Mein Tagebuch
25.12.09 - Feliz Navidad!!!
Nachdem ich die letzte Zeit ja wirklich nachlässig mit meinen Berichten geworden will, will ich mich endlich mal wieder ausführlicher melden. Aber zuächst einmal, frohe Weihnachten an alle meinen treuen Leser!
Weihnachten in Bolivien
Dieses Jahr habe ich nun das erste Mal nicht zu Hause mit meiner Familie Weihnachten gefeiert und ich muss ehrlich zugeben,
dass das nicht ganz einfach war bzw. ist. Aber trotzdem hatte ich gestern einen sehr schönen Heiligen Abend. Ich bin hier ja
in einer katholischen Jugendgruppe, die von einer Familie geleitet wird, die mich eingeladen haben mit ihnen Weihnachten zu feiern.
Darüber habe ich mich sehr gefreut. Gemeinsam waren wir gestern Abend um 20h in der Messe. Danach sind wir zu der Schwester der
Mutter gefahren. Hier wird um 12h Mitternacht beschwert und angestoßen. Die Kinder werden vorher schlafen gelegt und kurz
vorher geweckt. Es ist fast ein bisschen wie Silvester, wenn man kurz vor 12 zusammensteht und die Sekunden herunterzählt.
Nach der Bescherung wird dann gegen nachts um 1h gegessen, schon eine komische Zeit. Und dann wird noch nett zusammen gesessen.
Der Abend war wirklich sehr schön, ich wurde sehr herzlich in die Runde aufgenommen. Sonat sind die Traditionen sehr ähnlich.
Jede Familie hat eine Krippe und einen Weihnachtsbaum (wenn auch Plastik). Auch hier gibt es den Weihnachtsmann und alle Straßen und
viele Häuser sind mir Lichtern und viel "Bling bling" geschmückt. Nur das Wetter ist wirklich anders, weil hier ja
nun gerade Sommer ist. Da war es etwas seltsam wirklich in Weihnachtsstimmung zu kommen. Allerdings ist es heute etwas kühler und
regnerischer, da ist der Unterschied gar nicht so groß.
Ein nicht so schöner Teil an Weihnachten in Bolivien, sind die vielen Familien mit ihren Kindern, die man in dieser Zeit auf der
Straße sieht, die versuchen etwas zu verkaufen und Geld zu erbetteln. Man hat mir erzählt, dass sie vor allem aus Oruro und Potosí im
ärmeren Hochland Boliviens kommen. Oft sind es oft nicht die eigenen Kinder, die sie mitbringen, sondern die von anderen Familien.
Da sieht man halt doch wieder, das Bolivien ein recht armes Land ist und vielen Menschen das Nötigste fehlt.
Meine letzten Wochen in Bolivien
Nachdem ich von der tollen Reise mit meinen Eltern zurück gekommen bin (siehe Fotos), begannen für mich die letzten Wochen
meines Praktikums und damit erwartete mich auch eine ganze Menge Arbeit. Für die Projektpartner habe ich einen Workshop zu
meinem Thema vorbereitet. Er war ein voller Erfolg und ich habe viel Lob bekommen. Und zum Schluss habe ich dann noch mein
Abschlussdokument geschrieben, das ich pünktlich an meinem letzten Arbeitstag fertig bekommen habe. Wen es interessiert, hier ist
die endgültige Fassung, allerdings auf Spanisch:
Efectos Migración internacional Bolivia.doc
Letzten Freitag, an meinem letzten Arbeitstag, waren wir dann noch mit meinen Kollegen gemeinsam essen. Das war sehr nett und
wir haben viel gelacht. Ein bisschen traurig war ich schon, ihnen Tschüß zu sagen, hab mich in dem Team sehr wohl gefühlt.
Auch sonst war ich viel unterwegs und hatte immer viel zu tun. Mit meiner Volleyballmannschaft haben wir noch ein Abschlussessen gemacht,
das sehr feucht, fröhlich war ;-). Im letzten Monat haben wir noch ein zwei Turnieren teilgenommen, die wir wider Erwarten
beide gewonnen haben. Das Finale letzten Sonntag war ein sehr packendes Spiel und wir haben gespielt wie von einem anderen Stern.
Für mich war es ein wirklich toller Abschluss. Diese Woche haben wir uns auch noch einmal getroffen um zu wichteln und gemeinsam
Tee zu trinken. Das war auch sehr nett. Sonst habe ich auch viel mit der katholischen Jugendgruppe unternommen. Am 13.12. war
der 5. Geburtstag der Gruppe, den wir gefeiert haben. Und wir haben auch gewichtelt. Hier heißt das "amigo secreto", also
geheimer Freund. Ich hatte also einen wirklich tollen Dezember, hier in Bolivien.
Die nächsten Wochen
Wie ihr gemerkt habt, neigt sich meine Zeit hier in Bolivien dem Ende zu. In 2 Wochen muss ich schon Abschied nehmen.
Aber bis dahin ist noch einiges los. Sonntag kommt endlich Hannes. Zusammen bleiben wir zwei Tage in La Paz und kommen dann nach
Cochabamba. Hier werden wir Silvester feiern und vielleicht noch für 2 Tage ins Chapare, dem tropischen Teil, des departamentos
Cochabamba fahren. Am 7.1. fliegen wir dann nach Brasilien, wo wir erst ein paar Tage an der Küste in der Nähe von Florianopolis sind, wo
wir uns einen schönen Strandurlaub gönnen werden. Dann fahren wir noch für knapp 2 Tage nach Rio. Und am 16.1. geht es dann schon
in Richtung Deutschland. Es ist echt beeindruckend, wie schnell die Zeit vergangen ist. Aber ich muss sagen, ich freue mich
auch schon wieder sehr auf Deutschland und vor allem Maastricht.
In diesem Sinne, sende ich euch ganz liebe Weihnachtsgrüße aus Bolivien! Eure Laurita
13.12.09
Nach ewigen Zeiten mal wieder ein Lebenszeichen von mir! Ich stelle euch mal meinen Reisebericht von Potosí online, der Rest
folgt später. Bin grad einfach zu viel unterwegs. Ich kann euch nur sagen: es geht mir prima und ich genieße meinen letzten Wochen
in Bolivien!
Reisebericht Besuch Paco
02.11.09
Nun sind wir also schon im November angelangt. Jaja, die Zeit vergeht. Ich werde mich heute etwas kürzer fassen, da es heute
Abend nach Potosí geht und ich noch einige Dinge vorbereiten muss. Eigentlich wollte ich bereits letzte Woche fahren, aber da
hat mich eine heftigere Magenverstimmung leider von abgehalten und ich musste das ganze nach hinten verschieben. Leider geht
mir dadurch viel Zeit in dem Projekt, das ich besuchen möchte, verloren, aber zur Not fahre ich halt im Dezember nochmal hin.
Zu meinen Reiseplänen: Ich fahre heute Abend mit dem Nachtbus nach Potosí, der etwas 10h unterwegs ist. Dort werde ich dann
bis nächsten Mittwoch bleiben. Von dort aus fahre ich nach La Paz, wo ein Zusammentreffen aller Projekte von terre des hommes
stattfindet, an dem ich eine kleine Präsentation zum Thema Migration machen werde. Dort bleibe ich 3 Tage und Sonntags fliege ich
nach Cuzco in Peru um mich mit meinen Eltern zu treffen, mit denen ich eine Woche unterwegs sein werde. Und am 23.11. werde ich
dann wieder in meinem geliebten Cochabamba sein. Ihr seht ich habe volles Programm. Ich bin vor allem gespannt auf Potosí, da ich
nicht so genau weiß, was mich dort erwartet. Ich werde aber viele Fotos machen und immer schön Tagebuch führen, damit ihr auch
alle von meinen Erlebnissen informiert seid!
In diesem Sinne: bis zum nächsten Mal, mal sehen wann ich wieder ins Internet komme!
