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Aldi-PC mit PIII/667 MHz vom März 2000 - Tuning

Speicherdurchsatz erhöhen | CPU übertakten | Grafikkarte übertakten | Benchmarks

Eine sehr gerne gestellte Frage lautet: "Wie kann ich diesen Rechner schneller machen?"  Gemeint ist damit in der Regel das Übertakten von Prozessor und/oder der Grafikkarte. Nun, das geht bei diesem Rechner schon innerhalb gewisser Grenzen. Wie das geht, und wo die Grenzen liegen, das erfahren Sie hier.

Grundvoraussetzung für irgendwelche Tuningmaßnahmen ist selbstverständlich ein sauber konfiguriertes System. Jeglicher Eingriff in die Betriebsparameter der Hardware ist sinnlos, wenn das Grundsystem nicht absolut stabil läuft. Denn, was bringt Ihnen ein geringer Leistungsgewinn, wenn dieser durch Neustarts als Folge von Abstürzen wieder zunichte gemacht wird.

Tuning fängt also beim Betriebssystem und den Anwendungen an:

Des Weiteren muß ich deutlich darauf hinweisen, daß das Übertakten von Systemkomponenten dazu führt, daß Ihre Hardware jenseits der Spezifikationen betrieben wird. Neben Abstürzen, Systeminstabilitäten und damit einhergehenden Datenverlusten können auch Schäden an der Hardware nicht ausgeschlossen werden.
Jetzt sind Sie gewarnt und wissen, daß die nachfolgend beschriebenen Methoden zur Leistungssteigerung auch unerwünschte Nebenwirkungen haben können. Sie sind selbst dafür verantwortlich, was Sie tun.

Soviel als Vorbemerkung.

Welche Tuning-Möglichkeiten haben Sie nun? Sie können
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Speicherdurchsatz optimieren

Der VIA-Chipsatz des MD2000 (und auch des MD2001) unterstützt prinzipiell das sogenannte "Memory Interleaving", bei dem die Speichermodule schneller angesprochen werden können. Besonders vorteilhaft wirkt sich dies bei zwei installierten Speichermodulen aus. Leider ist (zumindest beim MD2000) diese Funktion nicht aktiviert und auch nicht über das BIOS einstellbar.

Einen Ausweg aus dieser Situation bietet der "VIA Memory Interleave Enabler" von George E. Breese. Dieses Tool wird als Treiber(für Windows 9x, ME, NT, 2000 und XP) eingebunden und aktiviert 4-way Interleaving. Wie die Messungen mit SiSoft Sandra zeigen, kann damit der Speicherdurchsatz um 35-45% gesteigert werden:

ohne Interleave Enabler: mit Interleave Enabler:
ohne Enabler mit Enabler

Weiterführende Dokumente:

Danke nochmal an Andy, der mich überhaupt erst auf den Interleave Enabler aufmerksam gemacht hat.

Anmerkung:
Auch nach Installation des VIA Memory Interleave Enablers erreicht der mit SiSoft Sandra gemessene Speicherdurchsatz nicht ganz die angegebenen Referenzwerte für diesen Chipsatz. Ursache dafür dürften die konservativen Einstellungen im BIOS sein, die leider vom Anwender nicht (im Gegensatz zu anderen Mainboards) geändert werden können.

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Prozessor übertakten

Da alle Intel-CPUs über einen festen Multiplikator (interner Takt = Bustakt x Multiplikator) verfügen, bleibt nur die Erhöhung des Bustaktes als Möglichkeit, den CPU-Takt zu erhöhen. Dabei werden auch alle internen Schnittstellen, von AGP über PCI und Speicher bis hin zu den IDE-Schnittstellen mit höheren Frequenzen angesteuert. Manche Komponenten stecken dies klaglos weg, manche nicht.

