Sardinien

Radreise 

 

Reisezeit : 15. 4.- 1. 5. 2007

Länge : 1000 km

Höhenmeter : 12.695

Bilder

Statistik

Etappen

Radreisen  Übersicht

Allgemeine Infos

Sardinien ist eine sehr schöne Insel für Radtouren. Tolle weite Landschaften, wilde Küsten, Traumstrände mit kristallklarem Wasser, viele (in der Nebensaison) einsame Straßen und eine gute Infrastruktur machen Sardinien zum hervorragenden Ziel für Radtouristen.

 

Anreise

Charterflüge der Billigflieger starten von den großen deutschen Flughäfen. Ende April 2007 kostete uns der Hin/Rückflug mit der TUIfly.com 300€ , inklusive Radtransport. Die Flugzeit beträgt ca. 2 Stunden.

 

 Geografie

Sardinien ist eine bergige Insel bis ca. 1800m Höhe mit sehenswerter Steilküste, tollen Panoramastraßen im Inselinneren und vielen Traumbuchten. Daneben gibt es noch weite Strände, also alles für einen abwechslungsreichen Urlaub. Die Topographie ist anstrengend und führt dazu, dass Radler viele Steigungen zu bewältigen haben. Wir haben im Durchschnitt fast 1270 Höhenmeter/100km bewältigen müssen.

 

 Klima / Winde / Regenzeiten

Das Wetter ist besonders im Frühling und Herbst für eine Radtour geeignet. Wir waren Ende April unterwegs, was sehr angenehme Temperaturen von 20-25C· zur Folge hatte und schon badegeeigneten Wassertemperaturen bescherte. Wind hatten wir zum Glück fast keinen auf der Reise, außer einem sehr stürmischen Tag an der Costa del Sud. Regen nur am ersten und vorletzten Tag.

 

 Übernachten

Eine Radtour durch Sardinien lässt sich mit Zelt, wie auch mit Hotelübernachtungen durchführen. Es sind etliche Campingplätze vorhanden,viele sind aber im April noch geschlossen. Freies Campen war aber nie ein Problem. Die Preise für 2 Personen mit Fahrrad und einem Zelt lagen im Durchschnitt bei €17,-.

 

Verpflegung

Überall gibt es kleine Läden und Supermärkte für Selbstversorger. Essengehen ist teurer als in Deutschland, eine Pasta oder Pizza mittlerer Güte lagen bei etwa  7,50 €. Teuer wird es bei kompletten italienischen Menüs. Dazu kommt der übliche Aufpreis für das Gedeck und Brot. Kein Problem ist die Trinkwasserversorgung. Wir haben uns überwiegend mit Leitungswasser versorgt und dabei keine Magen-/Darmprobleme bekommen. Leckeres Bier (Ichnusa in 0,66Liter Flaschen) gibt es überall in Supermärkten und Restaurants. Öffnungszeiten beachten 10-13:30 und 17-20Uhr.

 

Rad und Ausrüstung

Da es im Frühsommer in Sardinien recht lange hell ist, kann die Beleuchtung daheim bleiben. Es gibt aber einige kürzere Tunnel, die wir mit unserer Ansteck-Rückleuchte bewältigt haben. Als Transportschutz haben wir Luftpolsterfolie genutzt. Auf dem Rückflug waren die Räder unverpackt dabei, was ohne Schäden abging. Die Reifen sollten mindestens 32mm breit sein, da es auf wenigen Abschnitten über Schotterpisten geht.

 

Straßen und Verkehr

Die Straßen waren hervorragend und außerhalb der Städte (abgesehen vom Einzugsgebiet Cagliari) auch wenig befahren.

 

Reiseführer und Karten

Nützlich fanden wir den Reise-Know-How Führer .Sardinien". Die Generalkarte Sardinien, Maßstab 1:200.000 war für die Reise eine gute Grundlage

 

Ziele Routen, Strecken

Außer den imposanten Küstenstrecken im Westen und Süden, hat uns auch das Inselinnere sehr beeindruckt und war jeden Höhenmeter wert. 

