Viel Wirbel gab es nicht um Mark Wahlbergs neuen Film Rock Star. Nicht besonders viel jedenfalls. Ein paar müde Besprechungen in diversen Kleinstadtgazettenfeuilletons und den gängigen Printmedien. Zudem ein äußerst limitierter Start in den Kinos dieses Landes. Wer den Film am 3.1.2002 sehen wollte, musste sich an diesem Tag schon in Berlin oder München aufhalten. In normalen Großstädten wurde der offizielle Kinostart einfach übergangen.
Um dies gleich festzustellen: Filme dieser Art hat es schon immer gegeben und wird es auch weiterhin geben, ohne dass Kulturpessimisten und -bewahrer, Endzeitbeschwörer und selbst ernannte "junge Intellektuelle" etwas dagegen unternehmen werden können. Die Filme tun niemandem weh, erweisen sich als feucht und weich beim Konsum und lassen sich genauso schnell wieder ausscheiden. In wenigen Monaten wird sich kaum jemand mehr an diese missglückte Filmpremiere aus dem Januar 2002 zurückerinnern. Höchstens ein paar unverbesserliche weibliche Mark Wahlberg-Fans. Und denen wird auch eher das Gerangel mit den Affen als das mit dem Mikrofonständer in Erinnerung bleiben.
Niemand, auch nicht Regisseur Stephen Herek und Drehbuchautor John Stockwell werden wohl für sich reklamieren wollen, dass sie ein großes Kunstwerk erschaffen haben. Der Film ist das perfekte Schulbeispiel für die Erarbeitung eines trivialen Hollywood-Plots (Märchen arbeiten mit den gleichen Mitteln): armer, naiver aber liebenswerter Junge schafft es unverhofft und überraschend, zu einem großen und von allen geliebten Star zu werden. Hallo Cinderella! Chris Cole arbeitet als Fachkraft für Kopiererreparaturen (verdammt, haben diese Menschen eine Berufsbezeichnung?), in seiner Freizeit setzt er als Sänger einer Coverband alles daran, seinen Idolen von der Heavy-Metal-Band "Steel Dragon" nachzueifern. Seine Helden scheinen für ihn unerreichbar. Zudem scheint er ein bisschen eigensinnig, wenn es darum geht, seine Vorbilder zu kopieren. Dabei ist er nicht bereit, auch nur ein Jota von den Original-Songs von "Steel Dragon" abzugehen. Die anderen Bandmitglieder von Chris´ Coverband würden aber gerne mal ein paar eigene Songs schreiben und spielen. Chris nicht.
Diagnose
des geneigten Zuschauers: typischer Fall eines Menschen auf der Identitätssuche,
der noch nicht bereit ist, sich selbst zu entwickeln, sondern lieber andere
kopiert. Man ahnt, dass dieses hoffnungsfrohe Menschenkind noch einiges
lernen werden muss, in den nächsten anderthalb Stunden. Jedenfalls
kommt es zum Streit in der Band, der Gitarrist wirft Chris aus dem Proberaum.
Das Kinopublikum hat die Gelegenheit, zum ersten Mal zu weinen.
Glücklicherweise besitzt der Autor ein Gleitmittel: Sehr angenehm,
darf ich vorstellen, mein Name ist Deus ex machina Zufall ! Gott sei Dank:
die Band Steel Dragon feuert ihren Sänger und benötigt einen neuen
Frontmann. Merkwürdig, aber irgendwie haben sie schon einmal von Chris
gehört (auch wenn sie aus LA California kommen und Chris in der Industriewüste
Pittsburgh wohnt), haben auch unkomplizierterweise Adresse und Telefonnummer
des Jungen, rufen ihn an und lassen ihn nach Kalifornien kommen. Dort mit
seiner Freundin Emily, verkörpert von Brad Pitt-Gemahlin Jennifer
Aniston, angekommen, dauert es gerade mal zwei Minuten, bis er nicht
nur seinen Idolen gegenübersteht, sondern auch noch als neuer Sänger
engagiert wird. Es folgt der scheinbare Höhepunkt: Chris genießt
das Rockstarleben in vollen Zügen, natürlich geschmückt mit
allen denkbaren kitschigen und stereotypen Details : Sex, Drugs and Rock´n´Roll
in voller Breitseite. Doch nur kurz darf man sich mit Chris freuen: man
merkt, dass er unter die Räder der Kommerzmaschine Schowbiz gerät.
