JOHN
PEEL R.I.P.
Jetzt müssen wir es halt selber machen.
SINGLES DES JAHRES
1.
LCD SOUNDSYSTEM „Yeah“
New York Noise 2004, DFA-Style: Vom funky Disco-Stampfer zum hysterischen
Acid-Wahnsinn in neun euphorisierenden Minuten. James Murphys sensationelle
Lektion in Pop-Geschichte kickt besser als 850 mg Ephedrin.
2.
THE STREETS „Fit But You Know It“
In bester britischer Pubrocktradition machte der sympathische Pop-Proll
Mike Skinner diesen „Parklife“-Wiedergänger nicht nur zum
großen Konsens-Clubhit, sondern auch zum Live-Erlebnis des Jahres
(Schauplatz: Melt!-Festival, Requisiten: ein Fußball, eine Flasche
Cognac).
3.
SEBASTIEN TELLIER “La Ritournelle”
Mit den besten Streicherflächen seit Massive Attacks “Unfinished
Sympathy” lullt der irre Franzose die Hörerschaft ein, bevor
nach geschätzten 5 Minuten diese großartige Stimme hineinbricht
und das Bänkellied zu Ehrfurcht einflößendem Soul macht.
4.
KINGS OF CONVENIENCE “Misread”
Zarter norwegischer Bossa Nova. Kann man wunderbar mitsummen.
5.
FRANZ FERDINAND “Take Me Out”
Der Durchbruch für 2004 wurde nach der Debütsingle vorhergesagt,
und der Durchbruch kam mit diesem Indie-Konsens-Hit. Sensationelle Tempowechsel,
machen auch im Stadion Spaß.
6.
ALTER EGO “Rocker”
Titel passt wie Arsch auf Eimer. Noch so ein Konsens-Clubtrack, neuerdings
sogar im Frühprogramm von BBC Radio 1. Zum ersten Mal gehört Ende
2003 im Set von Acid Maria, seitdem immer wieder gerne dazu die Arme in
die Luft geworfen.
7.
INTERPOL “Slow Hands”
Die knackige, komplexe Single aus dem knackigen, komplexen Album. Die denkwürdige
Zeile „Can´t you see what you´ve done to my heart and
soul, this is a wasteland now.” hätte Ian Curtis auch nicht besser
hin bekommen.
8.
SNOOP DOGG feat. PHARRELL “Drop It Like It´s Hot”
Der Zungeschnalz-Beat und die 80er Synthies der Neptunes schmusen mit Snoops
entspanntem Kiffer-, Klunker- und Karosserie-Unsinn um die Wette. Ein wirklich
großizzle Spaßizzle.
9.
THE DIVINE COMEDY “Absent Friends”
Dandy-Bombast der besonders bewegenden Art. Und wer Oscar Wilde und Steve
McQueen in einem Songtext unterbekommt, hat ohnehin schon gewonnen.
10.
PHOENIX “Everything Is Everything”
Der tollste Soft-Pop-Hit des Jahres war dann auch toll für SWR3-Hörer
und Dido-Fans.
11. ART BRUT “Formed A Band”
12. THE FEATURES “That´s The Way It´s Meant To Be”
13. MORRISSEY “First Of The Gang To Die”
14. MCLUSKY “She Will Only Bring You Happiness”
15. THE LIBERTINES “Can´t Stand Me Now”
16. MOS DEF “Sex, Love And Money”
17. FEIST “Mushaboom”
18. DIZZEE RASCAL “Stand Up Tall”
19. TV ON THE RADIO “Staring At The Sun”
20. BERGHEIM 34 “Random Access Memory”
21. THE RADIO DEPT. “Why Won´t You Talk About It?”
22. LCD SOUNDSYSTEM “Movement”
23. DAS POP “Du”
24. KELIS feat. ANDRE 3000 “Millionaire”
25. BADLY DRAWN BOY “Year Of The Rat”
auch
toll:
BEASTIE BOYS “Ch-Check It Out”
MODEST MOUSE “Float On”
JAY-Z “99 Problems”
THE BLACK KEYS “10 A.M. Automatic”
KELIS “Trick Me”
N*E*R*D “She Wants To Move (Mac & Toolz Extended Remix)”
THE STREETS “Dry Your Eyes”
FRANZ FERDINAND “Michael”
WILEY “Wot Do U Call It?”
MOUSE ON MARS “Wipe That Sound”
KANYE WEST “Jesus Walks”
WOLFMAN feat. PETE DOHERTY “For Lovers”
STELLA “Never Going Back To School”
ALBEN DES JAHRES
1.
INTERPOL „Antics“
Knackiges, kompaktes Meisterwerk des pathetischen Wave-Pop. Hier werden
die Psychedelic Furs, New Order oder The Church ins neue Jahrtausend gerettet.
Jeder Song besitzt mindestens einen großen Moment, „Not Even
Jail“ sogar vier.
2.
CEE-LO GREEN “…Is The Soul Machine”
Hierzulande Atlantas bestgehütetes Geheimnis. Ein Skandal, denn Cee-Los
Soul/P-Funk/Hip Hop/Pop-Bastard steckt auf Albumlänge sogar die große
Konkurrenz von Outkast in die Tasche. Diese Soulmaschine kaufe ich!
