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Status Quo
Eine Magisterabschlussarbeit schlaucht, na klar. Und wenn
man eh schon die ganze Zeit im Studium Texte produziert oder sich vorm
texten drückt, dann bloggt man nicht oder nur wenig. Deswegen gibt es
aktuell so wenig Input. Nicht mal Zeit/Gelegenheit für Fotos bleibt.
Ich
habe mich deswegen vorerst auf den Micro-Blogging-Dienst Twitter
verlegt. Das geht nebenbei und braucht keine großen Nachrichten. Meine
Nutzung von Twitter liegt wohl irgendwo zwischen Linkhalde und Ablage
von im Alter von 140 Zeichen früh verstorbenen Blogposts. Auch Facebook
habe ich heute für mich entdeckt. Zu beiden Diensten führen neue Buttons
auf der rechten Seite. Sie ersetzen das unschöne Twitter-App und die
Blogroll. Weil die Projektseite etwas durcheinander war und ich keine
Muse finde, sie zu flicken, habe ich die Projekte folgerichtig erst
einmal herausgenommen.
Wie bei jedem Update gibt es neue Farben für
die Seiten mit dazu. Mir gefällt das Polaroid.
Grüße aus dem Deutschen Museum München!
Eine Woche wohnte ich in direkter Nachbarschaft von etwa 28.000
Exponaten aus Naturwissenschaft und Technik: Im Deutschen
Museum in München stehen beispielsweise der originale Z4 des
Computerpioniers Konrad Zuse und eine deutsche A4-Rakete (später von den
Nationalsozialisten V2 genannt). Daneben findet sich im riesigen
Museumsbau auf einer Isar-Insel wirklich zu jedem Bereich menschlicher
Erfindungskraft ein Beispielexemplar. Es gibt Hallen voller
Dampfmaschinen, ein Bergwerk, Musikinstrumente, Raumanzüge und
Druckerpressen.
Die Woche in München gehörte zu einem
Uni-Blockseminar zum Thema "Technikphilosophie". Zusammen mit ungefähr
16 weiteren Teilnehmern durfte ich im Kerschensteiner
Kolleg des Museums übernachten - nur durch einen "Geheimgang" von
den Ausstellungen und der Sammlung getrennt. Wir konnten gratis im
Museum ein- und ausgehen und noch dazu waren fast alle Münchner
Sehenswürdigkeiten und Kulturveranstaltungen zu Fuß zu erreichbar.
Doch
neben all den Diskussionen um Kybernetik, Heideggers Technikphilosophie,
Schelling contra Fichte oder Gianni Vattimo blieb natürlich wenig Zeit
für all die Chancen, die dieser Aufenthalt bot. Wahrscheinlich hätten
dazu nicht einmal drei Wochen ausgereicht. Trotzdem konnte ich ein wenig
Inspiration für meine Magisterarbeit und ein paar Eindrücke aus der
Stadt München und den vielen Abteilungen des Museums mitnehmen. Bei Flickr
stelle ich just und auch in den kommenden Tagen die besseren Fotos
dieser Reise aus.
Die Fliege - Ausgabe 10

Das Fachschaftsmagazin "Die Fliege im Fliegenglas" wird fünf Jahre alt. Sie erscheint am Montag zur Orientierungswoche der Erstis am Philosophischem Seminar und bald auch auf den Seiten der Fachschaft zum Download. Zur Feier des doppelten Jubiläums - 5 Jahre, 10 Ausgaben - gibt es die Fliege in diesem Semester mit Gimmick: Jeder Ausgabe ist eine Packung Wachsmalstifte beigefügt, damit man das Cover mit einem "Ding an sich" bemalen kann... Nunja, ein Philosophenwitz.
Philosophen-Quiz

Für die neue und zehnte Ausgabe des Fachschaftsmagazins Fliege im Fliegenglas arbeite ich gerade an neuen Philosophen aus LEGO-Steinen. Welche Geistesgrößen sind es diesmal? Zum mitraten einfach bei Flickr vorbeischauen.
