Theater 2002

Home ] Nach oben ] Die Spielverderber ] Premiere ]

 

das Stück

Michael Ende: "Die Spielverderber - Oder das Erbe der Narren"

die Schauspieler und ihre Kommentare zum Struppenwochenende vom 12.-14. April 2002 im Stil ihres Charakters auf der Bühne: 

Anita:

Paula Olm

Also ich - ich bin da ganz anders. Immer dieses Gequatsche mit der Gerechtigkeit. - Und dann diese Brutalität. - Also ich - ich kann so was nicht, ehrlich, oder?
Johannes:

Dr. Leo Arminius

Im ganzen Haus irrten, mir völlig suspekte Menschen umher und versuchten sich mit sogenannten wichtigen Proben um ihr eigentliches Problem, dass ihres Hungers zu drücken. Ich hingegen, erfüllte aufs genauste meine Pflicht....Selbst, wenn auch davon niemand satt wurde.
Juliane:

Ninive Geryon

Hütet Euch vor dem Struppenhaus, dort sind am Wochenende eigenartige Dinge vor sich gegangen; wirre Stimmen kamen  aus allen Zimmern, laute Schreie und dann dieses Lachen... Aber ihr glaubt mir ja eh nichts!
Christian:

Egon S. Geryon

Wenn sie hübsch bei der Wahrheit bliebe, schon! Doch als Experte bekommt man eine untrügliche Nase für den  Umgang mit hysterisch linkischen Frauen. Besonders auf Theaterwochenenden lernt man so einiges und einige kennen.
Donata:

Klara Dunkelstern

Menschlich betrachtet, war das Wochenende recht sympathisch. Über die theatertechnischen Entwicklungen mag ich mir kein Urteil erlauben, aber die Argumente war sehr schlagkräftig.
Simon:

Jakob Nebel

Nachdem ich mich dieses Jahr zum ersten Mal zum Theaterwochenende abknüpfen konnte, darf ich unübersichtlich sagen: Zweifelsohne, es ist doch allgültig eine sittliche Tätigkeit Theater zu spielen...
Judith:

Anna Fenris

Im letzten Jahr zu guter letzt doch noch verheiratet, jetzt ein Jahr später schon wieder verwitwet. So musst ich mich nun allein das ganze Wochenende über um meinen eigenen Schutz kümmern. Aber Struppen liegt ja fast im Wald, wo es viele Knüppel gibt. Da kommt einem keiner zu nahe, wenn der man solche Waffen zu nutzen weiß.
Markus:

Sebastian Nothaft

Also wenn ich so an das Wochenende zurückdenke, dann fallen mir vor allem die weißen Blasen an den Köpfen der Regisseure ein - niemand konnte sie lesen! Was sollen wir da tun - fliehen vor der nächsten Probe? Ich weiß nicht, ein Kinderspiel wird es nicht...
Halina:

Alexandra Freifrau von Xanadu

Sie haben in Struppen geprobt? Bravo, bravo, exzellent meine Herrschaften! Dann wissen Sie doch bestimmt auch, dass dies der einzige Ort ist, wo unsere Theaterbegeisterung die unschuldigen Beteiligten nicht viel mehr als den Nachtschlaf kostet. Sonst wäre vermutlich keiner von Ihnen hingefahren, wie ich Sie kenne, meine Herrschaften.
Benno:

General Markus Schweler

Die Sache war kolossal einfach, was Not tat waren Ausdauer, Selbstkritik und gnadenlose Mäkelei an sämtlichen Makeln. Ich denke, das genügt, meine Herrschaften!
Gabriele:

Elsbeth Geryon

Dieses Haus in Struppen ist entsetzlich. Manchmal schien es, als wäre es farblos und dann plötzlich war irgend etwas mit den Türen los - sie gingen einfach nicht mehr auf! Glücklicherweise endete alles gut - denn wir waren ja alle, wie eine große Familie, nicht wahr? Einige Frauen hätte man wohl besser zu hause lassen sollen, denn die trieben sich nur mit jungen Männern herum, die anscheinend nicht ganz richtig im Kopf waren! 
Klaus:

Anton Buldt

Dort bei den elf Buchen, wo der Wald ganz unergründlich ist, hatte man sie versenkt. Sie tanzten das ganze Wochenende auf Bierkästen herum, so dass am Sonnabend gegen 22.00 Uhr der Bekömmlichkeit der Pizza die Grenzen aufgezeigt wurden und alle sich mit weiser Voraussicht auf die nicht allzu ferne Nachtruhe zu einem Verdauungsspaziergang aufrafften. Auch wenn die hohen Fluchten der Türen nicht hoch und weit waren wie sonnige Alleen und die Probe auf der Terrasse leider ins Wasser fiel, so taten wir doch erfolgreich unser bestes, uns als Gäste in diesem, dem Struppenhaus, wohl zu fühlen.

die Regisseure

Frank

Manchmal frage ich mich wirklich, was sie wollen, was das ganze überhaupt soll. Ich würde gern wissen " was der Autor in dieser Branche überhaupt zu suchen hat - von uns ganz zu schweigen" - aber genauso beginne ich zu ahnen, was wir suchen und was der Autor sucht. Einen, der den Karren aus dem Dreck zieht, den Farbenblinden, die Mächtigen des Moments, das trügerische Leuchten. Etwas scheinen wir doch in Struppen gefunden zu haben auch wenn wir zugeben müssen, nicht immer bewusst gerade danach gesucht zu haben. Aber wir wollten ganz unbedingt finden. Und schon deshalb gehören wir in die Branche.
Tobias Das Boot  "Theater" macht sich auf den Weg zwischen Aufruf und Premiere. Dazwischen liegen Häfen mit den Namen: Wort, Sprache, Tat, Gefühl und Ausdruck. Ungewissheit erfüllt die Mannschaft, doch Neugier treibt sie voran.
Der ruhige Hafen "Struppen" bietet Zuflucht vor den stürmischen Wellen der Unklarheiten. Hier wird aus Einzelkämpfern eine Gruppe geformt, das Rüstzeug eines Seemannes gelehrt und die Freude an der Seefahrt geschürt. Wenn das Boot nun wieder in See sticht, hat es klaren Kurs genommen. Zwar ist Ungewissheit geblieben, doch ist die Mannschaft aus den Einzelkajüten
gekrochen und hat begonnen jenes Segel zu hissen, welches den Kahn in stabiles Fahrwasser bringt, und "Spielfreude" heißt.

die Souffleuse und der Techniker

Theresa

Thomas

© Gabriele Wenderdel     2001-2003    mailto: ksg-theater@arcor.de