Eure Laura
18.10.09
Mal wieder ist eine Woche vergangen, es ist Sonntag Abend und ein guter Moment um euch ein bisschen von meiner Woche zu
erzählen. Wie immer ist sie rasend schnell vergangen. Ich habe viel gearbeitet und konnte noch mehr Kinder interviewen, was
mir großen Spaß macht und super interssant ist. Ich wurde außerdem gefragt für die Zeitschrift ILA, die sich mit Themen in
Lateinamerika befasst, einen Artikel über die Lage der Kinder von Migranten hier in Cochabamba zu schreiben. Er ist so gut wie
fertig und ich bin ganz zufrieden. Da er einen guten Einblick in meine Arbeit hier gibt, werde ich ihn sobald er fertig ist, auch
hier online stellen.
Sonst war die Woche sehr vom Volleyball bestimmt. Am Mittwoch war das Finale der Meisterschaft und wir haben gewonnen! Und sonst
hatte ich echt jeden Abend Training. Das ist zur Zeit sehr anstrengend, da wir Aufbautraining machen, d.h. joggen, Muskelaufbau,
... Naja, viel Spaß macht es ehrlich gesagt nicht, aber wichtig ist es ja trotzdem.
Hauptsächlich möchte ich euch aber von der katholischen Gruppe erzählen, mit der ich mich jetzt jeden Samstag treffen. Die haben
mich am Mittwoch gefragt, ob ich Lust hab mit ins Kino zu kommen, worüber ich mich sehr gefreut habe und ich bin natürlich
mitgegangen. Gestern war ganz normal Gruppenstunde und Tanzen und heute sind wir den ganzen Tag zusammen nach Pairumani in einen Park in den
Bergen gefahren. Die Fotos habe ich schon online gestellt. Der Tag war total spitze, ich fühle mich unter diesen Leuten total
wohl und gut aufgehoben. Und dafür opfere ich auch gerne den einzigen Tag, an dem ich ausschlafen kann ;-). Wir sind nämlich
schon um halb 8 heute Morgen losgefahren. Dort angekommen haben wir erstmal was gefrühstückt und dann Fußball gespielt, dafür
bin ich ja immer zu haben. Und da ich mich da ja für eine Frau nicht ganz blöd anstelle, hat es großen Spaß gemacht!
Danach haben wir ordentlich à la boliviana gegessen, wir haben gegrillt. Es gab pollo (Hähnchen), Würstchen und Reis.
Da wir danach alle total voll waren, haben wir eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall, zumindest ist es einer in der Regenzeit,
gemacht. Der Weg war ganz schön anstrengend und ich hab auch gemerkt, dass wir bis auf 3100m hochgelaufen sind. Der Tag war einfach
toll und jetzt bin ich total alle, aber froh diese Leute kennen gelernt zu haben.
Tinkunakama! Muchos besos, eure Laurita
11.10.09
Wow, was war das eine anstrengende Woche! Jeden Nachmittag (außer Mittwoch, da war ich ein bisschen krank) war ich in dem
Straßenkinderprojket PAI Tarpuy. Und direkt am Montag hatte ich Glück und es waren gleich 4 Kinder da, deren Eltern nach Spanien
emigriert sind. War echt spannend mit ihnen zu sprechen und über ihre Gefühle zu reden. Man merkt schon, dass es den Kindern
sehr nahe geht, dass ihre Eltern nicht da sind. Die restliche Woche waren keine neuen Kinder da, aber ich hab den Kindern einfach
beim Hausaufgaben machen geholfen. Freitag war ich dann sogar auf Wunsch eines der Mädchen im Theater um sie bei einem kleinen
Stück zu sehen. Die Arbeit hat echt Spaß gemacht. Aber es war auch anstrengend, weil ich immer 1h nach Quillacollo unterwegs war
und dann relativ früh wieder weg musste, da ich ja abends fast immer Volleyballtraining habe.
Dienstag war dann nach dem Training auch noch ein kleines Abschiedsfest von Simone, die am Donnerstag wieder nach Deuthschland
geflogen ist, leider! Wir haben uns echt prima verstanden. Dienstag Abend bin ich dann erst halb 2 im Bett gewesen, sodass
ich Mittwoch einfach nur ko war. Zu allem Übel hatte ich mir auch noch den Magen verdorben. Aber inzwischen geht es mir wieder gut!
Mein Wochenende war auch sehr schön. Gestern Nachmittag war ich wieder bei der katholischen Gruppe und diesmal hatte ich auch
Zeit mit den Mädels danach noch zu tanzen. Das hat echt Spaß gemacht und sie haben mich sehr warmherzig aufgenommmen. Nächsten
Sonntag fahren wir mit der ganzen Gruppe für einen Tag zusammen weg. Darauf freue ich mich schon sehr, vor allem um die Leute
noch besser kennen zu lernen.
Abends war ich dann noch mit 5 anderen deutschen Freiwilligen was trinken. Das war auch sehr nett, hab mich in ihrer Runde echt wohl gefühlt.
Heute war dann der große Telefoniertag. Hab echt den ganzen Nachmittag telefoniert, vor allem mit Hannes, den wir sind jetzt dabei
unsere Reisepläne zu konkretisieren, er kommt mich ja Ende Dezember besuchen, ich freu mich schon total! Auf den Besuch meiner
Eltern freue ich mich auch schon sehr, in einem guten Monat kommen sie schon. Achja, für alle AK5ler, ich habe diese Woche mit Paco
gesprochen. Ende Oktober werde ich ihn für 2 Wochen besuchen. Bin schon sehr gespannt, was mich da erwartet. Potosí soll ja
auch so eine tolle Stadt sein.
Die nächste Woche sollte wieder ein wenig ruhiger werden. Für Donnerstag ist wieder ein workshop mit Kindern geplant. Darauf
freue ich mich schon!
Un fuerte abrazo! Eure Laura
04.10.09
Die Zeit rennt! Nun sind schon wieder 2 Wochen vergangen! Einfach unglaublich. Und auch wenn ich manchmal kleine Tiefs habe
und vor allem eine ganze Menge sehr liebgewonnener Menschen in Maastricht vermisse, muss ich doch sagen, dass
es mir hier in Cochabamba sehr gut gefällt. Und vor allem bin ich sehr stolz doch eine Menge Bolivianer kennen gelernt zu haben,
das war nämlich von Anfang an mein Ziel. Klar ist es auch toll andere Prkatikanten und Freiwillige zu kennen, aber dadurch lernt
man das Leben in einem Land doch irgendwie nur halb kennen.
Meine letzten 2 Wochen waren mal wieder sehr ereignisreich. Letztes Wochenende war ich mit Simone in Santa Cruz. Wir sind Freitags
Abends hingeflogen. Natürlich kann man auch mit dem Bus hinfahren, aber bei 10h Fahrt und nur einem kurzen Wochenende ist Fliegen
einfach die angenehmere Lösung. Dort gelandet haben wir direkt unser Hostel, das mitten im Zentrum und total niedlich war, bezogen.
Danach sind wir direkt nochmal ein bisschen in die Stadt und haben uns ein nettes Café mit Livemusik gesucht. Allerdings wurde
uns dann gesagt, dass wir dafür zusätzlich 15 Bolivianos bezahlen müssen und wir hatten beide nicht genug Geld dabei. Deshalb wurden
wir dann samt unserer leckeren Schokotorte und unseren Pfirsischsäften (himmlisch, sag ich euch!) in einen anderen Raum verfrachtet.
War schon irgendwie eine lustige Situation. Am nächsten Morgen haben wir erstmal ausgiebig gefrühstückt, für bolivianische Verhältnisse
(1 Brötchen mit Marmelade) gab es nämlich richtig große Auswahl. Dann haben wir auch schon die Stadt besichtigt. Der Hauptplatz und
die Straßen drumherum sind ganz nett, aber sonst ist Santa Cruz nicht wirklich beeindruckend. Da finde ich Cochabamba echt schöner.
Das Klima ist auch anders. Da Santa Cruz ja bereits im Tiefland liegt, ist es dort recht feucht und sehr warm. Außderdem war es die
ganze Zeit total windig. Da wir gerne auch noch etwas von der Umgebung kennen lernen wollten, hatten wir Freitags noch ganz
spontan einen Ausflug nach Samaipata geplant. Das ist ca. 3h von Santa Cruz entfernt und ein kleiner Ort von dem man unheimlich
viele Touren unternehmen kann, außerdem gibt es eine sehr bekannte Inkaruine, nach Machu Pichu in Peru, einer der größten überhaupt.
