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Extremer Sauerstofftagesgang

Diese Sauerstoffganglinie wurde von einer IGB-Meßstation im Juni 1994 am Maxsee-Ausfluß aufgezeichnet.
blau: gemessene Sauerstoffkonzentration, rot: Wassertemperatur, beide mit Auflösung 2 min.
Es ist die höchste Tagesschwankung, die ich bisher messen konnte. Hinweise auf höhere Tagesschwankungen in offenen, freifließenden Gewässern sind willkommen.
Von Sonnenaufgang bis zum Mittag steigt die Sauerstoffkonzentration wegen der starken Primärproduktion der Makrophyten (hauptsächlich Ceratophyllum demersum) schnell an. Anschließend verlangsamt sich der Anstieg. Schon am späten Nachmittag, es ist noch stundenlang taghell, überwiegt der Sauerstoffverbrauch durch Atmung (und einem geringen Austrag in die Atmosphäre) die Freisetzung durch Photosynthese bei weitem. Um Mitternacht ist die Sauerstoffkonzentration auf Werte nahe Null abgesunken und bleibt bis zum Morgen so niedrig.
Am 24.06.1994 betrug die Brutto-Primärproduktion 14 gO2/(m²d). Die Respiration betrug in der ersten Nachthälfte 17 gO2/(m²d) bei schnell sinkender Sauerstoffkonzentration und nach Mitternacht 10 gO2/(m²d) bei Sauerstoffkonzentration nahe 0 mg/l.

Der Maxsee-Ausfluß ist kanalisiert und fließt durch ein Niederungsmoor. Das Wasser ist reich an Nährstoffen und suspendiertem Phytoplankton. Die Meßstation (eine Hydrolab Datasonde 3) lag 1.6 km stromab des Seenausflusses auf dem Gewässergrund. Die Fließgeschwindigkeit betrug 5 - 7 cm/s. Ceratophyllum demersum erreichte ca. 5 kg/m² Frischmasse. Die Sestonkonzentration im See lag im Mittel bei 15 mg/l Trockenmasse. Nach 1.6 km Fließstrecke waren bereits 89% der Seston-TM zurückgehalten. Und weitere 10 km stromab wurden beim Schnorcheln in den dichten Makrophytenbeständen zeitweise 6 - 8 m Sichtweite gemessen.

Die Tage davor ?

 Michael Böhme, Boehme@gmx.de

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