Brutal wird er von den Bandkollegen ausgenutzt, er verliert angesichts der
zahlreichen nackten Brüste, die sich ihm entgegenstrecken, die Bodenhaftung
(im wahrsten und im übertragenen Sinne), ja sogar seinen Namen ändert
er (von Chris zu Izzy! Recht geistreich). Auch Freundin Emily wird vernachlässigt.
Das kann nicht gut gehen.
Emily zieht sich während der Welttournee von "Steel Dragon" aus dem Zirkus zurück und eröffnet in Seattle ein kleines Cafe. Chris betäubt sich dafür weiterhin mit den Freuden des Starlebens. Doch nach und nach wird ihm dann doch noch klar, dass er auf dem falschen Weg ist: die anderen Bandmitglieder weisen seine Versuche, seine eigenen Songs ins musikalische Repertoire zu integrieren, brüsk zurück. Die dauernden Sex-Partys, schnellen Autos und die daraus folgende körperliche und geistige Zerrüttung der beteiligten Musiker lassen ihn erkennen, dass das wahre Leben nicht im Rockstar-Himmel stattfindet. Nach einigen intensiven Gesprächen mit dem Schlagzeuger und dem Manager der Band hängt Chris das Mikro an den Ständer und kehrt reumütig zu Emily zurück. In Seattle, um den ganzen die Krone aufzusetzen, findet er außerdem (ganz zufällig) den Gitarristen seiner alten Band wieder. Mit ihm zusammen kann er nun endlich die Musik machen, die ihn erfüllt und befriedigt. Komisch nur, dass sich das dann so fies nach Pearl Jam und Konsorten anhört. Die "ich bin jetzt ein nachdenklicher Songwriter und kein naiver Rocker mehr sonder ein intellektueller Musiker und habe mir auch die Haar auf Halbmast gekürzt"-Nummer. Aber wenn es zum Happy End beiträgt?
So ist ein junger Mensch gereift, hat seine eigene Identität entwickelt, hat erkannt, dass die inneren Werte und die Freundschaft viel wichtiger sind als Sex mit nur oberflächlichen Bekanntschaften und mehr als einer Person, Drogen mit zu intensiver Wirkung. Auch die dazugehörigen Partys können also nicht Lebensinhalt sein. Gleichzeitig mit dieser Erleuchtung ist Chris zum wahren Künstler gereift. Er kopiert niemand mehr, er lässt sich nicht mehr benutzen, sondern entwickelt eigenständig seine eigenen Ideen. Es steht zu erwarten, dass er bald heiraten und Kinder bekommen wird (wenn er sich in Seattle nicht eine Schrotflinte ins Maul hält! Aber das steht angesichts der Cafe-Besitzerin Emily als Lebenspartnerin ja auch nicht unmittelbar bevor). Angesichts der Moral der Geschichte dürften sich sogar auch puritanisch und konservativ geprägte Pädagogen und Spießbürger von diesem Film begeistert zeigen.
Wenn man die zur Debatte stehende Zeit von Mitte der 80er Jahre bis zu (exklusive!) Curt Cobain miterlebt hat, stößt diese Braver-Bürger-in-Seattle-Lösung etwas auf. Die Art von Bands (auch deren Sänger), um die es im Film eigentlich geht, haben das Jahr 1994 kaum unbeschadet überlebt. Alle ihre Versuche, sich dem noch kürzeren, wenig gehaltvollen Seattle-Trend (oder anderem Fastfood-Müll) anzupassen, waren meist erfolglos und wenig kreativ (genannt seien hier z. B. Warrant, Danger Danger und Mötley Crüe, die alle mittlerweile wieder auf dem Weg zurück in die 80er sind, weil mit Grunge eben mittlerweile noch weniger zu verdienen ist als mit Party Rock).
