Am 10. Juli 1945 übernahmen die
Franzosen 8 Lager mit 182.000 Gefangenen von den Amerikanern.
- Sinzig
-
25.200 Kriegsgefangene
- Andernach - 16.600
- Siershahn - 25.000
- Bretzenheim - 17.200
- Dietersheim - 33.600
- Koblenz - 21.200
- Hechtsheim - 21.600
- Dietz
- 22.000
Darunter befanden sich 500-600 Frauen, viele Jugendliche und Kinder,
alte Leute, Verwundete und Amputierte. Eine große Zahl der Gefangenen
war in Folge der Unterernährung stark abgemagert. Außerdem litten
viele durch das Leben unter freiem Himmel an Erfrierungen, Bronchitis
und Dysanterie. Die "Rheinwiesenlager" werden wegen der
chaotischen Zustände noch heute heftigst kritisiert. Wie überall auf
der Welt mussten besonders an diesen Orten die Kriegsgefangenen, stellvertretend
für ihr Volk, büßen was andere verbrochen hatten.
Ab der Übernahme im Juli bis zum 30. September 1945 sollen nach
offiziellen Angaben in diesen Lager 889 Kriegsgefangene verstorben sein.
Völlig ungeklärt ist allerdings die Frage, wie viele nach ihrer
Entlassung aus den "Rheinwiesenlagern" verstorben sind bzw.
dauerhaft geschädigt waren.
Das Hauptquartier für die Verwaltung der Kriegsgefangen in
Deutschland und Österreich wurde in Baden-Baden eingerichtet. Es nannte
sich "Direction de Prisonniers de Guerre Allemagne - Autriche".
Dem "Dépôt principal" Nr. 2301 in Baden-Baden unterstanden
dei "Dépôts de transit":
- Bretzenheim
- Tuttlingen
- Malschbach
Weiterhin gab es für den Arbeitseinsatz drei "Dépôts
principaux":
- #231 in Waldkirch für die Südzone
- #232 in Bretzenheim für die Nordzone
- #233 in Innsbruck für Österreich
Die Arbeitsleistung viel in Deutschland und Österreich nicht ins
Gewicht. Arbeitsfähige Gefangene wurden zum größten Teil nach
Frankreich transportiert. Am 01.04.1946 befanden sich noch 28.200 Kriegsgefangene
in Deutschland und Österreich, am 01.06.1947 noch 18.600 und im
September '48 wurden die letzten französischen Lager aufgelöst.