 

Zur Einzelbildansicht bitte ein Foto anklicken

           
           

 

Statistik                                                                                      nach oben

Tag

 Strecke

Höhenmeter

Kilometer

   1. Tag, So.

 Olbia – Santa Lucia

371

57

   2. Tag, Mo.

 Santa Lucia – Lago del Cedrino

1340

76

   3. Tag, Di.

 Lago del Cedrino - Dorgali

273

12

   4. Tag, Mi.

 Dorgali - Villagrande

1213

52

   5. Tag, Do.

 Villagrande - Seui

1222

73

   6. Tag, Fr.

 Seui - Ortuere

1271

72

   7. Tag, Sa.

 Ortuere - Bosa

1270

106

   8. Tag, So.

 Bosa – Alghero - Bosa

1674

92

   9. Tag, Mo.

 Bosa – Torre Grande

764

75

 10. Tag, Di.

 Torre Grande – Marina di Arbus

450

75

 11. Tag, Mi.

 Marina di Arbus - Sciopadroxiu

172

20

 12. Tag, Do.

 Sciopadroxiu – Cala Domestica

752

45

 13. Tag, Fr.

 Cala Domestica – Punta Magaiore

767

54

 14. Tag, Sa.

 Punta Magaiore – Portu Tramatzu

466

72

 15. Tag, So.

 Portu Tramatzu

0

0

 16. Tag, Mo.

 Portu Tramatzu – Santa Magerita

460

56

 17. Tag, Di.

 Santa Magerita – Cagliari Airport

230

63

Gesamthöhe / -strecke = 12,7hm/km

12695

1000

 

Etappen                                                                               nach oben

 

1. Tag: Olbia -Santa Lucia                 56km  - 371 Hm

Stress am Flughafen. Tui verlangt das die Bikes komplett in Kartons verpackt werden müssen. Am Ende umklebt ein Flughafenmitarbeiter die Räder mit blauen Müllbeuteln, was den Anforderungen genügt, aber ein Witz ist. Auf Sardinien anfangs Regen, ab Mittag Sonne. Ab San Teodoro landschaftlich schöne ruhige Strecke. Erkunden Posada mit der sehenswerten Festung. Sonnen uns nachmittags am langen Sandstrand der Bucht von St.Lucia und zelten wild in den Dünen.

 

2. Tag: Santa Lucia -Lago dei Cedrino                   76km -1340Hm

Die Sonne lacht. Wir starten von unserm Strand und trinken in LaCaletta unseren Morgen Cappuccino. Nach dem Frühstück im Hafen fahren wir nach Siniscola. Nun geht es stetig bergan über unzählige Serpentinen zunächst Richtung Lode später Richtung Lula. Kurz nach dem Abzweig nach Luna folgt eine wunderschöne Panoramastraße immer auf gleicher Höhenlage. Luna ist recht trostlos und bietet nicht einmal einen Cappuccino. Abfahrt und einige Anstiege bis zum Lago dei Cedrina. Camping an der Kajakstation.

 

3. Tag: Lago del Cedrino -Dorgali                      12km -273Hm

Abenteuerliche Jeepfahrt vom Agriturismo zum unterhalb gelegenen See. Wir mieten uns für 15€ pro Boot je ein Einerkajak und paddeln in 3 jeweils einzigartige Buchten. Alle einsam und wildromantisch gelegen. 17 Uhr nach beheben der 1. Reifenpanne Auffahrt mit den Rädern nach Dorgali. Besorgen reichlich Proviant und zelten nahe am Ort mit super Aussicht. Kajakverleih siehe: http://www.canales.it

 

4. Tag: Dorgali -Villagrande                    52km -1213Hm

Bei klasse Wetter strampeln wir erst angestrengt bis zum Ortsausgang von Dorgali, dann gemächlich auf der Schattenseite des Bergs mit Panorama Aussicht zum Pass Silana (Cappuccino + 2. Frühstück). Nun abwärts noch ein Stück auf der 125 und dann runter nach Urzuiei. Von hier wunderschöne Strecke bis Talana. Weiter auf Straße Richtung Villagrande. Da die Straße teils verschüttet ist und von Autos nicht mehr befahrbar ist, zelten wir mit grandiosen Blick direkt am Straßenrand.

 

5. Tag: Villagrande -Seui                           73km -1222Hm

Es geht weiter nach Villagrande, mit super Ausblicken und grandiosen Eindrücken gerade wegen der zum Teil zerstörten Straße. In Villagrande besorgen wir Proviant und radeln weiter zum Lago Alto del Flumendosa. Ein Stück am See entlang, dann durch den Forest Montarbn über zwei unscheinbare Pässe (1027 + 991) weiter zum Hübschen Ort Seni. Danach noch 6 km bis zum Abzweig Richtung Seulo. Hier finden wir ein nettes Plätzchen zum zelten. Später Besuch von einem riesen Wildschwein.

 

6. Tag: Seui -San Mauro                       72km -1271Hm

Gegen 9 Uhr Aufbruch. In sanften Auf und ab radeln wir zunächst nach Seulo, durch eine sehr schöne waldige Landschaft. Nach Seulo folgt eine super Abfahrt ohne Bremseinsatz zum genießen. Nach Überquerung einer imposanten Brücke folgen anstrengende Serpentinen rauf nach Gadoni und weiter nach Aritzo. In Belvi biegen wir ab nach Atzara und fahren über San Mauro bis Ortuere. Zelten im Olivenhain kurz nach dem Ortsausgang.

