Projekt-Dokumentation

Warm UP

Warm up-Übungen dienen dazu, die Akteure mental wie physisch aufzulockern. Das Verständnis für den eigenen Körper wie dessen Ausdrucksformen kann damit geweckt und geschult werden. Auch erfahrene Spieler sollten nicht darauf verzichten, sich zu Beginn einer Runde in einem Warm UP aufzulockern. Selbst Al Pacino vermag nicht aus dem Stand heraus Richard II. zu geben. Gemeinsame Auflockerungsübungen schaffen Verständnis innerhalb der Gruppe bzw. frischen es wieder auf.

Im Folgenden soll zwischen zwei Formen unterschieden werden: die unter Warm UP I dargestellte Übungsfolge ist auf Schauspiel-Anfänger bezogen bzw. eine bunt zusammengewürfelte Gruppe, die ihre Binnenstruktur erst finden muss. Warm UP II steigt höher ein und greift auf bereits bestehende und eingeübte Strukturen zurück.


Warm UP I: Zeitungen

Phase 1 (geleitet)

Musik
- Laufen, Zeitung aufheben, still lesen.
- Laufen, aufheben, still lesen und mit angesagtem Gefühl darauf reagieren.


Musik hilft und schafft einen gemeinsamen Einstieg. Ein gleichmäßiger, ruhiger Klangteppich im Hintergrund verringert die erste Scheu und lässt die Akteure sich weniger beobachtet und abgehört fühlen.

In Phase 1 werden im Raum willkürlich Zeitungsseiten ausgelegt. Die Gruppe bewegt sich frei umher und geht von Zeitung zu Zeitung. Der Gruppenleiter dreht von Zeit zu Zeit die Musik herab und auf dieses Signal hin, bleiben die Akteure stehen und nehmen die Zeitung zur Hand, die gerade vor ihnen auf dem Fußboden liegt. Sie greifen einen Artikel heraus und lesen ihn still für sich an. Der Klangteppich wird angezogen und man geht wieder im Raum umher. Beliebiges Wiederholen. Nach einem beliebig wählbaren Zeitabschnitt ordnet der Leiter den jeweiligen Musikpausen eine Emotion zu, welche die Akteure aufnehmen und mittels einer Reaktion auf das gerade Gelesene still zum Ausdruck bringen sollen (Bsp.: Wut, Freude, Trauer)

Dauer insgesamt: ca. 3-4 min.


Ziele: Da ein Gruppenmitglied für diese erste Phase als Leiter heraustritt und mit den Musikeinsätzen die Dynamik grob steuert, können die verbliebenen Akteure sich Stück für Stück mehr auf die eigentliche Sache beziehen und äußere Einflüsse ausschließen. Nach kurzer Umgebungssichtung kommt es zu einer ersten gemeinsam dargestellten Reaktion. Da der Ausdruck gemeinsam geschieht und der Leiter noch die Dynamik vorgibt, soll es den Akteuren gelingen, anfängliche Scheu abzubauen und die gegebene Situation als neue Realität anzunehmen. Die Spielregeln werden formuliert und gerade in der ersten Phase erlebt und eingeübt, so dass im folgenden Schritt darüber hinaus gegangen werden kann.

 

Phase 2 (frei)

- Laufen, aufheben, gemeinsam laut lesen.
- Laufen, ein Akteur liest, frei wählbare Gefühlslage, wird frei abgelöst.
- Laufen, ein Akteur liest, frei wählbare Gefühlslage, die anderen bewegen sich im Raum und versuchen die sprachlich übermittelte Gefühlslage zu interpretieren.

In der zweiten Phase gibt vorerst die Musik weiterhin die Dynamik an. Wo vorher still gelesen wurde, findet nun der Laut hinein und gemeinsam wird in der Musikpause aus voller Kehle ein willkürlich gewählter Zeitungsartikel gemeinsam gelesen. Je lauter und gebrüllter desto besser! Da jeder den anderen zu übertrumpfen sucht und die eigene Stimme hören möchte, entsteht ein neuer Klangteppich, der den der Musik nun überflüssig macht.
Die Akteure haben sich nun selbst sprechen gehört und können nun ohne weitere Anleitung selbst die Dynamik vorgeben.

