Hauptlager (Dépôt): (Tabelle nach
Angaben des IKRK, Dezember 1944)
| Nr |
Ort |
Deutsche |
Italiener |
| XXII |
Quarzazate |
400 Offiziere
150 Mannschaften |
-- |
| XXIII |
Midelt |
2.370 |
2.500 |
| XXIV |
Ramram |
3.500 |
-- |
| XXV |
Port Lyautey
Kasbah Tadla |
2.500
-- |
--
3800 |
| XXVI |
Marrakech |
1.800 |
2.500 |
| XXVII |
El-Hajeb |
2.160 |
-- |
| XXVIII |
Ksar-es-Souk |
1.500 Unteroffiz. |
-- |
| XXIX |
Casablanca |
-- |
3.000 |
Die
französische Exilregierung befand sich in Algier (Algerien). Schon 1943
rechneten sie mit einer größeren Summe Kriegsgefangener, die ihnen von
den Engländern und Amerikaner übergeben werden sollten, um den Engpass
an französischen Arbeitskräften ausgleichen zu können.
Die Kommandostelle für Marokko wurde in Rabat eingerichtet. Ein
Offizierslager wurde in Géryville (Algerien) erbaut und ein Sonderlager
für Offiziere bestand in Marokko. Ksar-es-Souk war ein Sonderlager für
Unteroffiziere.
Die Arbeit der Kriegsgefangenen war für die französische Regierung
enorm wichtig. Oft erreichte ein Gefangener direkt ein Arbeitslager ohne
vorher überhaupt registriert worden zu sein. Diese Eile sorgte auch
für Probleme. So gab es in Bouz-Arla (Transsalarien) viel zu wenig
Wasser und viele erkrankten an Malaria. 1946 verlangte Paris unter
Protest der Nordafrikanischen Länder die deutschen Kriegsgefangenen
für den französischen Arbeitsmarkt. Die italienischen Kriegsgefangenen
waren dagegen schon alle von Oktober '45 bis Juni '46 repatriiert
worden. Nach 1947 verblieben noch 1500 Spezialisten in Marokko.
Anfangs war die Lage in den Lagern nicht so schlecht wie nach
Kriegsende da bis zu dem Zeitpunkt noch eine intakte deutsche Regierung
bestand. Das zeigen die Hilfslieferungen aus Deutschland für die
Kriegsgefangenen in Nordafrika. Es wurden 308.093 Pakete á 5 kg
verschickt - meist Lebensmittel. Ab dem 1 Januar 1944 schickte das
Deutsche Rote Kreuz jeden Monat 200.000 kg Lebensmittel und sie haben so
manchen vor dem Hungertod bewahrt.
Die Situation in den Lagern Nordafrikas was im Prinzip gleich.
Die Unterkünfte wurden als unmenschlich bezeichnet. Die
Gefangenen mussten auf dem nachten Fußboden schlafen und erst später
gab es Materiallieferungen von denen sie sich Betten und anderes machen
konnten. Trotzdem blieben die Baracken, in denen jeweils 120
Mann untergebracht waren, unzureichend. Die Gefangenen hungerten ständig, vor allem
als die Lieferungen aus Deutschland abrissen.
Das Gesundheitswesen war über die Jahre gesehen ausreichend und
gut geregelt.
Der Postverkehr war sehr schlecht. Selbst 1947, als sich die
Situation wieder normalisierte, war eine Sendung für Monate
unterwegs.
Das Disziplinarwesen erinnerte eher an das Mittelalter als an das
Genfer Abkommen. Die Strafen waren oftmals grausam und willkürlich denn
schon bei kleinsten Vergehen wurden Gefangene ausgepeitscht oder hatten
einen harten Arrest zu verbüßen.
Die Seelsorge in den Lagern zeigte sich sehr umfangreich obwohl
der Lagerpfarrer keinen Einfluss auf den Lagerkommandanten hatte. In der
Not lernt der Mensch das Beten.
Die Fremdenlegion warb "freiwillige". Sofern man unter
größtem Hunger, dem Tod vor Augen und in der Aussicht auf Freiheit
noch von Freiwilligkeit reden kann. Die Gerüchte verhießen für
Angehörige der Partei, des SD etc. nichts gutes und so war die Ungewissheit
über die Zukunft ein weiterer Faktor um sich "freiwillig" zur
Fremdenlegion zu melden. Ob sie dann als Kanonenfutter in den
französischen Kriegen verheizt wurden ist nicht zu sagen. Jedenfalls
kehrte von den Legionären kaum jemand Heim und keine Statistik zählt
sie zu den Verlusten des zweiten Weltkrieges.
|