Textbaustelle
All dessen müd, nach Rast im Tod
ich schrei.
Ich seh es doch: Verdienst muß betteln gehn
Und reinste Treu am Pranger steht dabei
Und kleine Nullen sich im Aufwind drehn
Und Talmi-Ehre hebt man auf den
Thron
Und Tugend wird zur Hure frech gemacht
Und wahre Redlichkeit bedeckt mit Hohn
Und Kraft durch lahme Herrschaft umgebracht
Und Kunst das Maul gestopft vom
Apparat
Und Dummheit im T alar Erfahrung checkt
Und schlichte Wahrheit nennt man Einfalt glatt
Und Gutes Schlechtestem die Stiefel leckt.
All dessen müd, möcht ich
gestorben sein,
Blieb nicht mein Liebster, wenn ich sterb, allein.
*von
wem?*
Erfahrungen mit dem Theater der Unterdrückten
Beim Ethnologischen Salon des Völkerkundemuseums am 28. Januar 2005,
zum Gedenken an Peter Freuchen, Eskimofreund der letzten
Jahrhundertwende,
taucht im Gespräch mit Dr. Stefan Eisenhofer eine Erinnerung auf:
Toronto 1997, das Festival Ripple-Effects,
David
Diamond berichtet
in einem Workshop von der Arbeit mit einer (Inuit-) Kollegin
mit Forum-Theater in den Communities im der eisigen Region:
Um die Kosten für regionale Schulen zu sparen,
liess die kanadische Regierung über etwa 120 Jahre die Eskimo-Kinder
einsammeln
und in kirchlichen Seminaren erziehen: manchmal mit Süssigkeiten in ein
Flugzeug gelockt ...
Dort wurden ihnen mit Nadelstichen in die ungehorsame Zunge
die ungläubige Sprache ausgetrieben und das christliche English
eingebläut:
Nebenbei wurde auch massiv sexuell missbraucht.
Erwachsen geworden, wenn sie in ihre Herkunftsregion zurückkehrten,
waren sie nicht mehr in der Lage, mit ihren Älteren zu kommunizieren.
In Forum-Szenen erstellten sie Bilder, in denen Verzweiflung und
Entwurzelung,
aber auch der sexuelle Missbrauch, der sich in den Familien fortsetzte,
sichtbar wurden.
Alkohol und Arbeitsunfähigkeit waren entsprechende Themen.
In der öffentlichen Aufführung im Gemeindesaal der Community kam es dann
nach dem Spiel und der Veränderung der Forum-Szenen zu Ausbrüchen
der gemeinsamen Trauer um diese Verletzung der eigenen Grenzen
und der Grenzen und Hoffnungen der eigenen Kinder.
In einem Video haben sie die Arbeit dokumentiert,
auf meine Nachfrage nach der körperlichen Unförmigkeit fast aller
Beteiligten dort,
ob sie das das regional oder ernährungsbedingt ansehen, kam die klare
Antwort:
Geschehens-bedingt: Die "Verkleidung" in einen eher unansehnlichen
Körper,
um der sexuellen Attraktion zu entgehen ...
... und natürlich der Panzer, ergänze ich heute, den sich das Schweigen
anlegt,
nicht mit der unerträglichen Wahrheit herauszuplatzen.
Japanische KollegInnen berichten aus ihrer Arbeit an der Universität,
dass ein Drittel der Studierenden Selbstmord begeht,
noch viel mehr auch Versuche dazu machen, aber die Thematisierung
misslingt.
Die niederländischen Kolleginnen (Ien van Niewenhuizen, N.N.) hatten
Beiträge zur Arbeit mit
Angehörigen
der 3. Generation von Überlebenden der Shoa: Das Überleben ist bei den
Alten
so schmerzlich tabuisiert, dass den Enkeln der Mut zu Frage und
Auseinandersetzung
und damit auch der Zugang zur eigenen jüdischen Herkunft und Identität
schwer fällt.
Unsere hiesige Auseinandersetzung steckt in den gleichen Tabus.
zwei frühere (eher enttäuschte, sarkastische) Fassungen von Erfahrungen
hierzulande
in der Zeitschrift für Theaterpädagogik
Korrespondenzen: korres1
zum
theater der unterdrückten
festival in toronto mai-juni '97:
Bericht vom
internationalen Treffen der KollegInnen im Theater der Unterdrückten in
Kanada
"Ripple Effect" Toronto 1997, auch dort hatten wir einen gemeinsamen Nachruf für Paulo
Freire
die seiten der paulo
freire gesellschaft
europäisches treffen
'95 in münchen mit Augusto Boal
interview mit boal
mit meiner Übersetzung und zweiter Teil der
Übersetzung
Augusto Boal + Der
Regenbogen der Wünsche
boals projekte und
gruppe in rio stand ca 1997
das legislative
theaterund
Nachrichten vom Theater der Unterdrückten in aller Welt< von 1996
/97
Workshop vom 23.
-
27.10.1997 mit Augusto Boal: Vom Theater der Unterdrückten zum
Legislativen Theater
Bericht von der
Europäischen Konferenz zum Legislativen Theater 23.-27. Oktober
1997 in München
ein legislatives
pilot- projekt von ARTANGEL mit Boal in greater london
öffentliche
Expertenanhörung
Sollen wir die Flüchtlinge aushungern? 27. April '98 am
Marienplatz München
Theaterszenen zur
Gesundheitskonferenz Alkohol München Mi 26. + Do 27. Nov. 1997
bewusstseinsbildung:
enthält eine bewährten grundtext zu meiner arbeit,
die beschreibung
eines typischen wochenend-workshop. Weit anspruchsvoller, wenn auch
schlicht wirkend:
migranten-kids in
der hauptschule: miteinander reden lernen,
Lernprojekt in einer 7.
