Die "Reformen" sind "gescheitert"*
all' der großen Opfer Qual
für die Katz' und nicht erheitert
muss das Volk erneut zur Wahl
Wieder einmal geht's ums Ganze
's liebe Geld, das Kapital
um Lohnnebenkostensenkung
und die Arbeitslosenzahl
Aus der Glotze schallt es "Krriiiese!"
"Hoch die Armut!" titelt BILD
" 's drohen große Katastrophen
zahle Ablass, gib dein Geld!"
"Dein Erspartes ist heut' richtig
wichtig für die Konjunktur!
Lohnerhöhung? Bist du irre?
Willst du Sozialismus pur?"
"Schulden? Feigling! Mach' jetzt Umsatz
wer nicht kauft, hat nicht gelebt
Schluss mit lustig ist erst wenn man
in der Zinsenfalle klebt!"
"Wer das Tempo hier nicht mitgeht
wird am Straßenrand entsorgt
denk daran, die Rente ist von
deinen Enkeln nur geborgt!"
"Den Versagern, Alten, Kranken
keinen müden Euro mehr
jeder sehe, wie er klarkommt
so ist Zukunft, bitte sehr!"
"Für den Frieden schicken wir dann
mit dem eingesparten Geld
uns're Bundeswehrsoldaten
in die große weite Welt!"
Ganz verdattert steht der arme
Mann der Arbeit aufgewacht
vor den Scherben der Bescherung
die ihm dieser Wahlkrampf macht
Und er ahnt: Auf seine Kosten
geht's um Krieg, Profit, Verrat
um das alte Oben - Unten
und die ganze Macht im Staat!
Leo Kowald, 8.8.2005
*) Juli 2005: Von "gescheitert" kann eigentlich keine Rede sein.
Der eigentliche Zweck der neoliberalen „Reformen“, fette Profite für die
"Global Player", wurde erreicht. Mit den durchaus einkalkulierten Folgen:
Nachlassen der Binnennachfrage, Massenarmut und wachsende soziale Unsicherheit
und Ungerechtigkeit. Die deutschen Konzerne platzen vor Konkurrenzfähigkeit
und Exportüberschüssen (lesen Sie die Wirtschaftsseite!). Unsere
Kassen sind leer, weil sie sie geplündert haben! Die Wirtschaftskrise
findet nur bei den Arbeitern, Angestellten, Arbeitslosen, Rentnern, Kindern und
Kranken statt. Womit dann schon der Vorwand für die nächste Runde im globalen
Sozialdumping-Marathon geschaffen ist.
Und man wird ihnen wieder glauben!
Nachtrag 2007: Inzwischen hat sich die Konjunktur von den "Reformen" erholt, dank
der Auslandsnachfrage und weil sich die Kapitalflucht in die Billiglohnparadiese
des ehemaligen Ostblocks (Siehe EU-Osterweiterung) totgelaufen hat.
Nun heißt es, das sei ein Erfolg von "Hartz IV" gewesen! Welch zynischer Schwachsinn:
Die armen Schlucker sollen die Konjunktur gerettet haben -
bis zum nächsten Abschwung - und was dann?!
Nachtrag 2009: Jetzt rächt sich die schwache Binnennachfrage! Die Riesenprofite
von gestern konnten nicht mehr gewinnbringend reinvestiert werden und wurden in
riskanten Kreditgeschäften in den USA verzockt. Die im Inland nicht absetzbaren
Produkte können auch in den USA und auch "auf Pump" nicht mehr losgeschlagen werden.
Nun ist die Krise da, zunächst einmal bei den Banken und Reichen. Umso lauter ist
das Jammern: Irrsinnige Mengen Geld der Steuerzahler werden "dringend" zur "Absicherung"
der Profite von gestern "benötigt". Mit den durchaus einkalkulierten Folgen:
Nachlassen der Binnennachfrage, Massenarmut und wachsende soziale Unsicherheit
und Ungerechtigkeit...Und alles geht wieder von vorne los!