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Es ist Zeit mal wieder von einer Episode zu berichten. An einer Bilderkollektion arbeite ich noch. Wir sind wieder in Luanda / Angola, nur Wochen nach unseren Fußballspiel gegen den sowjetischen Trawler " Saturn " ( ich berichtete darüber ) Ich glaub, es war der 26.04.1986, der Tag des BA`s , kurz : es ging heim ! Aber ohne Souvenir ? Für 17 :00 Uhr war die Ankunft der Austauschbesatzung avisiert. Gegen 08:00 Uhr sollte es noch einmal zum Strand gehen." Habt ihr Lust ? " fragte uns der Kapitän. Und ob ! Mit einem W 50, gestellt von einem DDR Stützpunkt der IFA in Luanda, ging es schon 40 Minuten später in Richtung Strand. Angola war zu dieser Zeit ein gefährliches Pflaster. In den Straßen von Luanda begegneten wir Panzerfahrzeuge aus Kuba und Angola. Im Hafenbecken selbst patrouillierten kleine Militärboote, die aller 5 bis 10 Minuten Handgranaten ins Wasser warfen, um Anschläge von Rebellen und Kampftauchern zu verhindern. Wenige Wochen zuvor gab es ein Anschlag mit Haftminen auf ein Schiff der DSR. Die Strände von Angola sollten einst zu den schönsten der Welt gehört haben. Aber das war wohl während der portugiesischen Kolonialzeit . Am Strand angekommen, hatte ich eine Idee, wie ich zu meinen Souvenir kommen könnte. Eine Kokosnuss ! Ich weihte meinen Freund, Kamerad und Gitarrenspieler Manfred Schwendler ein, nämlich : Um mein Ziel zu erreichen, musste ich ins Landesinnere, denn am Strand lagen keine Früchte herum. Er stimmte zu. Alles stürzte jetzt in die Fluten. Wir verließen jedoch unsere Kameraden, was sehr gefährlich und sehr unvernünftig war. Zuerst mussten wir ein Hindernisparcour von Opuntien (Kakteen) überwinden. Dann folgte dichtes hohes Gras (2 - 3 m).Die riesigen Kokospalmen vor Augen, wollte dieser Marsch einfach nicht enden. Als wir gerade umdrehen wollten, erreichten wir eine Lichtung. Eine Siedlung aus ärmlichster Behausung. Wir traten langsam an die Leute heran. In der Hand hielten wir einen Beutel voll mit Seife, Deos und Zigaretten, der Marke Semper. In Angola, ja sogar beim Zoll dort, hatte man immer "Schmierware" dabei, wenn ich das mal so sagen darf.-Die Leute sahen uns an, als wären wir gerade vom Himmel gefallen. Nach einer kleinen Musterung durch die Eingeborenen, zeigte ich mit den Fingern nach oben in Richtung der Kokosnüsse. Gleichzeitig überreichten wir unsere "Geschenke" einer älteren Frau. "Verstehen die, was wir wollen?" fragte mich Manfred misstrauisch. Die Frau ging in eine der Hütten. Wir sahen bis dato nur Frauen und Kinder.- Jetzt trat aus der Hütte ein kräftiger großer Bursche hervor. Mit ernsten Blick kam er auf uns zu. In der Hand eine Machete. Meine Beine fühlten sich an wie Pudding. Entschlossen zeigten wir hinauf auf unsere Begierde und überreichten ihm zudem noch ein Feuerzeug und 10 Schachteln Semper. Hoffentlich kann er damit etwas anfangen grübelte ich, denn sein Interesse galt der Seife. Nun ja. Zack, zack und rucki zucki kletterte er geschwind den Baum/Palme hinauf. Gute 10 m sind das, dachte ich mir, während die Kokosnüsse zu Boden fielen. Danach gab es nur noch eine Handlung : Danke sagen und Beine in die Hand. Wir rannten was das Zeug hielt und konnten die Brandung hören, als plötzlich eine laute energische Stimme uns stoppte. Stopp !!! Vor uns baute sich ein kubanischer Soldat auf: "Hands up" schrie er zum wiederholten Mal. Aber in der Hand hielten wir doch unsere Kokosnuss. Er fuchtelte mit der MPi Kalaschnikow vor uns rum. Glaubte er doch, wir sind Rebellen aus Namibia, oder Südafrika.- "Wir Alemannia Demokratica" riefen wir heftig zurück und zeigten in die Richtung, wo unsere Jungs noch beim Baden waren. Es dauerte schon eine Weile ihn von der Wahrheit zu überzeugen. Immer wieder schaute er auf meine Kokosnuss und meinte dann: "Oooh gut, Alemannia Demokratica, ooooh guuut...".Wir erreichten fast unbemerkt unsere Kameraden am Strand. " Mein lieber Mann hatte ich ein Schi...." gestand Manfred." Na warum bist Du denn nicht gleich weggelaufen?" fragte ich. Antwort zurück: "Weil Du nicht weggelaufen bist...! " -- 17:00 Uhr dann BA ! Die Jungs von zu Haus kamen pünktlich. Ich hatte gerade die Funktion der Gangwaywache übernommen, als plötzlich mit der ATB ein alter Freund aus meiner Lehrzeit aus Halle auftauchte."Hey Matthias"!( Kellner) Die Welt ist doch so klein ! – Aus heutiger Sicht wäre so eine Unvernunft wie damals nicht denkbar. Den Namen meines Kapitäns habe ich extra nicht genannt. Er könnte mir diese Aktion beim nächsten Hochseefischerball in Rostock im Nachhinein vielleicht mit einer geballten Faust kommentieren. In Mauretanien warteten wir einmal beim BA auf unser`n Flieger, der... Das erzähle ich später einmal. Viele Maigrüße an alle Seeleute und Seeleute a.D. von Lothar Kutsche.
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