Freitag, 26. August (411km):
Losgekommen bin ich ca. viertel vor 5. Kurz hinter Rottenburg sehe ich eine Dose
überschlagen im Straßengraben. Es standen zwar schon 2 Autos dabei, aber von
aktiver Rettung war nix zu sehen. Also hielt ich lieber an. Eine Dame lag im
Gras und wurde von einer anderen betreut. Auf meine Bemerkung "Ich bin
Sanitäter" gab die betreuende Person zurück: "Ich bin Ärztin!". Ober sticht
Unter. Also bin ich weiter, um nicht im Weg rumzustehen.
Ereignislos ging es weiter bis zum Grenzübergang Thayngen/CH. Der Grenzer deutet
auf meine aufs Topcase geschnallten Reifen:
"Wo soll's denn hingehen?"
"Nach Frankreich!"
"Und da nehmen Sie Reifen mit?"
"Naja, wird halt ne lange Tour!"
Der Grenzer wird ein wenig (zu) neugierig und geht ums Mopped:
"*durchatme* Also die Reifen sind ja auch wirklich dringend fällig, odr? Da
sollten Sie schnellstmöglich eine Garage (Werkstatt auf Schweizerdeutsch)
aufsuchen! Gute Fahrt!"
Daraufhin atme ICH erstmal durch.
Der Reifen wurde dann 3 Tage und einige Kilometer später gewechselt...
In Herblingen das obligatorische Tanken an der Migrol mit Vignettenkauf. Weiter
auf Schweizer Autobahnen und auf der Raststätte Würenlos einen kleinen Snack
eingeworfen. Ankunft in der
Jugendherberge Montreux um halb 10, eine halbe Stunde vor Rezeptions-Schluß.
Vom Herbergsvater bekam ich neben dem Zimmerschlüssel auch den Schlüssel für die
Velo-"Garage" unter der Bahnbrücke
vor der Juhe in die Hand gedrückt. So stand mein Mopped die Nacht gut geschützt
(und voll aufgerödelt) unter der Brücke.
Samstag, 27. August (157km):
Nach einem guten Frühstück bin ich kurz vor halb 9 von Montreux losgefahren. In
Martigny getankt und noch schnell nen
Cache
mit schöner Rhônetal-Sicht
mitgenommen. Weiter über den Col de
Forclaz nach Frankreich. Vorher einen
Cache
mit Gletscherblick bei Trient
besucht. Über den Col des Montets,
Chamonix, Megeve und Les
Saises ging es relativ fix (und noch trocken) nach Hauteluce. Haus 1 habe ich
schnell gefunden. Leider erweist sich meine Hoffnung, daß sich die
Kommunikation mit Franzosen Aug-in-Aug besser anläßt, als per Email oder
Telefon, als verfrüht. Ich erfahre aber von der gerade vorbereitenden
Vermieterin, daß das Haus um 16 Uhr fertig sei (jetzt ist es 13 Uhr). Ich suche
(und finde) Haus 2. Auch werden dort noch letzte Vorbereitungen getroffen, die
Vermieterin spricht aber leidlich Englisch, was die Kommunikation erleichtert.
Um halb 3 könne ich die Wohnung beziehen. Also mache ich erst mal Mittagspause
in der "Augerge d'Hauteluce", einem der beiden Restaurants im "Hauptort" von
Hauteluce. Die Wirtin spricht zu meiner Überraschung leidlich Deutsch! Während
ich meine gratinierten Kartoffeln mit Speck verdrücke, bekomme ich noch
Unterhaltung von einer 2 Monate alten Katze
mit Glöckchen. Nach dem Essen übernehme ich die Wohnung in Haus 2, erwähne aber
noch, daß wir in 2 Häusern residieren und ich nicht weiß, wer und wieviele
Personen in den nächsten Tagen hier wohnen werden (Die nächsten 2 Tage stand die
Wohnung dann auch noch komplett leer. Am Ende wäre das 2. Haus gar nicht nötig
gewesen, so konnten wir aber die Enge in den Zimmern im "Haupthaus" in Grenzen
halten und hatten 3 komfortable Einzelzimmer extra). Danach ist auch Haus 1
fertig, leider ist die Vermieterin schon wieder ausgeflogen. Also erkunde ich
auf eigene Faust das Haus für 16 Personen. Später werde ich bei der
"offiziellen" Übergabe alle Zimmer nochmal gezeigt bekommen. Inzwischen hat es
zu regnen angefangen, und es wird bis zum nächsten Mittag auch nicht mehr
aufhören. Nach und nach "tröpfeln" auch die weiteren Teilnehmer ein, alle mehr
oder weniger feucht, aber ohne weitere Probleme, bis auf die beiden, die ne
Stunde durch Hauteluce kurven, weil sie einerseits meine Handynummer mit nem
Dreher gespeichert und ich andererseits ihre Nummer komplett falsch
abgeschrieben habe. Tja, und Wolfgang begann auf der Hinfahrt seine Crashserie,
als er (schon in Frankreich) mit ein paar deutschen Kurvenzuparkern spielte und dabei auf
eine (nahezu unsichtbare) Ölspur
geriet. 2 Tage später fuhr er mit Schutzbrief-gesponserter Mietdose wieder heim.
