![]() Herzlich willkommen in der
mit den "Üblichen Verdächtigen" | |||
Steht alle mal auf! Und jetzt: Setzt euch wieder hin! Ihr könnt es also. Was? Einen Aufstand machen und euch widersetzen ... |
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präsentiert Lieder aus eigener Feder und von Kurt Tucholsky und Theodor Fontane (auf Wunsch auch komplett GEMA-frei!) sowie Georges Brassens (in Nachdichtungen von Leobald Loewe), Bertolt Brecht u. A., absolut Un-Zeit-gemäß und auf die Aufgeschlossenheit des Publikums vertrauend, handgespielt und (fast) immer auf deutsch mundgesungen zum Genießen, Begreifen und Mitdenken. Dabei wird kein Blatt vor den Mund genommen und weder die frivole Grenzübertretung noch die doppeldeutige Anspielung gescheut, aber auch nicht die klare Ansage mit dem vorgestreckten Zeigefinger, der auch mal aufs Publikum zeigt. xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
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Lebt mit Karmelita
im Klapheckenhof in Gelsenkirchen-Heßler und seit 2001 auch in
Gagnières (Gard,F) |
* 18.4.1950 Jugenheim bei Darmstadt 1951 Düsseldorf-Oberbilk 1954 Leverkusen-Lützenkirchen 1968 Basel (CH) 1970 Karlsruhe 1972 Mannheim * 28.4.1973 Cäcilie 1975 Weinheim * 16.10.1975 Annette * 5.9.1982 Fridtjof 1983 Essen 1992 Gelsenkirchen 2008 Gagnières (F) * 28.4.2008 Christoph Ballhorn (Enkel) * 20.9.2009 Judith Ballhorn (Enkelin) | ||
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Musikalischer Werdegang: 1973-1977: Gitarrist in der Mannheimer Rockgruppe "Schall und Rauch" 1975-1978: Gitarrist und Sänger in der Songgruppe "Heidelberger Musik-Kollektiv" 1978-1982: Sänger und Gitarrist im Weinheimer Song-Duo "Feuermelder" 1983-1984: Sänger (Bass) im Essener "Bert Brecht Chor" 1983-1989: Sänger (Bass) im Essener "Erich Mühsam Chor" 1984-1989: Sänger und Gitarrist im Essener Song-Trio "Hömma" 1990-1996: Sänger (Bass) und Gitarrist im Essener Chor "Opus Populus" 1996-2001: Sänger, Gitarrist und Darsteller im Essener Kabarett-Duo "2ATÜ" Seit 2001: Gelegentliche Solo-Auftritte in Gelsenkirchen und im Ruhrgebiet 1.12.2006: Erster "Herbstlicher Gelsenkirchener Abgesang" Seit 2009: Gitarrist im Chor "Brémo Mélodie" in Branoux-les-Taillades (F) |
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Zu meinen Nachdichtungen (von Leobald Loewe)
Eine wortgetreue Übersetzung von Gedichten oder Liedtexten kann es natürlich nicht geben. Neben dem Wortsinn sind - vor allem auch bei Liedern - Rhythmus, Metrik, Sprachmelodie, Reime, Wortspiele, Witz, Perspektive, historischer Kontext etc. von Bedeutung. Bei einer Übersetzung vom Französischen ins Deutsche gehen z. B. alle "jeux de mots" - Wortspiele mit Doppelbedeutungen von Wörtern, die in der französischen Lyrik und gerade auch in den Texten von Georges Brassens eine große Rolle spielen - zwangsläufig verloren. Eine Übertragung in eine andere Sprache bedeutet immer auch Transport in eine andere Kultur mit anderer Geschichte, anderen Vorstellungen, Metaphern, literarischen Zitaten etc.. Oft gibt es keine äquivalenten Begriffe und die Sprachen klingen verschieden.