Klasse der Hauptschule an der Alfonsstrasse, München, Mai bis Juli
1996,
unser video zur theater-arbeit in der
hauptschul-klasse
meine
theater-methoden im überblick
artikel zu theater
und professionen
in der Zeitschrift der
Landesarbeitsgemeinschaft Spiel und
Kultur
Theater- Methoden in
der beruflichen Bildung
Kann man Theater
kaufen? Eindrücke vom Festival "Business goes
Theater" 12.+13.Sept.'97 in Hof
Szenen zu unserem Zusammenleben in
München
Die Theaterprojekte
mit Studierenden, die dann mit Migranten-Kids arbeiten:
Forum-Theater-Projekte
zum AGENDA 21 - Jahres-Thema 2003,
Szenen zum Thema
Gesundheit und Eine
Welt
Projekt 4:
Wir leben
hier, Szenen zu unserem Zusammenleben in München vom Juni 2002;
Wir leben hier ...
Freiheit,
die
wir meinen.. Projekt2
interkultureller Theater-Methoden für Kinder und Jugendliche in
München
Studenten und
Migranten-Kids machen Theater, Premiere 1. Juni 2003
Agenda 21
ein
Forum-Theater-Nachmittag mit jungen MigrantInnen
Fortbildungen zum Theater der Unterdrückten
http://www.theatreoftheoppressed.org
Wo
entsteht das
nächste Legislative
Theater?
Ein Versuch im
April 99 dazu: Flüchtlinge
aushungern?
die Vorschläge
aus
RIO
und der
Welt-Rundbrief zum Theater der Unterdrückten von Giolli (english)sept
1999
in der
zeitschrift für befreiende pädagogik Nr. 10 zum Theater der
Unterdrückten (vergriffen)
es braucht mut,
glücklich zu sein steht
ein
umfangreicher artikel zur entwicklung meiner theaterarbeit,
Nr. 25/26 Dez.
2000 Szenen verändern:
Theater der Unterdrückten heute, Joker aus Rio unterwegs
Weitere
Foren zum Lesen und Diskutieren
Im Forum zu partizipativen
Arbeitsweisen wie
Theater und Moderation
gibts
auch meinen letzten Artikel zu lesen:
Die
Verwandtschaft von Gestalt und
Forum-Theater
erschienen
in:
Helmut Wiegand (Hg): Theater
im Dialog: heiter,
aufmüpfig und demokratisch:
Deutsche
und europäische Anwendungen des
Theaters der Unterdrückten.
Mit
einem Beitrag von
Augusto
Boal. als Buch bei mir oder im
ibidem-Verlag zu
haben:
http://www.theaterderunterdrueckten.de
Das
Theater der Unterdrückten erlebt in Deutschland eine
Renaissance,
nachdem es jahrelang in
sozialpädagogischen
Nischen verschwand. ... [->
mehr dazu]
Internationale
Links zum Theater der Unterdrückten:
Die
Internationale des Theater der Unterdrückten (most english)
Promoting
decent work for all - english -
francais -
español und
CIARIS
- Theatre of the Oppressed
SITI SU
INTERNET
di Giolli (italian) and The
Applied and
Interactive Theatre Forum
EIN
JÜDISCH-PALÄSTINENSISCHES THEATER-DIENSTJAHR
Die
Arbeit am Tabu: Lehren
und Lernen mit Boal: Werkstattgedanken
Artikel in
dem Buch: Gebraucht das
Theater, Die Vorschläge von
Augusto Boal:
Erfahrungen, Varianten, Kritik
Eine Reihe von Bildern zu
Theater-Methoden in der Pflege-Ausbildung im
bfw august 2004
Lernen
zurückerobern: Theater-Werkstatt-Arbeit
als kooperative Arbeitsform
in
Kulturen
des Lernens,
Bildung im
Wertewandel, Hg. von Hannelore Zimmermann in der sammlung kritisches
wissen Band 14
Verband unabhängiger Bildungsinitiativen und
Tagungshäuser Baden-Württemberg,
Mit Beiträgen von Ossip K Flechtheim,
Wolfgang
Pauls, Ekkehard Nuissl, Günther Dohmen, Rita Süßmuth, Rolf Schwendter,
Fritz Vilmar, Brigitte
Runge, u.v.a. 1995
CXLIV
Zwei Lieben hab ich - Trost und Höllenpein.
Von diesen zwein kommt alles, was ich schreib.
Mein guter Geist: ein Mann, blond, schön und rein,
Mein böser Engel ist ein dunkles Weib.
Verderben will mich böse Weiberlist,
Die mir den guten Geist abspenstig macht
Und den verteufelt, der mir heilig ist,
Den Reinen lockt mit ihrer falschen Pracht.
Ob er gefallen ist, kann ich nicht sagen,
Mein guter Engel, aber da die zwei
Von mir entfernt, sich viel zu gut vertragen,
Mag einer in des andern Hölle sein.
Doch weiß ich's erst, wenn einer mir beteuert:
Mein böser hat den guten Geist
gefeuert.
William Shakespeare ©
1994 Straelener Manuskripte
Aus: William Shakespeare, The Sonnets/Die Sonette.
Mit einer CD 50 Sonette zum Hören, zweisprachige gebundene
Ausgabe,
Straelener
Manuskripte, Straelen 1994
Die
Sonette,
zweisprachige Taschenbuchausgabe 1999, dtv, München 1999
© fritz Letsch * Copyleft:
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