Dieser Punkt ist gerade für eine neue Gruppe wichtig. Ein erstes Antasten und Ausloten ist zu beobachten. Die Akteure gehen dabei in zwei Richtungen vor. Zum einen testen sie die Grenzen der Gruppe und überprüfen ihre eigene Wirkung auf die Gemeinschaft. Zum anderen tasten sie sich auch an sich selbst heran und entscheiden, in welchem Maß sie der Spontaneität Platz geben.

Alle Akteure gehen nun gemeinsam im Raum umher und jeder einzelne entscheidet für sich selbst, wann er eine Zeitung aufhebt und allein laut einen Artikel in einer frei von ihm gewählten Gefühlslage vorliest. Er hört auf, wenn ein anderer Mitspieler eingreift, eine Zeitung nimmt und ihm ablöst. Zum Abschluss werden alle Teilnehmer dazu aufgefordert, sich auch beim Vorlesen frei im Raum zu bewegen und dabei zu versuchen die sprachlich übermittelte Gefühlslage mit Gestik und Bewegung zu interpretieren.

Dauer: 5-10 min.

 

Die zweite Phase der Übung dient dazu, aus der Alltagsumklammerung zu befördern und die Landung so weich wie möglich werden zu lassen. Eine neue Gruppe hat sich nach diesen beiden Phasen noch nicht gefunden! Aber eine erste Lockerung sollte stattgefunden haben, welche aufbauendes Üben oder Spiel erleichtern mag.

Das Medium Zeitung wurde gewählt, da hier die Scheu am geringsten entwickelt zu sein scheint, einen Text zu verbrauchen und verbal wie physisch zu bearbeiten. Reibungen und Brüche sind leichter herzustellen als an Texten der sogenannten Hochliteratur, denen gerne mit Achtung, aber auch mit Berührungsängsten begegnet wird. Doch zu jenen Texten, Gedichte, Dramen wie Prosa, soll der Weg letztlich führen, die der einzelne wie die Gruppe zu gehen hat.


In der folgenden "Übung" vermag mit geringen Mitteln in recht kurzer Zeit die Funktion und Einsetzbarkeit von Stimme, Mimik, Gestik und Bewegung erlebt und erfahren werden.


Warm UP II: Emotionen


Auf Karteikarten werden Gefühleslagen (ängstlich, arrogant) notiert (adjektivisch)

- Nonverbale Darstellung allein durch Gestik, Mimik und Raum.
- Verbal verfremdete Darstellung durch einen Hilfssatz/Beispiel: "Morgen werden die Benzinpreise erhöht."
- Freie Interaktion zwischen 2 Darstellern, die ihre Emotion aneinander abspielen.
- Höchst gewinnbringende Steigerung: Flussaktion1212: nachdem 2 Darsteller sich innerhalb eines knapp bemessenen Zeitrahmens abgespielt haben, verlässt einer die Bühne, während der andere zurückbleibt und auf einen neuen Kombattanten trifft.

Die Krücke der Zeitung wird beiseite geworfen und auf den Erlebnisfundus wie das Phantasiepotential der Akteure Rekurs genommen. Auf einem Bündel Karteikarten nennen die Akteure adjektivisch Gefühlslagen (Bsp.: ängstlich, frisch verliebt, lebensmüde, agoraphob). Reihum wird gezogen, der Begriff gemerkt und nun allein vor den anderen dargestellt.

Im ersten Schritt darf hierbei nicht die Sprache verwendet werden. Wie in einer klassischen Quizshow a la HaJo Kulenkampf soll die dargestellte Emotion geraten werden. Hier wird deutlich, wie schwer es ist, sich ohne Worte auszudrücken, damit andere verstehen. Zum anderen wird durch die gewollte Begrenzung dazu gezwungen, Bezug auf die verbliebenen Mittel zu nehmen: Körper, Bewegung, Raum, Mimik, Gestik.

