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Niederlande
Die deutschen Soldaten in den Niederlanden gingen in britische Gefangenschaft. Sie wurden nicht als Kriegsgefangene sondern als Surrendered Enemy Personnel (SEP) betrachtet und in Nordfriesland interniert..Zurückgehalten wurde 34. SS-Division die hauptsächlich aus Niederländern bestand und Pionierverbände der 25. Armee sowie Marine-Einheiten. Aus den deutschen Kriegsgefangenen wurden drei geschlossene Verbände gebildet und zwar:
bulletPionier-Brigade Draeger
bulletPionier-Regiment I
bulletMarine-Einheiten Bonatz

In den Niederlanden wurde für die Kriegsgefangenen kein Ministerium oder eine eigene Organisation aufgebaut denn die deutschen Soldaten verwalteten sich weitestgehend selbst  Sie waren ausschließlich mit der Beseitigung von Minen, Munition und der Demontage von Befestigungsanlagen beschäftigt. Obwohl die Einheiten hauptsächlich aus Pionieren bestand blieb die Arbeit dennoch sehr gefährlich. Sie hatten es mit ca. 20 verschiedenen Minen- und Zünderarten zu tun die teilweise schon sehr lange im Boden lagen. Die Gefährlichkeit dieser Arbeit bewiest auch die verhältnismäßig hohe Unfallrate. Bis zum 1. November 1945 hatte die Brigade 162 Tote, 185 Schwer- und 196 Leichtverletzte zu beklagen. Bis zum Oktober 1946, als die letzten Einheiten wieder nach Deutschland zurückkehrten, erhöhten sich die Zahlen noch. Über 2 Millionen Minen wurden geräumt und das Hauptquartier der 6 Army Troops Engeneers, BAOR erklärte anerkennend: "In all my dealings with Brigade Draeger I have been impressed with it's efficiency and the co-operation which has been displayed." (Übersetzung: Bei meiner gesamten Arbeit mit der Brigade Draeger war ich beeindruckt von Ihrer Leistungsfähigkeit und der guten Zusammenarbeit mit ihr.) 

Unterbringung:
Die Kriegsgefangenen waren in Zelten, Kasernen, Bunkern oder Baracken untergebracht. Eben alles was sich an Unterkunft anbot. Der Zustand war mancherorts sehr unzulänglich aber alles in allem erträglich. 

Verpflegung:
Die Soldaten verpflegten sich aus Wehrmachtsbeständen z.B. aus Beständen des Verpflegungsamtes der 25. Armee in Gouda. Nachdem die Vorräte erschöpft waren übernahmen Britische Dienststellen die Verpflegung. Die Rationen waren höher als die der deutschen Zivilbevölkerung zur gleichen Zeit. Die Situation verschlechterte sich als die Kriegsgefangenen in niederländischen Gewahrsam übergingen.

Bekleidung:
Ausreichend Uniformen oder Arbeitskleidung war nicht vorhanden. Die Situation wurde besonders schlecht, ebenso wie bei der Verpflegung, als die Kriegsgefangenen in niederländischen Gewahrsam übergingen und die britische Armee nicht mehr für die Lieferungen zuständig war.

Postverkehr:
Überraschenderweise funktionierte der Postverkehr schon Ende Mai 1945. Die Situation verschlechterte sich, als die Kriegsgefangenen in niederländischen Gewahrsam übergingen, denn die Niederländer versuchten eine Zensur aufzubauen.

Gesundheitswesen:
Die medizinische Versorgung wird allgemein als gut bezeichnet. In Bloemendaal bzw. Sterksel (je nach Einsatzort der Brigade) befand sich ein Lazarett (Sanitätszug 2/331) unter der Leitung von Stabsarzt Dr. Gaulhofer, einem aus Österreich stammenden Internisten. Zur Seite standen ihm ein Internist, ein Zahnarzt und 30-40 Sanitäter. Schwer Verletzte wurden teilweise nach Süchteln in Deutschland oder britische Hospitäler in Belgien gebracht. Leichtere Fälle wurden in den Lagern selbst behandelt denn in einigen befanden sich auch Ärzte so wie Stabsarzt Dr. Allinger in Nistelrode und Unterarzt Dr. Lange in Blerick, die regelmäßig die anderen Lager besuchten. 

