Katzenseiten
Ich habe vor kurzem einen Notfall-Kater aufgenommen. Seine eigentliche Besitzerin mußte zum Studium in eine andere Stadt, da sie ihn nicht mitnehmen konnte, blieb Iran bei ihren Eltern. Dort wurde er aufgrund fürchterlicher Behandlung sehr schnell unsauber, wurde daraufhin monatelang im Bad eingesperrt, was das Problem natürlich verschlimmerte. Seine Besitzerin fuhr so oft sie konnte, zu ihm, besuchte ihn - jedesmal ging es besser mit ihm, bis sie wieder weg mußte.
Eines Tages wurde sie dann von ihren Eltern damit konfrontiert, daß der Kater eingeschläfert werden solle. Schlagartig wurde ihr bewußt, daß sie für Iran ein neues zu Hause finden mußte und zwar sehr schnell. Sie wandte sich an Gaby vom Katzenschutzbund in Mönchengladbach. Gaby verfaßte eine Rundmail mit der Bitte um Hilfe, die mindestens einmal quer durch Deutschland ging (wahrscheinlich aber zwei- oder dreimal) bis sie bei über eine Mailingliste bei mir ankam.
Es war, als ob ein Schalter in mir umgelegt wurde. Ich trauerte immer noch um meine geliebte Isa, war bis dahin nicht bereit,eine "Ersatzkatze" aufzunehmen, auch wenn Cleo darunter litt. Hier aber ging es nicht um mich, hier ging es nicht um irgendeinen Nachfolger oder Ersatz - hier brauchte ein Kater Hilfe. Ein Kater, dessen Lebensumstände ich gut nachfühlen konnte - meine Kindheit war ähnlich. Ich griff zum Telefon, rief Gaby an und sagte, ich würde ihn nehmen.
Drei Tage später erfolgte der obligatorische "Kontrollbesuch". Es ist zwar eine sehr unangenehme Situation, so "beurteilt" zu werden, aber ich kann auch verstehen, daß Tierschutzorganisationen sorgsam kontrollieren müssen, wohin sie ihre Tiere vermitteln, damit die nicht ein paar Wochen später wieder bei ihnen landen.
Am nächsten Tag war klar, Iran wird bei mir einziehen. Nun mußte ich nur noch 3 Tage warten.
Auf den folgenden Seiten werde ich beschreiben, wie das Leben mit Iran anfing, wie es jetzt aussieht und bin selbst gespannt, wie es weitergeht.