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I n h a l t

  1. Agenda '10   Agit-Spott
  2. Andere Sorgen   Gedicht
  3. Aufgestellt   Ansprache
  4. Augen in der Großstadt   Gedicht von K.Tucholsky
  5. Bange   Agit-Rock
  6. Die Brücke von Varvarin   Bericht / Gedicht
  7. Bütikofer-Blues   Blues
  8. Deutscher Stolz   Gedicht
  9. Drei-Spruch   Sprüche
  10. Entscheidung   Lied
  11. Der Fluss   Lied
  12. Flussfahrt   Song
  13. Gerücht   Gedicht
  14. Teure-Gummibärchen-Märchen   "Kinder"lied
  15. Hiroshima, Nagasaki   Gedicht
  16. Integration   Vorlesung
  17. Moder KG oder was trifft mich die Krise?  Blues-Ballade (Geständnis)
  18. Postmoderne Kreuzzüge   2 kleine Reimereien
  19. Kriminelle Weise   Agit-Hop (Plaidoyer)
  20. Die Lügenfärbmaschine   Chanson
  21. Mal was Schönes   Song
  22. Tötet das Mammon / Mammon-Blues   AgitProp
  23. Mammon unser   Stoßgebet
  24. Ein hübsches Merkel   Chanson
  25. Du sollst nicht mörkeln   Leserbrief
  26. Mutter Erde   Song
  27. NO NAZI, NO WAR!   Reggae
  28. Nordicwalker haben alle Dreck am Stecken   Song
  29. Online Execution   Gedicht
  30. Politik   Aphorismus
  31. Posthumer Brief eines Vaters an G.B   prosaischer Zehnzeiler
  32. Prognose   Spruch
  33. Die Schnecke zum Gärtner   AgitProp
  34. Schokoladeneis mit Marzipan   Lied
  35. Sicherheit   Aphorismus
  36. ÜberMacht   Agit-Rap
  37. Die Unsichtbaren   Chanson
  38. Mit untertänigstem Verlaub   Chanson
  39. Vertrauen   politisches Kurzgedicht
  40. Verrückt gemacht   Geflüster
  41. Deutscher Wahlkrampf / Beim Frühstück   Agit-Prop
  42. Watt'ndrama   Blues
  43. Wider-Spruch   Spruch
  44. Die freie Wirtschaft   Gedicht von K.Tucholsky
  45. Wünsche   Song
  46. Yo quiero salir del mundo   Gedicht von José Martí
  47. Zuhause im Klapheckenhof   Chanson
    http://leo.kowald.org


Creative Commons License ©© 1978-2008 Absängerei Leo Kowald, Gelsenkirchen. Dieser Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert. Diese Seite ist frei von GEMA- oder VG-Wort- "geschützten" Inhalten. Nur nichtkommerzielle Wiedergabe in humanistischem Kontext erwünscht!


Aufgestellt (Ansage am 31.11.2007)

Meine sehr geschätzten Kundinnen und Kunden,
ich habe Sie mir heute zusammengefunden,
um Ihnen meine neueste programmatische Ausrichtung zu präsentieren.

Ich habe mich hier neu aufgestellt, um in Ihrem Focus
zu spielen und zu singen und ohne viel Hokuspokus
im lyrisch-musikalischen Bereich meine Kompetenz zu demonstrieren.

Mein Portfolio umfasst neben hauptsächlich französischen Chansons in deutscher
Sprache sowie linksorientierter Satire altbewährtes und umfassend modernisier-
tes Agitations- und Propagandaliedgut, kurz Agitprop genannt. Neben authentisch
eigenen Stücken bilden die Lieder von Georges Brassens insbesondere im zweiten    
Abschnitt des Abends den strategischen Haupt-Schwerpunkt.

Die Präsentation ist adressiert an ein anspruchsvolles, politisch vorgebildetes
Publikum mit Abitur und einer Mindest-Mathematik-Zensur von 2+. Nur unter
diesen Grundvoraussetzungen kann unter anderem die Vorlesung "Integration"
verstanden und eine nachhaltige Kundenzufriedenheit sichergestellt werden.

Wir haben diesen Abend verschiedensten Geschäftspartnern und Mitarbeitern
zu verdanken, zuallererst natürlich unserem Gastgeber "SJD - die Falken", der
"Medizinischen Fußpflege Gaertig GmbH und Co KG" sowie "http-www-cevennen-
ferienhaus-de" und nicht zuletzt auch der "Moder KG", mit denen im scharfen
Wettbewerb des Kulturmarktes dieser Stadt mit vorzüglichster Organisation,
Akzeptanz und Beratungskompetenz auf vielen Entwicklungsfeldern eine volks-
orientierte und garnichtsversprechende strategische Partnerschaft eingeleitet
werden konnte.

Ihnen wünsche ich für den Verlauf der Veranstaltung:
Vollste Zufriedenheit und angenehmste Unterhaltung!

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Zuhause im Klapheckenhof  (Von Leobald Loewe, Dez. 2008, frei nach G. Brassens "La mauvaise reputation")
 
Zuhause im Klapheckenhof
hab' ich 'n ziemlich schlechten Ruf
Ich halt' den Mund und müh' mich sehr
aber ich gelt' als, weiß nicht, wer!
Ach, ich tu' doch niemandem 'was zu Leide
alldieweil ich auf meinem Holzweg bleibe
aber die Leute mög'n nicht die
die and're Wege geh'n als sie
nein, die Leute mög'n nicht die
die and're Wege geh'n als sie
über mich reden alle schlecht
außer die Stummen, natürlich nicht!

Spielt der FC Schalke, bleib’
ich schön im Bett mit meinem Weib
kommt von draußen Torgeschrei 
geht mir das glatt am Arsch vorbei!
Ach ich bin doch nicht schon ein Volksverräter
nur weil ich nicht mitjuble beim Elfmeter
aber die Leute mög'n nicht die
die and're Spiele spiel'n als sie
nein, die Leute mög'n nicht die
die and're Spiele spiel'n als sie
mit Fingern zeigen sie auf mich
außer die Krüppel, natürlich nicht!

Hör' ich 'n Altkannten, der
zieht über Asylanten her
misch' ich mich ein, bin nicht mehr still
weil ich den Mist nicht hören will!
Ach, ich tret' doch niemanden auf die Füße
nur weil ich den Ärmsten mich nicht verschließe
aber die Leute mög'n es nicht
wenn man nicht ihre Sprache spricht
nein, die Leute mög'n es nicht
wenn man nicht ihre Sprache spricht
sie alle stürzen sich auf mich
außer die Lahmen, natürlich nicht!

Ich muss kein Zukunftsforscher sein
um euch mein Los zu prophezei'n:
Finden sie einen festen Strick
schlingen sie den um mein Genick!
Ach, ich mach' doch niemandem je Probleme
nur weil ich die Wege nach Rom nicht nehme
aber die Leute mög'n nicht die
die and're Wege geh'n als sie
nein, die Leute mög'n nicht die
die and're Wege geh'n als sie
alle schau'n zu wenn man mich hängt
außer die Blinden, wie man sich denkt!

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Moder KG (1978)

"Kommen, sehen und siegen" war meine Devise
als Organisator von "Ratio", was trifft mich die Krise
zur Moder KG, Ausfahrt Erfelbach-Süd fuhr ich eben
Termin mit Herrn Dressel, dem Leiter vom Rechnungswesen      

"Kowald von Ratio-Computer, Termin mit Herrn Dressel"
"Moment noch, Herr Kowald, ja nehmen Sie bitte den Sessel
Kaffe gefällig, Herr Dressel ist noch eine Weile
in einer Besprechung, ich hoffe Sie sind nicht in Eile"

"Komm, sieh und siege"
war meine Devise
"Ich schau nur nach vorne -
was trifft mich die Krise?"

In einem Büro, gelbe Wände, Gardinen, da saßen
ein Mann und vier Frauen, die scherzten und Törtchen aßen
versteckte Romane in Stößen von Zetteln und Heftern
dazwischen die ewigen Rechensklaven von gestern.

Die eine beschrieb rosa Zettel, die macht wohl die Löhne
'ne andre besprach mit Kollegin die Leistung der Söhne
die jüngste im Raum warf verträumte Blicke nach draußen
zur Autobahn hin, wo Kolonnen gen Süden brausten

"Komm, sieh und siege"
war meine Devise
"Ich schau nur nach vorne -
was trifft mich die Krise?"

Die Struktogramme warn fertiggestellt in acht Tagen
geklärt waren bald auch die letzten, kleineren Fragen
in dreieinhalb Monaten wars dann auch programmiert
Computer getestet, geliefert und installiert

Ein halbes Jahr später Herr Dressel am Telefon
von wegen Termin am zwölften um neune schon
ich sollte an diesem und jenem Programm noch was drehn
"Gewiss doch, Herr Dressel, bis dann und auf Wiedersehn"

"Komm, sieh und siege"
war meine Devise
"Ich schau nur nach vorne -
was trifft mich die Krise?"

Am zwölften dann pünktlich zur Stell' in der Moder KG
ich komm ins Büro - eben jenes - und was ich da seh
graue Kästen und Bildschirme, Wände sind frisch gestrichen
Klimaanlage - mich hat so 'ne Ahnung beschlichen

Zwei Schreibtische waren geblieben in jenem Raum
die Kleine von damals, ich glaub, die erkannte mich kaum
da war noch ein Neuer, die übrigen waren vertrieben
ich kam, sah und stand da - wo sind sie bloß geblieben?


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Vertrauen (1983)
 
Sieges sicher blickt er nieder
auf das brave Volk, das wieder
auf die Sprüche sich verließ,
wie's von allen Säulen hieß:

"Dieser Kanzler schafft Vertrauen",
bei den reichen Seinesgleichen! 
And'res ist dem birnenweichen
Kohlkopf gar nicht zuzutrauen.


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Die Brücke von Varvarin (2000-2007)

In der serbischen Kleinstadt Varvarin am Ufer der Morava herrscht
am 30. Mai 1999 sonntägliches Markttreiben. Der schon zehn Wochen
andauernde NATO-Krieg gegen Jugoslawien scheint weit weg,
Belgrad und der Kosovo sind jeweils 200 Kilometer entfernt.

Kurz nach 13 Uhr tauchen zwei F-16-Kampfflugzeuge der NATO
am Himmel auf und feuern mit lasergesteuerten 2000-Pfund-Bomben
auf die Brücke am Stadtrand, die direkt zum Marktplatz führt:
Drei Menschen werden getötet, fünf weitere schwer verletzt.
Dutzende Menschen laufen vom Markt zur Brücke, um zu helfen.
Bei einem zweiten Angriff kurz darauf werden sieben Menschen
getötet und zwölf erleiden schwere Verletzungen.

Der auf seinem Schleudersitz, könnte er die Schreie hören
könnte der auf seinem Schleudersitz die Schreie hören
würde er erschrocken umkehren und aufhören
Befehle auszuführen, Brücken zu zerstören
die uns gar nicht gehören und nicht zu uns führen?

Der auf dem Ministerstuhl, könnte er das Zittern spüren
könnte der auf dem Ministerstuhl das Zittern spüren
würde er sich erschüttert rühren und aufhören
Befehle zu beschließen, Länder zu beschießen
die sich nicht drohen ließen und nicht kaufen ließen?

Der auf Deiner Fernsehcouch, könnte er die Schmerzen fühlen
könnte der auf Deiner Fernsehcouch die Schmerzen fühlen
würde er dann endlich aufwachen und aufhören
die immer neu zu wählen, die Soldaten befehlen
Menschen zu vernichten um Macht zu errichten?

Die Brücke sei ein legitimes militärisches Ziel gewesen, sagte NATO-Sprecher
Jamie Shea nach dem Angriff. Doch in Varvarin befanden sich keine
militä­rischen Einrichtungen. Die nächste Kaserne war 22 Kilometer entfernt.
Die 75 Jahre alte Brücke hatte nur eine Traglast von zwölf Tonnen
und wurde für Militärverkehr während des Krieges nicht genutzt.
Auch Militärexperten sprechen von einem Kriegsverbrechen gegen Zivilisten.

Auch mit Fernsehleidensbildern kann man Kriege schüren
Kriegsminister können sie aus weichen Sesseln führen
und auf Schleudersitzen kann man bei dem Triebwerksdröhnen
nur noch funktionieren und so kann's passieren
dass Die beim Bombardieren da unten krepieren ...

Hinterbliebene und Opfer aus Varvarin haben das NATO-Mitglied
Deutschland auf rund 3,5 Millionen Euro Entschädigung verklagt.
Deutschland habe mit den anderen NATO-Staaten diesen Angriff
gemeinschaftlich beschlossen und müsse dafür haften. Die Klage
wurde 2003 vom Landgericht Bonn "im Namen des Volkes" abgewiesen.

... und die Mörder triumphieren ...





Quellen:
www.frieden-bonn.de/schwerpunkte/varvarin.php, 2005
www.nato-tribunal-de


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5. Du sollst nicht mörkeln

WAZ-Leserbrief (vom 1.5.2003, prosaischer Zehnzeiler)

Es sei daran erinnert, dass Frau Merkel persönlich
für das Blutvergießen im Irak mitverantwortlich ist:
SIE hat in der über Krieg und Frieden entscheidenden
Phase im März zweitausenddrei das Ultimatum
der USA "mit allen Konsequenzen" unterstützt,
obwohl das Grundgesetz im Artikel sechsundzwanzig
Handlungen unter Strafe stellt, "die geeignet sind ...
die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten".

Der Irak-Krieg war nicht nur völkerrechtswidrig
(kein UNO-Mandat) und verfassungswidrig
(Angriffskrieg), keiner der offiziellen Kriegsgründe
war erfüllt: Der Irak hatte abgerüstet,
er hatte keine Massenvernichtungswaffen
und auch mit Al-Khaida nichts zu tun.
Der Krieg war ein blutiger Eroberungskrieg um Macht
und Öl mit viel zu vielen unschuldigen Opfern!

Zu den "Konsequenzen" der Frau Merkel sollte gehören
dass SIE sich sofort aus der Politik verabschiedet
und uns in Zukunft mit ihren Auftritten verschont!
Wie soll SIE denn jemals einen Amtseid leisten können,
"Schaden vom deutschen Volke abzuwenden",
"das Grundgesetz und die Gesetze der BRD zu achten"
und "Gerechtigkeit gegen Jedermann zu üben",
ohne sich zugleich zu "verschwören"?

SIE hat gezeigt, dass SIE jederzeit die Gewähr dafür bietet,
das Grundgesetz mit einer Rolle Klopapier zu verwechseln -
etwas, worauf man scheißen kann, wenns drauf ankommt!


  Die Schnecke (Nachtrag vom 13.7.2006)

  Habt Ihr sie gewählt, die dem Lügner
  in den Hintern hat kriechen gemüsst?
  Jetzt habt Ihr als Kanzlerin eine,
  die den Mörder von vörne beküsst!


