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"Wohin gehen all die Kinder mit
Madas Gabe, frage ich Euch? Es gibt ihrer so viele hier,
doch so wenige Magier nur, sie zu unterweisen. Ich sage
Euch: mitnichten erlischt die Gabe in ihnen unentdeckt,
wiewohl dies vielleicht einen Segen wäre. Es sind
die Hexen und Druiden, die sich ihrer bemächtigen.
Sie nennen sich Weise des Waldes, Diener Sumus und Satuarias
Kinder. Sie haben Zirkel und leben in Gemeinschaft. In
manchen Gegenden nennt das Volk sie weise Männer
oder ehrwürdige Frau, es sucht ihren Rat und folgt
ihrem Wort wie dem eines Geweihten. Das Volk sage ich?!
Ich sah Barone die mehr auf das Knochenorakel eines alten
Weibes gaben, den auf die ermahnenden Worte eines Hochgeweihten."
Inver Perainelynn ist die heilende Hand des
Dorfes, wird aber auch oft als Hebamme herbeigerufen.
Abseits der großen zivilisatorischen Zentren ist
man in Gemharsbrück auf auf tradiertes Kräuterwissen
angewiesen: Weit entfernt von akademischer Schulmedizin
oder göttlichen Einfriffen in die Gesundheit kümmert
sich Inver mit viel Intuition, Hingabe und manchmal auch
versteckter Magie um die kleinen Zipperlein, Krankheiten
oder großen Verletzungen des Dorfes. Denn Inver
ist eine Hexe.
Als Tochter der Erde (Aventurische Zauberer S. 52) erscheint
sie unauffällig, bäuerlich und äußerst
integriert in die harmlose und gesellige Dorfgemeinschaft.
Wenig Wert legt Inver -wie alle Töchter der Erde-
auf die Ansammlung von Wissen, schätzt aber Tradiertes
und Bewährtes, gerade auf dem Gebiet der Heilung.
Invers satuarische Zugehörigkeit ist mehr oder weniger
ein offenes Geheimniss in Gemharsbrück. Niemand würde
es offen aussprechen, aber ihre Ausflüge während
der Sommersonnenwenden, ihr Haustier (eine Kröte)
und andere Indizien sprechen für sich. Und auch wenn
man 'böse' Hexen und so manch andere wilde Magie
fürchtet, so respektiert man stillschweigend ihre
Berufung und Gaben -wie es in Albernia oft üblich
ist. Sogar das Travia-Paar versteht sich blendend mit
Inver. Lediglich Thoram -der eh nie krank ist- meidet
ihre Nähe.
In ihrem kleinen Garten pflanzt Inver neben Küchenkräutern
vor allem heilsame Pflanzen und alchemische Kräuter.
Und sowieso liegen Invers Stärken eher am Herd und
im Garten als in düsterer Zirkelmagie oder gar Hexenflüche:
Inver ist harmlos, wenn auch oft berechnend und oft mit
ihrem Wissen dem Dorf einen Schritt voraus. Über
ihren Zirkel weiß sie oft am schnellsten über
die neusten Entwicklungen im Lande Bescheid.
Die in Gemharsbrück liefen allerdings
auch nicht spurlos an ihr vorbei. Nur mit Mühe konnte
sie sich vom lockendem Rot der verzauberten Wälder
fernhalten und es war ihr unmöglich rechtzeitig etwas
gegen die Raserei von Maerthe Graegar zu unternehmen,
die vom kurzzeitig verzauberten Wasser der Gemhar getrunken
hatte. Auch das Auftauchen einer böswilligen Hexe
in der Nähe von Gemharsbrück konnte oder wollte
sie nicht wohlwollender lösen, als es dann mit Waffengewalt
der Dorfjugend geschah.
Und so umweht Inver seit Neustem ein tragischer Schleier.
Angefangen hat diese Entwicklung von der unaufgeregten,
erdverbundenen Kräuterfrau zur manchmal mitleidig
beäugten Inver von heute vor etwa neun Sommern, als
Sie bei der Geburt der beiden Brogar Zwillinge als Hebamme
dabei war. Noch während der Geburt gab es Komplikationen
und dem Herrn Boron gefiel es die gebärende Mutter
mit sich zu nehmen. Inver quälte sich lange mit diesem
'Misserfolg', wie sie es nannte, und verlor ihre Angst
vor der Hebammstätigkeit erst bei der Geburt der
Meeltheuer Zwillinge.
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