Leider hatte sich Simone Mittags den Magen ziemlich verdorben und die Fahrt nach Samaipata wurde ein wenig zur Höllenfahrt. Zu
allem Übel saßen wir auch noch zu 5 (+Fahrer) in dem Taxi, und Simone und ich durften uns zu 2. auf den Vordersitz quetschen.
Ich meine, dass man hier zu vielen Leuten im Auto sitzt (bisheriger Rekord: zu. 7 in einem Käfer) ist ja normal. Aber bei 3h Fahrt
ist das schon sehr unbequem. In Samaipata hatten wir uns in einem total urigen Hostel einquartiert (siehe Fotos). Zum Glück ging es Simone
Sonntags wieder besser und wir konnten unseren Trip zu der Inkaruine El Fuerte starten. Mit einem Bolivianer, der selber als Archäologe dort Ausgrabungen
macht, haben wir uns alles angesehen. Sehr beeindruckend, vor allem die Landschaft drumherum. Leider mussten wir nachmittags schon
wieder zurück in Richtung Santa Cruz, obwohl ich noch total gerne länger geblieben wäre um mir die tolle Landschaft anzuschauen.
Die Rückfahrt war glücklicherweise um einiges angenehmer. Dann haben wir noch einen netten Abend in Santa Cruz verbracht und Montags morgens
ging es morgens halb 8 wieder zurück nach Cochabamba. An diesem Wochenende hat mich wirklich das Reisefieber gepackt und ich hoffe
noch viele weitere Orte von diesem doch so vielseitigen Land besuchen zu können. Simone fliegt diese Woche leider schon wieder
zurück nach Deutschland, sonst hätten wir sicher zusammen noch einiges unternommen.
Die Woche selber verging auch wie im Fluge. In meinem Praktikum komme ich richtig gut voran und nächste Woche werde ich endlich
die ersten Interviews mit den Kindern führen. Da ich diese vorbereiten musste, hatte ich richtig viel zu tun. Diese Woche werde ich dann
nachmittags immer in dem Straßenkinderprojekt PAI Tarpuy sein, um mit den Kindern und Familien reden zu können.
Abends hatte ich wieder jeden Abend Training, da diese Woche die Finalspiele der Meisterschaft anstehen. Die Mannschaft ist
gerade dabei sich richtig zu verbessern und es macht Riesenspaß mit ihnen zu spielen. Dieses Wochenende fand in dem Club, in dem
ich spiele, ein internationales Turnier mit Mannschaften aus Peru, Argentinien und Bolivien statt. Da war ich viel zum zugucken.
Dann muss ich erzählen, dass ich das erste Mal seit 3 Jahren wieder den deutschen Nationalfeiertag gefeiert habe. In dem deutsch-
bolivianischen Kulturzentrum, in dem ich auch Quechua habe, fand ein kleines Fest statt. Der Generalkonsul hat eine Rede gehalten
und es gab Kartoffelsalat mit Würstchen. Nebenbei habe ich noch ein paar Deutsche, u.a. auch 2 Freiwillige, kennen gelernt.
Gestern war ich auch noch bei der Gruppenstunde einer katholischen Jugendgruppe. Die haben sich total gefreut, dass ich gekommen
bin und haben mich total lieb willkommen geheißen. Dort werde ich auf jeden Fall öfter hingehen. Außerdem haben sie in 2 Wochen
einen kleinen Ausflug mit Übernachten geplant, das erinnert mich doch an unsere jährlichen Pfingswochenenden mit der Jugend in
L.-O. Jaja, die guten alten Zeiten ;-).
Wie ihr seht, bin ich sehr gut beschäftigt. Ehrlich gesagt, fehlt es mir manchmal an Zeit so einfache Sachen zu machen wie Wäsche waschen.
Unter der Woche komme ich nicht dazu (Handwäsche dauert ein bisschen) und wenn ich am Wochenende unterwegs bin, bleibt dafür auch
keine Zeit. Aber ich möchte mich nicht beklagen, im Gegenteil, ich bin froh so viel auf Achse zu sein, dann können Heimwehgedanken
erst gar nicht aufkommen.
Muchos besos desde Cochabamba! Tinkunakama! Laurita
20.09.09
Nun schreibe ich euch das erste Mal aus meinem neuen, nun denke ich endgültigen Zuhause. Jetzt sollte doch mal Schluss sein mit
der Umzieherei. Ich habe diese Woche bei der Wohnungssuche den absoluten Glücksgriff gemacht. Ich habe ein kleines "Studio"
mit eigener Küche und eigenem Bad gefunden, das nur ca. 3 Häuser von meinem Büro entfernt ist. Seit heute wohne ich nun hier.
Meine Vermieterin ist eine ältere, sehr sehr herzliche Dame. Außerdem wohnen hier noch andere junge Leute, d.h. ich kann
vielleicht auch noch ein paar Bekanntschaften knüpfen. Ich habe hier noch kein Internet, aber das habe ich ja erstmal im
Büro und morgen werde ich mich schon darum kümmern, dass es installiert wird. Ich hab schon alles eingeräumt und endlich mal
ein paar Fotos aufgehängt, die ich extra mitgenommen hatte. Bin richtig froh, jetzt hier zu sein!
Die Woche ist auch wie im Flug vergangen. Am Dienstag werde ich ja meine Präsentation halten, da habe ich diese Woche kräftig
dran gearbeitet. Abends hatte ich immer Volleyball. Donnerstag und Freitag hatten wir jeweils sehr wichtige Spiele, so dass
wir auch Mittwoch Training hatten. Mittwoch nach dem Training ist Simone mit zu mir gekommen und wir haben zusammen Pfannkuchen
gebacken. Heel lekker! (für alle deutschen Nicht-Maastrichter Leser, das ist niederländisch ;-)). Gestern (Samstag) war ich
morgens wieder beim Quechua, es war wieder total lustig. Die Sprache ist eigentlich gar nicht so kompliziert, aber es sind
einfach so viele neue gänzlich unbekannte Worte. Nachmittags war ich dann bei dem katholischen Jugendkonzert. Das war echt prima.
Rafael, den ich letzten Monat kennen gelernt hatte, ist direkt auf mich zugekommen und hat mich weiteren Leuten vorgestellt.
So war ich die ganze Zeit von Leuten umgeben. Und Rafael hat mich einer Gruppe von Mädels in meinem Alter vorgestellt, die sich
einmal die Woche treffen. Da werde ich auf jeden Fall mal hingehen, ich hatte hier ja sowieso eine katholische Gruppe junger
Leute gesucht.
Diese Woche ist mir aufgefallen, wie schnell die Zeit doch vergeht. Nächstes Wochenende bin ich schon 2 Monate hier. Und die
Wochen vergehen total schnell. Unter der Woche arbeite ich immer, abends hab ich fast jeden Abend Volleyball und die meisten
Wochenende sind auch schon verplant. Nächstes Wochenende fliege ich zusammen mit Simone nach Santa Cruz. Zufälligerweise ist
genau an diesem Wochenende auch eine große Ausstellung, von der alle total schwärmen. Freu mich schon sehr auf die kleine Reise.
Beim nächsten Mal werde ich davon berichten.
Tinkunakama (das bedeutet auf Quechua soviel wie "Bis zum nächsten Mal")
Eure Laurita (das ist nun mein neuer Spitzname.
Ich hatte vorher echt noch nie einen, aber hier nennen mich fast alle so. Finds richtig niedlich)
14.09.09
Schon wieder ganz schön viel Zeit vergangen, seitdem ich das letzte Mal geschrieben habe. Wie ich das letzte Mal angekündigt
habe, bin ich ja mit meiner Volleyballmannschaft nach Arequipa in Peru gefahren. Und ich kann euch sagen, es war einfach spitze.
Einige Fotos habe ich auch schon online gestellt.