Zudem stößt der ach so hintergründige und entlarvende Blick hinter die Kulissen den Betrachter ab. Es soll gezeigt werden, wie naiv, dumm, trieb- und geldgeil diese Rockstars doch damals waren (natürlich sind so Menschen wie Marky Mark und die Homeboys des Hip Hop heute ganz anders, oder wie?). Eigentlich, so will der Film zeigen, ging es den Leuten nie um die Musik, dumm und hirnamputiert warten sie nur darauf, das nächste großbrüstige Groupie flachzulegen. Die Message stinkt: a) weil sie genauso verzerrend und übertrieben ist wie die Vorstellung, dass Rockstars und Stars allgemein nur im siebten Himmel leben und nie arbeiten müssen b) weil es doch ernsthaft kein Mensch bezweifelt oder bestreitet, dass auch im Showbiz Geld im Mittelpunkt steht, schmutzige Geschäfte gemacht werden und Freundschaft und die hehren Werte des Christentums wenig zählen. Aber das trifft alles auch auf die CDU zu.
Hier gewinnt man aber den Eindruck, als ob man es sich angesichts eines toten Gegners etwas zu gemütlich macht bei der Leichenfledderei. Sicherlich ist der Hard Rock der 80er tot, begraben, heute anachronistisch. Trotzdem, und das muss einmal gesagt werden: ganz so primitiv, ganz so peinlich, ganz so dumm waren die vielen Millionen Menschen, die gerade in den Staaten eine ganz bestimmten Musikrichtung favorisiert haben, nicht. In Rock Star bemüht man sich um ein einfaches Bild, man macht es sich aber auch bewusst einfach. Peinliche Szenen: die Band fährt in einem Auto zum Konzert. Zu lauter "Metal"-Musik werden kräftig die Köpfe geschüttelt. Vorbeifahrende Autos werden mit dem "Teufelszeichen" begrüßt. Die Jungs müssen sich dauernd die Köpfe einschlagen, entweder gegenseitig oder mit den Kollegen einer Konkurrenzband. Natürlich haben alle lange Haare, Lederkutten und riesengroße Tattoos. Auch die Blutwäsche für das drogenverseuchte Blut der Musiker und der Manager, der an die Frauen mit den wenigsten Kleidungsstücken Backstage-Pässe verteilt, werden zitiert. Es wird also reichlich in die Klischee-Kiste gegriffen. Differenziert wird aber nicht.
Es ist und es war ein Unterschied, ob man von Heavy-Metal, Speed-Metal, Trash-Metal, Black bzw. Death Metal, Hard Rock, Glam Rock, Party Rock, Melodic Rock usw. spricht. Die Liste wäre um einige weitere Unterbegriffe zu ergänzen. Auch die jeweiligen Anhänger der einzelnen Richtungen sind keineswegs in einen Topf zu werfen, sie unterscheiden sich zum Teil deutlich voneinander und können sich gegenseitig weniger leiden als ein Hip Hopper einen Rocker. Im Film Rock Star greift man sich aus allem etwas heraus, mixt alles bunt zusammen und hat am Ende die Filmband "Steel Dragon", die nun als eine chamäleonartige Sammlung von Versatzstücken erscheint.
Die
für ca. 6-8 Jahre dominierende Richtung des Genres war der Party oder
Melodic oder Hard Rock. Hier wurden Millionen über Millionen Platten
verkauft, hier war die Begeisterung am größten, im europäischen
Ausland neigte man dagegen immer etwas stärker in die härtere,
burschikose Leder-und-Nieten-Ecke des Heavy Metal bzw. des Power und auch
Black Metal.
Für die Staaten jedenfalls waren Bands wie Poison, Skid Row,
Cinderella, Nelson, Firehouse, Ratt, Slaughter
und viele andere repräsentativ. Bekanntester und wohl letztendlich
erfolgreichster Vertreter ist und bleibt dabei Bon Jovi, sowohl solo
als auch im Bandformat. Diese Bands machten alle eine ähnliche Entwicklung
durch: nach der großen Make-up-Glam-Zeit (über die sich heute
all die großen Musikspezialisten auch nur deswegen lustig machen,
weil die H+M-Kultur und der britische Einfluss heute überwiegen) während
der 80er tendierte man schon beim zweiten Album, auf jeden Fall zu Beginn
der 90er Jahre, zu weniger aufwendigem, schlichtem Outfit, überzeugte
aber mit ambitionierten, melodiösem, aber doch hartem Rock. Viele der
Songs waren dabei in den US-Charts ganz oben (nicht zuletzt auch bei uns
sind viele Lieder noch heute allen bekannt, und nicht nur den 30jährigen).
