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Adran Khalid von Korben
Ein Nandusinspirierter Nekromant als Schiffsmagier

Adran Khalid von Korben wurde in Gareth als Zweitgeborener einer Garether Patrizierfamilie in die Welt gesetzt. Schon vor seiner Geburt überlegten sich seine Eltern, wie sie ihrem Zweitgeborenem ein standesgemäßes Leben ermöglichen könnten und fassten den Plan, Adran solle als Geweihter unterkommen. Auf diese Art und Weise würde er als Zeitgeborener ohne Anteil am Erbe ein gutes Leben haben. Da Adran im Monat Boron zur Welt kam, schickte man ihn zu einem Borongeweihten in den Privatunterricht und gab ihm als zweiten Vornamen den Namen des heiligen Khalid auf den Weg.
Derart früh an die Boronkirche gebunden lernte er schon zeitig den Tod kennen und wurde in der Metropole Gareth nur allzu oft mit der Ungerechtigkeit und scheinbaren Gedankenlosigkeit der Götter konfrontiert: Adran schleichte sich in seinen jungen Kinderjahren oft unerlaubt zu den Leichenwaschungen, da er wissen wollte was die da eigentlich genau trieben. Wie so oft wurde ihm diese Neugier zum Verhängnis, vor allem als eines Tages eine ihm bekannte junge Mutter auf dem Waschtisch der Borongeweihten lag, zu Tode getrampel von einem Tralloper Riesen. Sein Würgen und Stöhnen verriet sein Versteck, doch mehr als die Stockhiebe der Priester schmerzte ihn die jähe Erkenntnis, dass die Menschen von den Göttern nicht genügend erhört werden. Sie waren irgendwo in Alveran mit ihren eigenen Plänen beschäftigt anstatt sich um ihre hilflosen Kinder zu kümmern.

Adrans Leben nahm eine jähe Wendung als sich seine magische Natur offenbarte: Die Familie Korben plante ihn sofort für eine der Garether Magierakademien ein; war ein Magier doch ebenso standesgemäß wie ein Geweihter, wenn nicht sogar prestigeträchtiger. Adran selbst hatte sich aber bereits eine andere Akademie in den Kopf gesetzt: Die Vinsalter Anatomen hatten es ihm angetan. Sie schienen gegen den Tod zu kämpfen, sie schienen Gutes zu tun, schienen selber mal etwas in die Hand zu nehmen anstatt nur die Götter nur über den Klee zu loben. In diesen von der Pubertät, ersten Frauengeschichten und der Auflehnung gegen die Eltern geprägten Jahren begang Adran dann eine folgenschwere Dummheit:

Inspiriert von den öffentlichen al´anfanischen Obduktionen beging Adran Khalif von Korben, der einst Borongeweihter werden sollte, zusammen mit einigen anderen Jugendlichen auf den riesigen Friedhöfen Gareths Leichenschändung.
Adrans Eltern waren außer sich und sahen sich gezwungen ihn an die Gerichte auszuliefern. Adran verstand die Welt nicht mehr: Sollte er nicht zu einem Forscher werden? Es mag zwar Gruppendruck mit im Spiel gewesen sein, aber hatte er nicht Gutes im Schilde geführt? Er hatte doch nur der Welt das zeigen wollen, was Realität ist, was er gesehen hatte! Er wollte sie mit dieser Tat doch nur aus ihren Standesdünkeln und von ihrer Trägheit befreien: Glaubt an die Götter, ja, aber seht ein, dass wir schon selber Verantwortung übernehmen müssen, selbst anpacken müssen!
Und nun dieser Verrat. Seit diesem Tag legt Adran keinen Wert mehr auf seinen Stand: Adel ist für Adran gleichbedeutend mit Feigheit, Machtstolz, Arroganz und Selbstgenügsamkeit.

Aus Gareth geflohen nahm Adran nur noch die Magierakademie Brabak auf. Dort empfing man ihn ob seiner Talente mit Kusshand. Zumal Adrans Vergehen genau in das Sujet der Akademie passte... Ohne finanzielle Unterstützung durch das Elternhaus trafen Adran die Ausbildungskosten schwer, außerdem vermochte er es nicht das Aufnahmegeschenk an die Akademie aufzubringen: In Brabak ist es üblich ein Buch an die Bibliothek zu spenden. So vollendete Adran seine Ausbildung mit hohen Schulden und gewissen Verpflichtungen gegenüber einigen Akademiemitgliedern. Diese Abhängigkeiten machten ihn schnell zu einem Laufburschen der Akademie. Eine dieser Besorgungen führte in nach Havenna...
Vielleicht lässt sich das dort aufgetriebene Buch, sowie die Liste der Havener Zirkelmitglieder nutzen einige dieser Abhängigkeiten aufzulösen?

Denn statt seine Schulden abzustottern würde Adran sich viel lieber seiner eigenwilligen Forschung widmen um Gutes zu tun oder auf direktem Wege den Menschen zu helfen. Nach eigenem Verständnis treibt Adran nämlich eine aufklärerische, humane, geradezu nandusgefällige Grundhaltung an, sein Wahlspruch lautet: "Gefangen im Körper, nicht im Geist"...
Adran möchte keine dunklen Armeen oder willenlose Sklaven erschaffen, auch sehnt er sich nicht nach der ureigenen Unsterblichkeit. Viel eher will er der Menschheit einen Dienst erweisen und sie ein wenig von der Gnadenlosigkeit des Schicksals befreien: "Mada gab den Sterblichen die die Magie, damit sie Herren ihres eigenen Schicksals werden können. Sollen mich die Götter doch bestrafen wie sie es mit ihr getan haben, aber ich werde die Menschen von der Strafe des Todes befreien." Adran sieht in den Weißmagiern nur Adelige mit magischen Fähigkeiten: Kleingeistige Dilettannten ohne jene Visionen die Mada einst leitete. Denn Mada handelte aus Mitleid, nicht aus Arglist, wie es die Praiospriester von ihren Kanzeln predigen.
In seinen Diarien träumt Adran bereits von seinen zukünftigen Forschungserfolgen: Untote werden durch einen Astralgeist gesteuert. Würde man diesen Astralgeist durch eine echte Seele ersetzen, könnte man den Toten eine zweite Chance geben. Wäre das nicht ein barmherziger Akt? Die tote junge Mutter aus Gareth könnte noch einmal zurückkehren um ihr Kind aufzuziehen...
Und so forscht Adran an einer entdämonisierten Form des "Totes handle" in Kombination mit einem transsphärischem Geisterruf. Eine Aufgabe, die an Größenwahn grenzt.

Durch Adrans schludderiges Auftreten unterschätzen viele seine Fähigkeiten und vielleicht auch die Gefahr die von ihm ausgeht: Es wird sich jetzt entscheiden, ob aus dem im Herzen guten Adran ein Held wird oder ein gewissenloser Forscher, der jegliche Grenze aus den Augen verliert.

Und seit ihn das unstete Leben Aventuriens in die Piraterie getrieben hat stellt sich diese Frage umso mehr: Nachdem er im Südmeer versklavt wurde und über Umwege Schiffsmagier eines Piratenschiffes wurde wird er immer wieder in neue Ungesetzlichkeiten hineingezogen...


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