Im darauf folgenden Schritt darf die Sprache nun zwar eingesetzt, das darzustellende Gefühl jedoch nicht genannt werden. Dem jeweiligen Darsteller steht allein ein absurder Satz zur Verfügung (Bsp. das Axiom: "Morgen steigen die Benzinpreise"), den er allein durch angemessene Intonation die gewollte Richtung zu geben vermag.
Die erste Phase wird abgeschlossen, indem nun erstmals zwei Akteure frei miteinander agieren und ohne Absprache und spontan eine Szene improvisieren müssen. Sie sollen dabei in der neu gewählten Gefühlslage bleiben und ihre Rolle sowohl danach, wie auch an ihrem Partner ausrichten.

Dauer: frei, pro Paar jedoch nicht länger als 1-2 min.

 

Sollte diese Sequenz ohne Schwierigkeit von allen bewältigt worden sein - was zu erwarten ist -, sollte sofort eine für alle höchst gewinnbringende Steigerung vorgenommen werden.

 

Reigen 1212

Nachdem 2 Darsteller sich innerhalb eines knapp bemessenen Zeitrahmens aneinander abgespielt haben, verlässt einer die Bühne, während der andere zurückbleibt und auf einen neuen Kombattanten trifft. Ihr Duett wird nach einer gewissen Zeit gleichfalls aufgelöst und im folgenden wie oben beschrieben verfahren, bis jeder Akteur mindestens einmal mit zwei Partnern improvisieren konnte.

Im günstigsten Fall stellt sich ein ca. 10-15 minütiger Reigen ein, in dem alle eingebunden sind und - wenn es sich ergibt, was aber nicht zwingend vorgegeben ist - gemeinsam eine kleine Sequenz improvisieren. Diese Übung vereint alle Fertigkeiten, auf die im Vorausgehenden die Aufmerksamkeit gelenkt wurde und bietet Gelegenheit zu experimentieren und sich spontan auf den Gegenüber einzustellen. Zwar erhält noch immer jeder eine Gefühlsweise zugeordnet, doch gewinnt in zunehmendem Maße nach einigen Durchläufen und Wechseln immer mehr die Programmatik der Gruppe an Gestalt und Gewalt über das Dargestellte.

Für fortgeschrittene Darsteller bzw. gefundene Ensembles mag dies wiederum auch als Warm UP dienen, nach dem dann ins Spiel eines festen Textes eingestiegen werden kann.

 

Darstellung und Farbe

Phase 1

- Pantomimische Darstellung einer Farbe (sic!). Auftritte aller Mitglieder gehen reihum. Nach jeder kurzen Präsentation halten die betrachtenden Mitglieder ihre Eindrücke auf einem Blatt Papier fest. Mit jedem neuen Auftritt gelangt eine neue Lage hinzu, bis gegen Ende ein abgeschlossenes Bild entstanden ist.

- Interpretationsphase: nun kann ausgehend von den Zeichnungen der Charakter der Farbe interpretiert werden, aber auch die jeweilige Interpretation der Gruppenmitglieder mit hinzugenommen werden. Wie immer liegt die Interpretation im Auge der Betrachter, doch lassen sich meist immer überzeugende Übereinstimmungen und Strukturen herstellen.

- Farbe ist nur ein Beispiel. Selbstverständlich kann die Übung auch eingesetzt werden, um sich bestimmter fassbarer wie auch abstrakter Begriffe zu nähern und helfen, einen bereits fest besetzten Begriff aufzubrechen und für die eigene Darstellungstechnik neu zu bestimmen.

 

Phase 2

- In einer aufbauenden Sequenz stellen alle Mitglieder gleichzeitig eine Farbe oder einen abstrakten Gegenstand dar. Da sich alle gemeinsam auf der Bühne befinden, führt dies zu Interaktionen, die sich je nach Gegenstand differenziert darstellen. Statische Begriffe können zur Vereinzelung der Darsteller führen, wie dynamische Abstrakta zu sehr phantasievollem Interagieren führen können.

- Jeweils ein Mitglied der Gruppe kann den Kreis verlassen, wenn es den richtigen Zeitpunkt für gekommen hält, und seine Eindrücke wie in der zuvor beschriebenen Übung auf ein Blatt Papier zeichnen. Das Zeichnen und Abbilden hat prozesshaften Charakter und wird fortgeführt, bis jeder ein Bild vorzuweisen hat.