Neuigkeiten, Netzschau
Uh, lange nichts geschrieben hier. Das zurückliegende Semester war unerwartet heftig. Mit etwas Freiluft will
ich aber nun mal doch auf ein paar neue Inhalte und einige interessante, tolle Links verweisen:
Noch immer als Freier für die Westfälischen
Nachrichten im südlichen Stadtgebiet unterwegs, habe ich einige
ausgewählte Artikel der letzten Wochen dem Texte-Projekt hinzugefügt:
Empfehlenswert scheint mir das flaremag zu sein. Aber auch abseits der erklärten Fotokunst werden großartige Aufnahmen gemacht, klar. Die besten für Zeitungen und Zeitschriften, für die großen Nachrichtenagenturen. Viele dieser Meisterwerke gehen dort in der Flut einfach unter. Oder landen nur als "Briefmarke" im Holzmedium. Für das "Big Picture" sorgt ein Fotoblog von Alan Taylor beim Boston Globe. Insbesondere die beiden Themenschwerpunkte Mondfahrt und Jupiter waren großartig. Sehenswert sind aber auch die anderen Posts, die unter anderem die Waldbrände in den USA mit einem der besten Portraitfotos illustrieren, dass ich je gesehen habe.
In Sachen Rollenspiel kann ich ganz aktuell die ersten echten und offiziellen DSA-Solo-Abenteuerim Internet loben: Ich habe sie heute durchgespielt. Die zwei Abenteuer sind etwas holpriger als die guten alten Papier-Soli, dafür spielt es sich digital einfach schneller und peppiger. Was allerdings fehlt ist Hintergrundmusik. Solo-Abenteuer sind genau wie jene alten Kinderbücher, in denen man auf jeder Seite des Buches eine Entscheidung treffen musste: "Gehst du die linke Abzweigung entlang (dann lese auf Seite 11 weiter) oder die rechte (dann gehe zur 43. Seite)?" Bei vielen Textabschnitten muss eine Entscheidung getroffen werden, die den Verlauf des Abenteuers beeinflusst. Außerdem wird auf Eigenschaften oder Talente des eigenen Charakters gewürfelt, beispielsweise wenn es zum Kampf kommt. Einst produzierte Chromatrix sehr erfolgreich Soli für das Handy, jetzt eben auch für das Internet. Die beiden Abenteuer "Verschwörung in Ferdok" und "Todespfad" auf DSA-Games.de sind eine Art Präludium für das neue DSA-Computerspiel "Drakensang". Wenn Drakensang so gut wird, wie es verspricht, dann ende ich in diesem Sommer wohl so wie der Kerl in diesem Comic...
Grüße aus Hamburg!
Grüße aus Hamburg! Die sind noch vom Wochenende übriggeblieben...
Nach ein paar turbulenten Wochen, bedingt durch Semesterarbeiten und einem noch ausstehendem Vortrag nächste Woche, werde ich die Tage mal versuchen ausstehende Aktualisierungen an diesen Seiten vorzunehmen.
Gelesen: Supercomputer und die Würde der Erzählung
Bücher sind gefährlich. Zumindest bringen sie mich als An-Einem-Stück-Leser dazu, Nächte gegen jede Vernunft durchzumachen. Nachdem ich vergangene Woche irrationaler Weise und wieder einmal fünf Bücher hintereinander und fast ohne Rücksicht auf Verluste gelesen habe, muss ich einfach ein paar Worte über das Gelesene verlieren.
Zwei der Zeitkiller wurden von Stanislaw Lem verfasst. Doch darüber nur ein Gedanke aus "Also sprach Golem", zur späteren Erinnerung vielleicht: Der Mensch und seine Vernunft könne nicht die Spitze der Evolution sein, sondern müsse - weil hervorgegangen aus Mutationen und Abweichungen von der Abweichung - als eine Degeneration einer grandiosen Urform, dem ersten Leben, betrachtet werden. Während bereits in urtümlichen Stromatolithen Quantenmechanik am Werke ist, arbeitet unser plumper Körper mit mittelalterlichen anmutenden Pumpen und Schläuchen. Es ist faszinierend, dass es keinen Dawkins brauchte, um das egoistische Gen zu postulieren, das konnte Lem auch ganz ohne das ganze Trara um Dawkins neuen Atheismus. Aber warum hat Lem sich nicht getraut, das Thema nicht-fiktional zu behandeln?
Alles in allem eine extrem anregende Lektüre, besonders wenn man aktuell ein Seminar über philosophische Anthropologie belegt hat.