Die GS wurde bis zur Abholung bei der
Vermieterin untergestellt.
Abends gehen wir gemeinsam nochmal in das Restaurant vom Mittag.
Sonntag, 28. August (284km):
Mit Rainer, Uwe und Kerstin bin ich gegen Mittag losgefahren, nach dem der
Himmel endlich aufriß. Die ersten Kilometer wurden zwar von Split getrübt und im
weiteren Verlauf sind einige Straßen noch ein wenig feucht, aber von oben blieb
es trocken. Wir fuhren über Beaufort, Cormet de Roselend (das wird neben der
Kehrenstrecke nach Hauteluce hoch für den Rest der Woche quasi unsere
"Hausstrecke" werden), Bourg-Saint-Maurice, Moutiers zum
Col de la Madeleine. Dort oben
kamen wir vom Sonnenschein auf der
windabgewandten Seite auf die
vernebelte Südseite des Cols. Im L'Arc Tal sind wir dann nach Norden und
kurz vor Aiguebelle wieder auf den Berg und über kleine Cols und schmale Straßen
(mit Mittelstreifen, aber trotzdem zeitweise kaum 4m Straßenbreite) nach
Chamoux-Sur-Gelon, weiter nach Cruet und hoch nach La Thuile, um am dortigen See
einen Cache zu suchen. Wir fanden einen Jahr-/Flohmarkt vor, bei dem Reiner
einfach zurückbleibt und sich verpflegt, während wir 3 zum Cache liefen. Kerstin
hat dann auch das auffällig unauffällige Versteck gefunden. Zurück gings nach
Cruet und dann über die Route Nationale nach Albertville und zurück nach
Hauteluce. Kurz vorm Ziel mußte Uwe noch ein wenig Dampf ablassen und er zog an
uns vorbei. Damit er sich nicht verfuhr, folgte ich ihm in sicherem Abstand ;-).
Abends gabs nach dem Mont Blanc-Glühen
vor unserer Terrasse wieder eine Wanderung (ca. 1km) ins Restaurant (diesmal ins
andere, das Hotel/Restaurant Mont Blanc).
Montag, 29. August (64km):
Heute war die Zeit für meinen Hinterreifen
gekommen. Soo schlecht sah er zwar noch nicht aus, aber meine Mitfahrer rieten
mir davon ab, mit der dünnen Decke noch Schotterstrecken zu fahren (eigentlich
rieten sie mir generell von Schotter ab). Nun gut, am Montag bewegt sich ja
bekanntermaßen kein Mopped-Mechaniker in seinen Laden, also habe ich in
Albertville einen normalen (Dosen-)Reifenfuzzi gesucht und gefunden. Direkt
neben dem Intermarché, den ich zwecks Überbrückung der Mittagspause zum
Essenfassen (und einem kleineren Einkauf) benutzte. Nach der Pause hatte der
"Chef" des Reifendienstes Zeit für mich. Englisch und Deutsch war zwar nicht
vorhanden, aber mein Mopped und der Reifen auf dem Topcase waren wohl erklärung
genug und er winkte mich hinein.
