So findet er sich in einer Reihe zwischen Bob Dylan, Nick Cave, Henry Rollins, Fancoise Cactus (Stereo Total) oder Thees Uhlmann (tomte) (ich verfluche mich gerade dafür Dylan und Uhlmann in einem Satz zu nennen!).
Hat er es denn auch geschafft? Ja, denn soviel sei vorneweg genommen, Herr Lehmann ist ein gutes Buch, jedoch kein sehr gutes. Dafür ist es ein schönes Buch, und hier sich mal bitte blinkende Leuchtschrift denken: ein sehr schönes.

Was man wirklich über dieses Buch noch sagen könnte ist schwer. Kurz vor Herr Lehmanns 30igstem Geburtstag bricht für ihn eine kleine Welt zusammen und der Leser darf dabei zusehen, dies ist amüsant und traurig, manchmal bitter und am Ende, wenn Herr Lehmann seine "Geburtstagsparty" feiert, da möchte man weinen. Aber Herr Lehmann weint auch nicht, darum lässt man es.

Man meint, autobiographische Züge zu erkennen. So ist Herr Lehmann, genau wie Regener ein Exil-Bremer, den es nach Berlin verschlagen hatte. Jedoch bleibt ein Punkt in diesem Buch völlig unbeachtet, die Musik, welche bei Regener wohl schon eine wichtige Rolle spielt. Herr Lehmann ist zwar ein Buch von einem Musiker, aber trotz einiger Parallelen im Leben des Protagonisten zu dem des Autoren kein Buch über einen Musiker. Schaden tut dies nicht, im Gegenteil, es tut dem Buch nur gut. Man vergisst schnell, wer das Buch geschrieben hat und geht voll auf die Handlung und Charaktere ein.

Und so erlebt man, wie Herr Lehmann lebt, eine Frau findet und sie wieder verliert, sich um seine Freunde kümmert und seine Freunde sich um ihn kümmern. Irgendwie musste ich im Nachhinein an Steinbecks Strasse der Ölsardinen denken. Herr Lehmann's "Strasse der Ölsardinen" heißt So36 und liegt in Berlin Kreuzberg, doch bleibt der Charme, den Steinbeck versprüht natürlich unerreicht. Aber das egal, das ist keine kleine Stadt am Meer, das ist Berlin im Jahre 89 und anstatt Meerestiere zu erforschen, zapft Herr Lehmann Bier und ist damit auch noch zufrieden und trotz, oder vielleicht gerade wegen, allen Rückschlägen denkt man am Ende, der Herr Lehmann schafft das schon.

daniel decker, 28.09.02.

 

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Herr Lehmann

Sven Regener

Eine Straße in Kreuzberg

Ein gutes Buch schreiben...

...viele Musiker haben es versucht. Sven Regener, Sänger von Element of Crime hat es jetzt auch getan.

"Herr Lehmann ist ein gutes Buch, jedoch kein sehr gutes."
"Man vergisst schnell, wer das Buch geschrieben hat und geht voll auf die Handlung und Charaktere ein."