- Im Gegensatz zu der einzelnen Darstellung eines Begriffs oder Farbe ist in dieser zweiten Phase jeder Maler zugleich auch Darsteller. Der Eindruck entsteht nicht allein anhand äußerer Betrachtung, sondern geschieht aus der Mitte der Darstellung heraus. Der Transfer von Gefühl und Wahrnehmung in eine zweidimensionale künstlerische Aussage wird auch dadurch befördert, dass die unmittelbar vorangehende darstellende Arbeit Konzentration und Kontrolle lockert bzw. absorbiert und dadurch die spontane Bildgenerierung an Kraft, aber auch Ausdruck gewinnt.

Bei einem Vergleich der zu den Farben Blau und Rot entstandenen Arbeiten stellte sich heraus, dass sich trotz stark unterschiedlichen Spiels die Abbildungen der beiden Farben aneinander zwar annäherten, an struktureller Eigenständigkeit jedoch nichts verloren.

 

Szenisches Spiel

I. Gedicht: RMR Rilke: "Der Panther" (auch Warm UP)

Auf CD wird das Gedicht gehört und gleichzeitig, Ausgangsstellung ist der Schneidersitz, in Gestik, Mimik und Bewegung umgestaltet. In einer zweiten Phase wird erneut das Gedicht gehört, dieses Mal jedoch aus stehender Stellung Bezug darauf genommen. Alle Teilnehmer bewegen sich und sofort entstehen nonverbale Interaktion und spielerische Interdependenz. Jedem ist es frei überlassen, das Gedicht zu interpretieren, wie er mag. Jede Figur kann gewählt, nicht erwähnte frei hinzugefügt werden. Die Übung kann als Vorstufe zum dramatischen Spiel (also als Warm UP) benutzt werden, aber auch eigenständig genommen werden. Gestik, Mimik und Bewegungsabläufe werden geschult und verfeinert, sowie die Abhängigkeit des gemeinsamen Spiels erlebt und gesteuert. Der bewusste Verzicht auf Worte und Laute zwingt zur Besinnung auf den eigenen Körper und schafft allmählich Vertrauen und Mut seine Ausdrucksfähigkeit zu nutzen.

 

II. Drama: A Man's best Friend

Aus einer dramatischen Szene werden alle Dialoge geschwärzt und allein die Regieanweisungen übrig gelassen. Die Darsteller haben in mehreren Durchgängen, bei denen die Leitung und Stützung von außen (Bsp.: Erinnerung an die Regieanweisungen) mit zunehmender Sicherheit der Akteure abnimmt. In einer ersten Phase werden die gegebenen Anweisungen strikt umgesetzt und die vorhandenen Leerstellen nicht mit eigener Interpretation gefüllt. In einer zweiten Phase mag dies geschehen, da bereits ein tieferes Verständnis für die Struktur des Zusammenspiels erarbeitet wurde. In einem dritten Schritt dürfen die eingeübten und gestisch/mimisch aufeinander eingestellten Paare miteinander sprechen und innerhalb des festen Gerüsts der Anweisungen frei agieren. Was,wie und wo bleibt ihnen überlassen.

Anders als in der Darstellung von Emotionen und abstrakten Begrifflichkeiten wird hier von dritter Stelle Kreativiät und Anleitung abgeschöpft. Der Spieler steht nicht mehr allein sich selbst überlassen auf er Bühne, sondern kann sich auf einen gewissen Rahmen verlassen. Allerdings ist dieser Rahmen noch so brüchig, dass er ihn mit Eigenem füllen und besetzen kann. So verschränken sich Originales und Tradiertes und vermögen im günstigen Fall einander zu befruchten.

Als abschließender Schritt kann nun zur Aufführung der tatsächlichen Szene übergegangen werden. Die Überraschung und Verwunderung werden vermutlich groß sein, wenn erfahren wird, was der Autor eigentlich mit seinen Regieanweisungen intendiert hatte. Doch ist der Darsteller bereits so tief in die Grundstruktur der dramatischen Sequenz eingedrungen, dass er dessen Text geschickt auf der eigenen Interpretation anzusetzen vermag und Übereinstimmung aber auch Friktion deutlich zur Darstellung bringen kann.

