Intensivtraining im Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring

 

kurzfristig hatte ich die Möglichkeit am 1. Sept. 2002 an einem Fahrsicherheitstraining in der Kurskategorie: 

Premium PKW-Intensivtraining

(Eintages-Training, Dauer ca. 8 Stunden)

 mit folgenden Programmpunkten

° Theoretische Einführung
° Sitzposition/Slalomfahren
° Diverse Bremsübungen aus verschiedenen Geschwindigkeiten und auf verschiedenen Fahrbahnuntergründen
° Bremsen/Ausweichen vor Hindernissen
° Kurvenfahren
° Bremsen/Ausweichen im Gefälle
° Bremsen auf einseitig, glatter Fahrbahn
° Abfangen eines ins Schleudern gekommenen Fahrzeugs (Schleudersimulator)

teilzunehmen, da ein gemeldeter Teilnehmer kurzfristig wegen einer Erkrankung absagen mußte.

Danke auch noch an den Thorsten, daß er dabei gleich an mich dachte! Wir waren 10 Teilenehmer die ausnahmslos auf PORSCHE-FAHRZEUGEN des Typs 911 verschiedener Baujahre angereist waren.

 

Wir trafen uns am frühen Sonntag Morgen, um 07:00 Uhr auf der Rastanlage Medenbach Ost, um dann auf der A3 weiter in Richtung Koblenz fahren.

 

In Höhe Koblenz überquerten wir dann bei schönem Wetter den Rhein und fuhren noch etwas auf der A61 weiter ... 

 

bis wir dann den Rest der Strecke über die Landstraße zum Nürburgring fortsetzen konnten.

 

Im Fahrsicherheitszentrum angekommen, wurden wir erst einmal recht freundlich begrüßt und nutzten unsere frühe Ankunft zu einem zweiten kleinen Frühstück.

Die grüne
Hölle

"Grüne Hölle" wurde sie treffend von Jackie Stewart genant, die faszinierendste Rennstrecke der Welt. Hier schlägt seit fast einem Jahrhundert das Herz des deutschen Motorsports. Zur Nordschleife kam der sogenannte GP-Kurs dazu, eine der sichersten Rennstrecken weltweit. Dort gastiert auch einmal im Jahr die Formel 1. Direkt an beiden traditionsreichen Strecken gelegen, wurde 1994 das erste, modern gestaltete Fahrsicherheitszentrum Deutschlands eröffnet.

Bisher haben hier weit über 100.000 Teilnehmer ein Training absolviert und so einen aktiven Beitrag zur Verkehrssicherheit geleistet. Inzwischen ist viel passiert: Das auto motor und sport Fahrsicherheitszentrum drohte 1998/99 aus allen Nähten zu platzen. So wurde im Sommer 1999 direkt neben dem ersten Fahrsicherheitszentrum ein neues, zweites Zentrum errichtet. Höher, schneller, weiter war die Devise für das neue Zentrum. Mit verbesserter Technik, noch mehr Trainingsmöglichkeiten und viel Platz, vor allem für Übungen im höheren Geschwindigkeitsbereich, wurde hier sehr viel Wert auf das Thema Schwerfahrzeug und Motorrad gelegt. Text: Veranstalter

 

Mit etwas Theorie ging es dann mit dem eigentlichen Programm des Tages weiter, wobei wir auch an dieser Stelle noch ein paar neue Dinge erfuhren ... man lernt ja doch nie aus ;-) ...

 

1. Gleitbelag, 2. Wasserhindernisse, 3. Schleudersimulator, 4. Gefällstrecke, 5. Kurven- und Kreisbahn, 6. Aquaplaningbecken, 7. Schulungsgebäude

die einzelnen Übungen fanden in den unterschiedlichtsten Sektionen statt, siehe Grafik oben. Wobei die vorhergehende Theorie im Schulungsgebäude statt fand.

 

Trainingsziel:
Notsituationen simulieren und bewältigen

Die Zentren haben es sich zum Ziel gesetzt, auf modernste Art und Weise Notsituationen des täglichen Straßenverkehrs zu simulieren und deren Bewältigung gefahrlos zu trainieren. Prinzipiell stehen Ein- und Zweitagesprogramme zur Auswahl, sowohl wochentags als auch am Wochenende. Wir bieten Kurse für PKW, Motorräder und Schwerfahrzeuge an.
Aber auch besondere Kursprogramme für Spezialfahrzeuge, wie z .B. Tankfahrzeuge oder Gefahrguttransporter, sind aufgrund unserer Möglichkeiten kein Problem. Bei der Erstellung von Spezialprogrammen richten wir uns individuell nach Ihren Bedürfnissen (z.B. Hauptunfallschwerpunkte). Falls Sie sich Sorgen machen: der RWTÜV hat ein Verschleißgutachten erstellt, welches besagt, dass Reifen, Bremsen, Stoßdämpfer usw. bei der Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining keine messbaren Zusatzbelastungen erfahren. Es besteht außerdem die Möglichkeit, mit einem Leihwagen an den Trainings teilzunehmen. Text: Veranstalter

