Weihnachtsstammtisch & Christkindlesmarkt in Nürnberg 03

 

Der Nürnberger Christkindlesmarkt ist das berühmteste Ereignis in Nürnberg und weit über die europäischen Grenzen hinaus bekannt. Die "Stadt aus Holz und Tuch" öffnet ihre Pforten immer am Freitag vor dem ersten Advent.

Der besondere Charme des schönsten Christkindlesmarkts in Deutschland liegt vor allem in der historischen Kulisse auf dem Nürnberger Hauptmarkt mit Frauenkirche, Schönem Brunnen und Blick auf die gotischen Altstadtkirchen St. Lorenz und St. Sebald. Das traditionelle Angebot aus Lebkuchen, Früchtebrot, Bratwürsten und Glühwein sowie die glitzernden Verkaufsstände stimmen die Besucher auf Weihnachten ein.

Vor allem Kinder finden, wonach ihnen das Herz begehrt. Im Sternenhaus wartet ein weihnachtlich-himmlisches Kinderkulturprogramm auf kleine Besucher ab vier Jahren. Theater, Märchen, Puppenspiel, "Fairy Tales", Ballett, klassische und fetzige Musik stehen dabei auf dem Programm.

Und nebenan auf der Kinderweihnacht gibt es Mitmachbuden, eine Kinderpost, den Nikolaus für das Erinnerungsfoto, Karussells und und und...

 

Am 3. Adventswochenende  sind wir nach Nürnberg, der Stadt Albrecht Dürer's gefahren, um Freunde zu besuchen und am Weihnachtsstammtisch teilzunehmen. Wir wurden bei unseren Gastgebern direkt vom Weihnachtsmann empfangen ;-) ...
beim Abendspaziergang durch die weihnachtlich geschmückten Strassen konnten wir diesen wunderschön geschmückten und ca. 8m hohen und hell erleuchteten Christbaum bewundern ... [nachgemessen haben wir den Baum übrigens nicht ;-)] ...
eine kleine Überraschung am späten Abend war ein Spielzeugmodell von "Drilling" Klaus, der in natura ein 911 SC Cabrio fährt, ein sogenannter Mini Z Racer des Typ's PORSCHE 911 GT3 RS, der einfach nur Spaß machte ... der Parkettfussboden war die ideale Rennstrecke an diesem Abend :freu: ... 
unser vorab verabredeter Treffpunkt war der so genannte "Schönen Brunnen", von dem aus wir über den Markt schlenderten ...
weihnachtliche Impressionen des leider etwas verregneten Christkindlesmarktes ... was der Stimmung keinen Abbruch tat ... denn das ein oder andere weihnachtliche Getränk wurde dabei auch probiert und für gut befunden ;-) 
das Angebot 1/2 Meter Bratwurst im Wäckle  entdeckten und probierten wir auch gleich einmal ... diese Köstlichkeit wurde auch gerne von anderen Besuchern probiert ...
die Süssigkeiten in tausenden von Formen und Geschmacksrichtungen runden das überaus reichhaltige Angebot für jeden Besucher ab. Das große Angebot in Form von Weihnachtsschmuck und Spielzeugen für leuchtende Kinderaugen soll nicht unerwähnt bleiben ... 
es wurden auch historische Postkutschenfahrten durch Nürnberg und rund um den Markt angeboten und staunend bewundert ...
zum Abschluß des Wochenendes, trafen wir uns am Samstag Abend mit gleichgesinnten Porschefreunden (unter anderem (Klaus & Guenter) zum vorweihnachtlichen Stammtisch im Gasthaus zum Gelben Löwen in Dietersdorf bei Nürnberg. Wobei der Biergarten um diese Jahreszeit nicht mehr zum tragen kam ;-) ...
"Drilling" Guenter berichtete unter anderem von einem 911 Targa mit einem leichten Brandschaden, den er am selben Tag besichtigt hatte. Ein 911er der ersten Targa-Generation, allerdings schon mit der festen Heckscheibe. Nach einem guten und reichhaltigen Essen verbrachten wir noch einen schönen Abend mit Ouzo, gutem Griechischen Wein [wobei ab und an, immer noch ein Hefe-Weizen auftauchte ;-)] mit der Hoffnung auf ein schönes, unfallfreies 911erJahr 2004 ...
ein weiteres Thema war unter anderem die Mille Miglia 2004 und die Rallye Schwäbisch Alb die sich im kommenden Jahr vom Termin her gesehen, leider etwas überschneiden. Da beide Veranstaltungen ihren speziellen Reiz besitzen und die Teilnahme sehr reizvoll ist, wird die Entscheidung nicht leicht fallen welche Veranstaltung nun den Zuschlag erhält ...
... dieses wunderschöne Motiv einer mit Schindeln eingedeckten und dem Verfall überlassenen Scheune, entdeckten wir noch  in der Nähe unserer Unterkunft kurz vor der Rückfahrt.