Die Willige (Nachtrag vom 24.7.2006)

In Beirut krepieren die Kinder wie Kröten,
kein Grund für SIE, dem entgegenzutreten,
SIE stimmt den Chor der Willigen ein:
"Solange Hisbollah sich wehren tut
sind Splitterbomben auf Wohnviertel gut!
Kein Waffenstillstand für Libanon, nein,
wir Willigen billigen Phosphor-Granaten
auf Viertel der Moslems, das schürt ihre Wut!"

Angelas Marschflugkörper (Nachtrag vom 1.10.2007)

"Um die Politik anderer Nationen zu beeinflussen
 um den Interessen und Werten der eigenen Nation zu dienen
 müssen alle Mittel in Betracht gezogen werden
 von freundlichen Worten bis zu Marschflugkörpern"
(Angela Merkel auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2004)


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Ein hübsches Merkel
(Von Leobald Loewe, 15. April 2008)

Nie auf der Welt können Linkswähler sein
so blind wie ich Idiot mich hab' benommen
da fielen fast mir die Augen hinein
als ihrem Mieder sie zu nah gekommen
    
    Ein hübsches Merkel mit rosa Kuhhaut
    als schöne Blume geschminktes Biest,
    das dich regiert wie man's keiner zutraut
    wobei du langsam zugrunde gehst!

Ich konnte an ihrer schlichten Gestalt
nie einen Flecken zarter Haut erblicken
nur fürs Regieren, da brauchen sie halt
kein Mädel, das schön nähen kann und stricken

    Ein hübsches Merkel...

Doch neulich hat sie ein Kleid ausgesucht
ließ ihre altbewährten Knöpfe fallen
als ich sie sah, hab' ich mich fast verschluckt
sie hatte mir noch nie so gut gefallen

    Ein hübsches Merkel...

Hat sie der Schöpfer mit Reizen bestückt!
Mich traf der Blitz, mein Herz fing an zu brennen
sie hat so viele, ich hab' nicht geblickt
nicht mehr gewusst, wohin mit meinen Sinnen...

    Ein hübsches Merkel...

Wegen dem Bush war ich sauer, die Wut
ist nun verpufftt, ich hab' Hartz ihr vergeben
auch finde ich  ih-re-Re-Formen so gut
kann meine Stit-timme keiner Andern geben!

    Ein hübsches Merkel...

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Deutscher Wahlkrampf (Juli 2005)

Die "Reformen" war'n "gescheitert"*
Rürup, Hartz, das Jammertal
für die Katz' und nicht erheitert
muss das Volk erneut zur Wahl

Wieder einmal geht's ums Ganze
Umwelt, Zuckumpft, 's Kapital
um Lohnnebenkostensenkung
und die Arbeitslosenzahl

Aus der Glotze schallt es "ZUCKUMPFT!"
"Hoch die Armut!" titelt BILD
" 's drohen große Katastrophen
zahle Ablass, gib dein Geld!"

"Dein Erspartes ist heut' richtig
wichtig für die Konjunktur
Lohnerhöhung? Bist du irre?
Willst du Sozialismus pur?"

"Schulden? Feigling! Mach jetzt Umsatz
wer nichts kauft, hat nicht gelebt
Schluss mit lustig ist erst wenn man
in der Zinsenfalle klebt!"
__________

"Wer das Tempo hier nicht mitgeht
wird am Straßenrand entsorgt
denk daran, die Rente ist von
deinen Enkeln nur geborgt!"

"Den Versagern, Alten, Kranken
keinen müden Euro mehr
jeder sehe, wie er klarkommt
so ist Zukunft, bitte sehr!"

"Für den Frieden schicken wir dann
mit dem eingesparten Geld
unsre Bundeswehrsoldaten
in die große weite Welt!"

Ganz verdattert steht der arme
Mann der Arbeit aufgewacht
vor den Scherben der Bescherung
die ihm dieser Wahlkrampf macht

Und er ahnt: Auf seine Kosten
geht's mit List, Gewalt, Verrat
um das alte Oben - Unten
und die ganze Macht im Staat!
Beim Frühstück (Juli 2008)

Sitz' gemütlich ich beim Frühstück
so vor meiner Tasse Tee
ist mein Blutdruck noch in Ordnung
bis ich in die Zeitung seh':

Wieder einmal geht's ums Ganze 
Umwelt, Zuckumpft, 's Kapital 
um Lohnnebenkostensenkung und die Arbeitslosenzahl Auf der Tittel-Seite: "Krriieese!" Nummer zwo: "Rette die Welt! 's drohen große Katastrophen zahle Ablass, gib dein Geld!" "Dein Erspartes ist jetzt richtig wichtig für die Konjunktur! Lohnerhöhung? Bist du irre willst du Sozialismus pur?" "Schulden? Feigling! Schaffe Umsatz wer nicht kauft hat nicht gelebt Schluss mit lustig ist erst wenn man in der Zinsenfalle klebt!" _________________ "Wer das Tempo hier nicht mitgeht wird am Straßenrand entsorgt denk daran, die Rente ist von deinen Enkeln nur geborgt!" "Für Versager, Alte, Kranke keinen müden Euro mehr jeder sehe, wie er klarkommt so ist Zukunft, bitte sehr!" "Für den Frieden schicken wir dann mit dem eingesparten Geld unsre Bundeswehrsoldaten in die große weite Welt!" Ganz verdattert les' ich weiter mit 'nem Puls von huntertacht- zig und raff nicht diesen Schwachsinn doch da kommt mir der Verdacht: Mensch, na klar, auf uns’re Kosten geht's mit List, Gewalt, Verrat um das alte Oben - Unten und die ganze Macht im Staat!
Juli 2005: Der eigentliche Zweck der neoliberalen „Reformen“, fette Profite für die "Global Player", wurde erreicht. Mit den durchaus einkalkulierten Folgen: Nachlassen der Binnennachfrage, Massenarmut und wachsende soziale Unsicherheit und Ungerechtigkeit. Die deutschen Konzerne platzen vor Konkurrenzfähigkeit und Exportüberschüssen (lesen Sie die Wirtschaftsseite!). Unsere Kassen sind leer, weil sie sie geplündert haben! Die Wirtschaftskrise findet nur bei den Arbeitern, Angestellten, Arbeitslosen, Rentnern, Kindern und Kranken statt. Womit dann schon der Vorwand für die nächste Runde im globalen Sozialdumping-Marathon geschaffen ist. Und man wird ihnen wieder glauben!

Nachtrag 2007: Inzwischen hat sich die Konjunktur von den "Reformen" erholt, dank der Auslandsnachfrage und weil sich die Kapitalflucht in die Billiglohnparadiese des ehemaligen Ostblocks (Siehe EU-Osterweiterung) totgelaufen hat. Nun heißt es, das sei ein Erfolg von "Hartz IV" gewesen! Welch zynischer Schwachsinn: Die armen Schlucker sollen die Konjunktur gerettet haben - bis zum nächsten Abschwung - und was dann?!

Nachtrag 2009: Jetzt rächt sich die schwache Binnennachfrage! Die Riesenprofite von gestern konnten nicht mehr gewinnbringend reinvestiert werden und wurden in riskanten Kreditgeschäften in den USA verzockt. Die im Inland nicht absetzbaren Produkte können auch in den USA und auch "auf Pump" nicht mehr losgeschlagen werden. Nun ist die Krise da, zunächst einmal bei den Banken und Reichen. Umso lauter ist das Jammern: Irrsinnige Mengen Geld der Steuerzahler werden "dringend" zur "Absicherung" der Profite von gestern "benötigt". Mit den durchaus einkalkulierten Folgen: Nachlassen der Binnennachfrage, Massenarmut und wachsende soziale Unsicherheit und Ungerechtigkeit... Und alles geht wieder von vorne los!

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Agenda '10 (November 2006)

Wisst Ihr noch: Agenda 2010, unser großes Opfer für die
künftigen Generationen, für den Erhalt des Kosmos?
Nun - wo ist das Geld geblieben? Ich weiß es:


Chantal, komm her und mach's dir gemütlich
wir tun uns ein wenig am Schampus gütlich
denn wir haben heute etwas zu feiern
komm näher zu mir, spiel mir an den Füßen

Und mach's auch ein bisschen zwischen den Zeh'n
dann erzähl' ich dir 'was von AGENDA ZEHN
wie wir das verblödete Volk abgezogen
haben bis dass sich die Balken bogen

Ha Ha Ha Ha

Es gibt nicht nur Typen wie mich, die Gewinner
sondern leider auch immer noch viel zu viel Spinner
die andauernd nur die Umwelt beschützen
und uns ansonsten nicht allzu viel nützen

Wir hamm' uns gedacht, man bräuchte nur eben
den störrischen Eseln ihr'n Zucker zu geben
dann fressen sie artig aus unseren Händen
und scheißen Dukaten mit ihren Lenden

Ha Ha Ha Ha

Den'n hamm'wer gesagt, wir tun was für Kinder
für die Enkel, die Alten, die Kranken, die Inder
für die Nachhaltigkeit und für besseres Klima
ich glaube, das fanden die wirklich ganz prima

Da kamen uns manche Flutkatastrophen
in den ärmeren Ländern gerad' wie gerufen
wir haben uns heimlich ins Fäustchen gelacht
und den Leuten ein schlechtes Gewissen gemacht

Ha Ha Ha Ha

Die glauben jetzt all'n Ernstes Soli' zu üben
wenn sie die Penunzen uns 'rüber schieben
das Moos dieser brave Leute, bald hamm'ers
auf Nummernkonten auf den Bahamas

Ludmilla, komm trink mit mir auf unser Wohl
auf Münte und Merkel, Pit' Hartz* und den Kohl
Lola, du Ferkel, nein, lass das jetzt sein
du saust mir ja alles mit Schampus ein!

Ha Ha Ha Ha

*) Peter Hartz wurde im Januar 2006 nach einem Kuhhandel mit den Richtern wegen Bestechung und "Untreue" zu zwei Jahren Gefängnis "auf Bewährung" verurteilt: Der Duz-Freund und Berater Gerhard Schröders war bis vor einigen Jahren Personalvorstand bei VW, als fast der ganze Konzernbetriebsrat u.a. mit Lust-Reisen nach Brasilien und Millionen-Geschenken bestochen wurde, um zu - gelinde gesagt - originellen Tarifabschlüssen zu kommen. Peter Hartz war als Leiter der so genannten Hartz-Kommision der wichtigste Akteur der AGENDA-2010 der rot-grünen Koaltion 1998-2005 unter Kanzler Schröder und persönlich verantwortlich für viele Grausamkeiten in den Teilgesetzen "Hartz I" bis "Hartz IV".

Sich die in den Nachkriegsjahren teilweise hart erkämpften sozialen Rechte im Handstreich nehmen zu lassen, war wohl das Dümmste, was man unseren nachkommenden Generationen antun konnte. Man hätte ihnen eher etwas Gutes getan, wenn man diese Rechte erhalten hätte, damit sie später nicht ganz mit leeren Händen da stehen. Denn keinen müden Cent, um den uns Rot-Grün-Schwarz-Gelb im Namen der Nachhaltigkeit mit der AGENDA 2010 betrogen hat, werden unsere Kindeskinder je zu sehen bekommen! Das Geld ist nachhaltig (=für immer) weg!

"Eine Person bedarf in diesem Zusammenhang besonderer Erwähnung: José Piñera und sein "International Center for Pension Reform". Jesé Piñera war Arbeitsminister unter Chiles Diktator Pinochet und hat in dieser Funktion den Arbeitnehmern dort 1980 die private Vorsorge aufgezwungen - mit all den damit verbundenen Nachteilen für die Mehrheit der Chilenen. Piñera ist seitdem als Lobbyist und Propagandist der Privatvorsorge und der internationalen Finanzindustrie tätig. Er rühmt sich der Beratung vieler Länder und Regierungen bei ihrem Weg zur Ablösung sozialer Sicherungssysteme und der Einführung privater Rentenversicherungen: In Südamerika und Osteuropa, in Großbritannien und Australien, in Kasachstan und auch bei uns in Deutschland hat er Spuren hinterlassen. Was er zum Beispiel in einem Artikel für das Wallstreet Journal Europe am 25. Juni 1998 über das angebliche Scheitern des Umlageverfahrens und die Vorteile des Kapitaldeckungsverfahrens geschrieben hat, findet sich nahezu wortgleich in den Äußerungen von Schwarz und Gelb, von Rot und Grün in Deutschlands Renten- und Demographiedebatte wieder. Wer sich durch die Seiten seiner hompage www.pensionreform.org klickt, der bekommt einen zugleich umfassenden wie bedrückenden Eindruck von der Dimension und dem weltumspannenden Charakter seiner Aktivitäten. Der Arbeitsminister Pinochets als Ghostwriter einer rot-grünen Koalition in Deutschland - das hätte ich mir noch vor zehn Jahren nicht einmal in einem sehr schlechten Traum vorstellen können. Doch die Parallelen gehen bis in die Terminologie: Auf seiner persönlichen Website www.josepinera.comwww.josepinera.com präsentierte Piñera im Mai 2004 die "Agenda Chile 2010"." (aus "Die Reform-Lüge" von Albrecht Müller, Droemer, 2004)

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Kriminelle Weise (September 2006)

Am 8. September 2006 empfahl der so genannte
„Rat der Wirtschaftsweisen“ in einem Gutachten,
das Arbeitslosengeld II um 30 Prozent zu senken.


Dieser so genannten Wirtschaftsweisen
Vorschlag ist nicht wirklich weise
sondern kriminell
und das kann ich auch beweisen:

Wovon sollen denn die Arbeitslosen
leben, wenn sie nur Almosen
statt das Recht auf Lohn erhalten
wenn DIE ihnen von dem Lebensmittel
das sie brauchen fast ein Drittel
tückisch wollen vorenthalten?

Sollen die, die keine Möglichkeiten
seh’n ihr Leben zu bestreiten
sich etwa das Leben nehmen?
Soll’n sie Fehlendes bei Freunden borgen
betteln, schnorren, schwarz besorgen
und dabei zu Tod' sich schämen?

[   Wovon sollen denn die Arbeitslosen ...

Sollen sie wie Zwangsarbeiter jobben
für ein' Euro Steine kloppen
ausgenützt zum Löhne Drücken?
Oder soll'n sie um's Budget zu schonen
in vermufften Buden wohnen
oder gratis unter Brücken?     ]

Wovon sollen denn die Arbeitslosen

Soll'n sie alles was sie noch besitzen    
bei den Pfandleihern versetzen
und am Straßenrand verkaufen?
Oder sollen sie sich isolieren
um nur hinzuvegetieren
und sich täglich zu besaufen?

Freilich gäb's zu dieser primitiven
Armenhatz Alternativen
wenn man sie nur denken wollte!
Wenn man in den Wirtschaftsweisen-Kreisen
Menschenrechten einen leisen
Funken Interesse zollte!