 

7. Tag: Ortuere -Bosa                          106km -1270Hm

Radel durch eine liebliche und hüglige Landschaft nach Busachi. Rasante Abfahrt zum Lago Omodeo. Weiter am See bis Tadasumi.. Biegen kurz vor Chilarza rechts ab. Schöne Strecke bis Aidomaggiore. Teilstück mit 20% Steigung ! Nach Borore finden wir nicht den richtigen Weg und landen in Santu Lussurgla. Klettern wieder über 900 Höhenmeier hoch, durch schöne Berglandschaft, nach Cuglieri. Über Turas nach Bosa Marina. In Bosa mieten wir uns für 2 Tage in die JHB ein (13€ Inkl. Frühstück). Haben ein 5 Bettzimmer für uns allein. Den Abend genießen wir am langen Sandstrand in einer Pizzeria.

 

8. Tag: Bosa -Alghero -Bosa                          92km -1674Hm

Leichtes Frühstück ab 8:30 in der JHB. Auf sehr schöner Strecke sind 500Hm bis Montresta zu bewältigen. Danach 200Hm Abfahrt. Erfrischen uns an der einzigen Wasserstelle nach 38km hinter Nostra Signora. Nach 5km Abfahrt hinter Villanova biegen wir zur Cala Poglina ab. 400Hm rasante Abfahrt, über unzählige Serpentinen, zur Küstenstraße zwischen Bosa und Alghero. Absolute Traumstrecke, wobei es kurvenreich von 100Hm auf 450Hm ansteigt. Ganze Berghänge sind dicht mit rosa, roten und Blau blühenden Blumen bewachsen. Toll! Und dazwischen immer wieder gelb blühender Ginster. So etwas haben wir in dieser Form noch nicht gesehen. Und von der Panoramastraße bieten sich immer wieder traumhafte Ausblicke auf die Küste und das Meer. Und auch die Felsen sehen durch teilweise starke Verwitterung überaus fotogen aus. Eine tolle Abfahrt führt nach Bosa, leider erwischt uns vorher eine Reifenpanne und einer kann die Strecke zweimal genießen, da die Luftpumpe in der JHB liegt. Genießen den Sonnenuntergang am Hafenturm.

 

9. Tag: Bosa -Torre Grande                        75km -764Hm

Wir kaufen in Bosa, im großen Supermarkt am Ortsausgang, noch reichlich ein. Bevor es auf schöner Straße nach Modolo, weiter rauf nach Tresnuraghes und zum fast 500m hohen Cuglieri geht. Ab hier führt die Straße schnurgerade 10km bergab nach Catarina und Archittu. Beides hübsche Orte am Meer. Weiter über Riola nach Cabras bis zum Torre Grande mit schöner Uferpromenade. Finden ein schönes Plätzchen zum zelten am nahegelegenen See und genießen den Sonnenuntergang.

 

10. Tag: Torre Grande -Marina di Arbus                 75km -450Hm

Flotte Fahrt nach Oristano.Provianteinkauf im riesigen Supermarkt am Ortseingang von Oristano. Flache langweilige Strecke links der Stago di Santa Giusta, rechts ein großes Industriegebiet, im Zickzack nach Marceddi. Über einen einspurigen Damm überqueren wir eine Bucht in Richtung Costa Verde. Ab hier tolle einsame Hügelstrecke in Maccialandschaft. Bald nach dem Abzweig zur Costa Verde erwartet uns eine traumhafte Küstenstraße am Meer. Außer einer kleinen Ortschaft ohne Verpflegungsmöglichkeit und einem Ferienkomplex erwartet uns nur wunderschöne Natur. Zelten in den Dünen 2km hinter Marina di Arbus. Traumhafter Sonnenuntergang am Meer.

 

11. Tag: Marina di Arbus -Sciopadroxiu                 20km -172Hm

Als wir die ersten bis 60 m hohen Sanddünen sehen, endet der Asphalt und eine gut befahrbare Schotterpiste beginnt. Nach Durchquerung von zwei Bächen und ein afrikanisches Ambiente erreichen wir ein einsames Luxushotel inmitten der grün bewachsenen Dünen am Strand, das uns den Tipp für die heutige Übernachtung gibt: Einen neuen Campingplatz in nur 3 Kilometer Entfernung! Tolle Anfahrt auf Schotterpiste durch die Wildnis!! Der Campingplatz liegt schön schattig und mit weiter Aussicht von der Restaurantterrasse. Den Nachmittag verbringen wir am langen Sandstrand von Piscinas mit seiner grandiose Dünenlandschaft.