Wir sind Mittwochs Abends hier losgefahren. Die Sitze im Bus waren richtig bequem, extra zum Schlafen. Nur leider war es extrem
kalt. Wir sind morgens gegen 6Uhr in El Alto / La Paz angekommen. Das war ziemlich unangenehm, denn es war - Entschuldigung für
den Ausdruck - arschkalt. Bestimmt -5°C. Von El Alto aus mussten wir dann mit so nem Minibus, so einem, den ich sonst in Cochabamba
als Bus benutze, zur Grenze (Desaguadero). War ziemlich kalt und eng, aber gut wir haben es überstanden und hatten einen schönen
Blick auf den Titicacasee. An der Grenze mussten wir dann noch was länger darauf warten in das Grenzbüro zu kommen, aber die
Sonne kam langsam raus und man konnte es wieder aushalten. Von Desaguadero aus sind wir dann mit dem Bus direkt nach Arequipa, wo
wir irgendwann abends gegen 8Uhr angekommen sind, fix und alle! Das Turnier hat in einem großen Sportclub stattgefunden, in dem
es echt alles gibt: Schwimmbad, Felder für Fußball, Tennis, Volleyball, ..., Restaurants und auch eine Art Jugendherberge.
Ist quasi ein großer Park. Freitags vormittags haben wir dann erstmal trainiert. Die Mannschaft war eine ziemliche Zusammenwürfelung,
wir hatten so noch nie zusammen gespielt. Und Simone und ich sind ja eh erst seit kurzer Zeit dabei. Nach dem Essen ging es
deshalb auch direkt weiter. Nachdem wir nachmittags durch die Stadt spaziert sind und uns ein wenig ausgeruht haben, hatten wir
abends direkt das Eröffnungsspiel des Turniers. Das war das offiziellste Turnier, bei dem ich je mitgespielt habe. Es wurden sogar
die Nationalhymnen von Peru und Bolivien gespielt und wir mussten als Mannschaften durch die Halle marschieren. Fand ich schon
recht lustig. Leider haben wir das Spiel hoch verloren (wie die anderen auch), aber es war trotzdem eine tolle Erfahrung. Wir waren 4
Mannschaften: 2 aus Cochabamba, eine aus Lima und eine von dem Club in Arequipa. Freitag Abend sind wir trotz Kälte und großer
Müdigkeit noch ins Zentrum gefahren. Das Zentrum ist echt sehr sehr schön! Dort haben wir ein total schönes Café oben auf einer
Terrasse gefunden. Samstag Morgen haben wir noch ein wenig trainiert und nachmittags haben wir einfach mal entspannt. Nachdem
wir ein bisschen am Pool in der Sonne gelegen haben, sind Simone und ich nochmal ins Zentrum. Man merkt dort doch sehr, dass
viele Touristen in die Stadt kommen. Bei den vielen Läden konnten auch wir nicht widerstehen und haben uns eine Kleinigkeit als Andenken
gekauft. Ich habe eine schöne neue Tasche, auf die ich richtig stolz bin. Abends hatten wir um 8 unser Spiel. Da das Feld im Freien ist,
war es ganz schön kalt. Danach sind wir dann mit der ganzen Mannschaft in die
Stadt um tanzen zu gehen. Ich weiß nicht wirklich, wie ich diesen Abend überstanden habe, ich konnte echt keinen Fuß mehr vor
den anderen setzen und war richtig müde. Irgendwie haben wir es aber trotzdem bis 3 Uhr durchgehalten. Am nächsten Morgen waren wir dann
auch dementsprechend fertig und unser Spiel um 10Uhr haben wir auch recht hoch verloren. Den Nachmittag haben wir nochmal zum
poolen und sonnen genutzt, denn abends ging es ja schon wieder Richtung Cochabamba. Die Rückfahrt war genauso anstrengend wir
die Hinfahrt, vor allem der Morgen an der Grenze bei Minusgraden war einfach total unangenehm trotz Jacken und Schals. Eigentlich
sollten wir Montag Nachmittag um 3 hier ankommen, aber natürlich waren genau an dem Tag Blockaden und wir mussten erst noch ein
Stück zu Fuß laufen um dann von den Eltern abgeholt werden zu können. Abends bin ich nur noch todmüde ins Bett gefallen, ich war
richtig alle und war es auch noch die ganze Woche danach. Erst dieses Wochenende bin ich dazu gekommen, mal ein wenig zu
entspannen. Die Reise insgesamt war richtig toll. Ich konnte die Volleyballer noch näher kennen lernen und sie auch mich.
Ist eine sehr lustige und sympathische Gruppe, obwohl sie teilweise doch ein wenig jünger sind als ich. Und mit Simone habe
ich mich auch prima verstanden, richtig schade, dass sie Anfang Oktober schon wieder fährt.
Die restliche Woche über habe ich gearbeitet und abends war ich viel unterwegs. Dienstag hatte ich Training und Mittwoch Abend war ich
mit den Volleyballern anlässlich meines Geburtstages was essen. Vielen Dank an alle für die lieben Glückwünsche! Ich hatte
echt einen schönen Tag. Morgens haben wir ein klein bisschen mit meinen Kollegen gefeiert. Und ich habe den ganzen Tag mit vielen
Freunden und Verwandten telefoniert und gechattet. Donnerstag und Freitag Abend hatten wir jeweils Spiele. Aber ich habe richtig
gemerkt, dass ich einfach mal ne Pause brauchte, ich war richtig kaputt. Deshalb habe ich dieses Wochenende auch zum Entspannen genutzt.
Samstag Vormittag hatte ich das erste Mal Quechua, ja, ich habe mich diese Woche dafür eingeschrieben. Es gibt hier ein deutsches
kulturelles Zentrum, die bieten auch Quechuakurse an. Und ich habe mir gedacht, wenn ich einmal hier bin, möchte ich die Sprache
wenigstens ein bisschen lernen. Es hat total viel Spaß gemacht. Wir sind insgesamt zu 4. und haben total viel gelacht, weil die
Sprache einfach so anders ist. Ich habe nach 1h schon wieder alles vergessen gehabt. Danach war ich zusammen mit Cecilia, einer
anderen deutschen Freiwilligen (auch in meinem Quechuakurs) was essen. Wir wollen gerne zusammenziehen und sind daher fleißig auf
Wohnungssuche. Ist nicht ganz einfach, aber wir sind zuversichtlich, was zu finden. Damit habe ich dieses WE auch viel Zeit verbracht.
Samstag Abend war ich mit Juan Carlos, dem Bolivaner, den ich mal bei Bodo kennen gelernt habe, was essen. Wir waren in einem
Restaurant, das Paprika heißt. Super lecker! Es war ein sehr netter Abend, wir habens uns super gut unterhalten. Sonntag und heute
habe ich endlich mal wieder Zeit gefunden um Wäsche zu waschen, das war dringend mal wieder nötig. Sonntag vormittag war ich
auch endlich mal in der Kirche, das war richtig schön, vor allem, weil die Musik super toll war, total ergreifend. Heute war
ich dann noch bei so einem katholischen Jugendtag, dort wurde ich mit offenen Armen empfangen und ich habe einen tollen Nachmitttag
verbracht. Die Musik und die Stimmung waren einfach total genial. Ich habe auch gleich noch ein Mädchen kennen gelernt, die mich zu ihrer
Gruppe eingeladen hat. Da werd ich auf jeden Fall mal hingehen. Nächsten Samstag geh ich erstmal mit auf ein Jugendkonzert.
Achja, ich hatte heute (Montag) übrigens frei, weil heute Fiesta de Cochabamba ist. Es waren auch wieder Umzüge in der Stadt.
Aber das kenne ich ja schon, deshalb habe ich da nur mal kurz geschaut.
Bei meinem Praktikum komme ich auch voran. Ich war ja nun viel unterwegs, sodass ich gar nicht so viel an meiner Studie arbeiten
konnte. Und ich war auch ein klein wenig ins Stocken geraten, weil ich doch schon recht viel herausgefunden hatte und nicht so
richtig weiß, wie ich nun mit den Projekten zusammenarbeiten soll. Ich habe das mit meinen Kollegen besprochen und wir haben
zusammen beschlossen, dass ich das, was ich jetzt habe, erstmal in einer kleinen Präsentation zusammenfasse, die ich dann zunächst dem
Team vorstelle und dann den entsprechenden Projektpartnern. Gemeinsam können wir dann überlegen, wie wir gemeinsam weiter arbeiten. Ich
bin sehr froh, dass mich meine Kollegen da untersützen. Ich bewege mich ja doch sehr auf Neuland und brauche dabei einfach auch
ein bisschen Hilfe. Jedenfalls werde ich nächste Woche jetzt fleißig an der Präsentaiont arbeiten. Darauf freue ich mich schon,
sowas habe ich ja auch in der Uni immer gerne gemacht.