Wir sollten die gewissenlosen großen
Geister von den Sockeln stoßen
und für ihre Worte strafen!
Wenn SIE einfach nur die Klappe hielten
statt aufs Geld der Armen schielten
könnten die schon besser schlafen

Freilich gäb's zu dieser primitiven...

Will man Menschen in die Enge treiben
bis keine fairen Möglichkeiten übrig bleiben      

ist das wirklich kriminell !

Der "Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“, oder auch „Rat der Wirtschafts­weisen“ genannt, ist eine Kommission von 5 Wirtschaftsprofessoren, deren Mitglieder von der Bundesregierung ernannt werden. Ihm gehören an: Professor Dr. Dr. h.c. Bert Rürup (Vorsitzender), der auch Vorsitzender der "Kommission für die Nachhaltigkeit(!) in der Finanzierung der Sozialen Sicherungs­systeme" ist, Professor Dr. Peter Bofinger, Professor Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Franz, Professorin Dr. Beatrice Weder di Mauro und Professor Dr. Wolfgang Wiegard. In einem der Bundesregierung am 8. September 2006 vorgelegten Gutachten, welches von allen „Weisen“ mit Ausnahme von Peter Bofinger unterstützt wird, fordern sie, das ALG II um satte 30 Prozent zu senken und das Höchsteinkommen bei Minijobs von 400 auf 200 Euro zu halbieren. Neben den Einsparungen beim ALG II wird damit das Ziel verfolgt, erwerbslos gewordene in den Billiglohnsektor hineinzu­drängen. Den Hartz-IV-Empfängern soll ein Lebensunterhalt aus staatlichen Leistungen (trotz grundgesetzlich garantiertem Existenz­minimum) unmöglich gemacht werden. Offenbar wollen sie die Worte von Franz Müntefering** wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen nun in die Tat umsetzen. Die SPD lehnte diesen Vorstoß, zumindest verbal, „scharf“ ab.

**) Franz Müntefering ist offenbar verwirrt. In dem ZDF-Interview am 24.7.2005 sagte er: „Es gab einen ganz alten Spruchinder Sozialdemokratie: ‚Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen'. Das traut man sich heute gar nicht mehr zu sagen. Aber das war sozialdemokratisches Denken. Die haben gewusst: Jeder muss sich anstrengen, jeder muss seinen Teil dazu beitra­gen. Wir wollen dem Land sagen: Wir haben Vertrauen in Deutschland. Wir wissen, Deutschland ist stark. Aber wir müssen uns anstrengen, damit wir in einigen Jahren nicht mehr Exportweltmeister sind und andere Länder an uns vorbeigehen“.


"Die sogenannten Wirtschaftsweisen plädieren für soziales Elend", sagte Werner Rätz vom attac-Koordinierungskreis. "Profite gehen für sie vor Menschen; die Menschen sollen ihrer Ansicht nach für die Wirtschaft da sein statt umgekehrt."

In dem neuesten Gutachten fordern vier der fünf Mitglieder des Sachverständigenrates, das Arbeitslosengeld II um 30 Prozent zu senken. Von dieser und weiteren Maßnahmen erhofft sich die Mehrheit des Gremiums rund 350.000 neue Stellen für Gering­qualifizierte und Langzeitarbeitslose. Der fünfte Sachverständige, Peter Bofinger, hat sich von den Vorschlägen seiner Kollegen distanziert und ein Minderheitsgutachten angekündigt.

"Mit dem nun vorgelegten Mehrheits-Gutachten haben die gebetsmühlenartig geforderten Schikanen gegen Arbeitslose eine neue Qualität erreicht", sagte Werner Rätz. Bereits in seiner jetzigen Form liege der Regelsatz für das Arbeitslosengeld II (Regelsatz von 345 Euro im Monat plus 317 Euro für Miete und Heizung) deutlich unter der von der Europäischen Union für Deutschland definierten Armutsgrenze von 930 Euro netto monatlich. Nach einer Kürzung um 30 Prozent würde der Regelsatz des ALG II auf 241 Euro monatlich sinken. Werner Rätz: "Dieses Gutachten tritt offen für eine Verletzung der sozialen und wirtschaftlichen Menschenrechte ein. Offenbar sollen sie für Arbeitslose in Deutschland nicht gelten.

(Aus http://www.carelounge.de/sozialberufe/news/news_ansehen.php?meldungID=1568)

Britta Könemann: "Der verfassungsunmittelbare Anspruch auf das Existenzminimum". Zum Einfluss von Menschenwürde und Sozialstaatsprinzip auf die Sozialhilfe, Studien zum Sozialrecht, Band 2, Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2005, 210 Seiten, ISBN-13: 978-3-8300-2047-9, ISBN-10: 3-8300-2047-3, Preis: 75,- Euro (!)

Die Arbeit untersucht, ob Bedürftige mehr Sozialhilfe bzw. Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") einklagen können, als die Regelsätze nach dem Sozialgesetzbuch vorsehen. Dies gelingt unter Berufungdirekt auf das Grundgesetz. Eine umfassende Analyse der Verfassung zeigt, dass Art. 1 Abs. 1 GG (Menschenwürde) und das Sozialstaats­prinzip den Bedürftigen Ansprüche auf die Mittel zur Persönlichkeitsentfaltung und Teilhabe am allgemeinen Wohlstand verschaffen. Grundsätzlich bleiben die verfassungsunmittelbaren Ansprüche zwar ohne praktischen Nutzen. Aufgrund ihrer Unbestimmtheit bedürfen sie der Konkretisierung, was Aufgabe des Gesetzgebers ist. Die Regelungen im Sozialgesetzbuch und die hierzu ergangenen Verordnungen bestimmen daher in der Regel auch den Umfang der Verfassungsansprüche.

Die aktuellen Regelsätze sind jedoch rechtswidrig. Das jüngst vom Verordnungsgeber bestimmte Verfahren zur Regelsatzermittlung wurde bei der Festsetzung der Regelsätze nicht eingehalten. Die so entstandene Regelungslücke aktiviert den verfassungsrechtlichen Anspruch auf das Existenzminimum. Die Gerichte können nunmehr unmittelbar unter Berufung auf das Grundgesetz Sozialhilfeleistungen festsetzen. Anhaltspunkt bei der gerichtlichen Bestimmung der Regelsätze müssen die rechtmäßigen Wertungen des Verordnungsgebers sein. Bei korrekter Umsetzung des Verfahrens müssen die Gerichte deutlich höhere Regelsätze (etwa 200 bis 300 Euro mehr) zusprechen, als die Regelsatzfestsetzungen durch die Länder vorsehen.

Das aus dem Grundgesetz einklagbare Existenzminimum von mindestens 537 Euro hat Relevanz nicht nur für die rund 5 Millionen Bedürftigen, sondern auch für das Steuer- und Unterhaltsrecht, die Pfändungsfreigrenzen und die Lohn- und Gehaltsstruktur der Bundesrepublik. Angesichts dieser juristischen und wirtschaftlichen Tragweite, der gesellschaftlichen Diskussion und der politischen Debatte über die Richtigkeit von "Hartz IV" wird diese Arbeit einige Resonanz hervorrufen.

(Aus einer Buchbesprechung des Verlages: http://www.verlagdrkovac.de/3-8300-2047-3.htm)

Zur "geschichtlichen Laufbahn des Kapitals" bemerkt Rosa Luxemburg, einen Satz von Karl Marx fortführend, dieses sei nicht nur "aus allen Poren blut- und schmutztriefend zur Welt" gekommen, sondern es setze sich derart auch "Schritt für Schritt in der Welt durch". Die bürgerlich-liberale Theorie habe nur die eine Seite des historischen und aktuellen Prozesses im Blick, den "friedlichen Wettbewerb" und Warenaustausch auf dem Markt, das gleiche Eigentumsrecht. Die andere Seite der Kapitalakkumulation sei die, wo "ganz unverhüllt und offen Gewalt, Betrug, Bedrückung und Plünderung zutagetreten", und es koste gedankliche Mühe, unter "diesem Wust der politischen Gewaltakte und Kraftproben", der kolonialen Zugriffe und Kriege "die strengen Gesetze des ökonomischen Prozesses aufzufinden". Die gewalttätige, kriminelle Seite der Kapitalismusgeschichte zeigt sich nach Rosa Luxemburg vor allem dort, wo die kapitalistische Wirtschaftsweise sich daran macht oder darauf aus ist, nichtkapitalistische Produktionsformen zu zerstören und damit die eigene Machtsphäre auszuweiten, aber auch dann, wenn rivalisierende Kapitalgruppen nationalstaatliche Politik dazu einsetzen, die Interessensphären weltweit neu zu verteilen. (aus http://www.linksnet.de/artikel.php?id=1580)

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ÜberMacht (Juli 2005)

Geheimdienste, Firmen, Banken, Partei'n,
Agenturen, Banden, Kartelle, Kanzlei'n,
Behörden, Kirchen, Verlage, Dynastien,
Konzerne, Staaten, Verbände, Armeen
mit Beratern, Künstlern, Vertretern, Lobbyisten,
Soldaten, Killern, Philosophen, Juristen,
Professoren, Priestern, Politikern, Polizisten,
Spionen, Managern, Räubern, Journalisten
mit Gefängnissen, Medien, Arbeitsplätzen, Religion,
Universitäten, Bomben, Fabriken, Munition,
Ländereien, Netzen, Reaktoren, Medizin,
Raketen, Software, Satelliten, Strategien
mit Propaganda, Krieg, Betrug, Isolation,
Bedrohung, Tarnung, Verführung, Korruption,
erpressung, Folter, Verleumdung, Hohn,
Unterdrückung, Fälschung, Mord, Manipulation
mit Energie, Härte, Konsequenz, Brutalität,
Willenskraft, Geduld, Arroganz, Flexibilität,
Entschlossenheit, Wissen, Intelligenz, Autorität,
Verschlagenheit, Kühnheit, Geiz, Professionalität
gegen Dich, Dich, Dich und Dich, Dich, Dich, Dich und Dich,
Dich, Dich, Dich und Dich, Dich, Dich, Dich und Dich,
Dich, Dich, Dich und Dich, Dich, Dich, Dich und Dich,
Dich, Dich, Dich und Dich, Dich, Dich, Dich und auch MICH
mit Furcht, Sorgen, Großzügigkeit,
Zweifeln, Güte, Harmlosigkeit,
Schwächen, Halbwissen, Leichtgläubigkeit,
mit Naivität, Weichheit, Unbeständigkeit,
Verständnis, Moral, Bescheidenheit
Hoffnungen, Träume, Unsicherheit,
mit Gemeinschaftssinn, Verlässlichkeit,
Harmoniebedürfnis, Vergesslichkeit,
Phantasie, Humor, Verletzlichkeit,
mit Schwester-, Väter-, Mütterlichkeit,
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit,
Liebe, Freundschaft, Menschlichkeit
und Solidarität?

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Politik (August 2005)

Im Gefecht um Interessen
- was sonst wäre Politik? -
geht's um Hungern oder Fressen
und der Klügere gibt nach - Schlauere hat Glück:
Wer nicht weiß
was er will
bekommt weniger
als er verdient

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Bange (September 2006)

Das Geschüft mit der Angst boomt. Die Massenmedien scheinen es
inzwischen für ihre wichtigste Aufgabe zu halten, die Menschen
in Alarm zu halten, in einem Zustand dauernder Angst und Panik.

Wäre ihm nicht angst und bange
vor dem bösen Terrorist
würde er sich doch empören
wenn sie ihn im Haus abhören
nur weil er ein Roterrr ist

Wäre ihr nicht angst und bange
vor der Klimakatastrophe
würde sie nicht anstandsweise
zahlen diese Brennstoffpreise
wegen lauter Unkenrufe

Wäre Dir nicht angst und bange
vor dem Arbeitsplatzverlust
würdest Du Dir nicht verkneifen
auf den miesen Job zu pfeifen
den Du gerade machen musst

Wäre mir nicht angst und bange
vor dem Teufel nach dem Tod
würde ich MEIN Leben führen
und nicht auf den Ratzi* hören
und sein Denk- und Spaßverbot

Die uns Angst und bange machen**
leben gut mit Sicherheit
machen Kohle, Kriege, Dramen
saufen Wein mit feinen Damen
in Florída, wo's nie schneit

Macht uns einer angst und bange
prüft, was der im Schilde führt:
Es sind oft die grÖßten Elche
die nicht kosten von dem Kelche
den man uns zum Trunk serviert         

Alternative 6. Strophe:
Machen sie euch angst und bange
prüft, was sie im Schilde führ'n:
Es sind oft die größten Schurken
die nicht kosten von der Gurken
die sie euch zum Fraß servier'n
         
*) Josef Kardinal Ratzinger, dem heutigen Pabst Benedikt XVI, wurde im Januar 1989 von der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla für "besondere Verdienste um den Humor" der Karl-Valentin-Orden verliehen. Armer Karl!

**) Und so wirds gemacht:
Beschwöre ein Problem, das du dem Scheiß-System verdankst
( und gegen das man auch nichts tun kann, ohne das System selbst in Frage zu stellen )
und mach den Leuten damit  A n g s t , dann kannst du ihnen nehmen, was immer du verlangst!
( indem du von den Ursachen ablenkende, untaugliche "Lösungen" propagierst, die vornehmlich den eigenen Interessen dienen )
  Beispiele:
  • Arbeitslosigkeit -> Lohnnebenkostensenkung
  • Klima-Katastrophe -> Atomkraftwerke
  • Terrorismus-Bedrohung -> Demokratieabbau
  • Demographischer Wandel -> Sozialabbau.
  Zielführender wären beispielsweise:
  • Eine Stärkung der Massenkaufkraft durch Steuerentlastung niedriger Einkommen und aktive Lohnpolitik
  • Langfristige, geduldige Förderung alternativer Energiequellen und Vermeidung hektischer Verschlimmbesserungen
  • Zivile Krisenprävention und Konfliktlösung, aktive Entwicklungshilfe- und Friedenspolitik
  • Gute und billige öffentliche Dienstleistungen, Bekämpfung der Armut und des Rassismus, humane Einwanderungspolitik
  Sorgen machen sollten wir uns statt dessen über
  • das immer weiter um sich greifende Massenelend gerade auch bei uns
  • die Dominanz der USA, die gerade dabei sind, eine globale Militärdiktatur zu errichten
  • die gerade wieder zunehmende Gefahr der Vernichtung der Zivilisation durch Atom- und Bio-Waffen
  • die Aktivitäten globaler Biotech-Konzerne wie z.B. Monsanto, die gerade dabei sind, der Natur nachhaltigen Schaden zuzufügen durch die unkontrollierbare Freisetzung von genmanipulierten Pflanzen und Tieren

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Verrückt gemacht (Geflüster, März 2009)

Das folgende Traktat kann wegen des vorherrschenden
Meinungsklimas derzeit nur flüsternd vorgetragen werden!
Vor Jahren erfuhr'n wir, dass unsere Erde im Laufe der Zeit immer wärmer werde und kluge Forscher fanden heraus, die Ursache kommt auch aus Schornsteinen 'raus. Sie brachten's im Wetter um fünf vor halb acht und haben darum nicht viel Wind gemacht.

