Die Wuhle und das Wuhletal wurden schon mehrfach wissenschaftlich untersucht. In den 90er Jahren befaßten sich bereits mehr als ein Dutzend Forscher(-gruppen) mit der Erfassung des Zustands und teilweise mit der Erarbeitung von Umgestaltungsvorschlägen. Im Literaturverzeichnis sind einige dieser Arbeiten aufgeführt.
So kommt es, daß der Zustand des Wuhletals ziemlich gut bekannt ist. Im Moment sind allerdings meine Kapazitäten begrenzt, viel von diesen Ergebnissen hier darzustellen. Deshalb nur ein paar Sätze zu einer Strukturgüteerhebung, die ich für SenSUT gemacht habe, und ein Auszug aus einem Bericht für die Berliner Wasserbetriebe. Außerdem zeige ich unten ein paar Fotos, die den heutigen Zustand anschaulich machen.
Die Gewässerstruktur der Wuhle (und der Panke und des Tegeler Fließ es) wurde nach einer bundeseinheitlichen Methode (STRUKA 1997) vom Bahnhof Ahrensfelde-Friedhof bis zur Mündung kartiert (Böhme 1998, view PDF). Nach einer siebenstufigen Skala können der Gewässerstruktur folgende Bewertungen zugeordnet werden:
1 naturnahDie Struktur des Gewässers ist über den gesamten kartierten Bereich stark von anthropogenen Umgestaltungen betroffen. Das Mittel der Strukturgüte beträgt 5,11. Fast 80 % aller Abschnitte sind ‚merklich' bis ‚stark geschädigt' (Güteklassen 5 und 6). Der Lauf ist durchweg begradigt und z.T. sehr stark eingetieft worden. Vom Zusammenfluß von Wuhle und Klärwerksableiter bis zur Mündung in die Spree ist das Ufer fast durchweg mit Steinschüttung befestigt. Bis auf wenige Ausnahmen ist vom semiaquatischen Bereich um das Gewässer herum nichts mehr erhalten. Die Ausnahmen sind renaturierte Bereiche (renaturiert wurde nicht das Fließgewässer Wuhle, sondern Niedermoorbereiche, wie sie natürlicherweise so oder ähnlich fast entlang des gesamten Laufes zu finden sein würden). Das besondere Plus der Wuhle (im Vergleich zB zur Panke) ist, daß fast 50 % des Gewässerumfeldes die Güteklassen 1, 2 oder 3 aufweist (100m-Streifen links und rechts des Wasserlaufes getrennt bewertet) und damit prinzipiell die Hauptvoraussetzung für Renaturierung aufweist: genügend Fläche ohne übermäßigen Nutzungsdruck. Das ist für einen dichtbesiedelten städtischen Bereich, von dem der Wuhlelauf überwiegend umgeben ist, eine ganz großartige Ausnahme.
Ziemlich abstrakt, diese Passagen aus meinem Bericht. Weiter unten wird's ein wenig konkreter (oder man schaut sich den ganzen Bericht an, hier im PDF-Format). Und ganz unten finden sich noch die versprochenen Fotos.
Eigentlich müßte hier noch der Bericht "Klärwerk Falkenberg. Abschätzung der Umwelterheblichkeit der Einstellung der Klärwerksableitung auf das Seelgraben-Wuhlesystem" eingebunden werden, den Müller et al. 1997 im Auftrag der Berliner Wasserbetriebe erstellt haben. In diesem Bericht ist relativ umfassend eine Menge des bisherigen Wissens über das Wuhletal zusammengestellt worden. Hier ein Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis dieses Berichts:
Vor allem sind einige konkrete Angaben über das Vorkommen vieler Tier- und Pflanzenarten im Wuhletal enthalten. Langjährig im Gebiet tätige Spezialisten trugen ihre Kenntnisse über Amphibien/Reptilien, Fische, Heuschrecken, Libellen und Vögel zusammen.
