Daidaliten.de | Weltenbau | Das Schwarze Auge

Was es mit "Rollenspiel" auf sich hat, ist nicht gerade leicht zu beantworten. Lange Zeit galten Rollenspieler als verschrobene Exzentriker und man munkelte etwas von "jugendgefährdend" und Eskapismus. Und jetzt, wo Fantasy in einer Art inflationären Modewelle mit RTL-Sonntagsfilmen und zweitklassigen Comicserien verhunzt wird, ist es auch nicht gerade einfacher geworden das Genre zu verteidigen, trotz publikumswirksamen Werken wie "Herr der Ringe".

Es ist ungefähr so schwer jemandem Rollenspiel zu erklären, wie jemandem Film und Fernsehen zu erläutern, der noch nie davon gehört hat, dass es bewegte Bilder gibt. Und die Erklärung "Übertragung bewegter Bilder mittels Funkwellen" ist nicht gerade befriedigend. Bei allen Versuchen Rollenspiel zu erklären gilt also: Probieren geht über Studieren.

Und so bleibt es meist bei einem kleinem Kreis Eingeweihter. Solltst Du nicht zu diesem Kreis dazugehören, bietet sich hier die Chance mit Vorurteilen aufzuräumen und eine ganz neue Art von Gesellschaftsspiel, Vorstellungskraft und Spannung kennenzulernen.

Rollenspiel ist weder die Aufführung einer Theatergruppe, noch das psychologische Gespräch einer Selbsthilfegruppe oder sonst irgendeine Schweinerei, sondern eine Art Gesellschaftspiel. Die Spieler schlüpfen hierbei (ähnlich wie bei den anderen Formen des Rollenspieles auch) in die Rolle einer anderen Person, meist eines Helden. Dieser Held (sei es ein strahlender Ritter, mächtiger Zauberer, listiger Dieb oder was auch immer) wird durch eine Reihe von Eigenschaftswerten (Zahlen) repräsentiert, die die Stärken und Schwächen des Helden darstellen. Als Held gilt es dann gefährliche Abenteuer zu bestehen (z.B. einen Drachen zu töten oder einen Schatz zu finden) und Rätsel zu lösen (z.b. einen Mörder zu entlarven oder eine hinterlistige Falle zu umgehen). Normalerweise arbeiten die Spieler hierbei nicht gegeneinander, sondern müssen kooperieren um zum Ziel zu gelangen. Für erfüllte Aufgaben erhalten die Helden dann Erfahrung (in Form von Punkten) die sich in Verbesserung der Eigenschaftswerte auswirkt.

Viele Rollenspiele spielen nicht in der realen Welt, sondern einer mittelalterlichen Fantasywelt, in der es Drachen, Dämonen, Zauberer etc. gibt oder in einer Science-Fiction Welt mit Raumschiffen und Außerirdischen. Manche spielen auch in einer an der realen Welt angelehnten Welt, wie etwa in einer vergangenen geschichtlichen Epoche.

Man unterscheidet bei Fantasy Rollenspielen nochmals zwischen Computerspielen (z.B. Ultima, Baldurs Gate), klassischem Pen&Paper (Advanced Dungeons & Dragons, Das Schwarze Auge) und sogenannten Life Action Rollenspielen, die aber tatsächlich schon sehr nahe an der eingangs erwähnten Schauspielerei sind.
Oft wird der Begriff Rollenspiel auch als RSP abgekürzt oder aus dem englischen als RPG (Role Playing Game).

Rollenspiel ist also eng mit Fantasy verknüpft, vor allem auf dieser Seite. Was ist das nun wieder, Fantasy?
Unter Fantasy versteht man eine Literaturgattung. In genretypischen Fantasyromanen werden Welten beschrieben in der magische Rituale, Zauberer, Drachen und hitzige Schwertkämpfe zum Alltagsleben gehören, eine Welt, in der sich das Gute in stetem Kampf mit dem Bösen befindet, und in der man - anders als in der Hierundjetzt-Welt - noch relativ leicht zwischen gut und böse unterscheiden kann. In diesem Sinne ist die Odyssee ebenso eine Fantasygeschichte wie das Nibelungenlied, der Herr der Ringe, die Conan-Romane oder Die unendliche Geschichte. Auch StarWars ist Fantasy, den StarWars hat nichts mit unserem Universum zu tun: Die Erde existiert nicht, Lichtgeschwindigkeit ist möglich usw.


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