Größter Konkurrent des neuen
Transportmittels war zweifellos das Pferd - nicht nur zufällig ähnelt der erste Lkw einem Pferdefuhrwerk, bei dem ein Zweizylindermotor am Heck das "Hafertriebwerk" an der Deichsel ersetzte. Diese simpel erscheinende Kutschenbauweise entbehrte allerdings nicht diverser zukunftweisender Raffinessen: Durch die Anordnung des Motors zuerst am Heck, später unter dem Sitz, wurde eine uneingeschränkte Nutzung der Ladefläche garantiert und die in der modernen Fahrzeugtechnik gängige Heck- oder Unterflurmotorbauweise vorweggenommen.
Zentren der Lkw-Entwicklung in den Frühzeiten des Trucks waren innerhalb Europas Deutschland und Skandinavien. Hersteller, die auch heute noch führende Größen in der Lkw-Szene darstellen, brachten ständig Neuentwicklungen auf den Markt - Scania in Schweden, Mercedes und M.A.N. In Deutschland setzten Quantensprünge in der Fahrzeugentwicklung. Schon 1897 lief bei M.A.N. der erste Dieselmotor auf dem Prüfstand. Diese Antriebsart kam allerdings erst 1923 in einem Lkw - wiederum einem Daimler - zum Einsatz.
Für heutige Verhältnisse waren die Trucker der ersten Stunde freilich echte Abenteurer: ungefederte Kutschböcke, keinerlei Verkleidung (obwohl der allererste Lkw von Daimler als "Extra" bereits eine Heizung unter dem Sitz aufwies), Eisen- und lange Zeit Vollgummiräder. Trotz der holprigen Gangart der ersten Zeit trat der Lkw einen Siegeszug an, der nach und nach die Transportunternehmer zum Umdenken und zum "Umsatteln" im wahrsten Sinn des Wortes zwang - die Wurzeln mancher großen Transportunternehmen liegen in Fuhrparks, dessen Zugmaschinen noch ein PS aufwiesen.