Sie wussten, das Klima ist eher apathisch es ändert sich langsam und selten dramatisch kaum messbar, nur schleichend, in Hunderten Jahren hat Mensch und Tier Zeit, sich auf neue Gefahren noch einzustellen, es wär doch zum Lachen die Leute damit verrückt zu machen

Doch dann eines Abends begann jene große Serie zur klimatischen Katastrophe, fast jedes siebente Wort war "dramatisch", Schauspieler schauten besorgt und sympathisch, nach der Tagesschau, viertel nach acht, da haben sie alle verrückt gemacht

Da krochen auf einmal aus all' ihren Löchern die Hinz und Kunz mit den richtigen Riechern um sich die Furcht vor Naturkatastrophen zu nutze zu machen, den göttlichen Strafen, genau so wie Pfaffen und Sektenpropheten schon immer den Leuten die Köpfe verdrehten.

Dank eifriger Klimamodellprogrammierer und hochkarätiger Meinungsführer gelang es sogar der Atomfakultät mit einer neuen Identität als Umweltapostel trotz peinlicher Pannen die Medien vor ihren Karren zu spannen

Sie priesen sich nun als das kleinere Übel, sie wünschten die steinalte Kohle zum Düwel, Tschernobyl wurde hinwegdiskutiert, der Atomausstieg problematisiert. Den Ausstieg vom Ausstieg, das ist's, was sie wollen sie halten uns wohl für verrückt, die Tollen!

Die abstiegsbedrohten Atomstromkonzerne - ein Konzept für ihr'n Abfall, das hätten sie gerne - gehör'n selbst nach bürgerlichsten Grundsätzen enteignet, verstaatlicht, entflochten, in Fetzen. Das weiß auch die Merkel und ihre Knaben ja, woll'n sie uns darum zum Besten haben?

"Klima, Gerechtigkeit, Freiheit" für morgen, das ist's, worum sich "DIE GRÜNEN" heut' sorgen! Potz Biomaisdiesel, ich kann es nicht fassen, wo haben die bloß ihre Umwelt gelassen? Mir regt sich bei diesem Programm der Verdacht: Die haben sich selber verrückt gemacht! ]

Seit wann ist das Wetter denn Schuld an den Plagen der Menschheit, sind jetzt die uralten Fragen zu Ausbeutung, Unwissenheit, Elend der Massen zweitrangig, eigene Kriege vergessen in Serbien und in Afghanistan? Stellt man dies’ alles nun hinten an? ]
"Hallo?", so hör' ich's im Publikum sagen: "Sind Umwelt und Klima nicht wichtige Fragen?" Natürlich! Nur her mit der Sonnen- und Windkraft und allem, was spart und nachhaltig Sinn macht doch sind es nicht eben die selben Figüren die sich vor der Welt als ihr Retter aufführen...

...und mit aller Gewalt genau jene beschützen die Mensch und Natur nur als Rohstoff benützen? "Weil die richtige Lösung von diesem Problem die soll'n wir vergessen, die soll'n wir vergessen weil die richtige Lösung von diesem Problem ist für einige, aber nur für sehr wenige, nicht angenehm." (Zitat aus 'Monopoly' von Franz Josef Degenhardt)


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Klima-Watt'ndrama   (März 2007)


Was stört den Bär / am Arktismeer / im Sommer sehr / das Klima-Watt'ndrama?
Was fegt den Wurm / îm Regensturm / vom Eifelturm / das Klima-Watt'ndrama?
Was macht den Preis / des Öls so heiß / schmilzt schon das Eis / im Klima-Watt'ndrama?

Was macht dir Angst / Wenn du brav tankst / bezahlst und dankst / das Klima-Watt'ndrama?
Sei auf der Hut / Verschwendung tut / der Welt nicht gut / auch ohne Watt'ndrama!
Dass Krieg und Not / und Hungertod / noch Menschen droht / das ist mein Watt'ndrama!

Der alte Hut / Atom sei gut / vor Sündenflut / vom Klima-Watt'ndrama?
Kam's nicht auch vor / dass Reaktor-/-en GAU'n ums Ohr / trotz Klima-Watt'ndrama?
War nicht der Müll / von Tschernobyl / schon viel zu viel / ein Riesen-Watt'ndrama?

Auf lange Sicht / hin wär's nicht schlecht / fürs täglich Licht / was Neues zu ersinnen
Nicht bang und taub / und ohne Raub-/-bau sollte, glaub' / ich, das auch bald gelingen
Wenn nicht vorher / in atomar-/-en Schlachten der / Ressourcen wegen wir / die letzte Kater-Strophe singen!

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Drei-Spruch (Oktober 2009)

Du glaubst wohl, Liebe
sei der Sinn des Lebens?

Ein falsches Wort, und Mühen
beider sind vergebens!

Das Geld diene dem
Menschen nur zum Wohle?

's geht eher umgekehrt bei
jedem Furz um Kohle!

Der Reiche wär Wohl-
täter für die Armen?

Er wär nicht lange reicher,
hätt' er viel Erbarmen!

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Integration (Oktober 2006)

(Leo setzt sich ein Kopftuch auf)

In der Mathematik ist die Integration die Umkehrung der Differenzierung und umgekehrt.

Man differenziert, in dem man aus dem Verlauf des Ganzen die Veränderungen herausarbeitet und man integriert, in dem man aus den Veränderungen den Verlauf des Ganzen rekonstruiert.

Ergebnis der Differenzierung ist die Ableitung, das der Integration? Das Integral! Anschaulich bedeutet die Ableitung die Steigung einer Kurve an einer Stelle, das Integral die eingeschlossene Fläche unter einem ganzen Kurvenabschnitt.

Aber das ist nicht lustig.

Im wirklichen Leben bedeutet Integration?
Genauso die Umkehrung der Differenzierung!

Wo aber in der Mathematik die Unterschiede aufaddiert werden, werden im wirklichen Leben die Unterschiede eliminiert.

Zum Beispiel wird dann aus einer islamischen Türkin?

(Leo nimmt sich das Tuch wieder ab)
Ein lahmer Deutscher!

Und aus einem deutschen Kommunisten, Zigeuner oder Juden?
Auch ein lahmer Deutscher! Ergebnis: Der gute christliche deutsche Islahm mit H!

Nur der deutsche Rassist bleibt wie er ist und darf weiter "Ausländer raus!" brüllen.

Würden in der Mathematik bei der Integration die Differenzen nicht hinzugezählt,
sondern beseitigt, dann wäre das Ergebnis?

Immer eine konstante Funktion: f(x)=K!

Das bedeutet: Keine Veränderung, Stagnation, und im Falle K=Z wie Zero?

Die so genannte Null- oder auch K-Z-Funktion!
Und die ist erstmal lahm! Und das ist auch nicht lustig.

Abwechslungsreicher wäre es, wenn im wirklichen Leben die Unterschiede so wie in der Mathematik

(Leo setzt sich das Kopftuch, eine Baskenmütze und einen Zylinder auf)
alle aufsummiert würden. Und das fänd ich auch viel lustiger!

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Yo quiero salir del mundo	(Josè Martì, Cuba, 1890)

Yo quiero salir del mundo
por la puerta natural
en un carro de hojas verdes
a morir me han de llevar.

No me pongan en lo oscuro
a morir como un traidor.
¡Yo soy bueno, y como bueno moriré
De cara al sol!


	Ich möchte die Welt verlassen
	durch die Pforte der Natur
	und ein Karr'n mit grünen Blätten
	fahre mich zum Sterben vor.
	
	Legt mich nicht wie einen Schurken
	ins Dunkle einer Gruft.
	Ich bin gut, so legt zum Sterben
	mein Gesicht ins Sonnenlicht!


Moi, je veux sortir du monde
par la porte naturelle
sur un char à feuilles vertes
à la mort emportez-moi.

Ne me mettez pas à l'ombre
pour mourir comme un vilain.
Je suis bon, et laissez-moi 
ainsi mourir: Face au soleil!


	I do want to leave the world
	passing through the natural door
	on a chariot with green leaves
	bear me out to die that day.
	
	Do not put me like a traitor
	to die into the dark
	I am good, and as a good man
	let me die: Face to the sun!
	
	(Nachdichtungen von Leo Kowald ©© Jan. 2009)

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Flussfahrt (2002-2008), Musik nach: John Mc. Laughlin "Follow your heart"
Auf den Fluss zu meinen Füßen
schau ich wie die Wellen fließen
      ziehen davon:
An den Horizont und weiter
      treiben sie hin

Dort im Flimmern seh' ich vieles
statt des einen festen Zieles
      wirbelnd bewegt:
Ohne Kompass, ohne Sterne
      fahre ich los

Und die Zeit ist kaum zu spüren
in der Stille kann ich hören
      wie es mich treibt:
Diesem Taktschlag meines Lebens     
      folge ich nur

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Entscheidung (Februar 1982)

Mein Kopf ist so leer
ich träume nicht mehr
wieviel' Wochen schon sind so vergangen
in der Kehle ein Kloß
wie finde ich bloß
was bei Dir mich hält so gefangen

Spürst Du nicht wie ich
wie Furcht innerlich
die trauliche Nähe zerspaltet
wie kalt und gemein
ein Dämon aus Stein
die Tage so sinnlos verwaltet

Das Leben verrinnt
wenn wir tatenlos sind
und treiben im Strom des Normalen
und nur jenes wird gut
was gemeinsam man tut
das versprachen wir uns vor zehn Jahren

Wir gelobten so leicht
gebt auf, was erreicht
verbessert den Rumpf, die Motoren
haltet Werkzeug bereit
verliert keine Zeit
denn das Leben wird täglich geboren

Doch die Angst ist nun da
und allmählich wird klar
dass wir uns von uns selber entfernen
ich werd stumm und verlier-
e die Hoffnung und wir
überlassen die Zukunft den Sternen

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Der Fluss (2002-2006)
Musik: Johannes Brahms, Symphonie Nr.3, Satz 3

Schon seit dem fünften Jahr
nach dem Krieg bin ich da
steckte früh Schläge ein
war zu klein um stark zu sein

Lernte schnell wie im Spiel
kämpfte um Achtung viel
mir war Furcht wohl vertraut
fühlte selten warme Haut

Und ich träumte vom Fluss
der am Ende ins Meer fließen muss    

Ging hinauf bis zur Schweiz
und erfuhr Liebesreiz
eine Frau nahm mich hin
Kinder gaben neuen Sinn

Es war kein leichtes Spiel
ich sah nicht mehr das Ziel
und im Streit ging ich fort
dabei fiel kaum ein Wort

Und ich wollte zum Fluss
der am Ende ins Meer fließen muss    

Als ich dann zu Dir kam
war noch viel Schmerz und Scham
nun ist mir nicht mehr kalt
und mit Dir werde ich alt

Und wir fahren den Fluss
der am Ende ins Meer fließen muss    

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Wünsche (Januar 2006)

Hätt' einen Wusch ich frei, dann - hätt' ich gern'
ein wenig Zeit, um ich selbst und faul zu sein
nicht mehr zu tun, was mir nicht wichtig war
und ruh'n zu lassen, was geschah

Mich auch mit meinem alten Macken - versöhnen
nicht vergessen oder brillenrosa tönen     
und meinen Kindern großen Dank zu sagen
gab ihnen früh und viel zu tragen

Mit klarem Kopf, gesundem Leib, nicht ohne Geld
mit Lust auf Menschen, die Natur, die halbe Welt
vor all' dem Elend nicht nur wegzuschalten
und nicht versteinert zu erkalten

Weiter zu suchen und den Mut nicht zu verlieren
Altes aufzugeben, Neues zu probieren
und mit Dir so wie in den schönsten Jahren
den wilden Fluss hinab zu fahren

Mit Dir den Abend zu beschließen
mit Dir erleben, singen, träumen und genießen
ein wenig mehr von der verrückten Welt zu seh'n
und dann, wenn's geht, nicht nach Dir - geh'n!



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Schokoladeneis mit Marzipan (Februar 2007)

"Jeder Mensch braucht Ziele", hat man uns gelehrt
"Sei doch nicht so wie ein buntes Zirkuspferd
glücklich und zufrieden nur im Kreis herum zu traben
ohne einen Drang nach vorn zu haben"

Fläschchen, Nuckel, Schaukel, Barbies, Puppenhaus
Teddybär, Geburtstagskuchen, Mickymaus
Cyberspiele, Gameboy, Fahrrad, Lego, Eisenbahn
Schokoladeneis mit Marzipan

So fängt unser Leben hierzulande an
wir bemerken, dass man Ziele kaufen kann
um uns voller Stolz, wenn wir ein Ziel erworben haben
hemmungslos am Glücksgefühl zu laben

Skateboard, Moped, Freundin, Händi, Swatch-Uhr, Jeans
Schellackplatten von Louis aus New-Orleans
Eigenheim mit Garten, Gattin die und Marzipan
einen Schokoladen-Eis-Traum zaubern kann

Ist das schöne Stück erst etwas angebraucht
sind die Glücksgefühle leider schnell verraucht
einen solchen Zustand können wir nur überleben
wenn wir ein noch höh'res Glück erstreben

Harley-Davidson mit geilem Blubberton
Dauerplatz als V.I.P. im Stadion
Schlösschen an der Loire für die Maitresse aus Paris
Palmen und ein Strand im Paradies

Rennen wir so zügellos von Ziel zu Ziel
hinterlassen wir am Ende ziemlich viel
Glücks-Sediment - die lieben Erben schmeißen dann
alles weg, damit man sich den Müll neu kaufen kann:

Fläschchen, Nuckel, Schaukel, Barbies, Puppenhaus
Teddybär, Geburtstagskuchen, Mickymaus
Cyberspiele, Gameboy, Fahrrad, Lego, Eisenbahn
Schokoladeneis mit Marzipan ...

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Gerücht (März 2007)
Habt ihr das Gerücht gehört
dass es den Direktor stört
und es ihn zutiefst empört
was man vor den Türen hört?            

Was Kollegen sich auf allen
Gängen so zusammenlallen
würd' ihm auf die Nerven fallen
und dem Vorstand sehr missfallen!            

In den Korridoren hör' er
unverschämte Ruhestörer
uns'res-guten-Rufs-Zerstörer
und gefährliche Verschwörer.            

willig, den Konflikt zu schlichten
was ja nicht den Konflikt zu schlichten
was jedoch zu seinen Pflichten        
zähle, hieß es in Gerüchten.        

Nunmehr sei veranzulassen
auf die Flure aufzupassen
um die Täter zu erfassen
und geräuschlos zu entlassen!        

Just nach der Betriebsratshörung        
zu der Korridorverschwörung
habe eine Magenstörung
ihn befallen vor Empörung.