 

Hier dann noch ein wenig Hintergrund-Information über die Geschichte des Christkindlesmarktes von Nürnberg, der Stadt des Albrecht Dürer
Wenn Anfang November die Gemüse- und Obststände vom Hauptmarkt wegziehen und Handwerker die vorerst schmucklosen, braunen Buden mit Geklopfe und Gehämmer aufbauen, kann sich der Nürnberger schon mal rechtzeitig innerlich wappnen vor dem großen Sturm.
Am Freitag vor dem ersten Advent wird Nürnbergs vorweihnachtliches Spektakel, namens Christkindlesmarkt eröffnet.

Diese vorweihnachtliche Verkaufsmesse läßt sich bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen. Historiker nennen derzeit jedoch das Jahr 1628 als ersten Nachweis des Marktes, da es aus diesem Jahr ein eindeutiges Zeugnis gibt: Auf dem Boden einer 19 Zentimeter langen, ovalen und mit Blumen bemalten Spanschachtel aus Nadelholz, die das Germanische Nationalmuseum besitzt, wurde die mit schwarzer Tinte bemalte Inschrift gefunden "Regina Susanna Harßdörfferin von der Jungfrau Susanna Eleonora Erbsin (oder Elbsin) zum Kindles-Marck überschickt 1628." Die Schachtel mit originalem Inhalt gilt derzeit als der älteste Nachweis.

Aus dem Jahr 1737 gibt eine Liste Hinweise auf die Marktbeschicker. Sie zeigt, daß fast alle Nürnberger Handwerker in der Budenstadt vertreten sind. 140 Personen waren damals berechtigt, Waren anzubieten. 1998 stehen auf dem Christkindlesmarkt 190 Verkaufsstände, die von 200 Marktbeschickern betrieben werden.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts verlor der Markt an Bedeutung, während ihm 1933 eine besonders verklärend romantische Note verliehen wurde mit einem neuen Zeremoniell, bei dem ein Rauschgoldengel einen Prolog spricht, Kinderchöre singen und Kirchenglocken läuten.

Der Prolog wurde von dem Dramaturgen Friedrich Bröger, dem Sohn des Arbeiterdichters Karl Bröger geschrieben. Der Text, wie auch das Eröffnungszeremoniell sind nahezu unverändert.

Die Chronik des Christkindl-Marktes:

1530

In den Briefen des Nürnberger Ratsherren und Humanisten Willibald Pirckheimer (1470 bis 1530), die die Heidelberger Historikerin Helga Scheible bearbeitete und 2001 herausgab, heißt es, die Nonnen aus dem Kloster Bergen nahe Hersbruck – einer Außenstelle des Klosters Neuburg an der Donau – haben im Advent „nach Gewürzen von dem Markt“ geschickt. Vermutlich war hier die Rede vom Nürnberger Markt.

1535

Der Reformator Martin Luther lässt seine Kinder vom „Heiligen Christkind“ bescheren. Bislang hatten Kinder ihre Ga­ben vom Heiligen Nikolaus bekommen.