 

12. Tag: Sciopadroxiu -Cala Domestica             45km -752Hm

Wir schleichen uns recht früh vom Campingplatz und fahre zunächst noch auf unbefestigter Strecke durch einsame Wildnis bis wir an den alten Minen von Ingurtoso angelangen. Es ist nicht sehr steil, aber es geht stetig bergan. Bald gibt es wieder Asphalt und wir radeln langsam durch die fast ausgestorbene Minenstadt bis auf etwa 450m hoch. Hier treffen wir auf die SS126, die nach weiteren 100 Höhenmetern auf einen Pass führt. Bei toller Aussicht geht es am Steilhang kilometerweit bergab. Hinter dem Abzweig nach Buggerru, entlang an Mohnwiesen und Mageritenfelder, erreichen wir wieder einen einem tollen Sandstrand. Weiter traumhafte Strecke bis nach Buggerru und wieder steil von 0 auf 160 Hm hinauf zu einem schönen Hochtal in den Bergen. Schließlich wieder eine irre schöne Abfahrt mit tollem Blick auf die sehenswerte Steilküste. Biegen zur traumhaften Cala Domestica ab, an der wir den Nachmittag beim baden verbringen und nach Abzug der Tagesgäste auch unser Zelt aufschlagen.

 

13. Tag: Cala Domestica -Punta Magaiore              54km -767Hm

Von der Cala Domestica steigt die Straße sanft bis 2 km vor die Passhöhe an. Nun sind mit 10% Steigung auf 2,5km schnurgerader Strecke zu meistern. Es folgt eine lange rasante Abfahrt, über enge Serpentinen mit 13% Gefälle, bei der unsere Bremsen an ihre Grenzen kommen. Unten kurzer ungewollter Abstecher zum Strand, vorbei am Bergbaumuseum von Masua. Blick auf den im Meer liegenden Felsen „Pan di Zucchero“. Nach Nebida tolle und farbenreiche Steilküste. Von Fontanemare nach Portoscuso unspektakulär. In Portoscuso wartet ein riesiger Industriekomplex, der uns sofort die Flucht auf die Fähre zur Isola di S’Pietro antreten lässt. Von dort nehmen wir direkt die nächste Fähre zur Isola Antioca. Camping Salina ist leider noch geschlossen und so suchen wir uns wieder ein Plätzchen in den Dünen.

 

14. Tag: Punta Magaiore -Portu Tramatzu             72km -466Hm

Wir machen eine Inselrundfahrt und entdecken so den offenen Magaiore Campingplatz au der Südseite der Insel. In S. Antioco decken wir uns mit Proviant ein und radeln über den Damm zurück nach Sardinien. Bald erreichen wir ein großes Militärgebiet und erreichen den Abzweig zur Costa dei Sud. Fahren auf Wassersuche die Stichstraße zum Campingplatz Portu Tramatzu (16€). Der Platz überzeugt mit super Aussicht, Lage und Strand. So beschließen wir hier einen Ruhetag zu verbringen.

 

15. Tag: Portu Tramatzu                     0km -0 Hm

Kein Badewetter aber Reifenflickwetter. 21’C und mit 8 Bf starker Ostwind. 3 Surfer toben sich beim Highspeed Surfen in der wunderschönen Bucht aus. Kleine Wanderung zum Hafen. Nachts Mückenschlacht. Babsy tötet über 20 Blutsauger im Zelt! Der Luftdruck fällt rapide und abends setzt starker Regen ein.

 

16. Tag:Portu Tramatzu -Santa Magerita               56km -460Hm

Bei wechselhaftem Wetter, aber mit bester Fernsicht an der abwechslungsreichen Costa del Sud entlang. Die Regensachen kommen zum ersten Mal zum Einsatz. Supermarkt an der Hauptstraße in Chia. Verweilen einige Zeit wegen heftigem Regen in der Bar. Übernachten in Santa Magerita auf dem Campingplatz Fulmendosa (11,5€ ). Kurze Spritztour zum Supermarkt am Ortseingang von Pula.

 

17. Tag: Santa Magerita -Cagliari Airport             63km -230Hm

Versuchen auf Nebenstraßen nach Pula zu kommen. Aber leider stimmen die Karten nicht und wir müssen wenden. In Pula ist mein Reifen das 5. mal platt. Nach Pula haben wir wieder Orientierungsprobleme und müssen ungewollt einen 160m hohen Pass bewältigen. Bald ist die Straße verkehrsreich und von Großindustrie gesäumt. In Elmas verweilen wir noch auf einen Cappuccino in einer Bar. Werden von einem Sarden auf ein Bier eingeladen, können uns aber nicht verständigen. Da er kein englisch und wir kein italienisch sprechen. Im modernen Airport von Elmas checken wir ohne Verpacken der Räder problemlos ein.

 

                       Radreisen  Übersicht                                                            nach oben