Offenbar nicht leicht erkrankt
sei er gleich, Gott sei's gedankt        
kreidebleich nach Haus gewankt
und habe den Arzt verlangt.

Im Vertrau'n und ungefragt
wurde auf dem Flur gesagt
dass ihn seine Blase plagt
und er dünnen Stuhl beklagt.        

Aus der Personalabteilung
kam die kurze Hausmitteilung
's gäb' nach einer Lagepeilung        
keine Hoffnung mehr auf Heilung!

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Bütikofer - Blues   (April 2007)

Tagesschau, da bleibt der Ostermontag
für den alten Friedensfreund kein Schontag          
müssen doch die Fernsehmedienärsche
gnadenlos die Osterfriedensmärsche
niederzerren, fälschen, kleinberichten
meinungsBILDend für die breiten Schichten

G7     C79
G      G7
C7     C#°
G       E7
Am7  D7
D#7    D7

Sitz ich so gemütlich auf'm Sofa
seh ich den geschminkten Bütikofer
wie der - wie sein alter Weggefährte
Fischers Josch in allem ein Experte -
wenn er nicht grad Pazifisten frisst
hin und wieder auch für Frieden ist

Bütikofers Lippen formen schöne
wohl gesetzte Worte: Ja es könne
wer der Bundeswehr den Auslands-Ein-
satz verwehr nicht für den Frieden sein!
Den kriegt man bekanntlich nur mit Siegen
wenn die Feinde tot im Graben liegen!

Selbst ein Stoiber hätte sich nicht doofer
äußern können als Herr Bütikofer
beide einer Kriegs-Partei vorsitzend
jüngst im Bundestagesplenum schwitzend
um des Merkels Antrag durchzudrücken
die Tornados in den Krieg zu schicken

Bütikofer, lassen Sie sich sagen
lang schon halte ich in Friedensfragen
nichts von neoliberalen Grünen
die den Kriegsverdienern eifrig dienen
und nur noch die allerdümmsten Deutschen
können sie mit ihren schönen Worten täuschen!

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Mit untertänigstem Verlaub   (Oktober 2008)


Wenn euch so viel daran liegt, dann redet halt von Politicke
obwohl das Thema macht mich schon ein wenig melancholicke
schwätzt die ganze Woche davon, das macht mir nichts aus
doch redet ihr mir vom Frieden, kriecht mir die Angst in den Nacken
mit untertänigstem Verlaub!

Ihr besetzt mit eurer Agenda die ganz großen Themen
da bleibt kein Platz für die kleinen Leute mit ihren Problemen
Ihr bestellt die Talkmaster und die fragen Euch aus
doch redet ihr dann vom Frieden, kriecht mir die Angst in den Nacken
mit untertänigstem Verlaub!

[ Ihr droht ja gern mit dramatischen Katastrophengewalten
  verunsi-sicherte Wähler sind leicht bei der Stange zu halten
  (/wie Lemminge drängeln die Lämmer um sich in der Menge zu halten)
  schwätzt nur übers Wetter, da kennt sich jeder prächtig aus
  doch redet ihr mir vom Frieden, kriecht mir die Angst in den Nacken
  mit untertänigstem Verlaub! ]

Ihr habt die Armen vertröstet und für die Reichen gehandelt
ihr habt für sie die Wirtschaft in ein Kasino verwandelt
zum Nutz' und Fromm' der Nachhaltigkeit, ich hätt's fast geglaubt
doch redet ihr mir vom Frieden, kriecht mir die Angst in den Nacken
mit untertänigstem Verlaub!

Ihr schickt Soldaten und Waffen in die entlegensten Weiten
da haben die nichts zu schaffen außer gefährlich zu streiten
gebt's doch endlich zu, 's geht nur um Zaster, Macht und Raub
doch Ihr redet mir vom Frieden, da kriecht mir die Angst in den Nacken
mit untertänigstem Verlaub!

Solange es euch gefällt die eigenen Reden zu hören
stellt bitte das Mikro leiser um nicht meine Träume zu stören
als stinknormaler Bürger will ich im Grund' nur meine Ruh'
doch redet ihr mir vom Frieden, mach' ich mir ernsthafte Sorgen
krieg' in der Nacht kein Auge zu...
krieg' in der Nacht kein Auge zu...
krieg' in der Nacht kein Auge zu...
"Wenn die Ob'ren
vom Frieden sprechen
Mann auf der Straße
lass alle Hoffnung fahren"
(B.Brecht)

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Das Märchen von den teuren Gummibärchen     (Melodie ähnlich "Jingle Bells") (Hörprobe)
Hört das neu'ste Wallstreetmärchen:
"Investiert in Gummibärchen"!
Wo die Rohstoffbörsen kriseln 
und die Immobilien bröseln
fühlt das internationale
Spekulatius-Kapital sich
magisch zu den süßen Drogen
und Genüssen hingezogen
das bringt Maximalprofit
und alle zocken mit:

Klingelt's Geld, klingelt's Geld im Portfolio
macht es Spekulanten froh und auch den KARIBO - Oh -
doch's verfällt schnell, das Geld brennt so leicht wie Stroh
in New York und Frankfurt, in Paris und Tokio

Gummibärchen werden knapp
und KARIBO verdient sich schlapp -
nur die Kinder, die sind sauer:
"Gummibärchen sind zu teuer!"
Thomas Gottschalk sponsert eine
große Benefizanzeige:
"GUT BETUCHTE PROMISPENDer
SUCHEN BÄRENHUNGerKINDer"
das erhöht den Quotenschnitt
und alle singen mit - hey:

Klingelt's Geld ...

Sachsenlandesbankenzocker
steigerten mal eben locker
mit geborgten Staatsmoneten
acht Milliarden Bärentüten! 
|: Doch die Kinder hamm' vor Ort
    ein Loch in den Tresor gebohrt
    um die missbrauchten Gummibären
    der Bestimmung zuzuführen
    das macht alle Kinder froh -
    und erwachs'ne ebenso:

Klingelt's Geld ... :|



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NO NAZI, NO WAR !   (Oktober 2007) Melodie: "No woman no cry" von Bob Marley

Refrain und durchlaufender Background:
    NO NAZI NO WAR, NO NAZI NO WAR
    NO NAZI NO WAR, NO WAR ANY MORE !

Faschisten raus aus uns'rer kleinen Stadt - NO NAZI, NO WAR
wo's keinen Platz für braunen Kehrricht hat - NO WAR ANY MORE
Ihr Nazis habt kein Recht auf Meinung hier - NO NAZI, NO WAR
Faschisten 'raus aus unser'm Ruhr-Revier - NO WAR ANY MORE

Nie wieder Lügen, "Heil" und Marschmusik - NO NAZI, NO WAR
nie mehr Rassismus, Massenwahn und Krieg - NO WAR ANY MORE
auch euer Fremdenhass, der kommt bei uns schlecht an - NO NAZI, NO WAR
verpisst euch, macht uns're Kumpel hier nicht an - NO WAR ANY MORE

Refrain:NO NAZI ...

Ihr faselt viel von nationaler Ehr' - NO NAZI, NO WAR
und schleicht euch ein bei Polizei und Heer - NO WAR ANY MORE
für unser Anseh'n doch das beste wär - NO NAZI, NO WAR
es gäb in Deutschland keine Nazis mehr - NO WAR ANY MORE

Ihr predigt Hass und Krieg in aller Welt - NO NAZI, NO WAR
wir woll'n ein Deutschland, das den Frieden hält - NO WAR ANY MORE
mit Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit - NO NAZI, NO WAR
und ohne deutsche Überheblichkeit - NO WAR ANY MORE

Refrain:NO NAZI ...


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Deutscher Stolz   (9. November 2009)
Ihr wart hier nur zwölf Jahre kurz an der Macht,
was habt ihr da alles kaputt gemacht,
ihr kanntet in jedem Konflikt nur Gewalt
und machtet vor keinem Verbrechen halt,
und habt noch geprahlt!

Ihr habt unser Land als Bestie präsentiert
und unsere Sprache zum Gebrüll pervertiert,
eure Stiefel - Symbole für tumbes Gepolter,
eure Fahnen für Terror, Krieg, Massenmord, Folter,
Krieg, Massenmord, Folter!

Die besten Deutschen habt ihr uns genommen,
nicht oft ist, wer flieh'n konnte, wiedergekommen,
ihr habt unsre Brüder ins Lager getrieben,
ins Gas und ins Feuer - IHR seid uns geblieben,
IHR seid uns geblieben!

Und IHR seid nun stolz darauf, Deutsche zu sein!
Man kann sich nur schämen, hört euch man so schrei’n;
wann endlich in Deutschland ein Volk friedlich lebt,
und GEACHTET, erst dann, wenn es euch nicht mehr gibt,
WENN'S EUCH NICHT MEHR GIBT!

Wer wurde gefragt, ob er schwarz oder weiß
oder braun auf die Welt kommen wolle, ob reich
oder arm? Der soll meinetwegen drauf stolz sein
auf seine Geburt, die Nation und sein Holzbein,
die Nation und sein Holzbein! 

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Die Unsichtbaren
(Dezember 2007)

Wir singen Euch von unscheinbaren
fremden Frauen in mittleren Jahren
mit Kopftuch und tiefschwarzem Haar
die mit immer freundlichen Mienen
feinen Herren und Herrinnen dienen
so wie das auch früher schon war

Nach Europa um Geld zu verdienen
um der drückenden Not zu entrinnen
hat sie sich ein Ticket gekauft
dort hin wo sie keiner erwartet
von La Paz oder Delhi gestartet
als Muslimin oder getauft

Von den Kindern zu Haus' fortgerissen
werden die sie bald kaum noch vermissen
trotz Briefen und telefonier'n
und dafür muss sie sich benutzen
lassen nicht nur zum Pflegen und Putzen
und wagt nicht einmal sich zu wehr'n

Wegen fehlender Ausweispapiere
in der Wohnung gehalten wie Tiere
versteckt, illegal, unsichtbar
und ist sie nicht mehr wie ein Besen
zu gebrauchen wird sie ausgewiesen
und das nach dem dreizehnten Jahr

Die Herrschaften, die sie besessen
haben, werden sie bald schon vergessen
als hätte sie nie existiert
und über die Grenze in Stunden
ist sie aus dem Bewusstsein verschwunden
wohin auch ihr Schicksal sie führt

Wir sangen Euch von wunderbaren
starken Frauen, von den Unsichtbaren
die nie in den Schlagzeilen steh'n
die zwischendurch in Augenblicken
ihre Tränen im Lächeln verstecken
wenn sich die Gedanken verlier'n...


Gitarrenbegleitung (4/4, Cm = Capo III + Am)

1,2,4,6.: Am / Dm6 E7, Am / Dm6 E7, F  G  C  E7, 
          Am / Dm6 E7, Am / Dm6 E7, F  G  Am /,  Am / 
    3,5.: E  / Am  E,  E  F  G  A,  Dm Am E  /, 
          E  / Am  E,  F  G  C  G,  F  G  Am /,  Am / 


Les invisibles (traduction linéaire)

Nous vous chantons les femmes étrangères
effacées et d'un âge moyen
aux cheveux noires sous un mouchoir
qui servent des maitres et maitresses
toujours avec un sourire aimable 
comme ça se faisait autrefois. 

Pour l'Europe, pour gagner de l'argent 
pour échapper à la misère oppressante
elle s'est achetée un billet,
pour là, où personne ne l'attend, 
arrivée de La Paz ou de Bombay,
qu'elle soit musulmane ou athée. 

Détachée brusquement de ses enfants
elle n'leur manquera bientôt plus guère 
malgré ses lettres et ses appels 
en échange elle doit se laisser utiliser
pas seulement pour les soins, le ménage
et n'ose même pas résister. 

À cause des documents, qui manquent, 
détenue comme une animal domestique, 
illégale, invisible, cachée, 
et quand elle n'est plus bien utile
ils la jettent comme un vieil ustensile 
même après la treizième année. 

Et les seigneurs, qui la possèdent 
l'oublieront bientôt et feront mine 
qu'elle n'a jamais existé
et dès qu'elle est passera la frontière 
elle aura disparu de leur mémoire
quel que soit sa destinée.

Nous avons chanté les merveilleuses
femmes fortes, les femmes invisibles
qu'on ne trouve guère à la une
qui entretemps, en quelques instants 
cachent leurs larmes dans les coins de leurs yeux 
parfois, quand ils se ressouviennent.








The Invisibles

We'll sing you about inconspicuous
foreign women in medium age
with head scarves and deeply black hair
who're serving their sirs and ladies
always with a smile in her face
just like it was once in the past

To far Europe, to earn some money
to escape from the oppressive misery
she has bought a ticket
to somewhere, where nobody knows her
departed from Delhi or Chile
as a Moslem or a baptised

Torn away from the children at home
they will soon barely miss her
despite phone-calls and letters
and for this she's being used
not only for nursing and cleaning
and doesn't even try to refuse.

Due to the missing documents
held in the house like an animal
hidden, illegal, invisible
and when she's no longer useable
like a broom, she's instantly expulsed
even after thirteen years

The sirs and ladies, who owned her
will soon have forgotten her
as if she did never exist
and across the borders she disappeares
from their memories in a few hours
no matter where the fate her leads.

We've sung you about wonderful
strong women, about the invisibles
who never appear in the headlines
who in between in secret moments
hide their tears in the eye-corners
when their thoughts loose control.
Quellen:
Bridget Anderson Doing the dirty work? (Assoziation A 2006, 272 dicht bedruckte Seiten, 14€)
Migrantinnen in der bezahlten Hausarbeit in Europa

Auszüge aus einer Zusammenfassung der Autorin bei Attac Schweiz:

Die Lebens- und Arbeitsbedingungen migrantischer Hausarbeiterinnen werden zu einem großen Teil bestimmt durch die Überschneidung der Beziehungen, welche die Arbeiterinnen einerseits zu ihren ArbeitgeberInnen und andererseits zum Staat haben. Staatsbürgerschaft und Einwanderungsstatus sind dabei entscheidende Faktoren. Die Macht des Staates wird oftmals benutzt, um die Abhängigkeit einer Arbeiterin von ihrer ArbeitgeberIn zu verstärken und Herr/Herrin-Knecht-Verhältnisse zu institutionalisieren, so dass die Arbeiterin ihrer ArbeitgeberIn 24 Stunden am Tag unterworfen ist. Staatsbürgerschaft und Einwanderungsstatus sind Bereiche, in denen es zumindest Organisierungsmöglichkeiten gibt, wenn man etwas ändern will; in ihnen sind spezifische Verbesserungen und verbindende organisierende Prinzipien enthalten. In einer Nebenrolle war ich in der Unterstützung solcher Kämpfe engagiert und weiss, dass sie nicht leicht zu führen sind. Aber man kann sie gewinnen, und schon der Kampf als solcher ist ein materieller Gewinn. Ich möchte Arbeiterinnen und Aktivistinnen auch zu bedenken geben, das live-in Hausarbeit die Arbeiterin trotz aller Vorteile, die sie zu bieten scheint, in eine Status- und Abhängigkeitsbeziehung einbindet, die durch Rassismus vermittelt ist. Wie man sich innerhalb dieser Beziehung für Rechte, Gerechtigkeit und Gleichheit organisieren will - wenn es denn überhaupt möglich ist - muss ernsthaft überlegt werden.