Die Angaben belegen, daß heute noch viele, zum Teil gefährdete Tier- und Pflanzenarten im Wuhletal Lebensmöglichkeiten finden. Aber es werden immer weniger. Speziell zu den im Wuhletal heimischen Vögeln schrieb Heino Mosel in einem Artikel in 'Die Hellersdorfer' vom 2.3.99: "Dem aufmerksamen Naturfreund wird nicht entgangen sein, daß Arten und Individuen immer seltener werden. Ein bereits viele Jahrzehnte andauernder Prozeß. Dieser wird von der Besiedlung des Umlandes und den veränderten Nutzungen des Wuhletales bestimmt. So verschwanden in den letzten Jahrzehnten auch die letzten Störche aus dem Wuhletal. 1984 blieb das Nest in Eiche leer, 1990 auch das in Hellersdorf. Anfang der 80er Jahre waren zum Beispiel Kiebitz, Flußregenpfeifer, Sumpfrohrsänger, Gelbspötter und auch die Feldlerche häufige Vogelarten. Wo sind sie geblieben? Von den vier Brutrevieren des Mäusebussards ist ein Revier geblieben."
Und noch zwei Absätze aus diesem Artikel: "Oft übersehen und weniger auffällig sind die kleinen Singvögel. Bluthänfling, Wiesen- und Wasserpieper, Gebirgs- und Bachstelze sind, um nur einige zu nennen, wenn auch im Bestand stark zurückgegangen, aber noch regelmäßig zu beobachten. Das melodische Flöten des Pirols ist unverwechselbar. ....
Nicht unerwähnt bleiben dürfen unsere Greifvögel. Die Rohrweihe, eine Rote-Liste-Art, brütete in den letzten Jahren regelmäßig in der Nähe des Kienberges. Noch hat sie immer genug Nahrung gefunden. Doch zunehmende Beunruhigung gefährdet den Standort. Schon 1997 war die Brut nicht mehr erfolgreich."
Hier ein Auszug aus Müller et al. 1997, der in kurzen Worten die Spezifik des Landschaftsraumes Wuhletal wiedergibt:
"Die Landschaft des Gebietes Wuhletal und Seelgrabenniederung war seit dem 19. Jahrhundert vielfältigen anthropogenen Eingriffen unterworfen, die das frühere Bild der gewachsenen Kulturlandschaft nachhaltig überprägt und bis zur Unkenntlichkeit verändert haben. ...
Nachhaltige Veränderungen der Landschaft von Wuhletal und Seelgrabenniederung erfolgten im 19. und 20. Jahrhundert. Zu nennen sind:
• die Zerschneidung der Niederungslandschaft durch den Bau von Eisenbahntrassen bei Köpenick, Kaulsdorf und Ahrensfelde;
• die seit 1880 erfolgende Anlage von Rieselfeldern bei Marzahn und Hellersdorf und der damit verbundene Ausbau der Wuhle als Vorfluter;
• die Entstehung ausgedehnter Gartenstadtsiedlungen und Kleingartenkolonien bei Biesdorf, Kaulsdorf und Köpenick mit dem Verlust großer Waldgebiete im Süden und einer beträchtlichen Zersiedlung der Landschaft,
• der Bau des Klärwerkes Falkenberg (bis 1968) mit der Errichtung des Klärwerksableiters Neue Wuhle (1984) und dem weiteren Ausbau der Wuhle;
• die Aufschüttung der Trümmerberge ab 1945 (Ahrensfelder Berg, Kienberg, Biesdorfer Höhe),
• die Errichtung der Großsiedlungen von Marzahn und Hellersdorf in den 80er Jahren, deren Wohnblöcke im Norden des Gebietes bis dicht an die Niederungen von Wuhle und Seelgraben heranreichen.
Die Landschaft von Seelgrabenniederung und Wuhletal besitzt somit nur noch stark eingeschränkt naturnahe Züge. Dennoch hat sie über weite Teile den Charakter eines vegetationsgeprägten Freiraumes innerhalb des Siedlungsgebietes von Berlin bewahrt. Besonders im nördlichen Teil bildet dieser einen scharfen landschaftlichen Kontrast zu den optisch-ästhetisch wenig ansprechenden Großsiedlungen von Marzahn und Hellersdorf In diesem räumlichen Zusammenhang ist dem Gebiet von Seelgraben und Wuhletal ein gewisser landschaftlicher Reiz und eine Bedeutung für die landschaftsbezogene Erholung der in den Großsiedlungen wohnenden Bevölkerung zu bescheinigen. Hervorzuheben sind:
• die Sichtachse über die Seelgrabenniederung zum Dorf Eiche mit dem Kirchturm,
• der Bereich Rohrbruchpark,
• der Wuhlgarten mit Gehölzbeständen,
• die inzwischen begrünten Trümmerberge, die als Aussichtspunkte erholungsrelevant sind,
• der Abschnitt zwischen S- und U-Bahnhof Wuhletal und der B 1/5 (Kaulsdorfer Wiesen) mit Sichtbeziehungen zum historischen Ortskern von Alt-Kaulsdorf (gewachsener Dorfrand mit vorgelagerten Gärten und Grünlandnutzungen).
