Kurzurlaub vom 22.11.-27.11.2000 |
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Kurzentschlossen wollten wir, meine Mama und ich, die Welt hinter dem großen Teich in der Weihnachtszeit erleben. Unsere Reise begann wie immer am Flughafen von Leipzig. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Frankfurt, kamen wir nach ca. 9 Stunden Flug auf dem Kennedy Airport an. Nun sollten uns 4 wunderschöne Tage in einer der wunderschönsten Städte der Welt erwarten. Nach großem Durchwurschteln durch die Menschenmassen, konnten wir unsere Busnummer für den Hotelzubringer erfahren und ab ging die Post bzw. die Erkundung der ‚anderen' Welt. Ich durfte im Bus neben dem Fahrer sitzen und mit großen Augen die Dinge bestaunen, die ich bis dahin nur aus meinen Büchern kannte, denn ich bereitete mich auf diesen Augenblick schon mehr als 5 Jahre vor. Wir fuhren den Highway mit 5 Spuren je Richtung entlang über die Brooklyn Bridge direkt nach Manhatten. Am Rande des Financial Districts, Soho, Little Italy und Greenwich Village vorbei in Richtung Time Square. Wir sahen das Empire State Buildung, Flat Iron und alle anderen Attraktionen an der Fifth Avenue, denn unser Hotel war direkt am Time Square - Ecke 42. Straße - Milford Plaza. Da angekommen checkten wir uns erst einmal ein und besichtigten das Zimmer, in dem zwei große Betten mit tausend Decken bedeckt drin standen und alles sah etwas kitschig aus. Der Blick aus dem 8. Stock war auch nicht zu verachten, wir hatten einen typischen Blick auf New York und in den Nächten hörten wir manchmal die Sirenen der Polizeiautos. Am Nachmittag liefen wir erst mal Richtung Central Park auf dem Broadway entlang, am Columbus Circle vorbei, die 52. Straße Richtung Trump Tower entlang und dann am Sony und IBM Tower vorbei auf der Fifth Avenue zum Rockefeller Center. Genau dieser Bereich ist der, für den New York berühmt ist, die Glamour Straße nützlich für die Reichen, amüsant für die Armen und spektakulär für Touristen. Meine Mama und ich wollten nur unbedingt zu Tiffany's, wo wir uns dann unabhängig voneinander an eine Kette oder einen Ring stellten und nur dachten: „Wir gehen hier nicht eher weg bis uns jemand dieses Schmuckstück kauft!“ Natürlich würden wir jetzt noch da stehen, wenn wir nicht noch bei Bloomingdales hätten vorbei schauen wollen. Einkaufen in New York kann man nicht mit Europa vergleichen, das Angebot ist enorm und die Preise doppelt so teuer. So waren wir nun in diesem 4 stöckigen Geschäft und die erste Etage war nur mit Schmuck besäht und überall glitzerte und funkelte es. Ich war in einem Land wo ich ein Angebot gefunden hatte bei dem ich fast bei keiner Sache hätte Nein sagen können. Ein Land in dem kleine Mädchen wieder träumen können und ein Land in dem diese Träume wahr werden, ein Land voller kommerz. Nun war auch Vorweihnachtszeit, d.h. von allen Seiten wird man auch darauf aufmerksam gemacht, überall werden die alten Weihnachtshits von Dean Martin und Frank Sinatra gespielt, die Dekorationen sind eher übertrieben und die Menschen befinden sich irgendwie schon mitten im Weihnachtsstress. Es zieht an keinem vorbei und man wird einfach mitgerissen, jedenfalls kommt man richtig in Weihnachtsstimmung. In keinem Jahr habe ich mich schon so lange vorher auf Weihnachten gefreut. Nun war Donnerstag und wir hatten morgens eine Stadtrundfahrt gebucht, diese führte uns durch alle wichtigen Districte Manhattens und wir hielten an allen bedeutenden Stellen. Flat Iron; Harbour Pier 17, wo wir die Geschichte der BMW (Brooklyn-, Manhatten-, Williamsgurgbridge) erfuhren, wir hielten im Finacial District, sahen die berühmte Börse, nur war gerade