Aber nun zum eigentlichen Anliegen, die Bücher von Robert Charles Wilson: Angefixt wurde ich von "Spin". Dort legt sich eines abends eine Art semipermeable Membran um die Erde. Darunter vergeht die Zeit schneller als für den Rest des Universums, in einem Erdenjahr altert das Weltall um Millionen Jahre und den Erdbewohnern bleiben vielleicht nur noch 50 Jahre, bis die Sonne zu einem verglühenden Stern wird. Das SF-typische Prickeln im Kopf beginnt spätestens dann, als man beschließt mit Hilfe dieses Effektes den Mars zu terraformen und zu kolonisieren. Denn während auf der Erde nur ein Jahr vergeht, sorgen dort hinauf geschossene irdische Mikroben und Sporen in Millionen von Jahren für blühende Landschaften auf rostrotem Sand. Während der Dauer einer Ampelphase wird aus den eben erst losgeschickten ersten Kolonisten eine marsianisch-menschliche Zivilisation. Kann diese die Menschheit vor der so genannten Spinmembran retten? Oder herausfinden, was das alles überhaupt soll? Handelt es sich, wie viele glauben, wirklich um ein perfides Euthaniseprogramm außerirdischer Kräfte?
"Axis" setzt diese Geschichte fort, auch wenn "Spin" ein abgeschlossener Roman ist. Wer sich nicht schon bei Wilsons erstem großem Erfolgsbuch an Arthur C. Clarke erinnert fühlte, der kommt bei "Axis" nicht mehr drum herum, der bekommt die Transzendenz hier endgültig um die Ohren gehauen.
"Quarantäne" nimmt sich gegen die raumgreifenden Entwürfe von "Spin" eher unauffällig aus. Statt der Erde wird hier nur eine kleine Stadt mit Forschungsanlage vom Rest der Welt militärisch abgeriegelt. Warum, das wissen die eingeschlossenen Forscher nicht. Hat es etwas mit ihren gruseligen evolutionären Quantenrechnern zu tun? Schließlich können diese ganz ohne Teleskop fremde Planeten und ihre Bewohner beobachten?
Spätestens in "Quarantäne" offenbart sich Wilsons Faible für Lebensgeschichten und die darin verborgene menschliche Würde. Seine Charaktere sind ebenso lebendig, irrational und passiv wie wir. Alles die üblichen Gestrandeten. Und tatsächlich glaubt Wilson fest an den Wert und Selbstzweck der Geschichten jedes Menschen. Läuft nicht alles irgendwie auf eine Geschichte hinaus? Schreiben wir nicht alle gemeinsam an der größten Geschichte von allen? "Durch das Erzählen verstehen wir das Universum, und es ist offensichtlich, dass wir auch uns selbst erst durch Erzählungen verstehen. Ein Fremder mag undurchschaubar oder gar bedrohlich wirken, bis er uns seine Geschichte erzählt."
Nun, zumindest für einen Fantasy-Rollenspieler sind das alles keine neuen Gedanken.
Die neue Fliege - Ausgabe 9
Zum Semesteranfang gratis am schwarzen Brett des Philosophischen Seminars und bald auch auf den Seiten der Fachschaft zum Download: Die neue Fliege im Fliegenglas!
Diesmal mit einem Interview mit AOR Dr. Herold, Beiträgen über Weltraumethik und Religionskritik, Comic, philosophischen Witzen und noch viel mehr.
Philosophische Argumentation
Der Vortrag von Jürgen Habermas am Mittwoch hat mich an ein Zitat von Wilfrid Sellars zur philosophischen Argumentation erinnert: "Die Crux einer philosophischen Argumentation erweist sich oft als ein Dedekindscher Schnitt zwischen einer Reihe von 'wie ich zeigen werde' und einer Reihe von 'wie ich gezeigt habe'. In gewisser Weise sind die Präliminarien bereits die Argumentation, und die Crux besteht nur darin, sie verständlich zu entwickeln. Ein paar einführende Bemerkungen also noch, und meine Arbeit ist getan."
Ein Vortrag mit Jürgen Habermas
Es kommt nicht oft vor, dass ich einem Menschen begegne, den ich schon einmal als LEGO-Figur (für unsere Fachschaftszeitung Philosophie) nachgebaut habe. Es kommt nicht oft vor, dass Jürgen Habermas öffentlich, außerhalb wissenschaftlicher Kongresse, auftritt.
