Urlaub in Irland im Oktober 2001

An einem Samstag, gerade auf dem Flughafen in Dublin angekommen, mieteten wir uns einen Wagen. Die ersten paar Minuten noch ungewohnt in unserem kleinen Fiat, denn ab jetzt war links fahren angesagt. Als Beifahrer auf der linken Seite fuhren wir durch Dublin. Es ist eine schöne Stadt mit vielen kleinen Lädchen, allerdings findet man hier nur Menschen in den Straßen, solange die Geschäfte offen sind. Nach einer längeren Suche nach einem gebührenfreien Parkplatz, konnten wir die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten besichtigen. Abends fuhren wir in einen Vorort von Dublin nach Portrain, dort lag unsere Unterkunft direkt am Meer. Wir fuhren die Straße entlang - überall Wiese und dann eine alte Kirche, die aber schon zerfallen war, der Friedhof mit ein paar Gräbern, durcheinander angeordnet mit großen Kreuzen zum Teil noch aus dem 18. Jahrhundert. Als wir so durch diesen Ort fuhren, war das ein typischer Eindruck von Irland für mich - einsam, natürlich und etwas unheimlich.

Am nächsten Morgen gabes ein leckeres typisch irländisches Frühstück (Ham & Eggs & Saussages). Nun ging es weiter nach Galway, also genau auf die andere Seite von Irland an die Westküste. Auf dem Weg dahin, haben wir an einer Whiskey Distillery halt gemacht - Tullamore DEW. Hier bekam man erst mal eine dicke Blättersammlung in die Hand gedrückt, so konnte man dann durch die Gänge schlendern und die Deutsche Übersetzung zu den Erläuterungen lesen. Es war eine reine Ausstellung mit Einblick auf die Geschichte des Whiskeys und deren Unterschiede zum Scotch (schottischen Whisky). In Galway angekommen, mussten wir die Unterkunft suchen, aber wir konnten uns ja etwas verständigen, also fanden wir schon bald die neue Übernachtungsmöglichkeit.

In den ganzen Tagen haben wir uns ziemlich zeitig ins Bett gelegt, da die Tage und die Fahrten ziemlich anstrengend in so einem Land voller Natur waren. Dafür konnten wir die Tage relativ zeitig starten. Galway ist eine kleine Stadt, nicht besonders aufregend. Also sind wir am nächsten Tag einmal südlicher gefahren zu den Cliffs of Moher. Das sollen die steilsten Klippen in Irland sein, da wir aber das Geld für den Parkplatz sparen wollten, haben wir etwas weiter weg am Straßenrand geparkt. Von da aus sind wir dann über Wiesen und Steinmauern, die da nur aus einfach aufeinandergelegten Steinen bestehen zum 'Einzäunen‘ der Schafe auf dem Berg, zu diesen Cliffs geklettert. Wir sind eigentlich über Privatgrundstück geklettert.

Bei den ganzen Touren durch dieses Land trifft man so ziemlich an jeder Ecke auf Schlösser und Burgen und Höhlen, natürlich haben wir fast jede besichtigt.

Von Galway aus ging es nach zwei Tagen nach Bancuran, da waren wir wieder fast gegenüber vom Meer. Und abends sind wir dann auf den Klippen rumgelaufen und konnten wunderbar den Sonnenuntergang auf einer Bank in so einer Klippe beobachten. Am nächsten Tag ging es nach einem großen Frühstück weiter nach Letterkenny. Da fuhren wir aber nicht die große Hauptstraße, sondern nahmen die Küstenwege an ein paar Schlössern und Cliffs vorbei. Das waren wirklich nur Wege und keine Straßen. Wir kamen in Ortschaften, da gab es kaum Häuser oder es lebten da überwiegend ältere Leute, die auch nur größten Teils gälisch sprachen bzw. lebten. Also wir waren im wirklichen Irland, wo die Menschen noch meilenweit in Supermärkte fahren und nur eine Telefonzelle im Ort besitzen. Irgendwann am Abend in Letterkenny angekommen, waren wir wieder mal in einer etwas belebteren Stadt seit langem angekommen. Am Abend wollten wir mal etwas richtiges Essen gehen zur Abwechslung zu unseren Keksen und Bockwürstchen. Also gingen wir in ein etwas edleres Restaurant, was wir eigentlich nicht geplant hatten. Wir haben da nett gespeist, allerdings auch ziemlich teuer, denn Irland und England sind in Sachen Nahrung wirklich dreimal so teuer wie wir. Es ist richtig schwer mit 3 Pfund (10 D-Mark) etwas einigermaßen leckeres und nahrhaftes zum Essen zu finden. Die Unterkünfte waren allesamt wirklich nett, in so einer Art Biedermeier Stil eingerichtet mit Falbelkissen und Decken und Streifentapete an den Wänden, die Bäder ganz aus Holz oder Ton in Ton rosa bzw. gelb oder mint-farben. Mischbatterien scheinen da noch nicht so wirklich bekannt zu sein, denn von 7 Unterkünften hatte da nur eine Familie die Wasserhähne mit einer Mischbatterie versehen.