Nun begann das Chaos: Motorradständer? Gab es nicht. Also habe ich mit der
normalen 4-Punkt Hebebühne die Schwinge angehoben. Werkzeug haben sie mir
geliehen, was ich brauchte, aber ausbauen wollte keiner der anwesenden
Mechaniker (war mir auch recht so). Nach kurzer Zeit hatte ich dann Rad und
neuen Reifen in den Händen und wollte einen der Mechaniker dazu bringen, die
Montiermaschine auf diese anzuwenden. Als ihnen klar wurde, daß ich so ein Ding
noch nie selber bedient hatte, halfen sie mir beim Abpressen den Mantels vom
Felgenhorn (nicht, ohne den Abdrücker mehrmals über die Felge schrappen zu
lassen.
Das eigentliche Demontieren und Montieren könnten sie aber nicht machen, da sie
keine geeignete Aufnahme für ihre Machine hätte. Toll, genau deswegen bin ich
doch zu dem Reifenhändler gegangen...
Die restliche (De-)Montage wurde also durchgeführt... genau: Mit zwei
Montageeisen ohne Felgenschutz, ganz klassisch. Und auch ganz Klasse: Die Felge
hat dank raumgreifenden Hebeleien des "Chefs" jetzt Zillionen von Macken im
Lack. Aber Alu rostet ja nicht... Nätürlich konnten sie die Felge auch nicht
Wuchten, da sie keine Aufnahme... immerhin habe ich für das Ganze am Ende nix
zahlen müssen. War denen wohl doch ein wenig peinlich, wie wenig sie selber
dabei hinbekommen haben.
Der Hinterreifen mußte nun natürlich eingefahren[tm] werden. Bis Villard Sur
Doron ist die Strecke schon schön kurvig. Am dortigen Intermarché habe erstens
Olaf getroffen und beim Einkaufen fürs abendliche Grillen geholfen, zweitens
getankt. An der Tanke stand ein Rudel Austrianer: "Mit so nem dreckigen Moppen
würd ich mich nicht trauen rumzufahren". Stimmt, ihre Ducs und VFR waren sauber,
und das nach 2 Tagen Regen... Allerdings hatten sie wohl Angst vor abplatzendem
Dreck von der TDM: Meine weitere Reifen-Einfahrstrecke nach Les Saises hoch habe
ich sie nur am Anfang kurz im Rückspiegel gesehen. Erst als ich oben wendete
kamen sie mir dann entgegen. ;-)
Abends wurde dann am hauseigenen Luxusgrill gegrillt. Erst von MF-Grillmeister
Olaf, dann habe ich mich räuchern lassen.
Dienstag, 30. August (235km):
Losgefahren um viertel vor 11 mit Harald und Torsten: Ziel: Ein wenig schottern.
Schon nach 3km verläßt uns Torsten: Wir fahren ihm zu stressig (abends will er
sogar ganz die Segel streichen, kann aber zum Glück noch vielstimmig umgestimmt
werden. Gegen Ende der Woche bereute er offensichtlich diese Entscheidung
nicht!). Also sind wir zu zweit weiter: Beaufort, Arèches, Lac de Saint Guerin,
da fing der Schotter an zum
Cormet de Arèches. Kurz vor Granier
haben wir wieder staubfreien Belag. Auf der D86 fuhren wir oberhalb des
Isèretals Richtung Bourg SM, 2km davor in Vulmix einen zünftigen
Brotzeitteller gegessen mit Blumen im
Essen. Dann Richtung Cormet de Roselend. Wir machen einen kleinen Abstecher ins
Valle des
Glaciers (Les Lanchettes),
dabei sind die letzten 1.5km auch geschottert. Weiter gehts auf den Cormet de
Roselend, dann ab zum Col de Pre, Arèches, Beaufort, Villard Sur Doron, D123 zur
Signal de
Bisanne. Super Blick, aber relativ tot um diese Jahreszeit (Skigebiet). Wir
fahren ab Richtung Les Saises und eine kleine Straße runter nach Crest-Voland.