Insbesondere das Speicherinterface kann hier an seine Grenzen geraten, was Abstürze zur Folge haben kann. Die werksseitig verbauten Speichermodule sind für einen Takt von 143 MHz spezifiziert und geben hier das Limit vor. Wer zusätzlichen Arbeitsspeicher installiert hat, muß damit rechnen, daß die zusätzlichen Module nicht mit der höheren Taktfrequenz zurechtkommen, so daß im BIOS-Setup konservativere Einstellungen vorgenommen werden müssen, was die Übertaktungsaktion praktisch aufhebt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Datensicherheit: Da die IDE-Schnittstellen ebenfalls jenseits der Spezifikation betrieben werden, sind Datenverluste nicht ausgeschlossen.

Das MD2000-Mainboard verfügt über keinerlei Jumper, mit denen man die Taktfrequenz einstellen kann. Auch im BIOS-Setup findet man keine Einstellmöglichkeiten. Demnach bleibt nur die Möglichkeit, die Taktfrequenz per Software zu verändern. Gut geeignet hierfür ist SoftFSB von H.Oda (www.h-oda.com).  

SoftFSB programmiert den auf dem Mainboard verbauten Taktgenerator für die laufende Windows-Sitzung um. Der Cypress W-211 Taktgenerator des MD2000 wird mit Hilfe einer externen Parameterdatei unterstützt.

Nachteilig für Übertaktungsmaßnahmen ist bei der MD2000-Hauptplatine das Fehlen jeglicher Hardware-Überwachungsfunktion. Damit ist keinerlei Kontrolle über den Systemzustand (CPU-Temperatur, Lüfterdrehzahl usw.) möglich. Aus diesem Grund sollten Sie den Rechner nur dann übertakten, wenn diese Leistung wirklich gebraucht wird.

Getestet habe ich das System mit einem Systemtakt von 145 MHz, woraus sich eine CPU-Frequenz von 735 MHz ergibt. Die Steigerung des CPU-Taktes um runde 10% liefert mit einem reinen Prozessor-Benchmark in der Tat um etwa 10% bessere Werte, wie erwartet.

Wichtiger ist jedoch die Gesamtleistung, die man beispielsweise für Spiele und dergleichen steigern will. Mißt man mit einem typischen 3-D-Spiele-Benchmark wie dem 3-D-Mark 2000 von Mad Onion nach, so ergibt sich bei einer Steigerung der CPU-Leistung um 10% gerade einmal eine Steigerung der Gesamtleistung von lediglich 3%, und das lohnt sich eigentlich nicht. Vor allem dann nicht, wenn man bedenkt, daß mit dem richtigen Grafikkartentreiber höhere Leistungssteigerungen (bis zu 10%) erzielbar sind, und das ohne Übertakten.

Für Anwendungen wie Office oder Internet ist ein Übertakten der CPU sowieso sinnlos, da diese Applikationen meist auf Benutzereingaben warten oder durch die Übertragungsraten des Modems (oder der ISDN-Karte) limitiert werden. Das gilt in gleicher Weise auch für die Grafikkarte, die durch diese Anwendungen in keinster Weise gefordert ist. 

Weiterführendes Material:

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Grafikkarte 

übertakten

Interessanter für Spieler ist die Möglichkeit, die Grafikkarte zu übertakten. Die Nvidia-Treiber bieten die Möglichkeit, die Taktfrequenzen des Chips und des Speichers einzustellen, wobei diese Funktion meist durch einen entsprechenden Registry-Eintrag aktiviert werden muß. Leistungssteigerungen um etwa 10% sind hier möglich.

Die Grenzen der Übertaktung sind daran zu erkennen, daß Grafikfehler oder gar Abstürze auftreten. In diesem Falle sollte man den Rechner neu starten und etwas moderatere Einstellungen wählen. Grundsätzlich abzuraten ist von der Option des Treibers, die gewählten Einstellungen beim Start anzuwenden, es sei denn, man hat die Grafikkarte "untertaktet", was bei normalen Anwendungen nicht auffällt.

