Nach der Frühstücksbüffet-Schlacht wollten wir im Fitnessraum unsere Sünden abtrainieren. Dazu war ein Fußmarsch fällig, der an Deck bei frischer Meeresluft für uns überwindbar erschien. Barbara fand einen freien Ergometer, aber mit abgestürztem Programm. Ich, dagegen, erwischte hinter den Laufbändern einen, der funktionierte. Unser beider Leistungspotential schien nicht sonderlich erschöpft zu sein. So folgte eine Besinnzeit mit einer Liege auf dem Sonnendeck. Die Welt fühlte sich höchst entspannt an.

Wir verabredeten, uns nach den Aktivitäten wieder auf 1399 zu treffen, rechtzeitig zum Mittagsbüffet. Plötzlich musste ich mich am Handlauf der Reling entlang hangeln. Unsagbare Schmerzen blockierten mein Gangwerk mehr und mehr; schaffte es soeben bis zur Kabine, schmiss mich auf das Bett und fortan konnte ich mich nicht mehr bewegen.

Der Zimmerservice musste auftischen. Da in Höhe Gibraltar, sich die Schmerzen nicht auflösten, besorgte Barbara am gleichen Abend per Notruf einen "Pusher" mit einem Rollstuhl im Geschirr, der mich zum Hospital verholte. Ich konsultierte den italienischen Schiffsarzt mit meinem Sprachenmix. Seine Diagnose: Gott-sei-Dank: nicht luxiert, aber durch Überanstrengung verkrampft. 3 x frühmorgentliche Spritzen in die linke Krieger-Hüfte, Schmerztropfen, Kabinenarrest, kein Landgang.

Am nächsten Morgen war alles wie weggeblasen, Barbara in Casablanca und ich eingepfercht in der Unendlichkeit des Kabinendecks Andromeda, fast wie ein verlassener blinder Passagier. Kurzerhand riskierte ich den Ausbruch und hangelte mich zum Aufzug. Deck 9 war mein Lieblingsziel. Dort gab es kostenlos kaltes Wasser und kalte Milch und gegen Mittag auch das Büffet mit Fisch und sonstigen Leckereien.

Dann kam Barbara von ihrer Casablanca-Ausflug zurück. Kein Wolfgang in der Kabine, sondern an Deck 9 im Lido in der italienischen Reihe.-

 

 

 

 

 

 

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