Stille angesagt und keine Hektik, weil Thanksgiving war und das ist ja in Amerika Feiertag. Nur der Bulle und der Bär waren da und wir konnten der Freiheitsstatue vom Battery Park aus winken. An diesem Tag am 23. November 2000 ahnten wir nicht, was noch nicht mal ein Jahr später passieren würde, wir hätten uns sicher die zwei Türme (World Trade Center) genauer angeschaut, denn in diesem Moment erschien uns an dieser Stelle alles andere wichtiger als diese beiden Türme. Sie waren für uns „nur“ weitere Hochhäuser in dieser großen Stadt, von denen man nur den „Kopf“ sehen kann, jedenfalls dachten wir so als Dorfmenschen in einer riesen Stadt wie New York City. Niemand hätte zu diesem Zeitpunkt ahnen können welche Bedeutung diese beiden Türme heute für die Welt haben würden. Später fuhren wir dann weiter Richtung Norden durch die Stadt und waren so auch pünktlich zur Thanksgiving Parade wieder am Time Square, wo riesige Baloons auf den Wagen saßen oder über diesen flogen. Es ist unglaublich wie begeistert die Menschen über dieses Parade sind, sie setzen sich schon sehr zeitig auf die Gehwege um in den vordersten Reihen stehen zu können, um sich mit Bonbons bewerfen zu lassen und alles ganz genau zu sehen. Es ist sicherlich schon eine richtige Tradition diese Parade nicht zu verpassen. Die Ballons werden übrigens von Macy's gesponsert. Danach besuchten wir noch das Wachsfiguren Kabinett, in dem meine Mama Woopi Goldberg traf. Am Nachmittag sind wir dann durch den Central Park spaziert bis Harlem. Der Central Park, die grüne Lunge Manhattans genannt, wo man Seen, Bäche und bewaldete Hügel finden kann in mitten einer riesen Stadt. In dem die Stadtmenschen sich entspannen können und die Seele baumeln lassen. So ist es fast nicht zu glauben, dass dieser Park nicht selbst entstanden ist, sondern von Menschenhand bzw. von berühmten Architekten entworfen wurde. Man darf gar nicht darüber nachdenken wieviel Erde schon allein benötigt wurde, um diese ganze Pracht anzulegen. In Harlem sind wir dann das erstemal in einen Supermarkt gegangen und mussten feststellen, dass gesunde Ernährung viel teurer ist als fettige nicht nahrhafte Sachen. Toastbrot und Chips sind am billigsten, wobei Salat und Gemüse sehr teuer sind. Nun war ja Thanksgiving und man traf überall Leute mit Schüsseln und Töpfen auf der Straße, die wahrscheinlich ihre Lieben besuchen wollten und das berühmte Essen mit sich trugen, es waren sicherlich einige Truthähne auf der Straße unterwegs :-) Zurück aus Harlem liefen wir ein Stück Madison Avenue und Upper East Side am Guggenheim Museum vorbei und wechselten dann auf die Upper Westside, der Teil, wo die gehobene Klasse wohnt. Kurz vorm Lincoln Center auf der Columbus Avenue, gab es einen Eisladen und da leisteten wir uns zum Abschluss des Tages eine Kugel Eis (bei minus 10°C)! Aber Lecker! Am Time Square spielten einige Jungs mit ihrer Panflöte ein paar Lieder, die Leute schienen völlig begeistert und standen um die Jungs herum und schaukelten. Deren Lieder haben mich berührt und zugleich fröhlich gestimmt. Am liebsten hätte ich auf der Straße los tanzen wollen, man meinte die Leute würde es eh nicht interessieren. Doch da merkte ich, dass man in solch einer riesen Stadt irgendwie auch ganz schön einsam sein kann. Denn jeder ist in solch einer hektischen Stadt nur mit sich und seinen Problemen beschäftigt und niemand nimmt auch nur einen geringen Anteil am Leben eines anderen, eines Fremden Teil. Auch wenn man die gleiche Person jeden Tag und immer wieder trifft, man wird sie nie ohne weiteres kennen lernen oder auch nur versuchen dieses zu tun, man kann auf der Straße tanzen und