Der Einwanderungsstatus ist nicht der einzige Grund dafür, dass Migrantinnen in der Hausarbeit beschäftigt sind, und er ist auch nicht der einzige Faktor, der bei ihrem Missbrauch und ihrer Ausbeutung zum Tragen kommt. Die Behandlung migrantischer Hausarbeiterinnen und die "Nachfrage" nach ihnen ist in erster Linie ein Symptom für die fundamentalen Widersprüche und Spannungen innerhalb des Kapitalismus, der sowohl rassistisch als auch patriarchal ist. Die Trennung zwischen öffentlich und privat, schreckliche Armut und demonstrativer Reichtum, der auf der Geschichte eines ungezügelten und räuberischen Imperialismus gegründet ist - hier liegen die Wurzeln für die Probleme, mit denen Frauen konfrontiert werden, die als migrantische Hausarbeiterinnen arbeiten. Ich habe diese Arbeit mit der Feststellung begonnen, dass Hausarbeit in Privathaushalten neben der Prostitution die verbreiteste Arbeit neu angekommener Migrantinnen ist. Die Ausdehnung und Rassifizierung der Prostitution, der bezahlten Hausarbeit und des Phänomens der "mail-order"-Braut ist eine Funktion der Ausdehnung des globalen Kapitalismus. Dies ist entmutigend und ermutigend: entmutigend weil die Kräfte, mit denen man konfrontiert ist, so mächtig sind, und ermutigend, weil es Möglichkeiten zu Bündnissen mit anderen Gruppen bietet, die aus einem anderen Grund gegen denselben Feind kämpfen.

Die theoretischen Herausforderungen, die durch die Hausarbeiterinnen aufgeworfen werden, erfordern, dass wir die Reproduktionsarbeit wieder in den Mittelpunkt rücken und kritisch hinterfragen, wie und was wir reproduzieren, und dass wir nicht nur das Persönliche politisch, sondern auch umgekehrt das Politische persönlich machen. Es besteht ein Bedarf an empirisch fundierter Theorie, um solche Bündnisse zu fördern und zu verstehen, was die einen Frauen miteinander verbindet und die anderen auseinander treibt. Eine solche Theorie muss in den realen, erlebten Erfahrungen der Arbeiterinnen angesiedelt sein. Ich hoffe, dass ich zeigen konnte, dass Arbeiterinnen und ArbeitgeberInnen ein Gefühl, ein soziales Bewusstsein für die Widersprüche haben, die sie zu managen versuchen. Im Unterschied zu den Arbeiterinnen hatte ich die Gelegenheit, Menschen aus vielen Migrantencommunities zuzuhören, die über Hausarbeit in verschiedenen europäischen Städten erzählt haben: ich hatte die Gelegenheit, über Hausarbeit und bezahlte Hausarbeit in der ganzen Welt zu lesen: ich hatte Zeit nachzudenken und ich hatte Kollegen, mit denen ich mich unterhalten konnte. Diese Möglichkeiten sind es, die mir die Hoffnung geben, dass ich etwas anzubieten habe, Stoff zum Nachdenken über Organisationsformen. Es handelt sich weitgehend um eine Dechiffrierung dessen, was Arbeiterinnen und ihre ArbeitgeberInnen mir erzählt haben, weil es auf ihren Erfahrungen basiert. Wie Josee gesagt hat: "Wir, die Dritte Welt, würdigen sie nicht herab, es sind eher sie, die uns herabwürdigen."


Maria S. Rerrich Die ganze Welt zu Hause (Hamburger Edition 2006. 168 Seiten. ISBN 978-3-936096-67-5. 16€) Auszüge einer Rezension von Dr. Elke Schön, Sozialwissenschaftlerin:

Die Alltagsarbeit in privaten Haushalten findet gesellschaftlich unsichtbar und ohne sonderliche Anerkennung statt. Die Zuständigkeit für Alltagsarbeit wird nach wie vor den Frauen zugeschrieben. Diese Hartnäckigkeit im Geschlechterverhältnis erfordert von Frauen Mehrarbeit im Privaten. Berufliche und lebensweltliche Anforderungen in der alltäglichen Lebensführung vereinbaren zu müssen, stellt für sie individuell ein äußerst schwieriges Unterfangen dar. So gibt es eine große Nachfrage nach entlastenden Dienstleistungen. Wer es sich leisten kann, überlässt die häusliche Alltagsarbeit, und hier besonders das Putzen, weniger privilegierten Frauen, die aufgrund ökonomischer Notlagen derart den Unterhalt für sich und ihre Angehörigen verdienen müssen. Diese Praxen haben neue Muster sozialer Ungleichheit und Abhängigkeit zwischen Frauen entstehen lassen.

Nach Schätzungen beschäftigen in Deutschland mehr als 4 Millionen Privathaushalte regelmäßig oder gelegentlich eine Putz- oder Haushaltshilfe. Nur etwa 40.000 dieser häuslich Beschäftigten sind sozialversichert. Es wird angenommen, dass die unsichtbare große Mehrheit der häuslich Beschäftigten Frauen aus aller Welt sind, die als Transmigrantinnen und illegale Migrantinnen in deutschen Haushalten arbeiten.

Dieses Phänomen verweist auf einen engen Zusammenhang von Globalisierungsgeschehen, Geschlecht und sozialer Ungleichheit, der jedoch von Gesellschaft und Politik eher tabuisiert als diskutiert wird. Die Arbeitsbedingungen, Lebenslagen und Lebensführungen der betroffenen Gruppe von Frauen blieben so bislang im Dunkeln.
...
Deutsche Privathaushalte zeigen eine rege Nachfrage nach ausländischen Putzfrauen. Gefordert wird ein flexibler den Zeitstrukturen der Haushalte angepasster Einsatz, räumliche Nähe und Beständigkeit. Das harte Arbeiten in der Illegalität ist für die putzenden Frauen mit gravierenden Risiken verbunden: Ein einziger Putzjob reicht nicht zum Überleben, in der Regel wird in mehreren solcher oder anderer Jobs gleichzeitig gearbeitet. Von den Arbeitgeberinnen fühlen sich die Frauen häufig schlecht behandelt "im Sinne von Gedankenlosigkeit, eigener Bequemlichkeit und Rücksichtslosigkeit". In der Schattenwelt der Schwarzarbeit, die unter "quasifeudalen Bedingungen" statt findet, kommen Regelungen des Arbeitsrechts und der Gesetzgebung (z.B. Kündigungsschutz, Recht auf bezahlten Urlaub, Versicherungspflicht, Recht auf sexuelle Unversehrtheit) nicht zur Geltung und werden missachtet. Nach wenigen Jahren leiden die meisten Frauen bereits an gesundheitlichen Beschwerden, jedoch erhalten sie keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Sie erwerben auch keine Rentenansprüche.


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Posthumer Brief eines Vaters an 
Georges B.		 (November 2009)

Du hättest vom Alter her mein Vater sein können
Du warst nur ein paar Tage jünger als Er 
und während Er, der Polen-Sohn, in sein 
Vater-Land einbrach, da standest Du wegen
der Streiche Deiner Copains in Sète vor Gericht.
Und als Er mit Gelbsucht in Frankreich lag 
da zwangen sie Dich nach Basdorf zur Arbeit bei BMW,
Flugzeugmotoren für "unseren" Endsieg.
Sie hatten Dir Ausweis und Marken genommen
also bist Du, noch jung, nach Deutschland gefahren.

Ich weiß nicht, ob jemand versucht hat, Dich abzuhalten.
Dein Vater, er hatte doch sicher Kontakte zu
Kameraden der Resistance gehabt und gewusst,
dass Menschen wie er hier massenweise und
systematisch gefoltert, gebrochen und arbeits-
vernichtet wurden. Im KZ Oranienburg-Sachsenhausen,
dreizehn Kilometer nord-westlich von Basdorf,
war neun Jahre zuvor Dein Kollege Erich Mühsam,
wie Du Anarchist und wie Dein Vater Kommunist, 
am beißenden Hass der Faschisten gestorben.

Basdorf, Berliner Arbeitervorstadt, Gemeinde
Wandlitz, genau da, wo später sogenannte
Genossen an "vergoldeten" Wasserhähnen 
die Chance auf ein "Nie wieder" verspielten.
Dafür drohen heute schon wieder dumm-dreiste
Nazi-Plakate zu oberst vom Lampenmast:
"Vaterland, Muttersprache, Kinderglück"
so höhnen sie das von der Stange herunter
was sie Deiner Generation gestohlen haben,
und Deinem Vater, und meinem Vater, und Dir. 

Als nachkriegsdeutschem Wirtschaftswunderkind
steht's mir nicht zu, Dich in Frage zu stellen.
Ich suche selbst noch nach Wegen, mein Leben zu meistern,
und die sind so unübersichtlich und krumm.
Nein, ich hätte nicht Einundzwanzig
geboren sein wollen, dann hätte ich womöglich
die gleichen Fehler gemacht wie mein Vater,
der natürlich nichts wissen wollte von den Bedenken
seines so wie Du Deines und ich meines Vaters.
Und was macht eigentlich gerade mein Sohn?

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Hiroshima, Nagasaki (August 2008/August 2009)
Hiroshima, Nagasaki,
große USA! WARUM?
Warum eight/six und eight/nine forty-five? 
All-Gewalten für ein neues
Capitol-Imperium?

Kurz aus kaltem Kriegs-Kalkül den
Knopf gedrückt im Überflug 
zur stratosphärischen Bestattung
hunderttausend ahnungsloser Menschen
auf im grellen Leichentuch.

Glutrot ragt Plutoniumasche
ausgelöschter Seelen zwei-
er niemals ehrlich eingestandener
verbrecherischer Terrorschläge
unfassbarer Barbarei. 

Ruhlos in den Wolkengräbern
wollen sie nicht Geschichte sein,
wollen sie die Lebenden ermutigen
sich endlich von dem ganzen
Massenmordzeug zu befrei'n.

Droht sie nicht noch immer unver-
hohlen, die Bastion der Reichen,
allen Wesen mit Vernichtung,
sollte je ein armer Tor versuchen,
seine Rechnung zu begleichen.

Hiroshima, Nagasaki,
großer Obama! Was tun?
Nie mehr "Eight/six und eight/nine forty-five" 
und Zukunft allen Kindern! Auch im
Capitol-Imperium! 

Hiroshima, Nagasaki
great United States, say WHY ?
Say why "Eight/six and eight/nine forty-five" 
omnipotence for a rising
Capitol Empire Two?

Brief in cold war calculus the
trigger pushed down on the fly
for a stratospheric funeral of
hundred thousand clueless human beeings
up in glaring fire shrouds

Crimson loom plutonium ashes
of annihilated souls
of these never truly admitted
criminal terror assaults of
inconceivable barbarism!

Restless in their cloudy graves
refusing to be history 
they're yearning to encourage us
to free ourselves for ever from this
preposterous mass murder stuff!

See, the mighty bastion of the
wealth still threatens unashamed 
all beings with annihilation
if a single poor fool ever
tries to settle an old score!

Hiroshima, Nagasaki
great Obama, what to do?
No more "Eight/six and eight/nine forty-five"    
and: Future to all children! In the
Capitol Empire too!

"63 years ago, a nation learned a valuable lesson, the hard way. And that lesson was, DO NOT MESS WITH THE UNITED STATES OF AMERICA unless you are prepared to be BLOWN TO PIECES. Those TWO BOMBS that were dropped on Japan saved HUNDREDS OF THOUSANDS OF AMERICAN LIVES in the process, so I have no regrets, none what so ever. The Japanese are the ones who should be REGRETFUL for being so STUPID, not us. And TODAY, another group of people (al Qaeda) are learning the hard way that to GO UP AGAINST OUR COUNTRY will only result in MANY DEATHS on their side."
"Vor 63 Jahren hat eine Nation eine wertvolle Lektion gelernt, auf die harte Tour. Und diese Lektion war: LEG DICH NICHT MIT DEN VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA AN, es sei denn, du bist bereit, in Stücke gerissen zu werden. Diese beiden auf Japan abgeworfene Bomben haben im weiteren Verlauf Hunderttausenden von AMERIKANERN das Leben gerettet [eine unsinnige und an amerikanischen Schulen gelehrte Legende, L.K.]. Deshalb bedauere ich nichts, überhaupt nichts. Die Japaner sind diejenigen, die bedauern sollten, so dumm gewesen zu sein, nicht wir. Und heute lernt eine andere Gruppe von Menschen (al-Qaida) auf die harte Tour, dass es gegen unser Land nur viele Tote auf ihrer Seite geben wird."
(Beitrag eines 50-jährigen "y2kokok" aus Oahu auf Hawaii aus einem Internet-Chat bei "YaHoo" am 6.8.2008.)