3.
THE THERMALS “Fuckin A”
Joey und Dee Dee sind tot, aber es muss ja irgendwie weiter gehen: Keine
Gefangenen machen, nur 1-2-3-4 zählen und 150-Sekunden-Popsongs rausrotzen,
als gäbe es morgen keine Verstärker mehr. Live sind die drei Sympathieträger
aus Portland natürlich auch eine Wucht.
4. ADA “Blondie”
New Wave-Pinup oder doch Führers Hund? Egal. Auf jeden Fall betörender
Minimal- bis Maximal-House fürs Wohnzimmer und den Tanzboden und die
beste Coverversion des Jahres (“Maps”).
5.
MORRISSEY “You Are The Quarry”
Wie immer sensationelle Songtitel („I Have Forgiven Jesus“,
„The World Is Full Of Crashing Bores“) und viel Selbstmitleid
über die ewig unerfüllte Liebe – der größte aller
alten Helden überrascht mit seiner besten Platte seit „Vauxhall
And I“.
6.
THE STREETS “A Grand Don´t Come For Free”
Mama kuck mal, Hooligans haben ja auch Gefühle! Englands Drogenbefürworter
und Storyteller No.1 überzeugt diesmal vor allem mit den Balladen.
Höhepunkt: Die anschwellenden Streicherflächen plus Rewind in
„Empty Cans“.
7.
VON SPAR “Die uneingeschränkte Freiheit der privaten Initiative”
Die wütenden, rheinischen Brüder der TÜREN machen auf funky
Zappelphilippe und plündern dabei den New Wave-Gemischtwarenladen aus
Gang Of Four, ESG, The Knack, Fehlfarben, den Goldenen Zitronen und Egoexpress.
8.
THE DIVINE COMEDY “Absent Friends”
Der Vorzeige-Dandy kehrt zurück zu alter Form und erzählt mit
Grandezza und Bombast kleine Geschichten um reisende Familienväter,
enttäuschende Freundschaften und glückliche Goths.
9.
FRANZ FERDINAND „Franz Ferdinand“
Frisurentechnisch eher an den frühen Spandau Ballet orientiert, erfüllen
Glasgows Nachwuchs-Poser locker die im Vorjahr geweckten Hoffnungen mit
diesem zackigen Debütalbum voller Post-Punk-Pop-Hits.
10.
MASTA KILLA “No Said Date”
Der Clan ist nicht tot, er riecht nur manchmal schlecht. Wu-Tangs düsterer
B-Movie-Trademark-Sound kickt noch immer. Inkl. Ol´Dirty Bastards
(R.I.P.) letztem Auftritt.
11. STEREOLAB „Margerine Eclipse“
12. BROKEN SOCIAL SCENE “You Forgot It In People”
13. DIE STERNE “Das Weltall ist zu weit”
14. BEASTIE BOYS “To The 5 Boroughs”
15. MCLUSKY “The Difference Between Me And You Is That I´m Not
On Fire”
16. THE GO! TEAM “Thunder, Lightning, Strike”
17. LALI PUNA “Faking The Books”
18. PHOENIX “Alphabetical”
19. THE FAINT “Wet From Birth”
20. SONIC YOUTH „Sonic Nurse“
21. KINGS OF LEON “Aha Shake Heartbreak”
22. KINGS OF CONVENIENCE “Riot On An Empty Street”
23. MILOSH “You Make Me Feel”
24. DOGS DIE IN HOT CARS “Please Describe Yourself”
25. DIZZEE RASCAL “Showtime”
26. THE HIDDEN CAMERAS “Mississauga Goddamn”
27. ALTER EGO “Transphormer”
28. TORTOISE „It´s All Around You“
29. VIVA L´AMERICAN DEATH RAY MUSIC „A New Commotion, A Different
Tension“
30. MOUSE ON MARS “Radical Connector”
Außer Konkurrenz: DIE TÜREN –„Das Herz war Nihilismus“ (Platz 2 in 2003)
KONZERTE DES JAHRES
1. THE STREETS, Melt-Festival
2.
VON SPAR, Karlsruhe Carambolage
3. DIE TÜREN, Karlsruhe Schlachthof
4. PIXIES, Berlin Wuhlheide
5. THE FALL, Heidelberg Karlstorbahnhof
6. KRAFTWERK, Berlin Tempodrom
7. INTERPOL, Strasbourg La Laiterie
8. THE DIVINE COMEDY, Berlin Columbia Club
9. COCKBIRDS, Berlin Summarized-Festival
10. THE THERMALS, Berlin Knaack
11. FRANZ FERDINAND, Berlin Wuhlheide
12. BELLE & SEBASTIAN, Berlin Columbiahalle
13. MCLUSKY, Heidelberg Schwimmbad
14. INTERNATIONAL PONY, Melt-Festival
15. THE BLACK-EYED SNAKES, Karlsruhe Schlachthof
DRECK DES JAHRES
1.
VAN DYK/HEPPNER „Wir sind wir“
2. Mia., Virginia Jetzt!, „Neue Heimat“ und die Deutsch-Quoten-Debatte
3. Transformer di Roboter live im Schlachthof
4. „Das Wunder von Bern“-Hype
5. Griechenland wird Fußball-Europameister
dirk böhme
2004