Lebenslauf von
Wilhelm Fabry
alias Guilhelmus Fabricius Hildanus
alias Guillaume Fabrice de Hilden
alias Guillaume Fabri
Wilhelm Fabry, Begründer der modernen Chirurgie in Deutschland, 1560 - 1634



1560 Geburt in Hilden, Hof in der Schmitten, an der heutigen Schwanenstraße
Vater: Gerichtsschreiber Peter Drees
Mutter: Margarethe auf dem Sande
1569 Fabrys Vater stirbt
bis 1573 Besuch einer Lateinschule in Köln
1575 Fabry erkrankt an der Pest - und überlebt
1576 - 1580 Ausbildung bei dem Neusser Wundarzt Johannes Dümgens
Zum Ende der Ausbildung Latinisierung des Namens zu Guilhelmus Fabricius Hildanus
1580 - 1585 Geselle bei Kosmas Slot (Slotanus), dem Hofchirurgen von Herzog Wilhelm V. von Cleve-Berg , gen. der Reiche, (1539-1592) in Düsseldorf. Slot war Schüler des Anatomen Andreas Vesal (Vesalius), Professor an der Universität Padua. Fabry informiert sich in dieser Zeit auch bei den herzöglichen Leibärzten Johannes Weyer und Galenus Weyer sowie Reinerus Solenander alias Reinhard Gathmann. Von dem aus Gent in Flandern stammenden Humanisten und Hofpoeten Karel Utenhove erwirbt Fabry zusätzliche Latein- und Griechischkenntnisse.
1581 Fabrys jüngerer Bruder stirbt
1585 Reise über Holland, Belgien und Frankreich in die Schweiz. Während eines mehrwöchigen Aufenthalts in Metz lernt Fabry neben neuen Operationsmethoden auch Französisch.
In Genf Ausbildung bei dem Chirurgen Giovanni Grifoni (Griffonius)
1587 Heirat mit Marie Colinet, Tochter eines Genfer Buchdruckers
Übersiedlung nach Lausanne, dort später auch Zusammenarbeit mit dem dann ebenfalls dorthin übergesiedelten Giovanni Grifoni
1589 Rückkehr nach Hilden aufgrund des Todes des Stiefvaters Peter Crantz
1589 - 1593 Medizinische Praxis in Hilden
1592 Fabry schließt sich der heimlichen reformierten Gemeinde in Köln an.
1593 Umzug nach Köln. An der Universität bei Arnold Manlius und Heinrich Botter vertieft Fabry seine medizinischen Kenntnisse.
1594 Fabry reist zu Giovanni Grifoni in Besancon
1595 Fabrys ältester Sohn stirbt im Alter von erst sieben Jahren. Reise nach Lausanne und Genf
1596-1598 Überwiegend Aufenthalt in der Schweiz, u.a. Lausanne, Genf, Bern
1598 - 1600 Erneuter Aufenthalt in Köln
1600 Umzug nach Lausanne. Fabry unterrichtet Anatomie an der Universität Lausanne.
1602 - 1610 Stadtchirurg in Payerne (Peterlingen), östlich des Neuenburger Sees, Schweiz
1608 Fabry betätigt sich als Archäologe. Er ist der erste, der in Ursins Ausgrabungen an einer Tempelanlage aus dem ersten Jahrhundert durchführt.
1610 Umzug nach Lausanne
1611 - 1615 Stadtchirurg in Lausanne, Schweiz
1611 Reise nach Hilden, Leiden und Amsterdam, Niederlande. In Leiden Treffen mit dem Anatom und Botaniker Pieter Pauw (Petrus Pavius). In Amsterdam Besuch einer Einrichtung für geistig Behinderte und psychisch Kranke.
1612 Aufenthalt in Hilden. Behandlung und Tod seiner Mutter. Fabry sieht auch zum letzten Mal seine jüngere Schwester Gertgen. Rückreise nach Lausanne.
1613 Aufenthalt am Mittelrhein, u.a. Mainz, Oppenheim, Worms. Ausbruch der Pest in Lausanne. Tod zweier Söhne. Zwei ebenfalls erkrankte Söhne überleben.
1615 Auflösung des Haushalts in Lausanne und Übersiedlung nach Bern
1615 - 1634 Stadtchirurg in Bern, Schweiz
1618 Der protestantische Markgraf Georg Friedrich zu Baden-Sausenburg und Hochberg (Baden-Durlach), 1573-1638, ernennt Fabry zum Leibwundarzt.
1624 Fabry erhält Besuch von Wilhelm Hüls, der wie Fabry Sohn eines Hildener Gerichtsschreibers ist und seit einem Jahr in Genf Theologie studiert.
1628 Fabrys Sohn Peter stirbt nach Beendigung seines Medizinstudiums in den Niederlanden.
Wilhelm Hüls aus Hilden besucht abermals Fabry, diesmal zusammen mit seinem Bruder Adolph.
1634 Fabry stirbt im Alter von 74 Jahren und wird auf dem Berner Franziskaner-Friedhof beigesetzt.
Fabry hatte insgesamt acht Kinder, aber nur sein Sohn Johannes überlebte ihn.

Zur besseren Übersichtlichkeit wird an dieser Stelle auf die zahlreichen Veröffentlichungen Fabrys ganz bewußt nicht eingegangen.
 
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