Doch Münsters Exzellenzcluster für Politik und Religion hat ihn irgendwie - der Förderkreis der Uni war auch beteiligt - dazu gebracht und so strömten gestern Hunderte in die Hörsäle am Hindenburgplatz. Der angebliche Geheimtipp brachte den H1 zum Überlaufen, brachte die Veranstalter dazu, den Vortrag auf Leinwänden der anderen Hörsäle zu übertragen. Glücklicherweise konnte ich noch einen der begehrten Plätze im eigentlichen Vortragssaal ergattern.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob alle verstanden hatten, dass Habermas so etwas wie ein Wissenschaftler, nämlich Philosoph ist. Denn zumindestens die anschließende Diskussion und Fragerunde ließ vermuten, dass einige ihn eher als Orakel oder Politiker einschätzen, als V.I.P. mit Deutungshoheit vielleicht. Oder als einen dieser Kirchenvertreter, die in Gefahr geraten, ihren religiösen Wahrheitsanspruch "mit falliblen Argumenten gleichzuschalten" (so ein Zitat Habermas, bezogen auf die Probleme im Diskurs zwischen säkularer Moderne und Religion). Zugegeben: Der Vortrag war schwer zu verstehen, alleine schon phonetisch aufgrund Habermas medizinischer Vorgeschichte. Aber auch die WN kapitulierten vor "einem phasenweise hochkomplizierten Vortrag". Daher hat es mich gewundert, dass außer einigen tapferen Fragen hiesiger Professoren nur absurde Ideologie und unnötige Anmerkungen aus dem Plenum kamen. Warum kamen so wenig Klärungsfragen? Differenzierungsfragen?
Ich würde mich auf jeden Fall sehr über eine Mitschrift des Vortrages freuen. Soweit ich folgen konnte, war es die große Leistung des Vortrages einen Mittelweg zu Luhmanns emergenten Weltgesellschaft und Huntingtons "clash of civilisations" aufzuzeigen, nämlich die Theorie einer Weltgesellschaft als Arena divergierender Zivilisationen, die gemeinsam eine neue Zivilisation gebären. Bisher ist diese Neugeburt zwar funktional geeint (hier taucht der Systemfunktionalismus à la Luhmann auf), aber kulturell gespalten (in dieser Beobachtung finden sich die abgeschlossenen Kulturräume Huntingtons und Konsorten wieder). Hoffnung in dieser etwas verfahrenen Situation sieht Habermas wohl in der Verrechtlichung der globalen Beziehungen. Auch wenn dies unter "Realisten" belächelt, statt angegangen wird.
Wird diese neue Zivilisation säkulär sein? Zunächst konstatierte Habermas hier den säkulären Weg Europas als einen Sonderweg, erklärte die frühere Einschätzung, dass die Religionen verschwinden werden, für falsch und historisch überholt. Wir leben in einer "post-säkularen" Welt, so Habermas. Ludwig Siep wollte es lieber "post-laizistisch" nennen. Dann zeigte Habermas die Probleme im notwendigen Dialog zwischen Moderne und Religion auf. Wie soll die säkulare Gesellschaft mit der Religion umgehen? Vielleicht, indem man nicht abschließend über die Religion urteilt. Die Existenz Gottes agnostisch einklammert. Denn extrem laizistische Gesellschaften befinden sich aufgrund ihres Alleingeltungsanspruches mit den Religionen, die ja inhärente Alleingeltungsansprüche besitzen, ebenso heftig im Konflikt, wie einige Religionen untereinander.
Gelöst!
Studenten haben über Generationen hinweg Millionen Wege des Zeitvertreibs in langweiligen Vorlesungen ersonnen. Geradezu viral breitet sich seit geraumer Zeit ein kleines Zahlenrätsel aus. Es beginnt harmlos mit einer Reihe der Zahlen von 1 bis 19 ohne die 10, die auf drei Reihen angeordnet werden (siehe links). Ziel der Knobelei ist es, alle Zahlen gegeneinander aufzulösen: Gleiche Ziffern oder die Zahlen deren Summe 10 ergibt, dürfen - sofern sie unter- oder nebeneinander (in diesem Fall auch reihenübergreifend) stehen! - gestrichen werden. Zwei benachbarte Siebenen löschen sich also gegenseitig aus, eine 1 und eine 9 ebenso. Streichungen dürfen auch über gestrichene Zahlen hinweg geschehen: Im Falle der Zahlenreihe 7 4 6 3 konnte zunächst die 4 und die 6 gestrichen werden, nun darf auch noch die 7 und die 3 gestrichen werden.
