Kaum eine Computerkomponente kommt ausgereift an den Markt. Mit
Treiber- und BIOS- oder Firmwareupdates, die teilweise schon kurz nach
Verkaufsstart auf den Internetseiten der Hersteller bereitstehen,
versuchen diese, die gröbsten Macken zu beheben, wobei das Risiko
beim Kunden verbleibt.
Im Gegensatz zu einem Treiberupdate, das sich im Falle eines
Mißlingens schlimmstenfalls durch eine Neuinstallation des
Betriebssystems rückgängig machen läßt, besteht bei
einem BIOS-Update immer ein Restrisiko, daß der Rechner hinterher
unbrauchbar ist und nicht mehr startet.
Mit dem defekten Mainboard stehen Sie alleine da, Support vom
Hersteller dürfen Sie in dieser Situation nicht erwarten.
Auch wenn das BIOS-Update gelingt, so muß dies nicht unbedingt
zu einer Verbesserung führen: Gelegentlich bringt ein neues BIOS
auch neue Fehler mit.
Ok, soviel dazu.
nach obenNach den Hinweisen in der Vorbemerkung sollte ein BIOS-Update nur
dann vorgenommen werden, wenn triftige Gründe dafür vorliegen:
Läuft Ihr Rechner problemlos, so sollten Sie auf ein
BIOS-Update verzichten.
Bevor Sie sich dazu entschließen, Ihr BIOS zu aktualisieren,
sollten Sie sich informieren, ob Ihr Problem durch das BIOS-Update
gelöst wird, und ob nicht neue Probleme mit Ihrer Konfiguration
auftreten würden. Leider sind bei fast jedem Hersteller derartige
Informationen und Hinweise, wenn überhaupt, nur spärlich
vorhanden. Medion ist hier leider keine Ausnahme.
Besorgen Sie sich beim Hersteller der Hauptplatine das exakt dazu
passende BIOS-Update. Für die Medion-Rechner ist www.medion.de
die einzige Anlaufstelle, die Sie akzeptieren dürfen. Auch wenn die
Hauptplatinen von namhaften Herstellern stammen, die ähnliche
Platinen im Sortiment haben, sollten Sie möglichst nur die
Medion-Versionen benutzen. Warum?
Eine ähnliche Platine ist nur ähnlich und nicht identisch.
Es reicht schon ein geringfügiger Ausstattungsunterschied, und das
BIOS-Update scheitert. Im schlimmsten Fall ist Ihr Rechner dadurch
lahmgelegt. Ein weiterer Grund, nur das "Original"-BIOS zu benutzen ist
die seit der Einführung der Recovery-CDs für
Windows-Betriebssysteme gängige Praxis der Bündelung von
Betriebssystem und Hardware. Auch wenn das BIOS-Update gelingt,
spätestens bei einer Neuinstallation von Windows streikt die
Recovery-CD, weil die BIOS-Information nicht mit den auf der Recovery-CD
abgelegten Daten übereinstimmt.
Was noch:
Hauptursache für ein mißglücktes BIOS-Update mit
seinen fatalen Folgen sind unzuverlässige Datenträger. Gerade
Disketten scheinen heutzutage nicht mehr so zuverlässig zu sein wie
sie eigentlich sein sollten. Daher - so empfiehlt es unter anderem auch
MSi - sollte nach Möglichkeit das BIOS-Update von der Festplatte
aus ausgeführt werden. Gut funktioniert dies, wenn ein
DOS-basiertes Windows wie Windows 98 oder ME installiert ist.
Anwender von NT-basierenden Windows-Versionen wie Windows 2000 oder XP
sollten der Empfehlung von MSI zufolge das BIOS-Update von einer Ramdisk
aus vornehmen, sofern auf dem System keine FAT32-formatierte Partition
vorhanden ist.
Sollte die Verwendung von Disketten unausweichlich sein, so sollten
diese mit Hilfe von Scandisk bzw. Chkdsk mit der Option "Intensiv
prüfen" sorgfältigst auf Fehler getestet werden, bevor man sie
für ein BIOS-Update einsetzt.
Die Vorgehensweise ist im Wesentlichen die folgende:
Der Rechner wird mit einer MS-DOS-Startdiskette gestartet (hierzu
kann man auch die Windows-CD benutzen), wobei nach Möglichkeit
keinerlei Treiber mitgeladen werden. Anschließend wechselt man zu
dem Datenträger, auf dem das BIOS-Update nebst Flash-Programm
gespeichert ist und führt das Flash-Programm aus.
Nach erfolgreichem BIOS-Update wird der Rechner neu gestartet und das
BIOS-Setup aufgerufen. Es empfiehlt sich, zunächst die
Standard-Einstellungen zu setzen, bevor nach einem weiteren Neustart die
BIOS-Optionen den eigenen Bedürfnissen entsprechend angepasset
werden. Erst danach sollte das System normal gestartet werden.
