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| Gefangenschaft in
Europa |
| Die Gefangenschaft in Europa
unterschied sich extrem von den Bedingungen in der USA. Europa war ein
vom Krieg ausgezehrter Kontinent und zudem verspürten die Amerikaner
wenig Lust den ehemaligen Gegner zu versorgen. So herrschten in den
amerikanischen Lagern zum Teil extrem schlechte Zustände. James Bacque
macht in seinem Buch "Der geplante Tod" vor allem Eisenhower
für die Katastrophe in den Lagern verantwortlich, denn er hätte trotz
ausreichendem Nachschub und nur wegen persönlicher Rachegelüste die
deutschen Soldaten verhungern lassen. General Eisenhower befand sich nach
eigenen Worten auf einem "Kreuzzug
durch Europa". Der Kanadier Bacque beziffert die Anzahl
der in US-Gewahrsam gestorbenen Soldaten auf annähernd 1 Million. Der von
Bischof und Ambrose herausgegebene Sammelband versucht die Thesen von
James Bacque zu widerlegen und zweifelt die Zahl von 1 Million Toten
stark an. Allerdings wurde bestätigt, dass Bacque die Lagerbedingungen
korrekt schilderte.
Ein Bericht über die 11 bis 12 Millionen deutschen Kriegsgefangenen in 20
Gewahrsamsstaaten findet man in einer Publikation der
"wissenschaftlichen Kommission für die Dokumentation des Schicksals
der deutschen Gefangenen des zweiten Weltkriegs." Mit bis zu 16
Mitarbeitern, worunter sich auch bedeutende Wissenschaftler befanden,
wurde in 22 Bänden auf mehr als 10,000 Druckseiten 400,000
Heimkehrer-Aussagen, 50,000 Berichte sowie eigene Befragungen und
Interviews veröffentlicht. Diese Studie, die von der Regierung Adenauer
in Auftrag gegeben und finanziert wurde, kam zu dem Ergebnis das ca.
5000 deutsche Gefangene ums Leben kamen. Ob die westlich orientierte
Politik Adenauers das Ergebnis beeinflusste ist nicht bekannt. Nach zehnjähriger Arbeit wurde die Studie
abgeschlossen und der (sozialistische) Bundeskanzler Herbert Frahm, besser
bekannt unter seinem Pseudonym "Willy Brand", hat die
Veröffentlichung 1969 verboten da er eine öffentliche Diskussion im Inland
oder gar Ausland vermeiden wollte. Er war der Meinung, dass der Eindruck
entstehen könne, dass eine Gegenrechnung über das Unrecht der Alliierten
gegen das Unrecht der Nationalsozialisten aufgemacht werden würde und sah
die auf Versöhnung gerichtete Außenpolitik gefährdet.
Rüdiger Overman kommt in seinem Buch auf eine Zahl von 22.000
verstorbenen in US Lagern. Die genaue Zahl der Toten bleibt also
weiterhin ein Rätsel. Fakt ist allerdings, dass ca.5 Millionen Gefangene die SHAEF
nach Kriegsende vor erhebliche Probleme stellte.
Auf dem Bild stellt jeder schwarze Punkt einen deutschen
Soldaten dar. In solchen
Lagern saßen sie Monate auf dem nackten Boden.
Sie gruben sich Löcher um wenigstens vor dem Wind geschützt zu sein.
Wenn es stark regnete ertranken einige in ihrem Erdloch weil sie zu schwach waren um heraus zu kriechen
oder sie starben an der Ruhr, ihren Kriegsverletzungen, verhungerten usw. Eine
schreckliche Katastrophe. Die arbeitsfähigen Gefangenen wurden noch
viele Jahre vornehmlich in Frankreich und
England
zur Zwangsarbeit verpflichtet. Dazu übergaben die Amerikaner den
Franzosen ca. 800,000 Mann. Die Not der Gefangenen war in Frankreich
besonders groß. Das ist nicht durch Rache, Hass oder Vorurteile zu
erklären sondern man muss in Betracht ziehen, dass große Teile
Frankreichs zerstört waren und die Franzosen selbst an einem Mangel an
Nahrungsmittel litten. Das IKRK verfassten am 21.08.1945 eine Denkschrift,
dass das Leben von 200,000 deutschen Kriegsgefangenen unmittelbar
gefährdet sei, 2000 Mann hätten kaum Aussicht auf Erholung, 2000 können
keine Nahrung mehr aufnehmen und müssen künstlich ernährt werden, für
600,000 Mann gibt es nur ungenügende Unterkünfte was bei dem
bevorstehenden Winter lebensbedrohlich werden könne. Wie auf einem
Sklavenmarkt suchten sich Bauern ihre Arbeiter aus. Oberschenkel und Arme
wurden abgetastet, das Gebiss überprüft aber die Soldaten mussten dabei
nicht nackt sein wie das in Russland der Fall war. Soldaten, die
sich freiwillig zu den Minenräumkommandos meldeten, wurde für ihren
lebensgefährlichen Job eine baldige Entlassung in Aussicht gestellt. Doch
auch diese, sogar schriftlich abgegebene Erklärung, wurde nicht
eingehalten und obwohl sie Tag für Tag ihr Leben eingesetzt haben, wurden
sie später in die Kohlebergwerke geschickt. Das zermürbte die Gefangenen
so sehr, dass man sich entweder für die Fremdenlegion anwerben ließ, um
dann für Frankreich auf den Schlachtfeldern Algeriens oder Indochinas zu
sterben, verstümmelte sich selbst oder suchte sein Heil in der Flucht
wie es 171,029 POW's taten, von denen 89,522 aber wieder gefasst wurden.
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Literaturverweise
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James Bacque - Der geplante Tod |
DM 19,90
EUR 10,17 |
 |
Günter Böddeker/Paul Carell - Die Gefangenen.
Leben und Überleben deutscher Soldaten hinter Stacheldraht |
DM 34,00
EUR 17,38 |
 |
Will von Collani - Die zwei Gesichter des
Uncle Sam. Erlebnisse in amerikanischer Kriegsgefangenschaft |
DM 19,80
EUR 10,12 |
 |
Gunter Bischof, Stephen E. Ambrose -
Eisenhower and the German POWS, Facts against falsehood |
$ 25 |
 |
Dwight D.
Eisenhower - Crusade in Europe. Empfohlene US Preisempfehlung: $
17,84 |
DM 40,34
EUR 20,62 |
 |
Rüdiger Overmans - Soldaten hinter
Stacheldraht. Deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs |
DM 39,90
EUR 20,40 |
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