Dort zwingt eine kleinere Baustelle im Ortskern selbst Moppeds auf eine 1km
Umleitung. Auf der D71a ins Tal, N212 kreuzen und auf der anderen Seite auf der
D109 nach SW weiter. In Ugine machen wir eine kurze Tank-Pause, dann fahren wir
gut einspurig in vielen kleinen Kurven hoch auf den
Col d'Arpettaz. Ab da haben wir
wieder Schotter, erst leicht, später
(vor allem bergab) auch gröber. Runter ins Tal kommen wir bei Saint Nicolas la
Chapelle und fahren über Flumet, D218, Les Saises wieder heim. Dort erfahren
wir, daß auch Jörg F. heute ein wenig "schottern" war, allerdings mit
abschließender 90° Schräglage...
Abends gibt es Curryhuhn von Andreas.
Mittwoch, 31. August (336km):
Verunglückte Cachetour mit Harald und Jörg F.: Über Les Saises (kurz davor
toller Mont Blanc-Blick),
Crest-Voland, N212 fahren wir durch Megeve, verlassen kurz danach das Tal um an
der Skistation oberhalb Combloux (auch ein toller
Ausblick) nach
einem
Cache zu suchen. Den Ausdruck habe ich vergessen, also zücke ich den
Telefonjoker: Oben an Treppe. Da waren 2 Treppen, natürlich fanden wir die
Filmdose nach einiger Suche an der 3.! Saint Gervais les Bains umfahren wir kurz
vor dem Ort über die Route des Amérands nach le Fayet. Der N205 folgen wir nach
Chammonix, und machen dort unfreiwillig eine kleine GPS Rundfahrt. Col de
Forclaz, Martigny, dort Tankpause (O-Ton Harald: Boah ist das billig...) und
Lampe und Öl gekauft. Weiter Richtung Großen St. Bernhard, aber bei Les Valettes
abgebogen Richtung Champex le Lac. Dort haben wir zu dritt >30 Minuten nach
einem
Cache gesucht, viele Verstecke, aber keine Dose (der Owner hat mir
inzwischen per Email versichert, daß der Cache immer noch da liegt). Im Cabanon
gegessen und bei Orsières zurück auf die St. Bernhard Route. Zügig fahren wir
hoch und oben haben wir die einzige Paßkontrolle dieses Urlaubs (die auch später dem Ausweis-losen Reinhard zum Verhängnis wurde) von dem
italienischen Grenzer! Ab Aoste fahren wir die SS26 (besser wäre Autostrada
gewesen) bis Morgex, über den Colle San Carlo, La Thuile, den kleinen St.
Bernhard (runter fahre ich im spritsparenden Portz-Mode), Seez und Bourg-St.
Maurice zum bekannten Cormet de Roselend.
Dort verfolgen wir die Flug- und Landephase einiger Gleitschirmflieger. Danach
gehts heim. Abends essen wir im Restaurant Mont Blanc.
Donnerstag, 1.September (432km):
Assietta-Tour mit Harald, Jörg F. und Jörg B.: Über Cormet de Roselend, Bourg-
St. Maurice, Seez gehts Richtung Val d'Isere und Col d'Iseran. In Val d'Isere
haben wir mehrere (Lasten-)Hubschrauber beobachtet. Oben haben wir dann gesehen,
was die dort machen, als wir 10 Minuten an einer Seilbahnbaustelle halten müssen
und 2 Hubschrauber mit Last an- und "leer"im Sturzflug abfliegen sehen. In
Lanslevillard in der Camping-Gaststätte einen "Snack" gegessen, wobei wir
verbotenerweise den Parkplatz innerhalb des Campinggeländes nahmen (immer diese
Rocker...). Dauerte trotzdem ziemlich lang. Col de Mont Cenis, Susa, dort mal
wieder eine kurze GPS-Runde wegen gesperrter Brücke, Auffahrt zum
Colle di Finestre: Erst schmal und
neuester Asphalt :), dann Schotter
:)). Oben habe ich festgestellt, daß da offensichtlich ein Virtual Cache ist,
also wieder mal den Telefonjoker gezogen. Dann ging es auf die
Assietta mit
mittelprächtiger Sicht (besser als letztes Mal). Insgesamt 44km Schotter. In
Sestriere wurde getankt und gleich Regenzeug angezogen. Keine Minute zu früh:
Wir bekamen Regen bis kurz hinter Briançon. Am Montgenèvre wird immer noch
gebaut, diesmal zur Abwechslung auf italienischer Seite. Col de Lautaret,
du Galibier, Télégraph (dort hätte
ich beinahe Jörg gerammt, als ich nach hinten auf die fehlende Nachhut schaute),
Saint Michel de Maurienne, und N6 bis zum Abzweig zum Madeleine. Angesichts der
späten Stunde wird der Madeleine ausgelassen und wir braten weiter auf N6 und
N90 nach Albertville und heim. Abends essen wir im Restaurant Auberge.
