Mein Weg auf der Zielgeraden 2000/9
ein Rückblick auf mein Leben mit Wolfgang
Wir lernten uns 1996 durch seine Anzeige kennen, die mich interessierte. Erst vier Monate später rief er mich an mit der Bemerkung, er kenne mich. Damals hatte ich nicht die besten Eindrücke von ihm, als er sich als ehemaliger Privatpatient, schwerstkrank auf unserer Inneren Abteilung im "Mops -Krankenhaus", Hagen-Haspe, Dr. Peter von mir einweisen liess. Ich arbeitete mit ihm viele Jahre als Chefarztsekretärin. Das war mitten in Wolfgangs Trennungzeit. Sein Rosenkrieg sollte 5 lange Jahre dauern.
Ich monierte sein Managergehabe, weil ich es war, die seine Faxe im Krankenhaus absenden sollte und auch getan hatte. Vielleicht gerade fanden wir nur so Jahre später doch zueinander.
Nach auch Wolfgangs Scheidung 1999 fand er einen Käufer für das 50/50er Haus Im Kursbrink. Fortan wollte er von Hagen wegziehen. Ich folgte ihm 2000, auch wenn es nach Südhessen gehen sollte.
Hierhin lotste uns seine Schwester, als wir zu einem Segeltörn von ihr an die türkische Adria

eingeladen wurden. Nach erfolgtem Umzug in die Dachgeschoss- wohnung ihres Hauses nach Rüssels- heim, bestellten wir das Aufgebot für
unsere Hochzeit in Eltville, Rheingau
Schnell konnte ich über Internet eine Anstellung in der Uni-Klinik Mainz als Arztsekretärin finden. Nach unserer Hochzeit wurde Schwiegermutter Hilde mehr und mehr pflegebedürftig. Sie starb im November 2000. Die Todesnachricht erreichte uns an Bord
eines Nildampfers, auf dem wir unsere Hochzeitsreise langfristig zuvor gebucht hatten.
Wir brachen ab und kamen noch rechtzeitig zum kirchlichen Abschied. Sie wurde eingeäschert und ist 79 Jahre alt geworden.
Fortan hatten wir unsere Mutter nicht mehr und damit auch kein Ventil, womit wir uns bei Muttern, ob der sich abzeichnenden Dissonanzen unter Geschwistern, Trost holen konnten.
2001/2 zeichneten sich erste Sorgenfalten ab, ob es richtig war, gemeinsam in Familie unter einem Dach in Rüsselsheim zu leben.
Wir mussten geduldig sein, waren damit beschäftigt, Örtlichkeiten zu erkunden, neue Bekanntschaften zu machen. Wir stiessen auf unsere TG-Seniorengruppe und lernten Gertrud B. kennen. Sie übernahm es, unsere Seelen zu glätten, woimmer es notwendig war. Vielleicht sollten wir doch wieder Weichen stellen für eine andere Wohnung.
Wir waren aber finanziell schon mit Gitta und ihrem Immo-Betrug per unserer Darlehnsgewährung ihrer Refi der Rechtsanwaltskosten festgelegt.
Bei Wolfgang wurde nun auch noch Diabetis Melitus Typ2 festgestellt und seine Hüften schmerzten doch sehr, wie man zuvor auf einer Reha auf Usedom, wohin ich ihn begleiten konnte, festgestellt hatte.
Rhein/Main Sommer 2003 hatten wir fast 40 Grad Hitze unterm Dach und wir wurden zu Kellerkinder. Ich bekam psychosomatische Probleme aufgrund der angespannten Hausatmosphäre. Dazu kam mein Treppensturz mit Beinfraktur.

Trotz steiler Treppe fehlte ein Handlauf. Ich wurde langzeit ambulant behandelt; es wurde kein Handlauf vom Hauswirt installiert. Vom ebenfalls versprochenen Treppenlift wurde nicht mehr gesprochen. Kein Geld.-

Egal, mit Gibs an linker Ferse legte mir 2003 Konstantin auf Rumscheid/ Sauerland bei Hagen besser Gegrilltes nach. So schwelgte wir schmatzend unseren schönen Erinnerungen in Hagen nach.
Unsere Seniorenfahrten zur Saarschleife war ebenso ein Sommerhit, wie auch die Dampfstrassenbahn nach Ansbach - Hähnlein oder mit dem Regionalzug
Von der Nibelungenfahrt nach Worms ganz zu schweigen.
So lebten wir, verlebten wir und erfreuten uns relativer Gesundheit.
Im September brachte mich Wolfgang zur Reha nach Bernkastel-Kues für 6 Wochen. Mit gestärktem Selbstbewusstsein kehrte ich nach Rüssels- heim zurück. Die zünischen Nadelstiche meiner Schwägerin konnte ich wieder aushalten.

Wir freuten uns auf unsern Besuch von Lorena, Kusine von Rebeca Z., seiner alten Gastfamilie in Mexiko aus 1961, die er per Briefkontakt in seinen Drangjahren 3-fach in Folge bis 1968 besucht hatte. Die Kontakte verloren sich, er fand sie erst 2002 über Google nach fast 40 Jahren in dem fremdelnden Rüsselsheim wieder.

Lorena (links) merkte sofort, dass unsere Vermieter den Gast aus Mexiko als zu exotisch empfand und Gittas Arme zum Abstand halten sich betend verschränkten, während das Ehepaar de Haas und körperspra- chenmässig auch gar kein Hehl daraus machten. Wo blieb die Ehre, ein gastliches Willkommen im Hause unter dem Dach der Ostpreussenstr. besonders am runden Tisch der gastgebenden Einlieger auszustrahlen?
Seitdem war eine Art "Kalter Krieg" unter dem familären Dach der immobetrogenen Opfer zu fühlen; ein verhärmtes Familienhaus. Da half auch kein noch so gehaltvoller, roter Dornfelder mehr.-
10 Tage Adventszeit mit Lorena liessen meine Wunsche wachsen, sie auch einmal in ihrer Heimat Mexiko zu besuchen, man muss ja immer ein Ziel haben.

Produzent und Author:
W. Schröder
Nordwalde
11/2009 - 07.04..2010
Remix: 117 Irgendetwas bleibt hier
der Weg ist das Ziel....