Am zweiten Tag in Letterkenny sind wir mal die Halbinsel oberhalb abgefahren, da oben war auch der nördlichsten Punkt Irlands!! Auch hier ging es wieder durch die Pampa, man kann in diesem Land übrigens wunderschöne Regenbogen zu Hauf anschauen, denn nach jedem Regen scheint die Sonne unglaublich warm, wenn da nicht der Wind wäre.

Nach einem erneuten leckeren Frühstück auf irisch fuhren wir weiter nach Nordirland. An der Grenze standen die Grenzler mit geladenen Waffen hinter den Büschen, da konnte einem wirklich Angst werden. Unser erster Halt war die Bushmille Distillery, diese Führung war für uns die Ergänzung zur ersten Distillery Besichtigung in Tullamore, denn hier gab es eine Führung durch die Fabrikhallen, in denen noch Whiskey hergestellt wird. Auch hier gab es am Ende wieder eine Whiskeyverkostung. Auf dem Weg nach Cushendall sind wir auch noch an dem Dunluc Castle vorbeigekommen, allerdings waren wir außerhalb der Saison da, die bis Ende September geht und somit ließ uns keiner mehr rein. Als wir in Cushendall im Osten von Nordirland ankamen, konnten wir nicht glauben in was für einer Einöde wir gelandet waren – rundrum nichts! Und da mussten wir nun ganze zwei Tage verbringen, nicht mal irgendwelche Sehenswürdigkeiten in der Nähe. Aber zum Glück war Belfast nur 40 Milen entfernt. Dafür wurden wir mit dem Zimmer belohnt. Ein richtiges Königsappartement! Ein großes Rüschenbett und alles in Rot-Rosa gehalten-wunderbar, die Leute waren aber ziemlich genau und korrekt, halt richtige Éngländer. Es gab abgezählte Marmeladenschälchen und Brot und das Müsli wurde schon auf den Teller geschüttet, also Nachschlag war nicht möglich.

Der erste Tag nun in Belfast, es gibt da nicht sehr viel zu sehn und auch hier sind die Leute nur auf der Straße, wenn die Geschäfte offen sind. Diesen schönen Samstag haben wir nur zum Shoppen genutzt, aber die Klamotten waren hier im Gegensatz zu Irland etwas teuer. So machte mir das Shoppen gar keinen richtigen Spaß. Den nächsten Tag sind wir dann wieder von Cashendall aus nach Belfast gefahren, diesmal haben wir die ganzen Sehenswürdigkeiten zu Fuss abgeklappert und so konnten wir das Geld für eine Stadtrundfahrt im Citybus sparen. Sonntag haben wir dann in Nutt‘s Corner, ca. 5 Meilen von Belfast entfernt, übernachtet. Das war die nobelste und allerschönste Unterbringung von allen. Diese und die davor hatten schon mehrere Preise als beste Unterkunft gewonnen. Auch das Frühstück war wieder reichlich und sehr sehr gut. Nun war auch schon wieder Montag und wir sind zurück nach Dublin gefahren. Da haben wir dann den Rest der Stadt angeschaut, die vielen Gassen mit den Sackgassen und überall Kameras an den Wänden nur zur Sicherheit der Bevölkerung. Dublin ist mehr Großstadt als Belfast und viele Einkaufscenter, dass ist aber kein Unterschied zu Belfast. Nun war es Montagabend und wir fuhren die letzte Unterkunft in Irland für uns an. Es war die erste und nun die letzte, wieder am Meer, in einer Landschaft wie in diesen billigen Liebesromanen.

Dienstag 12:20 Uhr ging unser Flugzeug ab Dublin zurück nach Leipzig.

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