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    Erster Gang: Zieht Euch warm an!
  1. Der gold'ne Mittelweg (Rudi Burda 1980) Lied (Hörprobe)
  2. Aufgestellt (Leo Kowald 2006) Ansprache (Hörprobe)
  3. Moder KG (Leo Kowald 1980) Blues (Hörprobe)
  4. Lied vom leistungsgerechten Tod (W.Mossmann) Lied
  5. Kriminelle Weise (Leo Kowald 2006) Song (Hörprobe)
  6. Die freie Wirtschaft (K.Tucholsky 1930) Gedicht (Hörprobe)
  7. Die Macht im Staat (Knut Kiesewetter 1970er) Song (Hörprobe)
  8. Über Macht (Leo Kowald 2005) Rap (Hörprobe)
  9. Bange (Leo Kowald 2006) Song (Hörprobe)
  10. Agenda '10 (Leo Kowald 2006) Lied (Hörprobe)
  11. Wahlkrampf 2005 (Leo Kowald 2005) Lied (Hörprobe)
  12. Bütikofer-Blues (Leo Kowald 2003) Lied
  13. Integration (Leo Kowald 2006) Vorlesung (Hörprobe)
    Zweiter Gang: Wohin man sich hängt...
  14. Der schlechte Ruf (Georges Brassens/Leobald Loewe 1952/2007) Chanson
  15. Armer Martin (Georges Brassens/Leobald Loewe 1954) Chanson
  16. Sterben für die Idee (Georges Brassens/Leobald Loewe 1972) Chanson (Hörprobe)
  17. Das Unkraut (Georges Brassens/Leobald Loewe 1954/2007) Chanson
  18. öffentliche Bänke (Georges Brassens/F.-J.Degenhardt 1960er) Chanson (Hörprobe)
  19. 95% (Georges Brassens/Leobald Loewe 1972/1986) Chanson (Hörprobe)
  20. Ich mach' mich ganz klein (Georges Brassens/Leobald Loewe 1955/2006) Chanson (Hörprobe)
  21. Glückliche Liebe gibt es nicht (Louis Aragon/Georges Brassens /Leobald Loewe 1943/1965/2007) Chanson
  22. Wenn Zeit vergeht (Herman Hupfeld/Leobald Loewe 1930/2005) Song (Hörprobe)
  23. Der Fluss (Leo Kowald/Johannes Brahms 2006) Lied (Hörprobe)
  24. Von der Unzulänglichkeit... (Bertolt Brecht/Kurt Weill 1928) Lied (Hörprobe)
    Nachtisch: Die Nacht hat 12 Stunden...
  25. Schokoladeneis mit Marzipan (Leo Kowald 2007) Lied
  26. Lied für den Ausländer (Georges Brassens/Leobald Loewe 1954/2007) Chanson
  27. Saturn (Georges Brassens/Leobald Loewe 1964/2007) Chanson
  28. Morgen, Kinder, wird's nichts geben (Erich Kästner, 1928) Weihnachtslied
Interview   (Oktober 2007)

Frage: Leo, Du präsentierst am Freitag, den 30. November im LaLoK Dein neues Programm "Herbstlich unverfrorene Abgesänge aus Gelsenkirchen". Was soll das bedeuten?

Leo K.: Es sind herbstliche Lieder, Lieder gegen die heraufziehende Kälte. Trotz (oder gar wegen?) angeblich schon erfolgter Klimakatastrophe wird es immer kälter in diesem Land, besonders hier bei uns in Gelsenkirchen! Ich singe teils neue, meist aber schon etwas ältere Ladenhüter aus dem Zwanzigsten Jahrhundert, die - frisch abgetaut und umverpackt - wieder dringend gebraucht werden, weil es uns heute an preiswerter frischer guter geistiger Nahrung mangelt. Gammelmusik aus Gelsenkirchen sozusagen! Ha ha …

Frage: Was willst Du damit erreichen? Willst Du das Image unserer Stadt beschädigen?

Leo K.: Was ich erreichen will? Dass mein Publikum und ich sich nachher etwas besser fühlen und wir es ein paar Monate länger aushalten in dieser Stadt mit 16 Prozent Arbeitslosen und der überall zu bemerkenden Verwahrlosung und Verarmung. Im Ernst: Das Image der Stadt kann man nur verbessern, wenn man die Lebensbedingungen hier verbessert, sie menschlicher macht. Und dazu gehört auch Kultur, eine humanistische, erschwingliche Kultur. Und dazu eignen sich die Lieder von Georges Brassens in ganz besonderer Weise.

Frage: Der war doch ein Franzose, den versteht hier doch keiner?

Leo K.: Das ist das Problem, Brassens' Lieder kann man nur verstehen, wenn man den Text versteht. Und deswegen ist Georges Brassens bei uns eigentlich noch völlig unbekannt. Aber mein Freund Leobald Loewe hat inhaltlich originalgetreue und vor allem singbare Nachdichtungen gemacht, die ich vortragen werde, neben Übersetzungen von Franz Josef Degenhardt.

Frage: Aber Brassens war doch kein politischer Liedermacher, oder?

Leo K.: Im strengeren Sinne nicht, und politische Parteien waren ihm ein Graus. Aber er war ein wirklich radikaler Humanist, würdiger Nachfolger Till Eulenspiegels und Fançois Villon's. Er hasste Faschisten, Rassisten, Polizisten und Spießbürger, die "croquants", und liebte die einfachen Menschen. Er hat versucht, ein Resonator für ihre alltäglichen Freuden und auch Nöte zu sein und hat viel dazu beigetragen, Frankreich unregierbarer zu machen! Und genau das ist es, was wir dringend auch in Deutschland gebrauchen können und besonders hier in Gelsenkirchen. Damit es endlich wärmer wird bei uns!

Frage: Also: Her mit dem Klimawandel?

Leo K.: Ja, sicher, wir brauchen ihn, einen Klimawandel, dringend!