Freitag, 2. September (247km):
Werkstatt-Tag: Um kurz vor 11 fuhr ich nach Albertville zum Yamaha-Händler: Ja,
Bremsen und Reifen kann er wechseln, aber erst nach der Mittagspause. Da habe
ich also gut 2h Zeit. Kurz auf der Karte ne Runde geplant und ins GPS getippt:
Frontenex, Clery, Col de Tamié, Faverges, Serraval, Les Clefs, Col de la Croix
Fry, Col de Aravis, Flumet, D71 nach Crest Voland und dann nach Südwesten über
ein kleines Sträßchen, bis es über ein paar Serpentinen auf der D67 wieder ins
Tal auf die N212 Richtung Albertville geht. Im Intermarché beim
Dosen-Reifenhändler (siehe oben) noch kurz eingekauft und dann wieder zum
Yamaha-Händler. Der Vorderreifen wäre zwar noch 1000km gelaufen, aber nicht mehr
legal. Die Bremsbeläge hinten waren welchselfähig, vorne war einer unter nem
halben mm runter! Alles in Allem (insbesondere für ne Markenwekstatt) recht
preiswert bei weggekommen für Material und Arbeitszeit. Während ich da war, war
auch ein Motorrad(Zdjlakk)-Team da, die zum einen neue Reifen auf eine
Langstrecken-Testmaschine ziehen lassen, und zum Anderen eine verunfallte Blade
mit gerissenem (und inzwischen geschweißtem) Seitendeckel verarzteten. Als ich
wieder fuhr, war die aber immer noch am Rinnen. Einer der Fahrer kam mit mir ins
Gespräch, er würde auch mit ner TDM liebäugeln. Für alle Fälle habe ich ihm mal
ne TDMF-Visitenkarte in die Hand gedrückt. Zum Einfahren zum Fort Mont oberhalb
Albertville hochgefahren bis zum Col de Cycliste(?) (dabei auch Jörg F.'s
Sturzstelle ein paar Tage vorher passiert), weiter hoch über ein kurzes
Schotterstück und dann runter gen Nordwesten nach Queige. Kurz vor dem Talboden
rechts etwas oberhalb eine kleine Zubringerstraße für die Nebendörfer gefahren
bis kurz vor Villard sur Doron. Über Hauteluce auf den
Col de Joly und
zurück zum Haus. Dort erreicht mich Jörg F.'s Hilferuf: Tank leer. Also schnell
von Manfreds FJ 1l in ne leere Öldose gelassen und (ein paar 100m vor der Tanke)
vorbeigebracht. Weil die Batterie inzwischen auch in die Knie gegangen war,
durfte ich noch ein wenig anschieben, aber schließlich lief die 3VD wieder. Dann
gings zusammen zurück zum Haus. Auf der Bergstrecke wurde nachgewiesen, daß die
Reifen inzwischen wieder gut eingefahren waren :). Abends selbstgekochtes
Gulasch (wovon wir schweren Herzens einen Teller für den mal wieder
spät-eintreffenden Mitch übrigließen).