 

Die Gleitbeläge bestehen aus bewässerten Kunststoffflächen und bewirken, dass das Fahrzeug bereits bei Geschwindigkeiten ab ca. 40 km/h ins Rutschen gerät. Weiterer Vorteil: An den Reifen lässt sich keinerlei Verschleiß messen ... somit kann man eine ausreichende Sensibilität für das Fahrzeug entwickeln.

 

Die Kurven- und Kreisbahn, ein kleiner Nervenkitzel. Kurvenfahren und Bremsübungen unter extremen Bedingungen ... damit wir gefahrlos erleben konnten, wie ein Fahrzeug wirklich reagiert, wenn man zu schnell in eine Kurve fährt.

Die computergesteuerten Wasserhindernisse schießen (statt herkömmlicher Pylone), unerwartet und an immer wieder anderer Stelle auftauchend, aus dem Boden, so plötzlich wie echte Notsituationen und erfordern erhöhte Aufmerksamkeit.

Die Gefällstrecke mit Wasserhindernissen und Gleitbelägen simuliert praxisnah das Bergabfahren bei Glätte bzw. winterliche Fahrbedingungen ...

 

Das Aquaplaningbecken, mit variabel einstellbarer Wasserhöhe und das Spurrillenaquaplaning beweisen, dass nicht nur Eis glatt ist. Hier trainierten wir das Bremsen aus unterschiedlichen Geschwindigkeiten (30 km/h und 50 km/h) und stellten mit Erstaunen die sehr unterschiedlichen langen Bremswege selber fest!

 

Mit dem Schleudersimulator (PC-gesteuerte Hydraulikplatte), brachte der Instruktor unsere Autos ins Schleudern. In Verbindung mit unerwarteten Wasserhindernissen wurde die Aufgabe recht kniffelig. Ziel der Übung war es, das Fahrzeug mit gezielten Gegenlenkmanövern jederzeit unter Kontrolle zu bringen. Was bei mir im speziellen, mit meinen etwas weniger profilierten Sommerreifen nicht so leicht war ;-) ... wobei ich die Belastung für das Fahrwerk, sprich das ganze Fahrzeug  an dieser Hydraulikplatte als nicht so gut empfand, was ich dem Instruktor auch mitgeteilt habe.

Worauf er mir dann die Zündschlüssel seines SEAT's gab, und ich die Übungen mit diesem Fahrzeug zu Ende fuhr. Was mir trotz des Fahrzeugswechsels im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern, nicht so viel Spaß gemacht hat (allerdings war dies auch die einzige Übung, die ich nicht so positiv empfand).

 

Die Strecken:
Hightech für praxisnahe Extremsituationen

Die einzelnen Fahrtechnikpisten sind speziell für den Trainingsbetrieb konzipiert und bieten alle Möglichkeiten für ein vielfältiges Fahrsicherheitstraining! Der Großteil der fahrtechnischen Übungen wird auf bewässerten Gleitbelägen gefahren, die es ermöglichen, Extremsituationen schon bei geringen Geschwindigkeiten (40 bis 50 km/h) praxisnah und sicher zu trainieren, ohne dabei einen messbaren Reifenverschleiß am Fahrzeug zu verursachen.
Alle Fahrsicherheitszentren verfügen auch über ein Verwaltungsgebäude mit modernsten Seminarrräumen, welche für die Theorieeinführung und andere Veranstaltungen wie Vorträge, Präsentationen oder Ausstellungen zur Verfügung stehen.
Des weiteren sind in den Gebäuden gastronomische Einrichtungen untergebracht, welche die kulinarische Versorgung während den Veranstaltungen sicherstellen Text: Veranstalter

Zum Schluß des recht schönen und erfolgreichen Tages, wurde noch eine kleines Resümee des Tages gezogen. Die Teilnehmer der verschieden Lehrgänge bekamen ihre Urkunden ausgehändigt und gleichzeitig wurden uns noch Frei-Runden für die Nürburgring-Nordschleife überreicht. Ein großer Teil der Teilnehmer so auch ich, nutzten diese Gelegenheit und das schöne Wetter um noch ein paar Runden auf dieser legendären Rennstrecke zu fahren.

 

 

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