Empfehlenswerte Lektüre:
Peter Bürger: Hiroshima, der Krieg und die Christen, © 2005 fiftyfifty & Peter Bürger, Düsseldorf


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Sicherheit    (März 2009)

Ganz gleich ob die
Reichen ihre weißen
Fahnen oder bunte hissen
eines ist bis heute
bombensicher: Bluten müssen
allenfalls die armen Leute

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Die freie Wirtschaft   von Kurt Tucholsky alias Theobald Tiger
aus: "Die Weltbühne", 04.03.1930, Nr. 10, S. 351
Ihr sollt die verfluchten Tarife abbauen.         A7+  /    E°   /
Ihr sollt auf euern Direktor vertrauen.           Hm7  /    F°   E7
Ihr sollt die Schlichtungsausschüsse verlassen.   A7+  /    E°   /
Ihr sollt alles Weitere dem Chef überlassen.      Hm7  /    F°	/
Kein Betriebsrat quatsch' uns mehr herein,        F#m  /    F#7  /
wir wollen freie Wirtschaftler sein!              Hm7  /    E+   /
Fort die Gruppen – sei unser Panier!              C#m  /    F#+  /
Na, ihr nicht.                                    Hm7  /    F°   E7  
Aber wir.                                         A7+  /    A7+  /  

Ihr braucht keine Heime für eure Lungen,          A7+  /    E°   /
keine Renten und keine Versicherungen.            Hm7  /    F°   E7
Ihr solltet euch allesamt was schämen,            A7+  /    E°   /
von dem armen Staat noch Geld zu nehmen!          Hm7  /    F°   /
Ihr sollt nicht mehr zusammenstehn –              F#m  /    F#7  /
wollt ihr wohl auseinandergehn!                   Hm7  /    E+   /
Keine Kartelle in unserm Revier!                  C#m  /    F#+  /
Ihr nicht.                                        Hm7  /    F°   E7  
Aber wir.                                         A7+  /    A7+  /  

Wir bilden bis in die weiteste Ferne              A7+  /    E°   /
Trusts, Kartelle, Verbände, Konzerne.             Hm7  /    F°   E7 
Wir stehen neben den Hochofenflammen              A7+  /    E°   /
in Interessengemeinschaften fest zusammen.        Hm7  /    F°   /
Wir diktieren die Preise und die Verträge –       F#m  /    F#7  /
kein Schutzgesetz sei uns im Wege.                Hm7  /    E+   /
Gut organisiert sitzen wir hier ...               C#m  /    F#+  /
Ihr nicht.                                        Hm7  /    F°   E7  
Aber wir.                                         A7+  /    A7+  /  

Was ihr macht, ist Marxismus. Nieder damit!       A7+  /    E°   /
Wir erobern die Macht, Schritt für Schritt.       Hm7  /    F°   E7 
Niemand stört uns. In guter Ruh                   A7+  /    E°   /
sehn Regierungssozialisten zu.                    Hm7  /    F°   /
Wir wollen euch, einzeln. An die Gewehre!         F#m  /    F#7  /
Das ist die neuste Wirtschaftslehre.              Hm7  /    E+   /
Die Forderung ist noch nicht verkündet,           C#m  /    F#+  /
die ein deutscher Professor uns nicht begründet.  Hm7  /    F°   E7

In Betrieben wirken für uns're Idee               A7+  /    E°   /
die Offiziere der alten Armee,                    Hm7  /    F°   / 
die Stahlhelmleute, Hitlergarden ...              F#m  /    F#7  /
Ihr, in Kellern und in Mansarden,                 Hm7  /    G#+  /.
merkt ihr nicht, was mit euch gespielt wird?      -
mit wessen Schweiß der Gewinn erzielt wird?       -
Komme, was da kommen mag.                         C#m  /    F#+  /
Es kommt der Tag, da ruft der                     Hm7  /    F°   /   
Arbeitspionier: -- "Ihr nicht.                    E7   / -- F°   E7 
 Aber  Wir.                                       A7+  E°   Hm7  E7     
(Aber) Wir.                                       A7+  E°   Hm7  E7  
(Aber) Wir."                                      A7+.


Den hier zum Ausdruck kommenden historischen Optimismus konnte sich der zum Protestantismus konvertierte Jude Kurt Tucholsky nicht lange bewahren. Er nahm sich am 21. Dezember 1935 in Schweden das Leben. Nur eine Woche zuvor hatte er Arnold Zweig nach Palästina geschrieben: "Ich habe mit diesem Land, dessen Sprache ich so wenig wie möglich spreche, nichts mehr zu schaffen. Möge es verrecken - möge es Russland erobern - ich bin damit fertig".


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Augen in der Großstadt

Text: Kurt Tucholsky alias Theobald Tiger 1930, Musik: Leobald Loewe, Juni 2008





Wenn du zur Arbeit gehst am frühen Morgen
wenn du am Bahnhof stehst mit deinen Sorgen
- dann zeigt die Stadt dir asphaltglatt
im Menschentrichter Millionen Gesichter

Zwei fremde Augen ein kurzer Blick
die Braue, Pupillen, die Lider, was war das?
Vielleicht dein Lebensglück
vorbei, verweht, nie wieder


Du gehst dein Leben lang auf tausend Straßen
du siehst auf deinem Gang, die dich vergaßen
- ein Auge winkt, die Seele klingt
du hasts gefunden - nur für Sekunden

Zwei fremde Augen ein kurzer Blick
die Braue, Pupillen, die Lider, was war das?
Kein Mensch dreht die Zeit zurück
vorbei, verweht, nie wieder


Du musst auf deinem Gang durch Städte wandern
siehst einen Pulsschlag lang den fremden Andern
- es kann ein Feind sein - es kann ein Freund sein
- es kann im Kampfe dein Genosse sein
es sieht hinüber und zieht vorrüber

Zwei fremde Augen ein kurzer Blick
die Braue, Pupillen, die Lider, was war das?
Von der großen Menschheit ein Stück
vorbei, verweht, nie wieder
A7    D79   A7    D79
A7    D79   A7    D79

A7    D79   A7    D79
A7    G°    Hm7   E7
Hm7   E7    Hm7   E7
A7+   G°    Hm7   E7
Am    G7    C     Dm 
Dm6   E79-  Gm6   A7
Dm    G7    C     F7+ 
Dm6   E79-  -     -
A7    D79   A7    D79
A7    D79   A7    D79

A7    D79   A7    D79
A7    G°    Hm7   E7
Hm7   E7    Hm7   E7
A7+   G°    Hm7   E7
Am    G7    C     Dm 
Dm6   E79-  Gm6   A7
Dm    G7    C     F7+ 
Dm6   E79-  -     -
A7    D79   A7    D79
A7    D79   A7    D79

A7    D79   A7    D79
A7    G°    Hm7   E7
Hm7   E7    Hm7   E7
Hm7   E7    Hm7   E7
A7+   G°    Hm7   E7
Am    G7    C     Dm 
Dm6   E79-  Gm6   A7
Dm    G7    C     F7+ 
Dm6   E79-  -     -
A79  

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Mutter Erde (Kurz-Geschichte, Juli 2009)

Der Mond kreist unbewegter Miene um die Erde
und schaut sie sich genau von allen Seiten an,
seitdem er roh aus ihrem Leib geschlagen wurde,
hat sich auf ihr Erstaunliches getan.

Mal sah er sie verwüstet oder ganz versunken
und traf sie plötzlich ein Kometenvagabund,
dann hüllten Feuerstürme ihr Gesicht in Funken
und er hielt Wache bis sie's überstand.

    In ihrem Koma war noch schöner sie geworden,
    mit grünen Wäldern, blauen Seen und Flüssen, klar,
    skurrilen Wesen in der Luft bis tief in Fjorden,
    es war genug und Platz für alle da.

Milliarden Runden später sah er wie dort unten
sich feine Linien nach eigenem Gesetz
verzweigten und verknoteten, sich um sie spannten
und eng umschlangen wie ein Spinnen-Netz.

Und an den Knoten wuchsen Städte und Fabriken
und in den Zwischenräumen wehte blauer Staub
und in der Dämm'rung sah er ihre Lampen blinken
und leise drang Musik zu ihm hinauf.

Solo
    Er hörte dumpfes Donnern und sah grelle Pilze,
    die Lichter ihrer Lampen gingen wieder aus, 
    er schien auf Felder namenloser weißer Kreuze,
    bedeckt mit Raureif grauen Bombenrauchs.

[ Wo sind sie nur, da draußen, die den Frieden geben        
  und treibt der Mond nicht blind und taub im leeren Raum;
  was kümmert’s ihn, wie lang noch Erdenwesen leben,
  die Muße haben, ihn sich anzuschau'n? ]

Der Mond kreist unbewegter Miene um die Erde
und wird sie sich noch viele Nächte lang beseh’n,
bis sie gemeinsam in der roten Chromosphäre
der aufgeblähten Sonne untergeh'n.

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Die Schnecke zum Gärtner (Tritt-in-den-Arsch-Walzer, Oktober 2009)

Die Kreuze der Wähler in den Urnen sind alle gezählt:
Wer hat denn schon wieder die Schnecke zum Gärtner gewählt? 
Die schweigende Mehrheit hat ohne mich vorher zu fragen
mein zierliches Pflänzchen Hoffnung zum Kompost getragen

Ich finde ein solches Verhalten ist nicht souverän
wie blauäugig darf man als Wähler zur Wahlurne geh'n 
muss man den eig'nen Belangen zuwider stimmen
oder mutlos wie Treibgut im Strome der Nichtwähler schwimmen?

	Egal, ob von Schröder und Fischer, von Merkel und Müntern
	nach Wahlgeschenken gibt's immer 'nen Tritt in den Hintern
	ob Seehofer, Merkel und Rösler,  - eins is' gewiss dann:
	Den Schmerz, wenn er nachlässt, der Wähler, vor Wahlen vergisst er'n!
	
Man könnte als Wähler vor Wahlen sich mal informier'n
aus eigenen Quellen, statt nur in die Glotze zu stier'n
um sich dort mit Scheinargumenten verwirren zu lassen
die so schön in die Scheinwelt der Schönen und Reichen passen

Der Liberalismus steht da wie ein Clown ohne Socken
das ist doch kein Grund, sich 'ne Westerwelle zu locken!
Als hätte die Welle der Pleiten dem Volk nicht genügt
hat es prompt diesen Kasper der Banken zum Vize gekriegt...

	Egal, ob von Schröder und Fischer, von Merkel und Müntern
	nach Wahlgeschenken gibt's immer 'nen Tritt in den Hintern
	ob Seehofer, Merkel und Rösler,  - eins is' gewiss dann:
	Den Schmerz, wenn er nachlässt, der Wähler, vor Wahlen vergisst er'n!
	
Drum dürfen, wie allemal nach deutschen Reichstagswahlen
die niederen Klassen die Abwrackprämien bezahlen
der Staat wird die Schurken an Krisengewinnen nicht hindern
und in Opferritualen die Kassen der Wehrlosen plündern

Und Kopfgeldpauschalen und ew'ges Atomrestlaufwerkeln!
Der Wähler vergaß, sich die Merkelschen Worte zu merkeln
die Wahlkampf-Dementis, die harschen, sind eben verklungen
und schon wird ihm der neueste Tritt-in-den-Arsch-Walzer g'sungen:

	Egal, ob von Schröder und Fischer, von Merkel und Müntern
	nach Wahlgeschenken gibt's immer 'nen Tritt in den Hintern
	ob Seehofer, Merkel und Rösler,  - eins is' gewiss dann:
	Den Schmerz, wenn er nachlässt, der Wähler, vor Wahlen vergisst er'n!





Dm / / / Am /
Dm / / / Am /
C    / / / Em /
Gm / / / D   /

Dm / / / Am /
Dm / / / Am /
C    / / / Em /
Gm / / / D   A7

D    / / / A  /
A7  / / / D  D7
G7  / A7 / H7  /
Em7  / A7 / D  A7

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Tötet das Mammon! / Mammon-Blues   (Mai 2010)

Das Mammon ist kein Fabeltier
ein Götze ist's, halb Bär, halb Stier
gefährlich ist das Mammon.
Es streift in seinem Jagdrevier
umher und leidet große Gier
gefräßig ist das Mammon.Die Marge ist sein Lebenssinn
es kann vom Maximalgewinn
den Hals nicht voll bekommen
und was es nicht verschlingen kann
davon legt es sich Vorrat an
es investiert, das Mammon.
Es investiert in Unternehmen
wo ihm Menschen an Maschinen
Nahrung produzieren
und wenn sie dafür artig sparen
dürfen sie in seinen Waren-
Tempeln konsumieren.Ministern dreht es Waffen an
womit's am Krieg gewinnen kann
und lässt sich Zinsen geben
es feiert mit bei Siegparaden
Zivilisten und Soldaten
kostet es das Leben
Es investiert in Immobilien-
fonds in Hongkong und Sizilien
und den Emiraten
und wenn die Immobilien bröseln
und die Rohstoffbörsen kriseln
dealt's mit DerivatenSein Vorrat schwillt gewaltig an
und fängt er mal zu faulen an
und seine Kurse fallen 
dann kann es das nur schwer ertragen
muss sich neue Beute schlagen
frischen Vorrat krallen.
Auf seiner wilden Jagd nach Spendern 
nimmt es Geiseln, ganzen Ländern
droht es mit Zerrüttung.
Es braucht sofort Ersatz in bar
es nötigt Parlamente gar
zur großen Banken Rettung.In rigorosen Spar-Ritualen
soll'n die Menschen Opfer zahlen
bürgen stets die Armen
so werden die Vermögenslosen	
ihre Existenzen los in
endlosen Reformen.
Das Monster wächst, wird immer größer
jede Krise macht es böser
wütender und wilder!
Längst zieht es eine breite Fährte
purer Not hinter sich her
- kahlgefress'ner Felder.Wo sind die Menschen, die sich sehnen
nicht dem Mammon mehr zu dienen
eingepfercht im Käfig?
Wann werden sie die Bestie töten
und aus ihrem Käfig treten?
Mammon herrscht nicht ewig!

 Kurzversion, etwas weniger explizit: nur Strophen 1, 3 und 5

Am	/	G	Em	(Lied-Version)
Am	/	G	Em
Am 	Em	Am	/ 	/ 
Am	/	G	Em
Am	/	G	Em
Am 	Em	Am	/ 	/
Em	/	Hm	/
E	/	Hm	/
Dm	Am	E	/	E7
Am	/	G	/
Am	/	G	Em
Am	Em	A(m)	/ 	G	E7

Am	/	Dm6	E7	(Blues-Version)
Am	/	Dm6	E7
F 	G	Am7	/	Dm6	E7 
Am	/	Dm6	E7
Am	/	Dm6	E7
F 	G	Am7	/	A7	/
D	/	G7	A7
Dm7	/	E7	Am
F7	/	E7	/	/	/   
A7	/	D97	E7
A7	/	Bb7	C7	/
F 	G	A	-	E7


Es geht mir hier nicht ums Geld, sondern um den Reichtum, hier in seiner reinsten und aggressivsten Form, dem Finanzkapital. Dem ist es völlig Wurst, was es besitzt, Hauptsache, es wirft möglichst viel und zuverlässig Gewinn ab.
Das Wort „[der] Mammon“ leitet sich vom aramäischen Wort mamona = [Privat-]Vermögen, Reichtum, Eigentum ab. Es gelangte über seine griechische Schreibweise in die Bibel, in der Vulgata wird daraus lateinisch mam[m]ona. Martin Luther übersetzte das Wort nicht und so gelangte es als Mammon ab dem 16. Jahrhundert ins Deutsche. Ich habe bewusst aus dem männlichen Mammon ein sächliches Wesen gemacht um seine Bestialität zu unterstreichen.
Es genügt, die Handelkrisen zu nennen, welche in ihrer periodischen Wiederkehr immer drohender die Existenz der ganzen bürgerlichen Gesellschaft in Frage stellen. In den Handelskrisen wird ein großer Teil nicht nur der erzeugten Produkte, sondern der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre - die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zuviel Zivilisation, zuviel Lebensmittel, zuviel Industrie, zuviel Handel besitzt. Die Produktivkräfte, die ihr zur Verfügung stehen, dienen nicht mehr zur Beförderung der bürgerlichen Eigentumsverhältnisse; im Gegenteil, sie sind zu gewaltig für diese Verhältnisse geworden, sie werden von ihnen gehemmt; und sobald sie dies Hemmnis überwinden, bringen sie die ganze bürgerliche Gesellschaft in Unordnung, gefährden sie die Existenz des bürgerlichen Eigentums. Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. - Wodurch überwindet die Bourgeoisie die Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung alter Märkte. Wodurch also? Dadurch, daß sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert. — Aus dem kommunistischen Manifest, Karl Marx und Friedrich Engels, 1847
'linkswende.org' 06/2010: „Jetzt hat Finanzminister Schäuble »mit Unverständnis« auf die Kritik am deutschen Sparkurs reagiert. Es seien doch die hohen Defizite gewesen, die erst die Krise ausgelöst hätten. Tatsächlich droht ein Szenario wie 1931, als die großen Industrienationen in einen gegenseitigen Abwertungswettlauf getreten sind, alle versuchten zugleich durch Abwertung und Sparhaushalte ihre Konkurrenzfähigkeit zu steigern und so mit Hilfe von höheren Exporten ihre Krise auf Kosten des Rests der Welt zu lösen. Das Ergebnis ist bekannt: die Weltkonjunktur brach erst richtig ein, der Welthandel zwischen den großen Wirtschaftsblöcken brach weitgehend zusammen. Schäubles Argument, dass die Krise durch hohe Staatsverschuldung ausgelöst worden sei, stimmt für Europas Importländer, es stimmt nicht für das Exportland Deutschland, welches ja gerade vom Handelsbilanzdefizit der anderen Staaten profitierte. Die Bundesregierung nutzt nur die Griechenlandkrise, um ihre ohnehin schon starke Stellung innerhalb der EU noch zu steigern und sie erhöht damit die Gefahr, dass die Weltwirtschaftskrise wieder erneut ausbricht.“
Die „Neues Deutschland“ berichtete am 8. Mai 2010 über eine Beinahe-Börsen-Crash in New York:
„Es hatte am Donnerstag genau in dem Moment den größten Ausschlag nach unten gegeben, als Händler Bilder von neuen Demonstrationen in Athen sahen. >Wir erkennen nun, dass Griechenland in den nächsten Jahren eine Depression durchmachen wird<, warnt US Analyst Peter Boockvar. >Europa ist wichtiger Handelspartner von uns und das bedroht die gesamte globale Wachstumsstory.<“. - Für mich alten unverbesserlichen Marxisten ist übrigens nicht das Wachstum (des Mammons) das Problem, sondern das Mammon (Kapital) selber.

