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Bütikofer - Blues   (April 2007)

Tagesschau, da bleibt der Ostermontag
für den alten Friedensfreund kein Schontag          
müssen doch die Fernsehmedienärsche
gnadenlos die Osterfriedensmärsche
niederzerren, fälschen, kleinberichten
meinungsBILDend für die breiten Schichten

G7     C79
G      G7
C7     C#°
G       E7
Am7  D7
D#7    D7

Sitz ich so gemütlich auf'm Sofa
seh' ich den geschminkten Bütikofer
wie der - wie sein alter Weggefährte
Fischers Josch' in allem ein Experte -
wenn er nicht g'rad Pazifisten frisst
hin und wieder auch für Frieden ist

Bütikofers Lippen formen schöne
wohl gesetzte Worte: Ja es könne
wer der Bundeswehr den Auslands-Ein-
satz verwehr' nicht für den Frieden sein!
Den kriegt man bekanntlich nur mit Siegen
wenn die Feinde tot im Graben liegen!

Selbst ein Stoiber hätte sich nicht doofer
äußern können als Herr Bütikofer
beide einer Kriegs-Partei vorsitzend
jüngst im Bundestagesplenum schwitzend
um des Merkels Antrag durchzudrücken
die Tornados in den Krieg zu schicken

Bütikofer, lassen Sie sich sagen
lang' schon halte ich in Friedensfragen
nichts von neoliberalen Grünen
die den Kriegsverdienern eifrig dienen
und nur noch die allerdümmsten Deutschen
können sie mit ihren schönen Worten täuschen!


Bütikofer sagte: „Es wäre ein Fehler, wenn die grüne Politik sich hinter das Erreichte zurückentwickeln würde.“ Hierin sei sich die Grünen-Führung einig. Der Sonderparteitag der Grünen hatte den Abgeordneten am Samstag gegen den Willen der Parteispitze ein Nein zu der im Oktober anstehenden gekoppelten Bundestagsabstimmung über den Isaf- und den Tornado-Einsatz der Bundeswehr empfohlen.

Der Parteichef betonte aber: „Für mich ist gestern in der Diskussion klarer geworden, als es durch die Beschlussfassung ausgedrückt wurde, dass die große Mehrheit der Partei an dem Isaf-Mandat und der Verantwortung, die wir in Afghanistan haben, festhalten will.“ Die Tornados, „für die ich nochmals geworben hatte“, seien aber deutlich abgelehnt worden, räumte er ein. Im Hinblick auf die Parlaments-Abstimmung zum verknüpften Isaf-Tornado-Mandat bedauerte er die schwierige Situation der Abgeordneten, „für die Isaf eine überragende Bedeutung hat“.

Nun müsse in Partei und Öffentlichkeit die Diskussion über den Bundeswehreinsatz verstärkt werden. Vorwürfe, die Grünen seien nicht mehr verlässlich, wies Bütikofer als „Humbug“ zurück. Würden andere Parteien wirklich offene Debatten über Afghanistan zulassen, würden auch dort „deutlich mehr Zweifelsfragen erörtert werden“ als heute.

Die Grünen-Führung will nach Angaben Bütikofers aus der Schlappe lernen. „Sie dürfen sicher davon ausgehen, dass eine Führung, die gerade eine ziemlich deutliche Niederlage erlitten hat, darüber nachdenkt, was sie besser machen muss.“ Dies sei aber „nicht eine Frage von zehn Stunden“, sagte er.

(Aus: FOCUS 16.09.2007)
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