Freizeit:
Für eine sinnvolle Beschäftigung in der Freizeit wurde kaum gesorgt. In manchen Lagern gab es nicht einmal Bücher. Auch Sport wurde kaum getrieben. In Blerick wurde z.B. der Sportplatz von den Kriegsgefangenen nicht benutzt weil die Gefahr von Übergriffen durch die niederländische Zivilbevölkerung zu groß war.

Heimkehr:

 

"Pionier-Brigade-Draeger"
Diese Brigade wurde nach ihrem Kommandeur, Oberstleutnant Draeger, bisheriger Pionierführer des LXXXVIII Armee-Korps, benannt. Für die Aufstellung standen die Pionier-Verbände der 25. Armee zur Verfügung. Es waren folgende Truppenteile:
Pionier Bataillon 490 Pionier Bataillon 1949
Pionier Bataillon 1973 Fallsch. Pi. Btl III/4
Fallsch. Pi. Btl 6 Fallsch. Pi. Btl 20
2. Kp./Fallsch. Pi. Btl 2 Pionier Bataillon 331
Pionier Bataillon 346 Pionier Bataillon 361
Pionier-Baustab Wagner Bau-Kompanie Marawe
Nordkaukasus. Bau-Pi. Btl. 1835/1. und 3. Komp.

Insgesamt hatte die Brigade eine Stärke von 150 Offizieren und 3.244 Unteroffizieren und Mannschaften. Sie waren verteilt auf Lager in Blerick, Mook, Vlissingen, Insel Schouwen, Oss, Roermond, Bergen op Zoom, Scheveningen, Hoek van Holland und Bloemandaal. Bis Ende Juni 1945 stellte das I. Kanadische Armee-Korps die Bewachung. Anfang Juli bis Mitte August 1945 übernahmen britische Einheiten diese Aufgabe. Danach wurden sie von der "Palesinian Group of the Netherlands" abgelöst. Während es vorher kaum Probleme zwischen den Kriegsgefangenen und ihren Bewachern gab, so ereigneten sich nun des öfteren Zwischenfälle mit den jüdischen Einheiten. Ende September 1945 wurden die jüdischen Bewacher durch niederländische Einheiten ersetzt.

Pionier-Regiment I unter Hauptmann Katschka
Ende 1945 war die Räumung der Minenfelder größtenteils abgeschlossen und die gesamte Brigade Draeger wurde nicht mehr gebraucht. So wurde im Dezember '45 und Januar '46 aus einem Teil der Männer ein neues Regiment gebildet. Die meisten dieser Männer waren erst im Herbst 1945 aus englischen Lagern in Belgien zur Brigade gekommen genauso wie Hauptmann Heinrich Katschka der nun das neue Regiment befehligte. Die Einsatzorte waren fast identisch mit denen der "Brigade Draeger". Anfang Februar 1946 waren diese:
  Udenhout Stab Pionier-Regiment I  
Verlegung Udenhout->Geertruidenberg Stab Pionier-Regiment I 26.02.1946
Verlegung Geertruidenberg->Tilburg Stab Pionier-Regiment I Mitte Juli
  Roermond Sprengzug  
  Blerick Sprenkkommando Möller, Stab
Pi.Btl 758 und 3./758
 
Verlegung Blerick->Hoog Soeren Sprengkommando Möller (später Löwinger) Anfang 1946
  Hoek van Holland Kabelkommando, 4./758  
Verlegung Hoek van Holland->Utrecht 4./758 Februar '46
  Bergen op Zoom Stab Pi.Btl. 361 und 1./361  
  Middelburg 2./361  
  Geertruidenberg 3./361  
  Groede 4./361  
Verlegung Groede->Insel Walcheren 4./361 Anfang 1946
  Mook 1./758  
  Nistelrode 2./758  
Verlegung Nistelrode->Oss 2./758 Februar '46
Verlegung Oss->Hoog Soeren 2./758 Mai 1946

 

 

 

 

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