Wie ihr seht, bin ich immer noch gut beschäftigt und auch die nächsten Wochen sind gut verplant. Ich fühl mich jetzt richtig wohl hier.
Und wenn ich die Wohnungsfrage dann endlich geklärt habe - hier im Büro ist nicht 100% das Richtige - bin ich vollsten zufrieden.
Die Zeit geht auch rasend schnell vorbei, ich bin jetzt schon fast 2 Monate hier und in fast einem Monat kommen meine Eltern schon zu
Besuch. Nun werde ich den Abend nutzen um endlich mal ein paar e-Mails zu schreiben.
Un besito, Laura
01.09.09
Endlich finde ich mal ein wenig Zeit um von meiner Reise letzte Woche zu erzählen. Erstmal muss ich sagen, dass es super
toll und spannend war. Ich habe viel über die Arbeit und die Projekte von TDH kennen gelernt, aber auch von dem Land Bolivien.
Es ist einfach beeindruckend und ich bin richtig froh, diese Herausforderung hierher zu kommen, auf mich genommen zu haben.
Wie ihr seht, geht es mir gerade richtig gut hier! Aber von vorne!
Sonntag ging es mit dem Bus nach Oruro, das hat alles prima geklappt, auch wenn man bei den Überholmanövern auf 4500m Höhe
manchmal lieber wegschaut. Aber ich bin problemlos in Oruro angekommen und wurde dort direkt von Cristina, meine Kollegin,
in Empfang genommen. Montag ging es dann weiter nach Llallagua. Auf dem Weg dorthin war es dann irgendwann vorbei mit asphaltierten
Straßen (siehe Bilder). Anfangs war es schon komisch durch die Berge auf einer Art Schotterpiste zu fahren, aber man gewöhnt
sich an alles. In Llallagua haben wir direkt einige Projekte besucht. Wenn ich mal was mehr Zeit habe, werde ich euch mehr
über deren Inhalte erzählen. Llallagua liegt auf etwa 3700-4000m Höhe. Zum Glück hatte ich überhaupt keine Probleme damit.
Was eher unangenehm war, war die eisige Kälte nachts. Vor allem gibt es ja keine Heizungen, wenigstens das Duschwasser war
mehr oder weniger warm. Die Stadt ist sehr von der Zeit geprägt, als viel in den Mienen gearbeitet wurde. Heute sind viele
davon verlassen und dadurch ist viel verwahrlost, was die Stadt teilweise etwas trist macht. Das Schicksal der Mienearbeiter
ist ein sehr trauriges. Früher mussten sie unter härtesten Bedinungen arbeiten und heute sind sie arbeitslos und haben mit den
gesundheitlichen Folgen zu kämpfen.
Dienstag war dann der spannendste Tag. Wir sind in 2 Dörfer (comunidades), die etwa 1,5h von Llallagua entfernt sind, gefahren.
Teilweise wurden dabei Flüsse zu Straßen. D.h. in der Regenzeit kann es mitunter passieren, dass diese Dörfer von der Außenwelt
abgeschnitten sind. Wir wurden sehr herzlich empfangen und uns wurde das Dorf gezeigt. Die Menschen sprechen dort Aymara und
Quechua. Ich würde gerne eine der beiden Sprachen noch lernen, ich hoffe, ich komme irgendwann dazu! Dort haben wir dann auch
gegessen, es wurde extra ein Lamm für uns geschlachtet. Mein Magen fand das im Endeffekt etwas gewöhnungsbedürftig, aber aus
Höflichkeit will man auch ungern ablehnen. Dafür waren die Kartoffeln umso leckerer. Hier in Bolivien gibt es total viele
verschiedene Sorten! Naja, und was anderes darf hier in Bolivien natürlich auch nicht fehlen: Cocablätter, las hojas de Coca.
Wenn man in die Dörfer kommt, bringt man meistens welche mit und dann sieht man echt alle, wie sie Coca kauen. Natürlich wurde
auch ich nicht verschont ;-), aber ich habe nur eine sehr geringe Quantität zu mir genommen. Dieser Tag in den Dörfern war
sehr spannend, aber auch anstrengend. Das Leben ist dort doch sehr anders, aber ich glaube sagen zu können, dass ich jetzt
auch die andere Seite von Bolivien kennen gelernt habe, denn hier in der Stadt ist doch alles recht komfortabel und man kann
sich auch als Deutsche recht einfach eingwöhnen. Das Leben auf dem Land, ist dann doch eine Nummer härter und es fehlen einfach
viele Sachen, an die wir uns schon so gewöhnt haben, z.B. Internet und Handynetz. Es gibt teilweise auch noch Dörfer, die weder
Wasser noch Elektrizität haben. Und ich gebe auch ehrlich zu, dass ich froh bin, hier in Cochabamba zu sein. Auch wegen des
doch angenehmeren Klimas. Man merkt, wie langsam die Nächte wärmer werden.
Mittwoch sind wir dann zurück nach Oruro gefahren und dort auch bis Freitag geblieben. Das lustigste war, dass Cristina und
ich nicht mehr so viel Lust auf Fleisch hatten und immer auf Suche nach einem vegetarischen Restaurant oder einem mit Salatangebot
waren. Beides ist in Bolivien schwer zu finden, da hier doch extrem viel Fleich, meistens einfach mit Kartoffeln oder Reis
gegessen wird. Mal ist das ja in Ordnung, aber ab und zu brauch ich doch mal was anderes. Dank sei meinem Footprint Reiseführer,
der doch einige sehr gute Empfehlungen hat.
Freitag nachmittag sind wir dann nach La Paz gefahren. Es war einfach nur beeindruckend von oben her (4200m) in die Stadt (3700m)
hineinzufahren. Leider sind die Fotos aus dem Auto nicht so gut geworden und sie fassen auch nicht dieses Bild. Ich war echt
sprachlos. Das Zentrum von La Paz ist nochmal eine andere Welt, es gibt ganz viele Restaurants und vor allem Cafés, etwas, was
es hier sonst recht selten gibt. Und mit seinen vielen Hochhäusern wirkt die Stadt auch super modern. Wir waren leider nur eine
Nacht dort und am nächsten Morgen hatten wir ein Treffen mit einem Projektpartner, sodass ich nicht viel von der Stadt selber
sehen konnte. Aber ich werde auf jeden Fall noch die Gelegenheit haben, für ein paar mehr Tag hinzufahren. Samstag nachmittag
sind wir dann wieder nach Hause und waren gegen 10Uhr wieder hier.
Die Woche war echt toll und ereignisreich. Aber das habe ich auch mal gebraucht, einmal um mein Leben hier Cocha schätzen zu
lernen und auch um einfach mal etwas "Action" zu haben. Da ich doch recht k.o. war, habe ich Sonntag einen ruhigen Tag eingelegt,
den ich auch echt gebraucht habe. Nach einer Woche ohne Internet tat es gut, wieder Kontakt nach "Europa" aufzunhemen! Ich habe
mich auch sehr gefreut, mit ein paar Mitgliedern vom AK5% sprechen zu können. Es macht viel Spaß von meinen Erlebnissen hier
zu erzählen und sie zu teilen.
So, nun dachte ich ja eigentlich, dass ich hier wieder in den Alltagstrott zurückkehren würde und eine paar ruhigere Tage auf
mich zukommen. Pustekuchen! Heute Morgen, habe ich erfahren, dass wir morgen Abend mit meiner Volleyballmannschaft nach Arequipa
in Peru fahren werden. Dort wird ein internationales Turnier stattfinden, an dem wir teilnehmen. Einfach nur genial! Bodo hat mir
auch seinen Segen gegeben und ich darf mitfahren. Ich freu mich total, auch weil ich immer mehr Anschluss bei den Mädels vom
Volleyball finde. Simone, die andere deutsche Freiwillige, die mittlerweile auch in meiner Mannschaft ist, fährt auch mit!
Die Fahrt wird sicher anstrengend, da wir echt super lange unterwegs sind, aber es wird sich lohnen. Montag Abend kommen wir
dann wieder. Ihr seht, ich bin hier echt auf Achse und erlebe eine ganze Menge. Und da ich jetzt auch wirklich k.o. bin,
werde ich jetzt erstmal schlafen. Wenn ich aus Peru zurück bin, werde ich mich dann wieder melden!