Samstag, 3. September (407km):
Packen, Hütte putzen, abnehmen lassen, Finanzen klären, ne Schokolade für die
Vermieter-Kinder kaufen und abgeben. Um kurz nach halb 11 gehts los mit Reinhard
und Jörg F.: Beaufort, hoch zum Cormet de Roselend (quasi zur Verabschiedung der
ersten Woche). Kurz vor dem See steht Manfred mit seinem Espace und Hänger in
ner Haltebucht: Kühlmittelverlust. Erst haben wir noch gut 3 Liter von unserem
flüssigen Proviant geopfert, aber dann war klar, daß das was größeres war. Also
die im Espace deponierten Gepäckrollen von Dirk und Verena auf Moppeds umgeladen
und Manfred dem ADAC überlassen. Über Bourg-St. Maurice und kleinen St. Bernhard
gings im Aosta-Tal auf die Bahn. A5, A4, kurzer Tankstop, weiter nach Milano,
auf die SS36 Richtung Lecco. Jörg hätten wir beinahe im Mailänder
Verkehrsgewimmel verloren, nach Lecco sind wir in unzähligen Tunnels versackt
und schließlich kurz vor halb 5 beim Campingplatz eingelaufen. Natürlich war die
gewünschte Hütte nicht reserviert, aber am Ende sind doch alle untergekommen.
Kaum hatten wir die Schlüssel in der Hand, bekamen wir überraschend Besuch einer
Abordnung des
TDMItalia (Ross, Stefania & Giancarlo,
Barbara & Marco). Jörg F. nutzte die Anwesenheit der Einheimischen, um sich
einen neuen Reifen besorgen zu lassen.
Später kam Hurald aus Richtung .de noch dazu, dann der Rest der Verleger. Spät
abends in der Pizzeria kam auch Manfred auf Mopped. Das Auto wird noch
repariert.
Sonntag, 4. September (38km):
Ruhetag: Nach einer Joggingrunde am See entlang teilweises Umziehen der
Wohnungsbelegschaft. Nachmittags F1 in Monza (im Fernsehen, obwohls ja fast
nebenan ist). Danach mit Jörg F. noch einen
Cache
gefunden und eine Straße in die Almwiesen über dem
Comer See
erkundet.
Montag, 5. September (413km):
Große Ostrunde: Mit Harald, Hurald, Mitsch und Jörg F. über Maloja (endlich mal
wieder beide Fußrasten auf dem Boden), Bernina, Forcola die Livigno nach
Livigno. Dort Tankstellensuche (falsche Marke, falsche Karte...) und kleiner
Snack in Livigno. Weiter gehts über den Foscagno, die Tunnelstrecke SS38 bis
Mazzo (hier klinkt sich Jörg aus: Er hat immer noch Knieschmerzen nach seinem
Sturz). Mortirolo, Monno, Vivione, Presolana, Zambla (bis hier noch alles
bekannte Strecken), kleines Sträßchen von Dossena nach San Giovanni Bianco. Der
San Marco ist mal wieder im Nebel,
deshalb fahren wir schnell (die ABS-GS sogar teilweise schneller als gewollt)
gen Sorico. Dabei müssen wir wohl auch an der dort abgestellten YZF von Dirk
vorbeigekommen sein, die ihm heute dort den Dienst quittierte und bis Tour-Ende
nicht mehr zu reaktivieren war.
Dienstag, 6. September:
Putz und Flicktag. Mopped keinen Meter bewegt. Jörg F. hatte noch Knieprobleme
und lieh seine 3VD Dirk, damit er auch mal "was Ordentliches" fahren konnte.
Letzterer war wohl durchaus nicht unzufrieden mit dem Mopped...
Mittwoch, 7. September (413km):
Stelviorunde mit Reinhard und Hurald: Mal wieder Maloja, im Inntal weiter bis
Zernez, Ofenpaß, Tanken in Santa Maria. Weiter nach Italien durch Prad am
Stilfserjoch,
48 Kehren hoch (eine begriffsstutzige
BMW rechtsüberholen müssen) und den grandiosen Blick über
Paßrampe und
Ortler bei bestem Wetter genossen.
Runter nach Bormio (dabei mußte ich eine kurze, parallel verlaufende
Kehrenstrecke mitnehmen, die aus einem frühreren Straßenverlauf stammt), bei der
SS38 diesmal die Tunnelstrecke umfahren, Grosio (Reinhard hat genug und fährt
direkt über Sondrio heim), die nordöstliche Auffahrt hoch zum Mortirolo, oben
rechts ab auf die Kammstrecke und über kleinste Straßen irgendwie wieder runter
bei Tirano. Bei Brusio Besichtigung des
Kreisviadukts, über den Bernina (mit "Sprungschanze" beim
Gletscherblick)nach Pontresina und
dort mit Hurald noch schnell einen
Cache
gefunden. Zurück nach Sorico über den Maloja.