Am Ende sollten sich alle Zahlen gegenseitig ausgelöscht haben, zurück bliebe dann nur noch ein Haufen Streichungen. Natürlich ist das mit der Ausgangslage allein nicht zu schaffen. Wer meint nichts mehr streichen zu können (oder zu wollen), darf die noch vorhandenen Zahlen im gewohnten Schema an die Zahlenreihe anfügen um weitere Streichungen vorzunehmen. Diese Prozedur darf man so oft wiederholen, wie man will. Es müssen nur immer alle verbliebenden Zahlen wiederholt werden. Derart habe ich bei einigen Kommilitonen schon Zahlenreihen über mehrere Seiten hinweg gesehen und mittlerweile glauben viele nicht mehr, dass dieses Rätsel mehr als Beschäftigungstherapie sei, glauben nicht an eine Auflösung. Vor allem nicht an eine elegante.
Ich bin eigentlich kein Fan von Rätseln, aber neugierig. Gibt es wirklich keine Lösung für dieses namenlose Zahlenspiel? Während einer gelangweilten Busfahrt ohne Lektüre bin ich dann auf die Lösung gestoßen. Und nach einigen fehlgeschlagenen Reproduktionsversuchen bin ich mir nun sicher, einen echten Beitrag für mehr Aufmerksamkeit an unseren Universitäten leisten zu können: Die Auflösung der Zahlenreihe.
Nachsatz: Dem ersten Kommentar nach zu
folgen, wird mir klar, dass der obige Link zur auflösenden Grafik wohl
nicht augenfällig genug war. Daher stelle ich die Grafik dem Eintrag
direkt hintenan — auch auf die Gefahr hin Rätselratenden den Spaß zu früh
zu verderben.
Exkursion zur LWL-Klinik Warstein

Bereits am Donnerstag befand ich mich auf Exkursion im Studienfach Geschichte zum LWL-Psychiatrieverbund in Warstein. Auf dem gut 34 Hektar großem Gelände kann man wunderbar in die Psychiatriegeschichte seit 1905 Einblick nehmen, inklusive Hungerwinter, NS-"Euthanasie" und Psychiatriereform. Auch, weil hier Hermann Simon wirkte.
Einen ersten Zugang zur Psychiatriegeschichte, v.a. der von Warstein, bietet die Sektion zur Geschichte auf der Klinik-Homepage. Dort ist auch ein informativer Flyer erhältlich.
Zur Ergänzung: Einige Tage nach der Exkursion hat unser Kurs auch eine Pressemitteilung zu dieser Exkursion herausgegeben.
Kunst
In den Stadtparks Beijings schreiben alte Männer mit einem Pinsel und Wasser Gedichte auf das Steinpflaster der Gehwege. Auf diese Weise entstehen vergängliche Gedichte und kurzlebige philosophische Passagen in chinesischer Kalligraphie. Sobald das Wasser verdunstet, bleibt nichts von dieser Straßenkunst bestehen.
Ein wenig exaltierter und streitbarer ist dagegen eines der interessantesten Musikstücke der modernen Kunst. John Cages 4'33'' besteht nämlich nur aus einer Anweisung: Tacet, d.h. es besteht eigentlich nur aus 4 Minuten und 33 Sekunden völliger Stille. Der Reiz entsteht dann mehr oder weniger aus den aufgebrachten, gelangweilten oder verwirrten Zuhörern.
Zwei wunderbare Problemfälle für die Philosophie der Kunst.
Monty Pythons: International Philosophy
Vielleicht das Beste was die Monty Pythons je gemacht haben:
Bayertz im SPIEGEL
Erst die Bewilligung eines Exzellenzclusters, heute ein zweiseitiger Artikel im SPIEGEL über einen meiner Philosophie-Profs: "Mein" philosophisches Seminar macht Schlagzeilen. In der Serie "Geistesgrößen" plaudert Prof. Dr. Kurt Bayertz über sein neues Buchprojekt.
