Noch früher, zB vor 200 Jahren, existierte ein von vielen Naturschützern als Leitbild favorisierter Kulturzustand, den Müller et al. 1997 folgendermaßen beschreiben:
"Das ursprüngliche Landschaftsbild vor Beginn dieser Eingriffe läßt sich noch anhand der preußischen Urmeßtischblätter aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts rekonstruieren. Im Gebiet des Barnim, daß heißt etwa nördlich der heutigen B 1/5, unterlag der größte Teil der an Wuhletal und Seelgraben angrenzenden Hochflächen einer ackerbaulichen Nutzung, die von den umliegenden Dörfern Falkenberg, Ahrensfelde, Eiche, Marzahn, Biesdorf, Kaulsdorf und dem Vorwerk Hellersdorf her erfolgte. Südlich des Seelgrabens erstreckte sich das Waldgebiet der Falkenberger Heide. Weitere kleinere Gehölze lagen am östlichen Rand des Wuhletals bei Hellersdorf. Darüber hinaus bereicherten noch zahlreiche Sölle das Landschaftsbild der Hochflächen. Im Wuhletal selbst und in den angrenzenden Niederungen bestimmten Grünlandnutzungen das Bild. Der Übertritt der Wuhle vom Barnim in das Berliner Urstromtal war nicht nur im Relief, sondem auch in der Vegetation und der Nutzung noch deutlich wahrnehmbar. Anstelle der heutigen Kleingartenanlagen und Gartenstadtsiedlungen erstreckte sich zwischen Kaulsdorf und Köpenick ein weitgehend geschlossenes, bewirtschaftetes Waldgebiet" (S. 74).
Das war eine Zeit wahrer Idylle. Ein munteres Bächlein mit sauberem Wasser fließt glucksend beschwingt hin und her (profan: mäandriert). Links und rechts saftig grüne Wiesen und Weiden, Burschen mähen Gras mit der Sense (übrigens kollektiv und reihenweise), trachtengekleidete Jungmädel türmen Heu zu Haufen, die Kinder barfuß hüten die Ziegen oder eine Kuh. Weiter oben auf dem Barnim beackern die Bauern ihre Felder, natürlich kleine Streifen mit etlichen Hecken und Obstbäumen an den (Weg-) Rändern. Richtigen Wald gab es nicht, Forsten erst ganz vereinzelt. Stattdessen gab es auf vielen Flächen, die nicht für Ackerwirtschaft brauchbar waren, sogenannte Heiden: durch Viehverbiß (Haustiere) mehr oder weniger aufgelichtete Baumbestände mit einer hohen Habitatvielfalt und einem enormen Artenreichtum (halboffene Weidelandschaft).
So schön das damals war, dieser Zustand kann kaum als Vorbild für Renaturierung herhalten. Die Schaffung und Erhaltung eines solchen Zustands hängt ganz entscheidend von der großflächigen, relativ extensiven Nutzung durch den Menschen ab. Da diese Art der Landwirtschaft heute kein ausreichendes Einkommen sichert, wären ständige hohe Subventionen notwendig. Die kann bzw. will man sich ganz vereinzelt schon mal leisten, aber nie und nimmer in Berlin oder Marzahn und Hellersdorf, eher in Süddeutschland.
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