Un abrazo muy fuerte! Laura
22.08.09
Von dieser Woche gibt es schon wieder soooo viel zu erzählen, das ist einfach unglaublich. Vor allem die letzten 3 Tage
war ich total viel unterwegs und habe einiges erlebt! Und jetzt sitze ich k.o. aber auch total happy auf meinem neuen Bett
in meinem Zimmer im Büro. Habe der Reihe nach:
Dienstag bin ich ins Büro umgezogen, wenn man bei 2 Taschen von Umzug sprechen kann ;-). Es ist schon praktischer, dass ich
jetzt näher in der Stadt wohne. Allerdings muss ich mich erstmal an das Alleinsein gewöhnen, war schon immer schön in Quillacollo
Gesellschaft von María Elena zu haben. Aber jeden Abend wird es besser. Und noch ist es auch keine endgültige Sache hier, weil
wohl noch eine deutsche Freiwillige kommt und man mich gefragt hat, ob ich mir vielleicht mit ihr ein Zimmer teilen will.
Ich schaue einfach mal, wie es sich entwickelt! Ab morgen bin ich eh erstmal ne Woche unterwegs.
Mittwoch habe ich dann die ersten Projekte angerufen und habe "Besuchstermine" ausgemacht. Ich bin echt froh, dass mein Spanisch
schon recht fließend ist und ich mich selbstständig verständigen kann, sonst wäre es hier einfach soooo schwer!
Donnerstag hab ich dann das erste Projek, PAIT Tarpuy, direkt besucht. Es ist in Quillacollo (der Stadt, in der ich vorher gewohnt habe)
und arbeitet mit Straßenkindern. Mehr über das Projekt selber werde ich unter dem Link Praktikum / Terre des Hommes schreiben.
Am Donnerstag war ich in dem Zentrum, wo die Kinder hinkommen können und habe mit ihnen ihre Hausaufgaben gemacht. Das hat echt
Spaß gemacht. Ich habe ja in Frankreich ein Jahr mit Grundschulkindern gearbeitet, das hat in dieser Situation schon sehr
geholfen, auch wenn es nicht leicht war Bruchrechnung auf Spanisch zu erklären ;-). Im September / Oktober werde ich das
Projekt dann für einen längeren Zeitraum besuchen um herauszufinden, in wie weit der Faktor Migratiaon dazu beiträgt, dass
die Kinder auf die Straße gehen.
Freitag war ich dann im zweiten Projekt, CUBE. Dieses Projekt begleitet Kinder, die sexuell missbraucht wurden. Zum einen werden
die Kinder während des rechtlichen Prozess gegen den Täter begleitet und zum anderen natürlich auch psychologisch. Dieses Projekt ist
sehr daran interessiert, herauszufinden, ob die Tatsache, dass ein Elternteil oder beide emigrieren das Risiko von sexuellem
Missbrauch erhöht.
Freitag war ich dann auch noch mit Angelika, der österreichischen Praktikantin, nett Mittag essen und nachmittags habe ich mit
Simone, einer anderen deutschen Praktikantin getroffen. Sie ist für 1,5 Monate hier um ein Praktikum an einer deutschen Schule
hier zu machen. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und haben schon geplant mal zusammen für ein Wochenende nach Sucre oder so
zu fahren. Ihre Gastschwester hat zufällig in meiner Volleyballmannschaft gespielt und sie sind beide direkt heute zum Spiel gekommen,
echt nett!
Ich hatte diese Woche 3 Volleyballspiele, Donnerstag, Freitag und heute. Naja, im Endeffekt hat kein einziges wirklich stattgefunden.
Am Donnerstag habe ich es nach dem Projektbesuch nicht mehr geschafft nach Hause zu fahren um meine Sportsachen zu holen, d.h.
ich bin nur zum Anfeuern in die Halle gefahren. Freitag bin ich dann wieder hin, aber der Gegner ist nicht gekommen. Und heute
haben wir erst ewig gewartet, weil unser Gegner noch 2 Spiele davor hatte um dann letztendlich 3 Bälle zu spielen. Dann waren
sie zu müde und das Spiel war schon wieder zu Ende. Naja, das scheint hier in Bolivien halt alles etwas lockerer zu sein ;-).
Wenigstens haben wir trotzdem immer ein bisschen gespielt, sodass wir nicht umsonst in die Halle gekommen sind. Heute Abend waren
wir dann auch noch zusammen in dem Lokal von meinem Trainer Javier und haben Pizza gegessen. War echt ein netter Abend! Bei
den Volleyballern finde ich echt immer mehr Anschluss!
Morgen mittag werde ich ja dann schon losfahren, um mit meiner Kollegin Cristina einige Projekte zu besuchen. Freu mich schon
total noch andere Orte von Bolivien kennen zu lernen und mehr über die Arbeit von Terre des Hommes zu erfahren. Ich fahre morgen
mit dem Bus nach Oruro. Dort und in der Umgebung sind wir dann bis Freitag. Freitag fahren wir dann nach La Paz und Samstag
fahren wir wieder zurück nach Cocha. Wie das jetzt alles genau im Detail ablaufen wird, da lass ich mich einfach mal überraschen.
Ausführliche Berichte gibt es dann, wenn ich nächstes Wochenende wieder da bin!
In diesem Sinne, muchos saludos de Cochabamba! Laura
16.08.09
Es ist Sonntag, mal wieder Zeit ein bisschen ins Tagebuch zu schreiben. Aber zunächst wollte ich euch sagen, dass ich mich
total freue, dass ihr alle aufmerksam mein Tagebuch lest und fleißig in das Gästebuch schreibt! Es ist jetzt 11h30 und ich sitze
bei uns auf dem Balkon in der Hängematte, echt total entspannend!
Während der Woche selber ist nicht so viel passiert. Bis Mittwoch war ich ganz normal im Büro und habe weiter Texte zum Thema
Migration gesucht und gelesen. So langsam bekomme ich einen Überblick über das Thema. Leider hat das mit den Projektbesuchen
noch nicht geklappt, und da meine Kollegin jetzt erstmal auf Reisen ist und wir ja nächste Woche gemeinsam unterwegs sind,
wird das erst Anfang September was.
Da ich gerne noch mehr junge Leute kennen lernen würde, bin ich Mittwoch Abend in die katholische Uni gefahren um herauszufinden,
ob es sowas wie eine Studentengemeinde gibt. Der Referent, mit dem ich gesprochen habe, war sehr nett. Es gibt wohl eine Gruppe,
die sich gerade formiert. Bin schon gespannt auf seinen Rückruf, vielleicht kann ich dann dort mal hingehen.
Donnerstag ging dann das Fest "Urkupiña" los. Mehr zu dem Fest selber und seiner Bedeutung werde ich unter der Rubrik Bolivien
schreiben. Donnerstag habe ich nur bis Mittags gearbeitet und bin dann mit María Elena nachmittags nach Quillacollo reingefahren,
wo das Fest stattfindet. Donnerstag war die sog. "Entrade Autóctona", das war ein Umzug mit kleineren Gruppen aus Dörfern und
Kommunen aus ganz Bolivien, die zu folkroischer Musik getanzt haben. Freitag war dann der eigentliche Höhepunkt der Feier. Deshalb
war ich auch nicht arbeiten. Ich bin mit Tania, meiner Nachbarin, und ihrer Familie mitgegangen. Wir sind um 10 Uhr aus dem Haus und
es war schon proppen voll in Quillacollo. Am Straßenrand standen Stühle und Treppen, für die man bezahlen muss. Gemeinsam mit Tania
haben wir uns mit einer befreundeter Familie getroffen, die in der Straße ein kleines Geschäft haben. Dort hatten wir einen
super Platz und sind dort auch den ganzen Tag geblieben. Diesmal war der Umzug wesentlich pompöser als Donnerstag, aber sehr
beeindruckend. Insgesamt sind 60 Gruppen mitgelaufen. Ein paar Fotos habe ich schon online gestellt. Ich wurde natürlich auch
ordentlich mit Bier und Chicha versorgt. Und selbst wenn man eigentlich nichts mehr möchte, ablehnen ist zwecklos. Gegen 7 Uhr
sind wir dann nach Hause gefahren. Dann hat es auch gereicht. Abends geht die Party dann wohl noch sehr lange weiter, aber
das soll wohl recht gefährlich sein und da habe ich mir lieber einen gemütlichen Fernsehabend zusammen mit María Elena gemacht.
