine nicht mehr an. Kein Strom. Also Werkzeug raus und Batterieanschüsse geprüft. Alles gut. Beim verschließen der Batteriebox fiel mir ne Flügelmutter aus der Hand und verschwand irgendwo „im“ Motorrad. Der Versuch die Batterie rauszunehmen erwies sich als schwieriger als erwartet. Irgendwo klemmte sie. Dann kam sie endlich raus und ich stellte fest, das die Flügelmutter nicht im Kasten war. Weitergesucht und da entdeckte ich das Ding hinter der Toolbox. Das wieder zusammengebaut, aber Strom war immer noch nicht da. Muss der Fehler wohl am Zündschloß liegen. Ich hatte aber keine Lust das hier zu zerlegen. Statt dessen fummelte ich ein Kabel von der Batterie direkt an die Zündspule und startete. Der Winker gab ein Zeichen und ich fuhr durch die Baustelle. Auf der anderen Seite wartete ich auf die anderen beiden....nix. Ich wartete weiterhin mit laufendem Motor, da ich den ja nur mit abklemmen den Kabels stoppen konnte. Bei der nächsten „Grünphase“ kamen sie dann und auf gings zum Campingplatz.

Erstma n halben und dann setzte ich mich an die Reparatur. Dash ab, Zündung an und.....STROM DA. Hmm, hat sich selbst repariert. Deckel wieder drauf und gut. Später hatte ich einen Geistesblitz! Da war doch schonmal was mit nem Kurzschluss....das Pluskabel der Hupe hatte sich gelöst und fiel gegen Masse. Ich schaute nach und tatsächlich! Wieder draufgesteckt und erledigt war das Problem.
Weiter cruisten wir auf schönen Straßen und warmen Sonnenwetter durch Slowenien und später Österreich. Hier verfuhren wir uns und landeten abseits der gedachten Strecke auf einem Campingplatz. Wir wollten grillen und hatten uns einen Einweggrill und Fleisch besorgt. Kurz die Gebrauchsanweisung der Grills überflogen : Anmachen, 15 Minuten warten, brennt dann 1,5 Stunden. Soweit die Theorie. Tatsächlich wars andersherum und das auch nur , mit Anwendung des brandbeschleunigers Benzin...
Vorher hatte ich noch Zeit, mich um den schlechten Motorlauf meiner Knuck zu kümmern. Sie war noch warm, ich entfernte den Lufi und machte sie an. Sie lief auf einmal gewohnt gut im Standgas. War auf der ganzen Reise schlecht gewesen. Dann drehte ich die Zündung auf noch später und ein Zylinder fiel aus. Habe das hintere Zündkabel gewechselt und siehe da, sie lief wieder perfekt! Mann, hätt ich das schon früher gemacht, hätt ich mir einige Fummellei am Vergaser sparen können. Nach aufsetzen des Lufi ging sie fast aus, was ich mit einer etwas fetteren Einstellung wieder ausglich.


Der letzte Motorradfahrtag erwartete uns wieder mit schönstem Wetter. Wir fanden die richtige Strecke , überquerten den „Hochgeschwindigkeitspaß“ (Straße 69) und am frühen Nachmittag erreichten wir unseren Ausgangspunkt in Graz. Kaum dort, fing es an zu gewittern....Glück gehabt.
Insgesamt haben wir eine Fahrstrecke von 2600 Kilometern absolviert und viel Spaß gehabt.
Gruß Uwe