Südlich der B 1/5 wird der Landschaftsraum Wuhletal durch ausgedehnte Kleinsiedlungen und Kleingartenanlagen auf wenige Meter eingeengt. Er beschränkt sich hier nur noch auf das Bett der kanalisierten Wuhle und den unmittelbaren Uferbereich, begleitet vom Wuhlewanderweg. Weiterreichende Sichtbeziehungen werden (abgesehen vom Bereich Wuhlebecken) kaum noch zugelassen. Um so mehr gelangt hier die Wuhle selbst ins Blickfeld, während sie im nördlichen Teil innerhalb der dort breiteren Niederung nur selten auffälliger in Erscheinung tritt. Neben den durchaus positiven Aspekten des Landschaftsbildes von Seelgrabenniederung und Wuhletal sind zugleich die zahlreiche Vorbelastungen nicht zu übersehen. Als schwere Vorbelastungen des Landschaftsbildes sind zu nennen:
• die Siedlungskanten der Großsiedlungen von Marzahn und Hellersdorf,
• die Freileitungstrassen, die über weite Teile des Gebietes dem Verlauf der Niederungen folgen und innerhalb dieser zwangsläufig eine große Fernwirkung besitzen,
• die nachhaltige Zerschneidung der Niederungslandschaft durch Verkehrstrassen (Märkische Allee, Landsberger Allee/Chaussee, Eisenacher Straße, Cecilienstraße, Altentreptower Straße und Bahndamm, B 1/5, Bahndamm bei Köpenick),
• mannigfache anthropogene Überprägungen des Kleinreliefs durch Aufschüttungen und Abgrabungen besonders im Norden des Gebietes,
• der erkennbar künstliche Ausbauzustand von Alter Wuhle, Neuer Wuhle und Wuhle, soweit diese direkt einsehbar sind,
• der Verlauf oberirdischer Rohrleitungstrassen der Fernwärmeversorgung besonders im Gebiet von Marzahn und Hellersdorf, die mehrfach den Verlauf von Wuhle und Seelgraben queren bzw. über weite Strecken den Rand der Niederung begleiten,
• die Einengung des Landschaftsraumes im Süden des Gebietes,
• der derzeitige Zustand der Vegetation, der in weiten Teilen Störungen erkennen läßt (Ruderalfluren), und damit nur bedingt ein naturnahes Landschaftsbild vermitteln kann" (S. 74-75).
In einem Text von W. Clemens, erschienen in der Reihe UMWELT und MEDIZIN der lokalen AGENDA 21, Teil 2, "Berlin-Marzahn und die globale Süßwasserkrise", Berlin 1997, heißt es:
"Die Entwicklung in Berlin ermöglichte nach einem 100jährigen Betrieb die Einstellung der Rieselfeldwirtschaft und die Abwasseraufbereitung in einer industriellen Anlage. Das Rieselfeld Falkenberg wurde im Bezirk Berlin-Marzahn weitgehend überbaut. Auf den früheren Rieselfeldern nördlich des Rüsternweges entstanden Wohngebiete der Großsiedlung und Gewerbe-gebiete. Die Dränagen und tiefen Gräben sorgten für die Ableitung überschüssigen Wassers aus den Rieselfeldern, führten ja bereits bei der Nutzung der Rieselfelder zu Austrocknungserscheinungen. Dadurch waren nicht alle Pflanzenarten für eine Kultur auf dem Rieselfeld geeignet.
Neue Probleme kamen durch die Errichtung des Klärwerkes Falkenberg und des nördlichen Klärwerksableiters hinzu. Nach der Beendigung der Rieselfeldwirtschaft und Errichtung des Klärwerkes Falkenberg vor etwa 20 Jahren sind die tiefen Gräben bestehen geblieben. Sie sind besonders deshalb problematisch, weil sie ohne den zusätzlichen Auftrag von Wasser und angesichts der zunehmenden Versiegelung von Flächen und der Ableitung des Niederschlagswassers in die Gewässer den Grundwasserspiegel in den Tälern tief absenken.