 

III. Prosa: "Der arme Student"

Willkürlich wurde ein Prosa-Text ausgewählt und zu lesen begonnen. Nachdem die Spieler versuchten, den gesprochenen Text mit Mimik und Gestik szenisch sichtbar zu machen, brach nach einer kurzen Anlaufzeit die Geschichte in der Mitte ab und es blieb ihnen überlassen - nun mit Worten - das Begonnene zu einem schlüssigen Ende zu spielen. Dieselbe Übung kann auch gespielt werden, wenn ein Textstück aus der Mitte oder dem Ende herausgerissen wird, und die Spieler Anfang bzw. Fortfolge spontan improvisieren müssen.

Auf dieser ersten sensomotorischen Folie kann nun der vollständige Text gelesen und aufgebrochen werden.

In der anschließenden Phase wurde die Prosa gemeinsam in ein Stück umgeschrieben und in mehrfachen Durchgängen aufgeführt bzw. dabei modifiziert. Beachtenswert hierbei vor allem die Schwierigkeit, Informationen, die über narrative Elemente vermittelt wurden, in Handlung und Spiel zu übersetzen.

 

Quellen

Wir benutzten ihn zwar nicht explizit, könnte sich aber als sehr hilfreich und anregend erweisen:

Keith Johnstone: "Improvisation und Theater. Die Kunst spontan und kreativ zu agieren", Alexander Velag Berlin.

 

Links

die weiterführen und in die Materie einzuarbeiten helfen:

http://www.theatersport.com/

http://www.theatersport-berlin.de/

http://www.keithjohnstone.com/

http://www.uni-oldenburg.de/~5548280/Improtheater.html

 

 

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Agoraphobia, Improvisationstheater und Farbe
Agoraphobia, Improvisationstheater und Farbe

Übungen und Text wurden gemeinsam erarbeitet von Isabelle Weydmann, Ylva Ureland, Wolfgang Volz, Tobias "Crash" Ehrler, Ben Klein, Peter Tapp, Stefan Kirstätter.

"Kommen Sie doch einmal mit Ihrer Freundin vorbei. Dann können wir uns mit meiner Haushälterin einen vergnügten Abend machen."

Ben als Pater Benjamin

"Soll ich am Ende dann definitiv Freude zeigen?"

Isabelle as herself

"Mir ist so schlecht, dass ich nur noch Galle kotzen kann."

Wolfgang as Alki

"Man trägt den Reißverschluss diese Saison offen."

Peter Tapp aka the Green

"Ich bin heute in der Zeitung, aber sie haben meinen Namen nicht kapiert!"

Ylva aka Ure

"Isabelle und Stefan fangen an und versuchen über ihre Gefühle zu kommen."

Tobias als Evil Knivel

"An den Ben komm ich ran, wenn ich will."

Isabelle

"Ich war drin!"

Stefan

DRAMATISIERUNG EINES EPISCHEN SCHWANKES

"Der arme Student"

 

dramatis personae:

Bauer, Bäuerin, Student, Gaul

 

Darsteller:

I.Akt
Bäuerin: Wolfgang Volz
Student: Peter Tapp

II.Akt
Bäuerin: Ylva Ureland
Student: Ben Klein

III.Akt
Bäuerin: Isabelle Weydmann
Bauer: Tobias Ehrler

IV.Akt
Bauer: Tobias Ehrler
Student: Stefan Kirstätter
Gaul: Wolfgang Volz

V.Akt
Bäuerin: Isabelle Weydmann
Bauer: Tobias Ehrler

 


I.AKT

(Auf freiem Feld, in der Nähe eines Dorfes.)

STUDENT: Ich hab' wenig Geld und Hunger...! Ich sollte mir langsam einen Hof suchen!
(Er begibt sich in das naheliegende Dorf und betrachtet den Hof des Bauern Ehrler.)
Schicker Hof! Der Bauer muss ziemlich reich sein. (Er blickt um und sieht die Bäuerin, die im Hausgarten arbeitet.) Da ist die Bäuerin. Steht ziemlich gut im Futter, die Alte.
(Die Bäuerin bemerkt den Studenten, sieht von ihrer Arbeit auf und betrachtet den Fremden.)
BÄUERIN (zu sich.): Da kommt ein fescher junger Mann; der sieht aus wie mein Hans. Gott hab ihn selig. (zum Studenten.) Wohin des Weges, junger Mann? Wer seid Ihr?
STUDENT: Ich bin ein armer Student und komme aus Paris.
BÄUERIN (erstaunt): Aus dem Paradies?
STUDENT (grinsend): Ja, lieb Frau...aus dem Paradies!
BÄUERIN: Lieber guter Freund, kommt in die Stube, dort will ich Euch noch weitere Fragen stellen...
(Beide ab.)

