Theater

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                                          Jedes Jahr finden sich Studenten zusammen, die "auf den Brettern, die die Welt bedeuten" ihre schauspielerischen Neigungen ausleben wollen. Sie studieren ein Theaterstück ein, das im Mai zum Patronatsfest für die Studenten der KSG und andere Interessierte aufgeführt werden soll.
Am Anfang steht natürlich die Suche nach talentierten und vor allem bereitwilligen Studierenden, denn sich neben dem Studium noch eine so zeitraubende Nebenbeschäftigung zu nehmen, bedeutet schon ein Opfer.
Der zweite Punkt ist das Finden eines geeigneten Stückes. Das ist eine schwierige Prozedur, weil sich jeder nach Möglichkeit durch verschiedene Genres der Theaterliteratur durchkämpfen muss, um seinen Favoriten zu finden. Danach muss dieser noch bei den anderen so verkauft werden, so dass sie auch für das Stück stimmen. Doch leider sind die Geschmäcker verschieden und viele Theaterstücke sind für so viele Schauspieler geschrieben, dass sie in einer so kleinen Theatergruppe nicht umsetzbar sind.
Aber irgendwann ist auch diese Hürde genommen und nachdem sich jeder seine Lieblingsrolle erkämpft hat, ist es an der Zeit, die ersten Leseproben zu beginnen. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch möglich, den anderen zu überzeugen, dass man selbst für dessen Rolle geschaffen ist. Doch spätestens zu den richtigen Proben ist es notwendig, sich bereits in den Charakter der darzustellenden Person hineinversetzt zu haben.
Die Proben ziehen sich im günstigsten Fall von Januar bis zur Aufführung. Unterbrochen werden sie von außergewöhnlichen Theaterwochenenden in Struppen, wo intensiv vierundzwanzig Stunden am Tag geprobt wird und neue Ideen in die bisherige Umsetzung des Textes fließen.
Und dann ist es irgendwann einmal soweit: Der Text sitzt, die Garderobe stimmt und das Lampenfieber lässt den Verstand aussetzen - die Premiere steht vor der Tür. 
Na dann: toi, toi, toi!
                                      

© Gabriele Wenderdel     2001-2003    mailto: ksg-theater@arcor.de