Vor allem auf den leichten Böden verlieren die Pflanzen dann die Verbindung zum Porensaugraum, und es entstehen ausgetrocknete Landschaften. Ein solcher Zustand ist als Folge der Einstellung des Rieselfeldbetriebes und der Errichtung des Vorfluters der Kläranlage Falkenberg im südlichen Seelgrabental deutlich. Die Kohlbeke und andere Feuchtbiotope sind nach der Fertigstellung des nördlichen Klärwerksableiters in den 80er Jahren trockengefallen. Es entstand besonders im südlichen Seelgrabental eine ausgetrocknete Tallandschaft mit einer Ödlandvegetation.
Für den Bezirk Berlin-Marzahn läßt sich das durch die Rjeselfeldwirtschaft und den Klärwerksbau eingetretene Defizit für den Wasserhaushalt mit etwa 12 bis 15 Millionen Kubikmetern beziffern. Das ist eine gewaltige Wassermenge, die einem rund 2 m tiefen See in der Größe des Großen Müggelsees entspricht. Das Defizit ist jedoch nicht nur auf den Bezirk Marzahn begrenzt.
Für das Seelgrabental und die Wuhle sind Maßnahmen zur Erhaltung und zur Renaturierung dringend notwendig, deren wichtigster Bestandteil die Anhebung des oberflächennahen Grundwasserspiegels im Tal darstellt. Die möglichst weitgehende Versickerung von Niederschlagswasser kann die Entwicklung einer für diesen Landschaftsraum typischen Flora und Fauna unterstützen.
Die Stillegung und der Rückbau des Klärwerkes Falkenberg im Jahre 2002 bieten dafür die einmalige Chance, diesen für die Erholung und für den Naturhaushalt und das Stadtklima wichtigen Naturraum und die Wuhle zu renaturieren und nachhaltig zu entwickeln."
Jetzt die Bilder, fotografiert teils von W. Clemens, Berlin, teils von M. Böhme.
Typisches Bild vom Wuhletal heute: der gerade, stark eingetiefte und auf ganzer Länge mit Schotter befestigte Wasserlauf ist der Klärwerksableiter, der im Jahr 2003 seine Funktion verliert und danach über die meiste Zeit des Jahres kein Wasser mehr führen kann. Heute liegt oft der typische süßliche Abwassergeruch in der Luft.
Rechts im Osten die Großsiedlung Hellersdorf, Plattenbau aus den 80er Jahren, für den die DDR berühmt war.
Entlang des Klärwerksableiters ziehen sich halbbefestigte Wege und großformatige Fernwärmeleitungen.
Links im Westen die Ausläufer des Kienbergs und große Brach- und Ruderalflächen, die zZ ohne Nutzung sind. Weiter westlich, im Bild nicht sichtbar, begrenzt die Plattenbau-Großsiedlung Marzahn den Talraum.

Grandios, dieser Blick vom gerade neu aufgeschütteten 'Rohrbruchberg' nach Süden. Typisch für das Wuhletal: 5 (in Worten fünf) Fahrwege zerschneiden die Fläche in N-S-Richtung (nicht zu sehen sind die Trassen vor den Neubauten links und am rechten Talrand). Dazu kommen die Trassen für die Fernwärmeleitungen und die Klärwerksableitung in Bildmitte. Dennoch ist ein wenig Platz für Sekundärnatur: am rechten Bildrand sind die Wasserflächen des Wuhleteiches zu erkennen, einem künstlichen, dennoch heute bereits recht naturnahen Sumpfgebiet. Der Lauf der Alten Wuhle ist nicht sichtbar, führt durch das Sumpfgebiet.
Westlich des Klärwerksableiters fließt von Eiche über mehrere Kilometer Wasser in den Resten des Bettes der 'Alten Wuhle' südwärts. Die 'Alte Wuhle' mündet unterhalb des Kienbergs in den Klärwerksableiter. Das Bett der 'Alten Wuhle' ist wie das des Klärwerksableiter ebenfalls durchgehend begradigt und zum Teil sehr stark eingetieft. Das Bild zeigt die 'Alte Wuhle' in Höhe des Kienbergs kurz vor der Mündung in den Wuhleteich. Die Eintiefung beträgt hier mehr als 2 m unter Auenniveau.

Mehrere Kanäle münden in den Klärwerksableiter, die Regenwasser aus den Plattenbaugebieten stoßweise einleiten. Das Regenwasser ist von Hundekot, Reifenabrieb, Fahrzeugölen und anderen Stoffen verunreinigt.