Das Wochenende selber war eher ruhig, ich hab einfach mal die Seele baumeln lassen und das schöne Wetter genossen (man kann sich irgendwie
daran gewöhnen sicher zu sein, dass die Sonne scheint, wenn man morgens aufwacht). Samstag Abend bin ich zu meiner Kollegin Elisabeth
gefahren, die einen Sohn in meinem Alter hat. Zusammen mit Freunden haben sie einen Karaokeabend gemacht. War echt ein toller und
lustiger Abend, habe mich sehr wohl gefühlt. Die anderen haben mich sehr herzlich in ihre Runde aufgenommen und ich werde
bestimmt noch öfter was mit ihnen unternehmen können. Wir haben alle gemeinsam gesungen und später auch getanzt. Das erste Mal Salsa tanzen!
Muss wohl noch was üben, aber dazu werde ich hier ja bestimmt noch Gelegenheit bekommen. Ein paar bolivianische Tänze habe
ich auch kennen gelernt. Gegen 2 Uhr hat Elisbath dann noch ihre Gitarre geholt und hat ein paar sehr schöne Lieder gesungen.
Irgendwann gegen halb 4 bin ich dann nach Hause gekommen.
Für diese Woche habe ich nichts besonderes geplant. Nach langer Überlegung habe ich mich dazu entschieden ins Büro zu ziehen,
dort ist ein kleines Zimmer. Ich fühle mich zwar hier sehr wohl, aber der Weg ist halt doch immer recht weit. Ich habe schon
einen Großteil meiner Sachen gepackt (so viel ist es ja nicht) und werde Dienstag dann alles mit ins Büro nehmen. Ich hoffe, dass
ich mich dort auch wohl fühlen werde, aber ich habe eigentlich was ich brauche.
So, das war meine Woche in Kurzfassung
Un abrazo y besos, Laura
09.08.09
Nach einer Woche hab ich endlich mal wieder Zeit zu schreiben und es gibt wieder eine Menge zu berichten. Ich fang einfach
mal von vorne an:
Montag Abend war ich das erste Mal beim Volleyballtraining. Ich sag euch, ich hab mich gefreut, nach 2 Monaten endlich mal
wieder einen Volleyball in den Händen zu halten. Allerdings gestaltete es sich etwas komplizierter direkt die richtige Mannschaft
zu finden. Erst sollte ich bei etwas älteren Damen mitspielen, die aber doch etwas schlechter waren als ich. Als ich dann
fragte, ob es eine Mannschaft auf meinem Niveau gäbe, bin ich zu ein paar Mädels gewechselt, die super gut spielen, sogar wie ich
finde besser als ich, aber leider erst 15 sind. Naja, um Leute kennen zu lernen ist das eher unpraktisch. Daraufhin habe ich
dann gefragt, ob es auch eine Mannschaft auf meinem Niveau in meinem Alter gibt. Zu denen bin ich dann Dienstags gegangen.
Das war echt super. Waren alle sehr nett. Habe jetzt immer Montags, Dienstags und Donnerstags von 6-7 Uhr Training. Und wenn
ich möchte, darf ich danach auch noch zu den 15jährigen gehen. Aber ich werd erstmal langsam angehen lassen, da ich mich auch
erst an das Sport machen in dieser Höhre gewöhnen muss. Ich merke schon, dass ich noch recht schnell k.O. bin.
Außerdem ist 3 Mal die Woche auch so schon recht viel.
Mittwoch hatte ich ein kleines Treffen mit Bodo und Cristina wegen meines Projekts. Wir haben nochmal etwas konkreter
besprochen, wie meine Arbeit aussehen soll. Nächste Woche werde ich mit Cristina mal die Projekte von tdh in Cochabamba besuchen,
um mich vorzustellen und die Arbeit etwas genauer kennen zu lernen. Das wird sicher sehr interessant. Und was total klasse ist, ist
dass Cristina mich eingeladen hat, sie Ende August auf eine Reise nach Oruro und Umgebung zu begleiten, um dort Projekte zu
besuchen. Echt eine tolle Sache! Freu mich schon sehr darauf.
Donnerstag, war hier der Nationalfeiertag, an dem die Unabhängigkeit von Bolivien (vor 184 Jahren) gefeiert wird. Schon Mittwochs fanden deshalb
Paraden statt, an denen vor allem die Schulen teilnahmen. Und Donnerstags war dann die Große. War sehr interssant anzuschauen.
Ich war sehr überrascht, dass diese Paraden recht militärisch organisiert sind. Selbst die Kinder sind ordentlich im Gleichschritt marschiert.
Und alle immer ganz stolz, mit Kopf hoch, Brust raus. Ich fand es ganz lustig, muss aber zugeben, dass ich mich damit nicht so richtig
identifizieren kann. An dem Donnerstag hatte ich mich mit Angelika und Marlene, 2 österreichischen Praktikantinnen, getroffen. Es wurden allerlei Leckereien verkauft
und wir haben uns ein paar Erdbeeren mit Schokolade gegönnt, ich sag euch köstlich! ;-)
Freitag war ich ganz normal im Büro, es war recht ruhig, da sich 2 Kolleginnen den Brückentag frei genommen hatten. Da ich etwas
erkältet und angeschlagen war, bin ich auch nicht so spät nach Hause. Maria Elena hat mir dann ne ordentliche heiße Zitrone gemacht und bin
früh schlafen gegangen, dass es gestern schon wieder viel besser ging. Ich wollte ja auch fit für die Hochzeit sein!
Gestern hab ich dann lange geschlafen und hab mir nen ruhigen Vormittag gemacht. Und gegen 4 bin ich dann auf die Hochzeit.
War echt ein tolles Fest und eine tolle Gelegenheit um ein paar bolivianische Rituale und Traditionen kennen zu lernen. Aber vorweg
muss ich sagen, dass ich auch hier den Unterschied zu europäischen Traditionen nicht zu groß fand. Und das lag nicht daran, dass
die Braut Schweizerin war. Aber das tollste war die Musik und das Tanzen, echt bolivianisch!. Bin echt auf den Geschmack gekommen. Ich werde ein paar Fotos
online stellen und wenn es klappt, vielleicht ein paar Videos. Eine Tradition ist zum Beispiel, dass sog. k'oa, eine bestimme Sorte Kräuter,
verbrannt wird. Das soll die Götter milde stimmen und dem Brautpaar Glück bringen.
Das typische Getränk hier heißt Chicha und durch die Fermentation (siehe Wikipedia ;-)) von Mais gewonnen wird. Wird hier quasi wie
Bier getrunken. Ein schöner Brauch ist, den letzten Schluck auf den Boden zu schütten, quasi für die Mutter Erde.
So langsam lerne ich einige bolivianische Bräuche kennen, ich hoffe, euch bald noch mehr davon erzählen zu können.
Heute gönne ich mir mal nen Tag Nix-tun. Wir haben hier eine tolle Hängematte, da werde ich mich gleich reinlegen. Und Wäsche
muss ich auch endlich mal waschen. Leider gibt es hier keine Waschmaschine, d.h. ich muss mit der Hand waschen. Naja, so lernt man den
Luxus einer Waschmaschine erst so richtig zu würdigen.
Liebe Grüße aus Cochabamba! Eure Laura
02.08.09
Jetzt bin ich gerade mal 5 Tage hier und es gibt schon soooo viel zu erzählen. Ich versuche es mal ein wenig zu ordnen.
Mittwoch war ich zum ersten Mal im Büro. Das Büro liegt in einer sehr schönen und ruhigen Gegend und ist an sich auch sehr schön.
