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Pointerhündin Nele


Ich bin eine italienische Pointerhündin und war seit Ende August 2005 in einem öffentlichen Tierheim in Italien. Ich wusste nicht, warum ich dort sein mußte. Es gefiel mir überhaupt nicht. Es war schmutzig und der Käfig war eng. Ich hätte es mir viel lieber in einem Korb, der mit ganz allein gehört, gemütlich gemacht. Überhaupt wollte ich nicht eingesperrt sein. Viel lieber wäre ich über ein großes weites Feld gelaufen, hätte meine Nase in den Wind gehalten und nach Vögeln Ausschau gehalten, wie es die Pointer doch so gerne machen. Aber da musste ich noch etwas warten.

Tierschützer von der Deutschen Organisation Hundepfoten in Not haben mein Foto ins Internet gesetzt in der Hoffnung, dass sich jemand meldet, der mich haben will. Ich hatte Glück, denn mein zukünftiges Frauchen hat sich auf den ersten Blick in mich "verliebt", weil ich ihrem Pointerrüden so ähnlich sehe. Mitte November bin ich nach Deutschland gebracht worden zu Nando. Er hatte das gleiche Schicksal wie ich, auch er wurde im Februar 2005 aus dem Tierheim in Mailand geholt und nach Deutschland gebracht.
Jetzt bin ich seit einer Woche bei meiner Familie. Ich habe sehr viel Angst, denn ich kenne überhaupt nichts, nur andere Hunde. Mit Nando verstehe ich mich gut, er ist ganz lieb und passt auf mich auf.
Ich muss mich noch an so viele Dinge gewöhnen, die für Nando schon selbstverständlich sind. Zudem bin ich auch gerade noch läufig geworden. Frauchen hat erstmal alle Teppiche abgedeckt und die Brücken aufgerollt. Ich muss nun lernen, wo ich Pipi machen darf, ich muss lernen, dass ich vor Autos und Motorrädern keine Angst haben brauche. Aber es ist ja immer Nando dabei, da fällt es mir etwas leichter. Er hat keine Angst mehr, ausser wenn Schüsse fallen oder bei Gewitter.
Wenn Frauchen einen Besen holt (den Staubsauger lässt sie schon extra im Schrank, weil ich davor Angst habe) bin ich immer noch etwas ängstlich und gehe lieber zur Seite. Aber mittlerweile weiss ich dass nur der Boden damit gefegt wird.
Ein kleines bisschen zutraulicher bin ich nun schon geworden. Wenn Herrchen oder Frauchen nach Hause kommen, dann laufe ich ihnen genau wie Nando entgegen und will auch gestreichelt werden. Manchmal erschrecke ich mich aber vor meinem eigenen Mut und dann verkrieche ich mich wieder.

Frauchen hat für mich einen schönen karierten Korb gekauft mit einem dicken Kissen drin. Aber ich habe mich lieber in Nandos Korb gelegt. Der ist gross genug für uns beide und es ist dann so schön kuschelig darin mit ihm zusammen. Auch will ich nicht alleine schlafen, ich krieche zu Nando in seine Kuschelhütte und wir beide schlafen da zusammen drin. Das ist schön warm und ich fühle mich sehr geborgen.
Mein erster längerer Spaziergang war für Frauchen beinahe eine Katastrophe. Ich habe mich nämlich aus meinem Geschirr rausgewunden und bin sofort in den Wald gelaufen. Aber Nando hat mich eingeholt, und da er ja schon gut auf Frauchen hört, sind wir beide zu ihr zurückgelaufen, aber erst, nachdem wir ein paar Vögel gejagt haben.
Ich fühle mich hier sehr wohl bei meiner neuen Familie, liege gerne neben Nando vor dem Kamin oder in seiner Kuschelhütte, und in ein paar Monaten kenne ich sicher auch alles genau wie Nando und brauche keine Angst mehr zu haben.
Ich danke allen Tierschützer von Hundepfoten in Not die mir und auch schon vielen anderen Hunden geholfen haben, ein neues Zuhause zu finden, damit es uns gut geht und wir endlich "leben" dürfen.

Jetzt haben wir schon 2007
Was soll ich Euch sagen, ich habe DIE Familie gefunden. Am Anfang war mein neues Herrchen ja nicht so begeistert von mir. Ich hatte erstmal ganz viel Angst, aber nach einer gewissen Zeit der Eingewöhnung wurde ich immer mutiger - natürlich nur zu Hause. Ich habe gemerkt, wie schön so ein Hundeleben sein kann, was man alles mit einem tollen Hundekumpel machen kann. Besonders die Teppiche und Lederschuhe hatten es mir angetan, da konnte man so richtig schön drauf herumkauen. Auch die Körbe und Kissen waren nicht schlecht, irgendwie haben mir die alle nicht so richtig gefallen, und so hat Frauchen mir immer wieder etwas Neues gekauft in der Hoffnung, dass dieses nun endlich richtig ist. Die Küchenstühle waren auch nicht so ganz mein Ding, schließlich haben wir einen kompetenten Schwager in der Familie, der sowas wieder richtig gut und nach meinem Geschmack fertig machen konnte.
Mit Nando kann man so richtig schön herumtoben und auch toll buddeln, aber auch das hat meinem Herrchen nicht gefallen. Nix darf man. Dann hat er auch noch den Garten abgeteilt und hat gesagt, das ist der Garten für die Menschen und das der Garten für die Hunde. Naja, so richtig schön war der ja nun wirklich nicht mehr. Zu guter Letzt hat Herrchen dann kapituliert und hat sich damit abgefunden, dass nun zwei Hunde ihr Unwesen im Hause und Garten treiben. Er hat dann auch noch die positive Seite gesehen, denn er muss nun kaum noch Rasen mähen.

Tschüß, Eure Nele - im früherem Leben Cecilia

 

 

 




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