Wenn man ein Lied mit einem Gemälde vergleicht und die nicht übersetzbaren Komponenten der Sprache (Wortwitz, Reime, Sprach-Melodie und -Rhythmus...) mit den Farben gleichsetzt, dann liefert eine Übersetzung ein bestenfalls scharfes Schwarz-Weiß-Bild. Nur wenn man die eigenen Farben der Zielsprache verwendet (und gelegentlich auch kleine Eingriffe in die Formen zulässt), kann man daraus wieder ein farbiges Bild machen, d.h. den neuen Text wieder zum Klingen bringen.
Damit eine Nachdichtung selbst den Ansprüchen eines Liedes oder Gedichts genügen kann, müssen nicht übersetzbare Bestandteile schöpferisch und mutig durch eigene Elemente ergänzt werden. Deshalb kann sie nur eine Interpretation des "Übersetzers" sein. Er muss also selbst zum Dichter bzw. Liedermacher werden und von seiner Kreativität Gebrauch machen. Je näher er sich ans Original zu halten versucht, desto schwieriger wird es, künstlerisch ansprechende Lösungen zu finden ( nur selten gibt es Glücksfälle wie „Das wilde Kraut“ (s.o.), wo alles von Anfang an wunderbar zu passen schien, aber auch da musste ich etwas tricksen, indem ich die verschiedenen Bedeutungen von „gerbe“ - Kranz, Strauß und Garbe - einzeln im jeweils passenden Kontext der drei Strophen untergebracht habe.), aber umso mehr kann auch „hinter dem Rücken“ des Übersetzers hinüberfließen.
Ich habe mich sehr um Originaltreue bemüht in dem Sinn, dass die Nachdichtungen musikalisch funktionieren, und dass der "Film", der beim Zuhörer abläuft, mit seinem Sub-Text erhalten bleibt. Oberste Maxime: Möglichst viel von den Kernaussagen, vom Witz und Tenor des Originalwerks zu erhalten und sie nicht zu verfälschen oder zu verwässern (keine Selbstverständlichkeit, wie ich beim Studium manch anderer „Übersetzung“ leider feststellen musste)! Prioritäten: 1. Inhalt und Witz (Film), 2. Rhythmus, Melodie und Klang (Musik), 3. Reime.
Um sich einem Künstler wie Georges Brassens als Nachdichter nähern zu können, muss man ihn zu sich herunter holen von dem Sockel, auf den er von seinen vielen Verehrern in aller Welt (gewiss nicht unverdient) gehoben wurde. Aber ein Podest passt ohnehin nicht zu ihm, nicht zu seiner Schüchternheit auf der Bühne, nicht zu seiner Bescheidenheit und seiner „feinen Poesie mit einfachen Worten“ (Maxim le Forestier). Ich habe gar nicht erst versucht, diese irgendwie zu imitieren, mich jedoch sehr darum bemüht, ihr mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln und meinem oft allzu holzschnittigen Stil halbwegs gerecht zu werden:
Seiner genauen, bildreichen Sprache in zarten bis deftigen, oft der Alltagssprache entnommenen Sätzen; der präzisen Metrik; den perfekt zur Musik passenden Sprachrhythmen und -melodien mit geschickt eingebauten „Stolperstellen“; seiner doppelbödigen Ironie und seinem scharfen Wortwitz. Seine Reime sind manchmal etwas unrein, was aber von der Musik gut kaschiert wird. Oft ist z.B. der Konsonant vor dem Vokal der betonten Reimsilbe der selbe, was nach deutschen Reimregeln vermieden werden sollte. Obwohl ich sein Faible für antike und religiöse Zitate nicht so teile, habe ich mich doch um sie bemüht. Leider konnten zu wenige der vielen Mehrdeutigkeiten und versteckten Anspielungen überleben; im Konfliktfall habe ich mich auf die Kernaussagen konzentriert.
Fritz Grasshoff schrieb zu seinem Buch "Bellmann auf Deutsch": "Ich jedenfalls vermeide bewusst die starre Wörtlichkeit. Um nicht durch Reim- und Melodienzwang in die Enge getrieben zu werden, mache ich zugunsten des Sinns und Hintersinns von der Freiheit des Übersetzers Gebrauch, Bilder, Metaphern, Gleichnisse u. dgl. auszutauschen." C’est ça!
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