Meine Kollegen haben mich sehr herzlich empfangen und ich werde mich dort auf jeden Fall wohl fühlen. Mittags war ich dann bei
Bodo zum Essen eingeladen. Seine Familie hat auch ein wunderschönes Haus mit einem tollen Garten. Donnerstags und Freitags habe
ich mich dann das erste Mal etwas mehr mit dem Thema meines Praktikums auseinandergesetzt. Kurz zusammengefasst geht es um die
soziale Situation von Kindern, deren Eltern nach Europa, zumeist nach Spanien, emigriert sind. Da diese Migration konstant steigt,
ist es für TdH und seine Projektpartner sehr wichtig, das jemand dieses Thema näher untersucht und sich damit befasst, welche
Auswirkungen dies auf die Kinder hat. Ein sehr spannendes und aktuelles Thema! Aber es ist auch nicht einfach für mich, dies
zu bearbeiten, da ich ja noch keinerlei Erfahrungen auf diesem Gebiet habe. Ich beginne jetzt erstmal damit,
mich in das Thema einzuarbeiten. Ich werde auf jeden Fall noch mehr dazu schreiben, wenn ich auch selber etwas weiter voran
gekommen bin.
Donnerstag Abend bin ich direkt schonmal zu einem Volleyballverein hier gefahren und habe mich erkundigt, ob es möglich ist,
hier zu spielen. Und, total super!, morgen hab ich schon das 1. Probetraining. Echt ne tolle Sache! Ich hatte mir so gewünscht,
hier weiter spielen zu können und jetzt klappt das wirklich *freu*. Außerdem ist es eine Möglichkeit, noch mehr Leute hier kennen
zu lernen, was ich echt brauche. Denn manchmal fühle ich mich halt immer noch etwas alleine.
Gestern Nachmittag war ich bei Bodo zum Grillen eingeladen, sie hatten ein kleines Fest organisiert. Das war sehr nett. Ich
habe mich nett unterhalten und konnte noch ein paar Leute kennen lernen. Und lustigerweise bin ich für nöchste Woche direkt auf eine Hochzeit
eingeladen worden. Abends haben wir dann alle gemeinsam Musik gemacht, das war super nett. Echt ein gelungener Tag.
Heute treffe ich mich mit Angelika, einer anderen Praktikantin hier in Cochabamba. Sie kann mir bestimmt noch ein paar Dinge
zeigen.
So, nun gibt es noch eine erste Episode aus Wie lebt man in Bolivien: In diesem Teil: Das TRUFI - Fahren.
Trufis sind hier im Prinzip die öffentlichen Verkehrsmittel. Das sind Kleinbusse mit Nummern, die eine bestimmt Strecke abfahren.
So was wie Haltestellen gibt es allerdings nicht. Stattdessen stellt man sich an den Straßenrand und wenn seine Nummer kommt,
winkt man sie heraus und steigt ein. Genauso funktioniert das mit dem Aussteigen. Man sagt dem Fahrer, das bitte an der nächsten
Ecke, etc. aussteigen möchte. Ich finde das echt super praktisch! Man muss sich nicht nach irgendwelchen Zeiten richten und noch
ewig laufen, man steig einfach dort ein und aus, wo man will. Anfangs hatte ich noch etwas Schiss, vor allem an der richtigen
Stelle auszusteigen, da ich mich ja auch noch nicht wirklich gut auskenne. Aber es ist echt total einfach und ich finde mich
von Tag zu Tag besser zurecht.
Wie ihr seht, erlebe ich hier echt sehr viel und bin viel unterwegs, was mir aber auch echt sehr lieb ist.
Bis zum nächsten Mal!
Eure Laura
28.07.09 - Angekommen!
Chronologisch gesehen sollte ihr erst den Eintrag davor lesen!
Ja, nun bin ich da! Ich sitze hier auf meinem neuen Bett und bin froh, dass die lange und doch anstrengende Reise gut
gelaufen ist. Der Flug nach Asuncion verlief auch problemlos und die Nacht dort im Hotel auch. Da konnte ich endlich mal richtig
schlafen und eine gute Dusche nehmen. Und von Asuncion habe ich auch ein bisschen was gesehen. Der Fahrer von dem Transfer zum Hotel
hat mir allerlei erklärt und gezeigt. Leider konnte ich, da es Nacht war und wir am Fahren waren, keine Fotos machen.
Heute morgen um 11h10 ging dann mein Flug nach Cochabamba, wohlgemerkt in einer großen Maschine, und nicht, wie man mir erzählt
hatte, in einem kleinen Propellorgflugzeug ;-). Am Flughafen erwartete mich dann auch schon Bodo der Leiter des Andenbüros
von Terre des Hommes, in dem ich arbeiten werde. Er ist sehr sehr sympatisch. Wir sind dann direkt zu dem Haus gefahren, in dem
ich wohnen werde, es liegt ca. 30min weg vom Zentrum von Cochabamba und der Ort heißt Quillacollo. Das Haus gehört einem Freund
meines Vaters, der mit einer Bolivianerin verheiratet ist und selber lange hier in Cochabamba in dem Andenbüro war. Zur Zeit
ist er aber in Deutschland. Das Haus, in dem noch ein Pärchen und eine kleine Familie wohnt, ist total schön. Fotos werde ich
sobald wie möglich online stellen. Mein Zimmer ist auch sehr gemütlich und ich bin mir sicher, dass ich mich hier wohl fühlen werde.
Viel kann ich zu Cochabamba selber noch nicht sagen, außer dass es in einem Tal liegt und von Bergen umringt ist. Hier ist gerade
Winter. Das bedeutet hier, dass es tagsüber sehr warm und staubtrocken ist. Abends, wenn die Sonne allerdings weg ist, wird es
richtig kalt. Hier ist es jetzt 6 Uhr und ich merke, wie es langsam kälter wird. Morgen werde ich da erste Mal in die Stadt
fahren und mein Büro und auch seine Mitarbeiter kennen lernen.
Noch habe ich nicht realisiert, dass ich hier 5 Monate bleiben werde, aber ich denke dass wird langsam kommen, wenn nicht
mehr alles neu ist und ich mich an das Leben hier gewöhne
Liebe Grüße, Laura
27-07-09
So, nun schreibe ich euch also direkt aus dem Flughafen von Sao Paulo. Ich habe hier 15!! Stunden
Aufenthalt, d.h. ich habe sehr viel Zeit ein bisschen zu schreiben. Da es jetzt ich euch von Bolivien selber ja noch
nicht so viel erzählen kann (das folgt ab morgen), erzähl ich euch einfach mal was von meiner Reise. Ich bin gestern
Abend von Frankfurt aus geflogen. Da es mein erster Überseeflug war, war das schon alles recht spannend: Wie
würde es sein, mehr als 3h (genauer gesagt 12h) in einem Flugzeug sitzen? Meine Eltern haben mich dann gestern hingebracht
und wir haben zusammen gewartet, nachdem wir ewig durch diesen MEGAFlughafen geirrt sind um mich einzuchecken. Beim Abschied sind
natürlich wieder viele Tränen gekullert, aber das ist bei mir mehr als normal. Ich bin einfach kein Abschiedsmensch. Und diesmal ist es mir auch besonders schwer gefallen. Das letzte Jahr in Maastricht war einfach super toll.
An dieser Stelle liebe Grüße an alle Maastrichter, wo auch immer ihr euch gerade rumtreibt! Naja, und dann ist da natürlich
noch Hannes, den ich für 6 Monate nicht sehen werde. Da war das Tschüß sagen natürlich auch richtig richtig schwer!
Neben dem Abschied kommt noch dazu, dass es ein großer Schritt für mich ist, nach Bolivien zu gehen. Ich freu mich total auf
die Zeit dort, hab aber natürlich auch große Angst, was mich erwartet. Ist wird halt doch ganz anders als Europa
und gerade kann ich mir einfach nicht so richtig vorstellen, was auf mich zukommt. Deshalb will ich jetzt auch endlich da sein! Morgen (bei euch schon heute)
wird es endlich soweit sein
Wenn ich dann morgen in Cochabamba ankomme, werde ich euch noch von dem Rest meiner Reise schreiben (die einer Odysee gleicht)
und dann kommen natürlich die ersten Eindrücke von Bolivien dazu, auf die ich selber sehr gespannt bin!
Bis dahin liebe Grüße
Eure Laura
23-07-09
Juchu! Die neue Homepage ist online! Ich hoffe, sie gefällt euch! Bevor es am Sonntag losgeht,werde ich hier auch noch ne
längere Nachricht schreiben!
Lg Laura