Moritz Schlick: Die tiefere Klärung des Sinnes
Als Philosoph(ie-Student) sieht man sich ab und an haarsträubenden und platten Generalangriffen auf die Philosophie ausgesetzt: Sie diene beispielsweise als nutzloser Lückenbüßer zwischen Wissenschaft und Theologie, lebe wie die Esoterik von den Abfällen der Politik, Technik und Kunst.
Vielleicht helfen in diesen Fällen ein Textschnippsel des Physikers und Philosophen Moritz Schlick weiter. Sein Aufsatz aus dem Jahre 1930/31 zeigt, wenn auch aus einer extremen sprachphilosophischen Sicht heraus, wie und woran die Philosophie eigentlich arbeitet und warum sie deswegen niemals überflüssig ist oder sein wird.
Moritz Schlick: Die Wende der Philosophie. In: Erkenntnis 1, S. 4-11
"(...) (D)ie Philosophie (...) ist keine Wissenschaft.
Was ist sie aber dann? Nun, zwar keine Wissenschaft, aber doch etwas so Bedeutsames und Großes, dass sie auch fürder, wie einst, als die Königin der Wissenschaft verehrt werden darf; denn es steht ja nirgends geschrieben, dass die Königin der Wissenschaften selbst auch eine Wissenschaft sein müßte. (...) Durch die Philosophie werden Sätze geklärt, durch die Wissenschaften verifiziert. (...) Inhalt, Seele und Geist der Wissenschaft stecken natürlich in dem, was mit ihren Sätzen letzten Endes gemeint ist; die philosophische Tätigkeit der Sinngebung ist daher das Alpha und Omega aller wissenschaftlichen Erkenntnis. (...)
Wenn im Altertum, und eigentlich bis in die neuere Zeit hinein, Philosophie einfach identisch war mit jedweder rein theoretischer wissenschaftlicher Forschung, so deutet das darauf hin, dass die Wissenschaft sich eben in einem Stadium befand, in welchem sie ihre Hauptaufgabe noch in der Klärung der eigenen Grundbegriffe sehen mußte; und die Emanzipation der Einzelwissenschaft von ihren gemeinsamen Mutter Philosophie ist der Ausdruck davon, dass der Sinn gewisser Grundbegriffe klar genug geworden war, um mit ihnen erfolgreich weiter arbeiten zu können. Wenn ferner auch gegenwärtig noch z.B. Ethik und Ästhetik, ja manchmal sogar Psychologie als Zweige der Philosophie gelten, so zeigen diese Disziplinen damit, dass sie noch nicht über ausreichende Grundbegriffe verfügen, dass vielmehr ihre Bemühungen noch hauptsächlich auf den Sinn ihrer Sätze gerichtet sind. Und endlich: wenn sich mitten in der fest konsolidierten Wissenschaft plötzlich an irgendeinem Punkte die Notwendigkeit herausstellt, sich auf die wahre Bedeutung der fundamentalen Begriffe von neuem zu besinnen, und dadurch tiefere Klärung des Sinnes herbeigeführt wird, so wird diese Leistung sofort als eine eminent philosophische gefühlt; alle sind darüber einig, dass z.B. die Tat Einsteins, die von einer Analyse des Sinnes der Aussagen über Zeit und Raum ausging, eben wirklich eine philosophische Tat war. Hier dürfen wir noch hinzufügen, dass die ganz entscheidenden epochemachenden Fortschritte der Wissenschaft immer von dieser Art sind, dass sie eine Klärung des Sinnes der fundamentalen Sätze bedeuten und daher nur solchen gelingen, die zur philosophischen Tätigkeit begabt sind; das heißt: der große Forscher ist immer auch Philosoph."
Um die Goldgrube in diesen Worten zu finden muss man wahrscheinlich den ganzen Aufsatz von Schlick lesen. Man sollte darüberhinaus auch nicht vergessen, sich der historischen Perspektive seiner Ansätze zu vergewissern, die man heute unter den Stichwörtern 'Wiener Kreis' und 'Logischer Empirismus' zusammenfasst. Denn eigentlich will Schlick in seinem Aufsatz weniger die Philosophie hochleben lassen - wie ich es gerade tue - sondern Metaphysik abschaffen...