Also wurden sie nicht nur von einer kleinen Randgruppe gestörter und
blind pubertierender Lederkuttenträger gehört. Sie besaßen
die Potenz, im Mainstream hörbar zu sein, ohne deswegen keine Qualität
oder Seele zu besitzen. Diese hat existiert, und sie gibt es immer noch:
viele der damals erfolgreichen Bands arbeiten wieder zusammen, veröffentlichen
neue Alben und versuchen, in bitteren Zeiten einen eigenen Weg zu finden,
jetzt völlig abseits des Mainstreams. Es kann diesen Bands meines Erachtens
nach also auch damals nicht nur (!) um das nächste Groupie und den
nächsten Jack Daniels gegangen sein. Jedenfalls nicht allen.
Ansonsten bleibt der ungute Eindruck, dass man hier den langhaarigen Rocker als solches zeigen will, wie er damals war. Der dumme Primat mit der Bierflasche und der Gitarre in der Hand. Hier wird die Trivialität des Films ärgerlich, weil sie eben auch verzerrt, negativ wertet, dem Zuschauer kein wirklich eigenes Bild vermittelt, sondern die Wertung über diese Art von Musik, Outfit und Lebensart von vorneherein negativ codiert.
Gleiches muss man über den Soundtrack sagen. Sechs neue Lieder der Filmband "Steel Dragon" bilden den Schwerpunkt der CD, bekannte Größen hat man verpflichtet: der ehemalige Dokken-Basser Jeff Pilson, Ozzys Gitarrist Zakk Wylde und Jason Bonham als Schlagzeuger konnte man offenbar gewinnen. Als Sänger gefallen zwei der besten und einflussreichsten Größen des Hard Rock, Jeff Scott Soto und Mike Matijevic, ehemals Sänger der Band Steelheart. Die Songs wurden bewusst stark auf Metal getrimmt, der Groove leidet, weil man wohl Lautstärke und Schnelligkeit und weniger die Partytauglichkeit der Songs hervorheben wollte (zu den hier vertretenen Musikern hätte das aber wohl besser gepasst). Ansonsten hat man den einen oder anderen Klassiker dazugepackt: Mötleys Wild Side, Lick it up von Kiss und das unvermeidliche Livin´ on a prayer von Bon Jovi. Warum INXS mit Devil Inside auf diesen Sampler kommen mussten, bleibt allerdings schleierhaft. Traurig ist es zudem, dass die vielen anderen Songs, die den Film begleiten, außen vor blieben: AD/DC mit Are you ready, Def Leppard mit dem damaligen Hit Let´s get rocked und dem etwas älteren Rock Rock sowie David Lee Roth, der ehemalige Sänger von Van Halen mit California Girls sind vertreten. Diese Songs hätten den Soundtrack qualitativ deutlich aufgewertet.
Damit wäre eigentlich alles gesagt, wäre da nicht die teils korrekte, teils aber äußerst ärgerliche Rezension von Oliver Hüttmann auf der Kulturseite von Spiegel Online (Dezember 2001): Recht hat der Autor sicher mit einigen seiner Thesen zur Qualität des Films. Zuzustimmen ist der Aussage, dass es sich bei dem Film um ein "harmloses Referenzgeplänkel" handelt. Das ist sicher richtig.
Schon der Titel aber zeigt die Provenienz des Verfassers: "Die Rückkehr des Primitiven". Aha, soso! Da schreibt der Fachmann. Liest man ja auch gerne. Waren halt alles besoffene Asoziale. Hatte nix mit Musik zu tun. Pubertierende Rowdies. Aber lassen wir Herrn Hüttmann noch einmal selbst zu Wort kommen: "Das alles ist eklig und faszinierend". Großes Tennis, toll. Der kulturkritische Spiegelleser applaudiert und hat schon immer gewusst, dass diese Rocker nutz- und hirnloses Gesindel sind, das sich um ehrliche Arbeit und Maloche drückt.