glücklich sein, doch niemanden interessiert es warum man denn eigentlich glücklich ist und niemanden interessiert es, ob denn am Ende überhaupt Musik spielt. Am nächsten Tag liefen wir zu Fuß in den Süden von Manhatten. Doch wir hatten gar keine Gelegenheit zu frieren, denn wir hatten eine Menge anzuschauen. So hatte ich mir aus meinem Städteführer die St. Patrick's Cathedral herausgesucht. Ich hatte gelesen in dieser römisch-katholischen Kathedrale auf der 5th Avenue werden wöchentlich Samstags um 10 Uhr Selbstfindungsmessen von einem bestimmten Priester abgehalten. Punkt 10 Uhr standen wir nun vorm Eingang des Wahrzeichens der frühen irisch-katholischen Einwanderer, aber niemand war in der Kirche. Nur ein Priester beobachtete uns von weiten, amüsierte sich eher über uns bis er uns fragte warum wir denn so neugierig in die Räume schauten. Ich erklärte ihm, das ich von diesen tollen Predigten gelesen hatte und wir uns sehr dafür interessierten, doch er meinte diese würden immer häufiger ausfallen, aber wir könnten uns gerne die Kirche anschauen, solange wir möchten. Er schloss uns die Türen auf und lies uns Zeit. Wir waren völlig überwältigt von den Eindrücken, die diese Kirche auf uns machte, es waren eher diese kleinen Bänke, dieser übermäßig große Altar und der dicke rote Teppich, das uns so beeindruckte. Es sah alles so gar nicht wie in unseren Kirchen in Deutschland aus, man konnte sich die Gospelchöre vorm Altar richtig vorstellen und den energischen Priester, der voller Hoffnung ans Volk spricht. Ich kann nur empfehlen, wer diese Stadt besucht, sollte auf jeden Fall einen Besuch in der St. Patrick's Cathedral machen! Von da aus liefen wir weiter durch Chelsea, wo sich das Limelight befindet. Am Tag kann man diese alte Kirche eher übersehen und in der Nacht ist da die Hölle los, denn sie dient nun als wohl berühmteste Diskothek in New York. Nicht weit entfernt ist das Flat Iron Building, was ja seinen Namen durch die Form verdankt, jedoch ist dieses Gebäude nicht nur dadurch berühmt, sondern war es 1902 das höchste Gebäude der Welt und durch seine Form bildeten sich am Bodenbereich starke Luftwirbel, die den Damen die Röcke hoch hoben. So hatten die Polizisten damals alle Hände voll zu tun die Gaffer zu verscheuchen. Nachdem dieses hohe Bauwerk einige Jahre bestanden hatte, folgte 1913 das Woolworth Building. Angekommen im Künstlerviertel Greenwich Village, wo schon Berühmtheiten wie Jimmy Hendrix, Mark Twain oder der Maler Jackson Pollock lebten, besichtigten wir direkt den Washington Square mit dem kleinen Triumphbogen, dieser Platz diente als Podium für Demonstrationen und Aufstände der Schwulen oder gegen den Vietnam Krieg und ist gleichzeitig das Ende der 5th Avenue. Grennwich Village ist eine der beliebtesten Wohngegenden in dem heute große Größen wohnen wie Dustin Hoffmann und es ist das Village für Nachtschwärmer. Denn es gibt da unzählige Bars, Cafés, Restaurants, Kinos, Jazzclubs, u.s.w. Von Greenwich Village stolpert man direkt nach SoHo (South of Houston), dies ist ein Galerien-Viertel und es ist bekannt für seine einzigartige Architektur. Das ganze Viertel steht als Cast Iron Historic District unter Denkmalschutz, d.h. das ganze Viertel besteht aus Gusseisen auch wenn der Anschein trübt. Von da aus ist es auch nicht mehr weit nach Little Italy und Chinatown, was man ja in fast allen riesen Städten in irgendeiner Form auch in Deutschland wieder findet. New York war der größte Einwanderhafen an der Ostküste. Allein zwischen 1892 und 1954 kamen 16 Millionen Immigranten, die dann von der "Lady Liberty" begrüßt wurden (1886). Als wir dann wieder Richtung Time Square wollten, waren