 

II.AKT

(In der Stube. )

(Bäuerin und Student setzen sich an den Tisch.)
BÄUERIN: Wisst Ihr, mein lieber Hans ist vor drei Jahren von mir gegangen. (nachdenklich.) So fromm wie er war...im Paradies... Wie es ihm dort wohl ergehen wird?
STUDENT (verschmitzt.): Wie war denn sein Familienname?
BÄUERIN: Gutschaf. Er schielte ein wenig. Ist er Euch nicht bekannt?
STUDENT (überlegend.): Potz ja, ich kenn' ihn wohl.
BÄUERIN (erfreut.): Ja? Ja? Ja, wie geht es ihm denn?
STUDENT (mitleidig.): Es geht ihm sehr, sehr schlecht. Bekäme er von den anderen nicht hin und wieder mal das Übriggebliebene...er wäre nur noch Haut und Knochen!
BÄUERIN (jammernd.): Oh, mein guter, guter Hans. Alles hast du bei mir gehabt, und jetzt das! (zweifelnd.) Ist das der Dank? (Pause) Wenn ich ihm doch nur etwas schicken könnte.
STUDENT: Ja wenn's nur daran liegt. Was mitnehmen könnte ich ihm schon...
BÄUERIN: (erfreut): Oh, wenn Ihr das tun würdet... (Richtet eilig ein Mahl mit Brot und Speck.): Hier, stärkt Euch. Ihr habt einen langen Weg vor Euch. Derweil richte ich ein paar Sachen für meinen Hans. (ab.)
(Student greift ordentlich zu. Bäuerin erscheint wieder, übergibt ein Bündel mit Sachen.)
Bäuerin: Hier nehmt, und macht Euch eilig auf den Weg!
(Beide ab.)


III.AKT

(In der Stube.)

(Bäuerin stellt Einweckgläser in Vorratsregal. Bauer kommt vom Feld und betritt pfeifend den Raum.)
BÄUERIN (aufgeregt.): Guter Mann, stell dir vor, ein Wunder, ein Wunder ist geschehen. Ein Bote aus dem Paradies war da...und, und...und den Hans kennt er sogar persönlich.
BAUER (resigniert.): Du und dein Hans.
BÄUERIN: Ich hab' ihm Geld und Kleider mitgegeben, damit es ihm im Paradies gut ergeht.
BAUER (erbost.): Ja bist du denn von allen guten Geistern verlassen? Ich muss diesen, diesen...noch erwischen...(ab.)


IV.AKT

(Auf freiem Feld.)

(Bauer auf seinem Pferd, suchend um sich blickend)
STUDENT (den Bauer erblickend.): Oh Mist, das muss der Bauer sein. Das Bündel muss weg... es muss weg, bei mir darf er es nicht sehen! (wirft das Bündel in das Unterholz, entdeckt dabei eine Schaufel und Handschuhe und fängt an zu graben.) Es muss so aussehen als arbeite ich hier...
BAUER: He du, hast du einen mit einem Bündel gesehen?
STUDENT: Ja, Ja, natürlich, da war einer...jetzt weiß ich auch, weshalb er es so eilig hatte. Als er Euch sah, ist er blitzschnell im Dickicht verschwunden!
BAUER (springt vom Pferd.): Hier halte kurz meinen Gaul, ich will ihm nach!
(Student packt Bündel, sitzt auf und reitet davon)


V.AKT

(In der Stube)

(Bäuerin sitzt wartend am Tisch, als ihr Mann den Raum betritt, springt sie auf.)
BÄUERIN: Und, und, erzähl' schon, hast du ihn gefunden?
BAUER: Ja, und ich hab' ihm noch das Pferd dazu gegeben... damit er schneller hinkommt - zu deinem Hans.

 

editiert von Isabelle Weydmann

DRAMATISIERUNG EINES EPISCHEN SCHWANKES
"Der arme Student"