Blick über den Klärwerksableiter und den Wuhleteich auf den Kienberg. Der Klärwerksableiter fällt alle paar hundert Meter über technisch meisterhafte Abstürze, die von wandernden Tieren kaum passiert werden können. Der Wuhleteich in der Mitte des Bildes wurde erst vor wenigen Jahren geschaffen und ist heute ein schönes, naturnahes Sumpf- und Flachwasserbiotop. Auf dem Foto sind Arbeiten zur Erhöhung des Aufstaus am Auslauf des Teiches zu sehen. Der Kienberg im Hintergrund wurde aus Berliner Bauschutt auf seine heutige Höhe aufgeschüttet und mit Bäumen bepflanzt. Dahinter, ganz links und rechts zu erkennen, beginnen wieder die Plattenbaugroßsiedlungen von Marzahn und Hellersdorf.
Die großen freien Flächen zwischen den Großsiedlungen werden noch immer von einer Vielzahl Tier- und Pflanzenarten besiedelt. Oft sieht man zB auch tagsüber Rehe, die auf den Freiflächen äsen. Hunde veranstalten gerne Hetzjagden auf Rehe, Füchse, Hasen, Fasane und andere Tiere. Der eigentlich verordnete Leinenzwang wird fast immer ignoriert.
Müll ist auf den Freiflächen und in den Gewässerbetten vielerorts ein auffälliges Landschaftselement.
Aus den richtigen Perspektiven ähnelt der Wuhleteich schon heute einem natürlichen Flachgewässer. Die Plattenbaukulisse im Hintergrund könnte durch Baumpflanzungen oberhalb des Auenrandes verdeckt werden.
Der 'Nesselsee' liegt ein paar Meter oberhalb des Wuhleteiches. Er wurde erst 1998 durch den Bau eines Dammes geschaffen. Wenn der Damm hält, wird er in wenigen Jahren ebenfalls zu einem sehr naturnahen, für diese Aue einstmals typischen Biotop.
Stark eingetiefte, begradigte und befestigte Wuhle kurz oberhalb des S- und U-Bahnhofs Wuhletal. Die große langgestreckte Baumgruppe links im Bild wird als 'Auwald' bezeichnet. Im 'Auwald' liegt ein kleiner Teich. Im Jahr 1999 trocknete er aus, wahrscheinlich, weil das Klärwerk Falkenberg schon jetzt seine Leistung drosselt und damit weniger Wasser über den Klärwerksableiter abfließt, der Wasserstand damit sinkt.

Das letzte Bild zeigt die Wuhle unterhalb des U+S-Bahnhofs 'Wuhletal' mit Blickrichtung zur B1. Links ist im Hintergrund der alte Dorfkern von Kaulsdorf zu erkennen, davor ehemalige Moorflächen, die heute entwässert sind und intensiv als Mähwiese genutzt werden (Düngung bis an's Gewässerufer, ab und zu Umbruch der Grasnarbe). Rechts ist der Hang der Biesdorfer Höhe erkennbar, wie der Kienberg aus Müll (hauptsächlich Bauschutt) aufgeschüttet, bepflanzt und heute noch weitgehend ruhig und auf dem Wege der Renaturierung. Laut Landschaftsplan soll die Natur hier jedoch einer aufwendigen Parkanlage weichen (Wegebau wird bereits gefeiert).
Dieser Abschnitt ist im Winter ein beliebter Wasservogelrastplatz (viele Stockenten und Bleßhühner, etliche Zwergtaucher, Krickenten, Tafelenten, Schellenten, Teichhühner u.a.).
Das ist auch der letzte Abschnitt der Wuhle, der prinzipiell einer Renaturierung zugänglich wäre. Der enormen Eintiefung unter Aueniveau könnte zB sehr schnell durch einfache Erhöhung der Stauhöhe am Wehr bei der B1 entgegengewirkt werden.
Die Fotos zeigen zunächst, daß Wuhle und Wuhletal in der Vergangenheit massiv (hier wäre auch der Ausdruck 'brutal' angemessen) umgestaltet wurden, um verschiedenen für notwendig erachteten Funktionen gerecht werden zu können. Mittlererweile gilt auch eine intakte Natur als erstrebenswert.
Die Fotos zeigen auch, daß eine ganz wichtige Voraussetzung für jede ernstgemeinte Renaturierung in weiten Teilen des Wuhletals vorhanden ist: genügend Fläche ohne übermäßigen Nutzungsdruck.
weiter zur Variante "Trockenfallen lassen" oder zurück zur Einführung oder das ganze von Vorne