Es ist sehr zu empfehlen, vor dem BIOS-Update die vorhandenen
Einstellungen zu dokumentieren. Wer noch einen Drucker hat, der unter
DOS angesteuert werden kann, der kann relativ bequem per [Druck]-Taste
den Bildschirminhalt auf Papier bannen.
Das BIOS-Update wird in der Regel per Kommandozeile gesteuert. Diese Kommandozeile beinhaltet neben dem Aufruf des BIOS-Flash-Programms weitere Optionen wie den Namen der zu flashenden Binärdatei, den Namen, unter dem eine Sicherung des vorhandenen BIOS vorgenommen werden soll sowie zusätzliche Entscheidungen (Flashen Ja/Nein, Backup Ja/Nein usw.)
Die typische Syntax sieht in etwa so aus:flash.exe biosfile.bin backup.bin /option1 /option2 /option3 ...
Da sich die einzelnen Flashprogramme hinsichtlich der möglichen
Befehle unterscheiden können, sollte man vor dem Flash-Vorgang das
Flashprogramm mit der Kommandozeilenoption "/?" aufrufen. Dies kann
für diesen Zweck auch unter Windows in der
MS-DOS-Eingabeaufforderung erfolgen.
AWDFlash, das Flashprogramm für das bei unserem Medion-Rechner
verwendete Award-BIOS liefert nach Eingabe von
awdflash /?
folgende Ausgabe, die man auf geeignete Weise dokumentieren sollte:

Medion hat das BIOS-Update-Paket derart zusammengeschnürt, daß nach dem Kopieren der Dateien auf eine bootfähige Diskette (teilweise sind sogar die Systemdateien zur Erstellung einer Bootdiskette im Paket enthalten) nach dem Start von dieser Diskette automatisch das BIOS-Updategestartet wird.
Dazu hat Medion in der Datei autoexec.bat (diese wird beim Systemstart automatisch ausgeführt) die folgende Kommandozeile untergebracht:Awdfl757 a:\w6318vm7.160 /Py /Sn /Cd /Cp
Das BIOS wird mit der Datei w6318vm7.160 programmiert (/Py), aber
keine Sicherung des alten BIOS vorgenommen (/Sn). Dazu werden die
Hardware-Informationen im BIOS zurückgesetzt (/Cd und /Cp)
Um wenigstens eine Sicherheitskopie des alten BIOS zu erhalten,
würde ich empfehlen, den Befehl entsprechend zu erweitern:
Awdfl757 a:\w6318vm7.160 oldbios.dat /Py /Sy /Cd /Cp
Dazu müssen auf dem Datenträger noch mindestens 256 kB freier Speicherplatz vorhanden sein.
Mit Hilfe der oben genannten Optionen läßt sich das Flash-Programm auch dazu nutzen, ein Backup des vorhandenen BIOS anzulegen, ohne daß eine neue Version geflasht wird. Dazu habe ich mir eine Batch-Datei biosbak.bat erstellt, die folgende Befehlszeile enthält und das vorhandene BIOS unter dem Namen oldbios.000 sichert:
Awdfl757 oldbios.000 /Pn /Sydazu kommt noch eine Batchhdatei biosrest.bat, mit der im Notfall die alte BIOS-Version zurückgespielt werden kann:
Awdfl757 oldbios.000 /Py /Sn /Cd /Cp
Die von Medion vorgesehenene autoexec.bat benenne ich in bios.bat
um. So vermeide ich, daß das BIOS-Update automatisch ohne
Eingriffsmöglichkeit gestartet werden kann.
Ich kopiere alle notwendigen Dateien
in ein Verzeichnis \newbios auf eine mit FAT32 formatierte Partition
meiner Festplatte.
Anschließend starte ich meinen Rechner mit Hilfe einer
MS-DOS-Startdiskette und wechsele in das Verzeichnis, in dem ich meinen
BIOS-Kram abgelegt habe.
Dann sichere ich erstmal mein altes BIOS mit biosbak. Nach der Sicherung wird
dann das neue BIOS mit bios
programmiert. Sollte ein Fehler auftreten, schalte ich den Rechner nicht
ab, sondern spiele sicherheitshalber mit biosrest mein zuvor gesichertes BIOS
zurück.
Eine weitere Möglichkeit wäre die, das gesicherte BIOS
nebst Flash-Programm und der biosrest-Datei auf eine startfähige
Diskette zu kopieren und die biosrest.bat in autoexec.bat umzubenennen,
so daß man unter Umständen mit einem Neustart der Maschine
unter Verwendung dieser Diskette das System wieder zum Laufen bekommt.
Absolute Sicherheit hat man hier leider keine.
Es ist sehr zu empfehlen, sich vor dem BIOS-Update auf www.bios-info.de umzusehen. Dort finden Sie in deutscher Sprache sehr ausführliche Informationen rund ums BIOS.
nach obenDurch ein mißglücktes BIOS-Update können Sie Ihren Rechner unbrauchbar machen. Trotz sorgfältigster Recherche kann ich keine Garantie für ein Gelingen geben und lehne jegliche Verantwortung ab.
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