1564

Der Nürnberger Patrizier Endres Imhoff trägt unter dem Datum vom 22. Dezember Ausgaben für Geschenke ein, die er noch ein Jahr zuvor erst nach Weihnachten gemacht hat. Solche Mitteilungen legen die Vermutung nahe, dass das Nürnberger Patriziat ab 1564 an Weihnachten statt Neujahr beschert haben könnte.

1610

Mit einem Ratserlass vom 22. Dezember werden unzüchtige Scherzartikel beschlagnahmt, die ein Drechsler zum „Kindleinsbescheren“ angeboten hatte.

1616

In der Chronik von St. Sebald beklagt Pfarrer Lüder am Heiligen Abend, dass er die Vesper- und Nachmittagspredigt ausfallen lassen musste, weil „wegen des Einkaufens zum Kindleinsbescheren keine Leut vorhanden gwest“.

1628

Auf dem Boden einer 19 Zentimeter langen, ovalen und mit Blumen bemalten Spanschachtel aus Nadelholz – sie ist im Besitz des Germanischen Nationalmuseums – wurde diese mit schwarzer Tinte geschriebene Inschrift gefunden:
„Regina Susanna Harßdörfferin von der Jungfrau Susanna Eleonora Erbsin (oder Elbsin) zum Kindles-Marck überschickt 1628.“
In dieser Schachtel befinden sich zwölf Seidenstränge unterschiedlicher Stärke, die den originalen Inhalt darstellen. Sie wurde wohl 1628 auf dem Markt samt Inhalt angeboten. Die Beschriftung der Spanschachtel gilt derzeit als ältester Nachweis der Existenz des Nürnberger Christkindlesmarktes.

1697

Der Altdorfer Universitätsprofessor Christoph Wagenseil nennt in der zweiten, lateinisch gedruckten Stadtgeschichte „De ... civitate Norimbergensis commentatio ...“ den „Christkindleinsmarck“.

1729

Der Rat lehnt den Vorschlag eines Goldschmieds ab, eine Lotterie auf dem Markt zu veranstalten. Damit sollte dem Niedergang dieser Messe zur Weihnachtszeit entgegenge­steuert werden.

1737

Eine Liste gibt wertvolle Hinweise auf die Marktbeschicker. Sie zeigt, dass fast alle Nürnberger Handwerker in der Budenstadt vertreten sind. 140 Personen waren damals berechtigt, Waren feilzubieten.

1898

Der Christkindlesmarkt muss seinen angestammten Platz auf dem Hauptmarkt verlassen. Er wird auf die Insel Schütt verlegt.

1919

Ein neuer Standort tut sich im Platz vor dem Gewerbemuseum für den Christkindlesmarkt auf.

1923

Der Markt wird weiter verdrängt. Die Händler müssen in die Räume des gerade leer stehenden Verkehrsmuseums umziehen.

1933

Der Christkindlesmarkt kehrt auf seinen angestammten Platz am Hauptmarkt zurück. Er wird am 4. Dezember mit einem neuen Zeremoniell eröffnet, eine als Christkind verkleidete Schauspielerin rezitiert einen Vorspruch, Kinderchöre singen, Kirchenglocken läuten.

1948

In der zerstörten Altstadt wird der erste Markt nach dem Krieg abgehalten. Das Eröffnungszeremoniell bleibt fast unverändert.

1973

Der Stadtrat beschließt, die Eröffnung des Christkindlesmarktes vom 4. Dezember (Barbaratag) auf den letzten Freitag vor dem 1. Advent vorzulegen. Er will damit erreichen, dass sich der Besucherstrom besser verteilt. Die Zahl der Gäste in der Budenstadt hatte erstmals die Rekordmarke von einer Million Menschen überschritten.

1999

Aus Anlass des 950. Stadtjubiläums öffnen auf dem Hans-Sachs-Platz erstmals die „Nürnberger Kinderweihnacht“ und das „Sternenhaus“.

 

Seitenanfang