Bei allen Tuningmaßnahmen ist zu berücksichtigen, daß der TNT2-Pro-Chip bereits ab Werk mit höheren Taktfrequenzen betrieben wird, so daß der verfügbare Spielraum relativ gering ist.

Mehr:

AGP 4x-Modus

Den Angaben der Werbung zufolge sollen Grafikkarte und Mainboard den AGP 4x-Modus unterstützen, mit dem die Datenübertragungsrate der AGP-Schnittstelle 266 MHz betragen soll. Analysetools zeigen meist, daß trotz entsprechender Einstellungen im BIOS die Schnittstelle "nur" mit  AGP 2x läuft.
Zum Trost kann hier erwähnt werden, daß ich bei meinen Messungen damals keinen signifikanten Leistungsgewinn zwischen AGP 2x und AGP 4x feststellen konnte. Die Unterschiede lagen in der Größenordnung der Meßgenauigkeit des verwendeten Benchmarks.

Ursache für dieses Verhalten scheinen Probleme im Zusammenspiel des auf dem Mainboard verbauten VIA 694x-Chipsatzes mit NVidia-Grafikkarten zu sein:

Bei älteren Chipsatztreibern (Versionen bis einschließlich 4in1 4.29) bestand zwar die Möglichkeit, AGP 4x bei der Installation einzustellen ("Turbo Mode"), diese Einstellung wurde jedoch von den NVidia-Grafiktreibern deaktiviert. Zur Wiederherstellung des AGP 4x-Modus kann jedoch ein entsprechender Registry-Eintrag gesetzt werden.

Mehr:
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Benchmark-Ergebnisse

Die Wirksamkeit von Tuningmaßnahmen sollte man anhand von Leistungstests nachweisen, um zu beurteilen, ob die erzielten Ergebnisse das Risiko von Hardwareschäden bei Übertaktungsmaßnahmen Wert sind.

Die nachstehenden Werte wurden mit dem 3D-Mark 2000 von MadOnion in folgender Testkonfiguration gemessen:

Hardware: Software: Treiber:

Prozessor
CPU/FSB
Grafikkarte
Chip/Speicher
3D-Marks
Punkte
Bemerkungen
667/133 MHz 143/166 MHz 3.130 Originalzustand
667/133 MHz 165/190 MHz 3.390 nur Grafikkarte übertaktet
735/145 MHz 143/166 MHz 3.250 nur CPU übertaktet
735/145 MHz 165/190 MHz 3.600 CPU und Grafikkarte übertaktet

Zum Vergleich die Werte, die ich mit einer Geforce 2 MX-Karte, die später nachgerüstet wurde, erzielt habe:

Prozessor
CPU/FSB
Grafikkarte
Chip/Speicher
3D-Marks
Punkte
Bemerkungen
667/133 MHz 175/166 MHz 4.510 Originalzustand
735/145 MHz 175/166 MHz 4.660 nur CPU übertaktet

Diese Ergebnisse zeigen eines sehr deutlich:
Durch Übertakten von CPU und/oder Grafikkarte lassen sich nur unwesentliche Leistungssteigerungen erzielen, es sei denn, man übertaktet beide Komponenten bis zum Anschlag. Eventuell kann man durch andere Treiber noch das eine oder andere Quäntchen Leistung herauskitzeln, aber es ist zu erwarten, daß sich diese Maßnahmen in der Praxis kaum bemerkbar machen dürften.

Ferner zeigt sich, daß die Leistung der Grafikkarte wesentlich mehr zur "Spieleleistung" beiträgt als der Prozessor. Daher sollten Aufrüstwillige bevorzugt die Grafikkarte durch ein schnelleres Modell ersetzen. Ein schnellerer Prozessor dürfte nicht die Erwartungen erfüllen, die eine höhere Taktfrequenz weckt, es sei denn, im Zusammenspiel mit einer angemessen dimensionierten Grafikkarte.

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© Michael P. 2003