Hüttmann hat außerdem offensichtlich keine Ahnung oder, noch schlimmer, er hat den Film nicht einmal gesehen. Schon der gewollte Aktualitätsbezug zur RTLII-Sendung "Popstars" ist inhaltlich schief und verfehlt. Wesentlich tragischer aber ist der vom Autor gewählte geistreiche Abschlussgag (wir reden von einem Spiegel-Artikel), der dem geneigten Leser nochmals deutlich vor Augen führen soll, wie wenig der Film, aber auch vor allem die zur Diskussion stehende Musik und ihre Vertreter wert sind.
Zitat gefällig? "Abgesehen von den Metal Songs während der Konzert-Szenen sind im Film nur Pophits wie von Kim Wilde und Frankie goes to Hollywood zu hören."
Die ungefähr acht anderen, nicht nur "während der Konzert-Szenen" zu hörenden Songs diverser Bands aus dem Genre zählen also nicht, oder wie ist das zu verstehen? Kenn´ ich nicht, wird wohl von Kim Wilde sein? Zunächst sollte man sich einen Film ansehen, bevor man meint, dazu etwas absondern zu müssen.
Völlig absurd sind Hüttmanns Versuche, Stil und Genre des härteren Rocks (er spricht natürlich immer vom "Metal") auf den Punkt zu bringen:
"Ein nahezu ausgestorbenes Genre des Primitiven, dessen schweres Gitarrengewitter und schwarze Messen die 80iger Jahre dominierten." Der "messinanische Stumpfsinn" und "der maskuline Habitus" habe vor allem " dem modernen Jungproletariat" imponiert (deswegen auch die Millionen verkaufter Platten, alles Jungproletarier). Abschließend beschreibt er die Angewohnheiten dieser Halbwilden: "Man rottete sich zusammen", um "wie Primaten ekstatisch die langhaarigen Häupter zu schütteln".
Nun weiß Gott sei Dank auch der letzte Spiegel-Leser Bescheid und kann sich noch einmal mit wohligem Schaudern an diese schreckliche Zeiten zurückerinnern, wo die wahnsinnigen Satansjünger unbeherrscht grölend, biertrinkend und prügelnd durch die sauberen Straßen unseres schönen Landes zogen und die normalen Menschen verunsicherten. Ein Glück ist dieser Wahnsinn überstanden, und vernünftige, intellektueller Anspruch und qualitatives Niveau bestimmen den deutschen Kultur- und Musikmarkt (dass wir nicht alle lachen). Hüttmann spricht ganz zu Beginn auch bewusst von "musikalischen Atheisten". Eine bestimmte Musik, die man zumal selbst gar nicht zu kennen scheint, auf solche Weise zu diffamieren, grenzt an Unverschämtheit (der Part, den Chris bei den Studioaufnahmen singt, ist übrigens auch "keine Mischung aus Guns N´Roses-Liedern und Rap". Da den Film sowieso niemand sehen wird, kann man bei der Rezension ja ruhig ein wenig pfuschen).
Man bekommt Angst bei so viel schlecht recherchierter und selbstgerechter Dummheit und Naivität. Trotz allem findet der Autor, dass Chris´ Wandlung zum selbstbewussten und nachdenklichen Songwriter in Seattle anhand "kluger Metaphern und Referenzen" eine "kurze Erneuerung der alten Unschuld" darstellen könne. Soso: Metapher, Referenzen, alte Unschuld. Man sollte niemand trauen, der den Film offensichtlich nicht gesehen oder vom dort zur Debatte stehenden Thema keine Ahnung hat bzw. keine haben will.
Da dies kein Spiegel-Artikel ist, benötigt er keine Pointe mit "klugen Referenzen", um Evidenz zu erzwingen.
martin schnarr, 26. 01.02.
"Rock
Star", Stephen Herek, Mark Wahlberg, Jennifer Aniston, USA 2001.
Martin Schnarr
"Rock Star"

"ROCK STAR"
Der (triviale)
Film, der (mittelmäßige) Soundtrack und die (merkwürdige)
Rezension eines Ahnungslosen bei Spiegel-Online.
Ein wenig trivialer Plot-Bau, ein wenig Sentimentalität, ein wenig Ironie.