Donnerstag, 8. September (472km):
Zentralschweiz: Mit Hurald nach Menaggio, Lugano (ächz, diese Stadtdurchfahrt
ist immer wieder nervig) und auf der Bahn bis Airolo. Tremola hoch teilweise im
(leichten) Nebel und oben am Gotthard
die Vogesen-Transferer Harald, Kolumbus und HP getroffen (2h vor uns gestartet,
aber komplett Landstraße gefahren). Nach kurzem Snack und einer
Begegnung aus vergangener Zeit über
Göschenen, Sustenpaß (Kaiserwetter)
nach Innertkirchen. Bei der Auffahrt zum Grimsel ein Sperrschild gesehen und
tatsächlich bei Boden vom Militär zurückgeschickt worden. In Innertkirchen noch
getankt, kurz danach lag ein Auto auf der Seite quer über die Fahrbahn (aber es
gab anscheinend keine Verletzten). Über den Susten zurück, bei Andermatt zum
Oberalp Paß, Disentis, bei Reichenau
auf die Bahn. Eine kurze Baustelle gabs noch in der Nähe der Rofla-Schlucht,
dann waren wir auf dem Splügenpaß schon wieder in bella Italia. Auf der schmalen
Kehrenstrecke abwärts gab es vor unseren Augen eine Rempelei zwischen einem LKW
und einem Kleinbus in einer Spitzkehre. Der Bus wurde hinten links deutlich
"abgerundet", aber entweder war das nicht sein Wagen, er kannte den LKW-fahrer
persönlich oder sowas ist dort üblich: Jedenfalls war in 2 Minuten alles relativ
unaufgeregt geklärt und jeder fuhr seiner Wege (wir natürlich voraus). Kurz
darauf waren wir wieder in Sorico.
Freitag, 9. September:
Regentag: Packen, Planen, Benzin reden, Moppeds auf Hänger verladen (inklusive
"Zwischenlagerung" der Thunderace auf einer knapp meterhohen
Blumenbeet-Einfassung), eine Runde Joggen. Abends gingen wir zum Abschluß
nochmal (wie die meisten anderen Abende auch) in "unsere" Pizzeria Spluga.
Diesmal bekamen wir aber nochmal vom TDMItalia Besuch: Giovani, Michaela & Ross
gaben uns die Ehre.
Samstag, 10. September (622km):
Schnell gesattelt, früh gezahlt und als erster um 9 losgekommen. Splügenpaß,
unten im Ort Tanken. Weiter über den San Bernardino bis Mitte der Südrampe
weiter auf der Bahn bis Airolo. Zum ersten Mal über den
Nufenen. Oben waren mal wieder
Hubschrauber beschäftigt. Diesmal ging es um Strommasten. Auf der Paßhöhe habe
ich noch einen kurzen Fußmarsch mit
Fototour
unternommen. Dann auf Achse nach Gletsch, den Grimsel (endlich mal oben) bis zur
Paßhöhe und zurück (mit
Blick auf Furka), denn die
Nordrampe war ja immer noch gesperrt. Furka (mit
Blick auf Grimsel), Tanken in
Wassen und in Bürglen auf die Klausenstraße abgebogen. Diesen
Paß mußte ich endlich mal fahren,
leider aus einem traurigen Grund... Fahrerisch wie landschaftlich war es diesmal
nicht so toll: Die Straße war naß und teilweise
Wolkenverhangen. Nach Glarus hielt ich
mich nordwestlich, aber nördlich des Züricher Sees. Dort traf ich auf die ersten
Wolkentürme, die geplante Route windet sich aber elegant um die
Niederschlagsgebiete, nur die Gischt feuchtelt ein wenig. Kurz nach der Grenze
ändere ich wegen eines Wolkenberges kurz meine Route und bleibe deshalb nahezu
trocken. Erst kurz vor Herrenberg erwischt mich ein stärkerer Schauer, aber
Regenkombi 20 Minuten vor daheim? Nö. Kurz nach 18Uhr bin ich zu Hause nach über
4500km in 2 Wochen wieder angekommen.
zu den Bildern