wir so kaputt vom Laufen, dass wir den Bus nehmen wollten, es gibt eine Menge Busse in NY. Also stiegen wir in den nächst Besten ein und dieser war durch Zufall ein Touristen Bus, der die Leute einsammelt und man bekommt neben bei noch ein paar Dinge über die Stadt erzählt. Wir hatten auch noch die Strecke gewählt, die wir zur Stadtrundfahrt am Vormittag weggelassen hatten. Die Busse funktionieren so, dass das Ticket von der Stadtrundfahrt noch ein paar Tage hält und man so die Busse in der Stadt mit nutzen darf. Ich kann aber nicht sagen, ob dieser Infobus mit dazu gehört hat. Samstag war dann ganz zum Shoppen eingeplant. Doch zuerst wollten wir noch die Aussicht auf dem Empire State Building genießen. Erst mal hieß es jedoch eine Stunde anstehen, danach konnten wir mit dem Fahrstuhl in den 90. Stock fahren und die restlichen 8 Stöcke zu Fuß hoch laufen, da hieß es jedoch wieder eine Weile anstehen, aber man hatte schon eine Aussicht aus dem inneren des Turmes. Danach ließen sie uns auf das Podest und man konnte wie auf dem Fernsehturm in Berlin außen herum laufen jedoch die fabelhafte Aussicht auf Manhatten genießen. Es war einfach Traumhaft und unbeschreiblich nun selber diese Bilder live sehen zu können, die eigentlich fast jeder aus irgendwelchen Zeitschriften oder Filmen kennt. Nach diesem Abenteuer passte dann natürlich ein Einkaufsbummel, also schauten wir bei Macy's vorbei, wo ich mich endlich fühlen konnte wie Fran Drescher in „The Nanny“, denn es gab hier lauter Schnäppchen und Ralph Lauren Sachen. Natürlich leistete ich mir auch ein Original. Naja nach Stunden in diesem riesen Laden, liefen wir zum nächsten Geschäft, wo alles wieder von vorn los ging. Natürlich besuchten wir auch diesen riesen Spielzeugladen "", in dem nicht nur Kinderherzen höher schlagen, aber irgendwann mussten wir uns dann los reißen, denn es war nun schon Samstagabend. Als "nichts verpassen wollen" Tourist geht man da natürlich ins Theater am Broadway. Wir hatten eine Karte für "Chicago". Wir hatten keinen schlechten Sitzplatz und die Vorstellung war phantastisch. Danach wollte ich mit meiner Mama noch etwas Essen gehen und ich hatte mich schon vorbereitet und ein Restaurant aus dem Reiseführer ausgesucht. Nur irgendwie sind wir in die falsche Richtung gegangen und so landeten wir nach einer ewigen Zeit in einem Restaurant, wo uns die Mäntel abgenommen wurden und wir für eine Suppe 10 $ bezahlen mussten. Wir aßen nur eine Suppe oder einen Salat und das dazugehörige Brot und tranken nur das kostenlose Wasser und trotzdem war das ein sehr teurer Abend, aber wir hatten Spaß uns über die etwas zu feinen Leute zu amüsieren. Ich glaube man kann auch besser und billiger in New York speisen nur muss man wissen wo, da kann ich leider nix empfehlen. Sonntag war nun unser Abreisetag, allerdings erst am Nachmittag. Wir hatten unsere Schlittschuhe mitgebracht, denn wir wollten die restliche Zeit zum Schlittschuhfahren vorm Rockefeller Center nutzen. Doch ausgerechnet diesen Sonntag regnete es in Strömen und es war unmöglich irgendetwas anzustellen. Also liefen wir in ein Starbucks Café und setzten uns direkt ans Fenster mit einem Muffin und einer heißen Schokolade. Es lief Weihnachtsmusik im Hintergrund und die Leute liefen wie in einem Film am Café vorbei oder unterhielten sich, rannten mit ihren Kindern im Arm zum nächsten Taxi oder ließen sich einfach vom Regen nass machen. Wir schauten einfach nur aus dem Fenster raus, doch für uns war das einfach alles und ein wunderschöner Ausklang eines wunderschönen langen Wochenendes in einer traumhaften Stadt. |
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