Einen weiteren Einblick in die Wirklichkeit der Philosophie und seines Studiums habe ich bereits an dieser Stelle empfohlen: Philosophie in echt.
DIe Fliege im Fliegenglas: Ausgabe 8
Die neue Fliege flog bereits zur Orientierungswoche der Erstis im philosophischem Seminar herum. Doch jetzt zum Semesteranfang ist es offiziell: Die neue Ausgabe des Fachschaftsmagazins Philosophie ist draußen! Morgen hänge ich das Poster auf.
Die Nummer 8 ist überall im Seminar zu haben, gratis und umsonst, enthält ein Interview mit Dr. Kompa, etwas zum Tode Richard Rortys, einiges zu den neuen Tutorenstellen, einen Krieg der Philosophen und natürlich die philosophischen fünf Minuten und das Paradoxon der Ausgabe.
Die letztgenannten meinigen Beiträge, sowie der Coverentwürfe aus meiner Feder, gibt es nun auch auf meiner Homepage als pdf-Dateien herunterzuladen. Mit dabei sind auch die Beiträge der vergangenen Ausgaben. Ein Klick auf die entsprechende Projektseite oder die Fliege-Grafik in diesem Beitrag führen hin. Die kompletten Ausgaben der Fliege mit den Beiträgen aller fleißigen Redakteure gibt es auf der Fachschaftsseite herunterzuladen.
Achja: Das Cover der aktuellen Fliege bildet ein Möbiusband ab, geformt aus einem Text über Unendlichkeit in der Philosophie. Einen faszinierenden Artikel über das Möbiusband bietet SpOn. Dort wird auch erklärt, was passiert, wenn man ein solches Möbiusband der Längsachse nach zerschneidet, wie auf diesem Foto von mir geschehen.
Philosophen-Krankenhaus
Notfall im Philosophen-Krankenhaus: "Professor Habermas, bitte sofort auf die Ontologie!"
Aus dem Wohlfahrtsausschuss
Einen kleinen französischen
Text möchte ich noch zum Besten geben:
Sur
les rapports des idées religieuses et morales avec les principes
républicains. [Rapport du Comité de Salut public du 18. floréal an II (7.
mai 1794)]
La
raison de l'homme ressemble encore au globe qu'il habite; la moitié en est
plongée dans les ténèbres, quand l'autre est éclairée. Les peuples de
l'Europe ont fait des progrés étonnants dans ce qu'on appelle les arts et
les sciences, et ils semblent dans l'ignorance des prmières notions de la
morale publique. Ils connaissent tout, excepté leurs droits et leurs
devoirs. D'où vient ce mélange de génie et de stupidité? De ce que, pour
chercher á se rendre habile dans les arts, il ne faut que suivre ses
passions, tandis que, pour défendre ses droits et respecter ceux d'autrui,
il faut les vaincre. Il en est une autre raison: c'est que les rois qui
font le destin de la terre ne craignent ni les grands géomètres, ni les
grands peintres, ni les grands poètes, et qu'ils redoutent les philosophes
et les défenseurs de l'humanité.
Cependant
le genre humain est dans un état violent qui ne peut être durable. La
raison humaine marche depuis longtemps contre les trônes, à pas lents, et
par des routes détournées, mais sûres.
Über
die Zusammenhänge von religiösen und moralischen Ideen mit den
republikanischen Grundsätzen [Bericht des Ausschusses für öffentliche
Wohlfahrt vom 18. Floréal des Jahres II (7. Mai 1794)]
Die
Vernunft des Menschen ähnelt noch der Welt, die sie bewohnt; die eine
Hälfte ist in Finsternis getaucht, während die andere aufgeklärt ist. Die
Menschen Europas haben erstaunliche Fortschritte bei dem gemacht, was man
die Künste und Wissenschaften nennt und sie scheinen dennoch in Unkenntnis
erster Vorstellungen öffentlicher Moral zu sein. Sie beherrscht alles
außer ihren Rechten und Pflichten. Woher kommt diese Mischung aus Genie
und Dummheit?
