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Hans-Ulrich Rudel
Die Gefangenschaft |
| Am 08. Mai 1945 erreichte in der
Tschechei dem Fliegeroberst und Kommodore des Stukageschwaders
"Immelmann", Hans-Ulrich Rudel, die Nachricht der
bedingungslosen Kapitulation. Bis 23.00 Uhr sollte befehlsgemäß alles
dem Russen übergeben werden. Rudel veranlasste allerdings den
sofortigen Marsch der Flieger und des Bodenpersonals in das amerikanisch
besetzte Gebiet im Süden Deutschlands. Einige Piloten versuchen in der
Nähe ihres Wohnortes zu landen und sich einer Gefangenschaft zu
entziehen. Bei Kladno, nordwestlich von Prag, stößt die Marscheinheit
auf Russische Panzer, gibt die Waffen ab und darf weiter ziehen. Nur
kurze Zeit später werden sie von bewaffneten Tschechen angegriffen, misshandelt
und viehisch ermordet. Nur wenige können sich nach Westen durchschlagen,
die meisten geraten in Tschechische bzw. Russische Gefangenschaft.
Rudel fliegt mit einer Gruppe bestehend aus drei JU87 und vier FW190
nach Kitzingen. Nach der Landung wird ihm eine Maschinenpistole
entgegengehalten und nach dem öffnen des Kabinendachs versucht der
amerikanische Soldat das goldene Eichenlaub zu entreißen. Herannahende
Offiziere verhindern eine Eskalation der Situation. Rudel wird zur
Behandlung in das Krankenrevier gebracht. In der Nacht wird ihm und
seinen Kameraden alles gestohlen was sie nicht am Körper tragen. Nach
kurzem Aufenthalt in einer Kitzinger Villa wird Rudel am 14 Mai zur
Vernehmung in die Nähe Londons gebracht wo sie nach einer
Zwischenlandung in Wiesbaden am 16. des Monats eintreffen. Die
Behandlung der Engländer ist korrekt und die Vernehmung läuft auf eine
rege Unterhaltung über Fliegerei und den soeben beendeten Krieg hinaus.
Nach 14 Tagen wird er in ein amerikanisches Kriegsgefangenenlager im
Norden Englands verlegt. Die Verpflegung ist schlecht und eine
Behandlung seines entzündeten Beinstumpfes wird abgelehnt. Drei Wochen
später geht es mit einem Verwundetentransport über Southampton nach Cherebourg.
Während der Reise erhalten die Gefangenen nichts zu Essen denn die
amerikanische Schiffsbesatzung will die Lebensmittel and die
französische Bevölkerung verschieben. Während der Fahrt zum Lager
Carentan werden die Gefangenen von den Franzosen mit Steinen empfangen.
Die Verhältnisse in dem Lager sind ähnlich denen in England. Eines
Tages wird Rudel überraschend zur Verbandsführerschule der RAF nach
England gebracht. Die Verlegung veranlasste Group-Captain Bader der
selber auch mit Beinprothesen flog. Nach kurzer Erholung in England
meldeten die Amerikaner ihre Ansprüche auf den Gefangenen und es geht dann wieder in das Lager nach Frankreich zurück und von dort aus
nach kurzer Zeit in ein Spital nach Fürth wo sein Beinstumpf behandelt
wird. Im April 1946 wird Rudel aus der Kriegsgefangenschaft entlassen.
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| Quelle:
Hans-Ulrich Rudel
Mein Leben in Krieg und Frieden
Deutsche Verlagsgesellschaft Rosenheim
ISBN 3-920722-22-1 |
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