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Mammon unser (Juni 2011)

der du gibst den Reichen
gelobt sei Deine Marge
Dein Ertrag wachse
Dein Wille geschehe
in der Lobby wie auch auf dem Felde

Unsern täglichen Krieg gib Uns heute
und bewahre Uns Unsere Investitionen
womit Wir pressen Unsere Arbeiter 
und führe Uns nicht in die Pleite
sondern erlöse Uns von den Krisen

Denn Uns ist das Portfolio
und Euch die Sorgen, die Überstunden
und die Steuern in Ewigkeit
Ihr
Armen!

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Wider-Spruch (Juni 2010)

Man hört so oft besorgte Klage 
wenn es wahr sei, dass die Made 
fetter werde noch 
wo immer schlanker 
wird die Frucht 
so wär das doch 
ein eklatanter 
Widerspruch! 

Wie paradox auch das Banale	
scheint, ein Blick hinter die Schale 
zeigt, dass ja gerade  
weil die Made 
an ihr frisst 
die Frucht 
natürlich schlank 
wird - nur das ist 
kein Widerspruch 
nein, das ist der 
Zusammenhang! 

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Die Lügenfärbmaschine (Oktober 2010)


Ich war g'rad' süß am träumen, als mich neulich Nacht
der Schein des sturzbesoff'nen Mondes wach gemacht          
da hing vor meinem inn’ren Auge wie gemalt
was seit den alten Griechen als Mirakel galt...
 
   ...die Lösung aller Weltprobleme: Eine kühne
   Bauanleitung für 'ne Lügenfärbmaschine
   die missbrauchte Worte leuchtmarkieren kann
   womit sogar ein Wähler sie erkennen können müsste...
   
Dahingeworf'ne Thesen, Enten, Nebelkerzen
Schauermärchen und enttäuschter Hoffnung Schmerzen
sind schon bald in allen Sprachen überwunden
ist der Rassenwahn von dieser Welt verschwunden

   Die Unkenrufer haben auch nix mehr zu weinen
   denn wem kann man noch ein X für’n U vorgreinen
   Selbst die Armen lassen sich nicht mehr verkohlen
   und von Schurken ihre Wurst vom Teller holen
	
      Und jeder kann sich auf Politiker verlassen
      gähnend leer sind aller Medienzaren Kassen
      Kriegsgeschrei, Reklame, Phrasen, Heuchelei
      und Hetze sind für alle Ewigkeit vorbei!

  (Cazoo-Solo)

Da stand ich auf und ging noch vor dem Morgengrau'n
nach unten in den Hobbyraum um aufzubau'n
den ersten Lügenfärber aus den traumerfund'nen
Plänen, die noch taufrisch mir vor Augen standen

   Und als es langsam helle wurde, war'n die blassen
   Skizzen mit den Farbfrequenzen zwar vergessen
   doch der Prototyp stand da, zum Test bereit
   und ich rief 'rein ins Mikrofon, ganz laut:

      "Die Würde des Menschen ist unantastbar."
      Und ich guckte. Keine Reaktion - unfassbar!
      Mann! Ich glaub' die großen Lügen liegen g'rade
      unsichtbar im Ultraviolett, wie schade!

Anmerkungen:
1. Diese Geschichte ist leider absolut frei erfunden.
2. „Die Würde des Menschen ist unantastbar"
    ist natürlich nicht als Imperativ,
	sondern nur als Feststellung gelogen.
3. „Die Lösung aller Weltprobleme“
    ist natürlich so einfach nicht zu haben. 
4. Es gibt ca. 7 Milliarden „Lügenfärbmaschinen“,
    man sollte nur nicht vergessen, sie auch einzuschalten!
	
	
Gitarrenbegleitung

|: Am  /  E7  /
   G   /  D   /
   Dm6 /  Am  /
   H75+ / E75+ /

   Am  /  E7  /
   G   /  D   /
   F#  /  Hm  /
   E7  /  Am  E75+

   Am  /  E7  /
   G   /  D   /
   Dm6 /  Am7 /
   H75+ / E75+ /

   Am  /  E7  /
   G   /  D   /
   F#  /  Hm  /
   E7  /  F7  /

   Bb  /  F   /
   C   /  G   /
   D   /  Am7 /
   H75+ / E75+9- /  :|

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Andere Sorgen (März 2011
zum Genfer Auto-Salon)

Wir brennen aus Weizen
und Mais der Hungernden
Sprit für die Autos von Morgen
doch wer heute nacht
auf der Platte erfror
der hatte gewiss and're Sorgen

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Postmoderne Kreuzzüge

Smart power crusade (20.3.2011)

Mit Facebooks, Twitter, Fernsehtalks
mit Softdrinks light und Tomahawks 
wird unser Word verbrightet.
Wir saufen Öl und scheißen Geld
und drum wird, wer den Zapfhahn hält
zum eig'nen Wohl befrightet.

Hard power crusade (2.5.2011,  Melodie: "O Heiland, reiß die Himmel auf")

Obama schickt Schwadronen aus
in manches Terroristenhaus
wer sich da in die Schussbahn stellt
wird wie ein Pappschild umgeknallt
im Namen der "Gerechtigkeit"
welcome in seiner "neuen" Zeit!

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Online Execution (2. Mai 2011)

So tagten die Herren
und Damen der Weltmacht
um 15 Uhr Ortszeit
Washington D.C.			
und schauten im Fernseh'n
auf interaktiver
Live-Schaltung dem eigenen
Mordhandwerk zu.
   
Schwach glommen im Süden
die Lichter der Stadt
in den Mitternachtshimmel
ein Steppenhund bellte
ins Dunkel des Neumonds.
Bei Islamabad
war der Erzfeind umzingelt
Bin Laden gestellt.

Der General schob auf dem
Wandschirm per Joystick
geschickt seinen eigenen
Avartar vor
einen 'weiblichen Schutzschild':
UND ZUGRIFF! Ein Klick -
das Geschoss traf sie kollate-
ral in den Thorax.

Sie schlug wie von Pappe hin,
kippte ins Leere,
schwarz sah’n sie den zuckenden
Körper verbluten 
im fahlen Visierbild
der Nachtsicht-Gewehre
der stoisch vorrückenden
Schlachtautomaten.
  
Da quoll aus den stählernen
Burgen und Schluchten
der Weltstadt volltrunken-
es Freudengeheul,
Die Medien jubelten,
Prediger fluchten,
die Ölpreise sanken
der Dollar stieg steil.


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Nordicwalker haben alle Dreck am Stecken! (13. Januar 2012)

						Zwischenspiel:		A 	A 	D9	E	A	E5+	A6	A6
1. Ich mag so gerne draußen wandern			A	A	D9	D9
draußen wandern - das ist schön -     			E	E	A	A	E5+	E5+
     aber leider nicht mehr trendy         			E7/9- E7/9-	A6	A6	
     wo hingegen Nordicwalking           			E7/9- E7/9-	A6	A6	
Nordicwalking mit 'nem Walkman 				A	A	D9	D9
im Gehörgang - das ist cool -         				E7	E7	A	A	E5+	E5+
     draußen Wandern ist nicht trendy			E7/9- E7/9-	A6	A6
     Nordicwalking, das ist cool!       	   			E7/9- E7/9-	A6	A6	
Noch, so'n Spruch kann mich nicht schrecken     	A7	A7	D9	D9	
Nordicwalker hätten alle Dreck am Stecken!		G	G	F#7	F#7	Hm	Hm	E7	E7	E5+	E5+ ... etc.

							(Zwischenspiel)
2. Ich mag so gerne Fahrrad fahren
Fahrrad fahren - das ist schön -
     aber leider nicht mehr trendy
     wo hingegen Mountainbiking
Mountainbiking mit dem Navi
durch die Pampa - das ist cool -
     Fahrrad fahren ist nicht trendy
     Mountainbiking, das ist cool!
Noch, so'n Spruch kann mich nicht schrecken
Mountainbiker würden sich mit Dreck bekleckern!
							(Zwischenspiel)
							
3. Ich mag so gerne Liebe machen
Liebe machen - das ist schön -
     aber leider nicht mehr trendy
     wo hingegen Motherfucking
Motherfucking mit Viagra
in der Blutbahn - das ist cool -
     Liebe machen ist nicht trendy
     Motherfucking, das ist cool!
Noch, so'n Spruch kann mich nicht jucken
Motherfucker könnten sich mit Mumps anstecken!
							
							(Zwischenspiel)
4. Ich mag so gerne auch was lernen
etwas lernen - das ist schön -
     aber leider nicht mehr trendy
     wo hingeg'n Karriere machen
Karriere machen mit gefaketem 
Doktortitel - das ist cool -
     Etwas lernen ist nicht trendy
     Karriere machen, das ist cool!
Noch, so'n Spruch kann mich nicht stören
Karrieristen sollten sich zum Teufel scheren!
							(Zwischenspiel)

Weitere mögliche 3. Strophen:
Schlittschuhlaufen - Inlinescating
mit 'ner coolen Body-Checker-Rüstung skaten
Inlinescater könnten überhaupt nix checken

Frieden machen - Battlefighting
mit 'nem Panzer durch die Wüste Rommel spielen 
Battlefighter könnten im Gefecht verrecken



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Mal was Schönes (Februar 2009)

Lala lalala lala lalalalah, lala lalala lala lalalah
Lala lalala lala lalalalah, lala lalala lalah

Kannst du, Leo, nicht auch mal was Schönes singen
von beschwingten, heiteren und angenehmen Dingen
die nicht gallenmäßig das Gehör verätzen
und Adrenaline in Alarm versetzen

Hach, bei deinen Liedern muss man so viel denken
dass sich einem die Synapsen im Gehirn verrenken
musst du uns die letzten Illusionen rauben
die wir noch der Kanzel und der Glotze glauben

Lala lalala lala lalalalah, lala lalala lalah

Kannst du nicht ein bisschen uns're Psyche schonen
von Wahrheit kriegt der Deutsche nämlich Depressionen
kannst du die Verhältnisse nicht etwas schönen
wirst du dich denn nie mit dem System versöhnen

Musst du immer über die Probleme reden
das bewirkt beim Publikum die schwersten Seelenschäden
die muss man mit Alkohol erst auskurieren
will man in der Nacht nicht wach zur Decke stieren

Lala lalala lala lalalalah, lala lalala lalah

Hast du, Leo, nicht auch ganz profane Sorgen
soll ich dir vielleicht 'ne heiße DVD besorgen
die weist deine Aggressionen in die Schranken
und bringt deine destruktive Sicht ins Wanken

Ist es nicht auch wichtig wie die Schalker spielen
und wie tief die bayernmünch'ner Millionäre fielen
willst du nicht ein Liedchen auf Jens Lehmann singen
wie die Lüdenscheider null-vier baden gingen

Lala lalala lala lalalalah, lala lalala lalah

Oder schreib' in Siegels[/Gottes] Namen Liebeslieder
die hört der frustrierte Deutsche immer gerne wieder
Popverlage würden sich dann um dich raufen
und Millionen würden deine Platten kaufen

Muss man überhaupt zu Liedern Texte schreiben?
Man versteht doch bloß die Hälfte - lass es einfach bleiben!
Für den Markt, da [/Für die GEMA] langt es "lalalah" zu lallen
das würd' deinen Fans genauso gut gefallen!

Lala lalala lala lalalalah, lala lalala lala lalalah
Lala lalala lala lalalalah, lala lalala lalah ...

D   E7  A   F#7  Hm7  E7    A      A7
D   E7  A   F#7  Hm7  C#7 F#m E7

A7  /   D7  /
A7  /   D7  /
G    /   A7  /
D    /   E7  /

A7  /   D7  /
A7  /   D7  /
G7  /   C    /
A7  /   D    E7

D   E7  A   F#7  Hm7  C#7 F#m E7 ...

» Die kanadische Anthropologin und Urheberrechtsexpertin Rosemary Coombe stellt fest, dass in den "Konsumgesellschaften die Mehrzahl der Bilder, Texte, Motive, Label, Logos, Warenzeichen, des Warendesigns, der Melodien und sogar Farben und Gerüche unter das Prinzip des geistigen Eigentums fallen oder darüber kontrolliert werden." Die Auswirkungen solcher monopolistischen Kontrollstrukturen sind katastrophal. Denn verbreitet wird lediglich die Kunst und Unterhaltung, über deren Rechte einige mächtige Konzerne verfügen. Sie konzentrieren sich darauf, einzelne "Stars" aufzubauen, in die sie hohe Summen investieren, und verdienen an den Nebenprodukten ihrer Vermarktung. Angesichts des hohen Investitionsrisikos setzen sie auf aggressives, weltweites Marketing, das kulturelle Alternativen aus dem Bewusstsein der Menschen verdrängt. Die Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten bleibt dabei auf der Strecke. « ( Aus: "Geistiges Eigentum ist Diebstahl" von Joost Smiers )


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