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Minikamera

Der Würfel

zeitungsartikel_-_lochkamera_2_-_WEB.JPG (87888 Byte)Ein Buch vom Fotografen Thorsten Berndt brachte mich auf eine besondere Idee: Mit Kindern eine große, begehbare Kamera bauen. Und wenn schon, dann RICHTIG: 2 mal 2 mal 2 Meter!

Das Material war schnell gefunden: Pappe ist billig und als Abfall von großen Betrieben zu bekommen. Als Verbindungsstoff bewährte sich Holzleim - ein 5 Kilo-Eimer reicht für etwa 2 Kameras und kostet knapp 25 €.

Um beeindruckendere Bilder zu erhalten, wählte ich Fotopapier im Format DIN A 4. Dies ist allerdings sehr teuer. Zusammengerechnet mit der Kamera und Entwicklungsmaterial kamen schon etwa 70 € zusammen.

Finanzielle Hilfe bot die örtliche Sparkasse, die unsere Ergebnisse in einer Ausstellung präsentierte. Sie deckte sämtliche Kosten des Projekts. So kamen die Kinder sogar zu dem wohligen Gefühl, mit der eigenen Arbeit Geld verdient zu haben.

Der große Pappwürfel war nicht nur unsere Kamera, sondern bot auch gleich Platz für die Entwicklungsschalen. So konnten wir gleich in der Kamera unsere Fotos entwickeln.

Leider war die Zeit sehr knapp und die drei Projekttage schnell vorbei. Daher blieb es bei den Aufnahmen vom Schulhof - sonst hätten wir sicherlich noch Aufnahmen im Dorf gemacht. Doch auch so war es ein lohnendes - wenn auch sehr aurbeitsaufwändiges - Projekt.

Einige Ergebnisse finden Sie hier.

Umgang mit Fotopapier in der ersten Klasse

Die Fotografie mit der Lochkamera ist so anspruchsvoll, dass ich sie erst in der vierten Klasse einsetzen würde. Doch auch ohne Kamera - nur mit Fotopapier - lässt sich experimentieren und man kann bereits sehr früh die Grundlagen und Experimentierlust vermitteln.

In einer ersten Klasse gab ich den Kindern Fotopapier in die Hand und lies sie damit experimentieren. Durch Abdecken - so fanden sie heraus - kann man das Dunkelwerden am Sonnenlicht verhindern. Zurück bleibt eine helle Stelle, die in etwa dem Gegenstand entspricht, mit dem man das Papier abgedeckt hat. Fixiert man das ganze anschließend mit dem Fixierer (nach Rücksprache mit der Herstellerfirma im Prinzip ungefährlich - sollte jedoch vom Lehrer gehandelt werden), verschwindet die Lichtempfindlichkeit und das "Sunprint" bleibt erhalten. 
Auf diese Weise lassen z.B. Rätselheftchen ("Was ist das für ein Gegenstand"), Kopien und "Fotoherbarien" anlegen.

Hosentaschen-Lochkamera

Auch die Mini-Kamera lädt zum Gebrauch ein. Das Minimalmodell einer Lochkamera entsteht aus einem Filmdöschen, in das man seitlich ein Loch piekst. In der Dunkelkammer wird der Film in das Döschen gesteckt, das Loch mit Knetmasse verschlossen und sFotodöschen als Lochkamerachon kann es losgehen. Bitte nicht enttäuscht sein: Das Foto ist natürlich nur Daumennagelgroß und man muss schon sehr genau hinschauen, bis man erkennt, was man fotografiert hat. Aber diese Kamera spiegelt am besten wider, wie die Entwicklung der Fotografie angefangen hat.

Ausprobiert habe ich diese Technik auf einer Ausstellung mit Eltern. Ergebnis: Begeisterte Eltern, die mit Kameras beladen zwischen Fotolabor und Motiv hin- und herpendelten.

Diese Technik lässt sich möglicherweise sehr gut auf Klassenfahrten oder Wanderungen einsetzen - denn die Kameras lassen sich ganz leicht in Mengen herstellen und laden...
Man kann sie übrigens auch während der Fahrt - ohne Dunkelkammer - entwickeln. Diesen Trick finden Sie auf der Seite "Minikamera"