Daher,
dass es, um sich zu bemühen, sich in den Künsten geschickt zu geben, nur
dieses braucht, seinen Gefühlen zu folgen, während es, um seine Rechte zu
verteidigen und diejenigen anderer zu respektieren, nötig ist, sie zu
besiegen. Es gibt einen anderen Grund: das ist der, dass die Könige, die
das Geschick der Erde lenken, weder die großen Geometer, noch die großen
Maler, noch die großen Dichter fürchten, sondern dass sie die Philosophen
und die Verteidiger der Menchlichkeit fürchten.
Dennoch
befindet sich das Menschengeschlecht in einem gewalttätigen Zustand, der
nicht von Dauer sein kann. Die menschliche Vernunft marschiert seit langem
gegen die Throne, langsam und auf Umwegen, aber beständig.
Märkte sind Gespräche
Der Elektrische Reporter von Mario Sixtus und dem Handelsblatt ist nicht nur ganz allgemein sehr empfehlenswert, sondern hat mit seinem aktuellem Video-Podcast auch Themengebiete berührt, die mich derzeit im Studium (Wirtschaftsethik) und im Privaten (durch die Beschäftigung mit dem Medienphilosophen Vilém Flusser) sehr beschäftigen. Es geht um intelligente Märkte, das Ende des einseitigen Marketings, Kunden als Sender und um Verbraucherrechte und -ansprüche im Zeitalter des Internets: "Märkte bestehen aus Menschen, nicht aus demographischen Daten".
Weiterhin lohnt es sich den Film bis zum Ende zu sehen, denn im Anschluss an Martin Oetting folgen "Siggis letzte Worte", die man für gewöhnlich auch in dessen Blog nachlesen kann:
"Den evolutionären Drang zur Technik aufhalten zu wollen hieße die Luft anhalten. Der inhumane Kern eines jeden Denkens das sich der Technik verweigert, ist Tod, Entropie, oder bestenfalls Stasis. Überall wo man sich ideologisch mit der Entlarvung von Technikgläubigkeit brüstet oder selbst definiert, lässt sich im Kern dieser geistige Kältetod aufspüren. Meist in der Hülle der naturwissenschaftlichen Unbildung bis Dummheit und dem ewigen 'verweile doch, du bist so schön' auf den Lippen."
Vielleicht sollte ich meine Semesterarbeit zum Thema Transhumanismus doch noch mal etwas aufpolieren und hier ins Netz stellen; dieses Zitat ist zu gut um es nicht zu unterstützen.
Une ère s'achève.
Mit der gestrigen Klausur habe ich hoffentlich ein Jahr 'Französisch für
Historiker' hinter mich gebracht; ein Jahr mehrmals in der Woche grausames
Nachholen unnützer Sprachvoraussetzungen, zwei Semester unregelmäßige
Verben, lernen, üben, übersetzen, seltsame (Neben-)Satzstellungen und
sonstige Wirrnisse einer Sprache ohne Neutrum sind überstanden.
Aber nicht nur für mich
endet eine Ära, sondern auch für die Uni Münster und den Fachbereich 8:
Die betreffende promovierte Dozentin verlässt nach Dekaden die Universität. Mit ihr der Archetyp einer Französischlehrerin, die mit ihrer
intelligenten Textauswahl, die philosophische Briefe von Voltaire oder Teile aus Alexis de Tocquevilles
wegweisendem Geschichtswerk umfasste, das zweite Semester
erträglich gemacht hat. Denn so nervenaufreibend das Ganze auch war und so froh ich auch bin es hinter mich
gebracht zu haben (ich bin was mein Klausurergebnis angeht derzeit recht
optimistisch): irgendwie wird es mir auch fehlen.
Und eben deshalb habe
ich mir vorgenommen den einen oder anderen Text hier zu bloggen, samt
eigenhändiger Übersetzung. Wenigstens diesen Brief meines Lieblings
Napoleons an den französischen Innenminister möchte ich hier ausstellen:
Cinq
ou six familles se partagent les trônes de l'Europa, et elles voient avec
douleur qu'un Corse est venu s'assoir sur l'un d'eux. Je ne peux m'y
maintenir que par la force. Mon empire est detruit si je cesse d'être
redoubtable. Je ne peux pas permettre qu'on me menace sans frapper.
Au
dedans, ma position ne ressemble en rien à celle des anciens souverains.
Ils peuvent vivre avec indolence dans leurs chateau; personne ne conteste
leurs droits de légitimeté; personne ne pense à les remplace parce que
personne n'a concouru à les élever sur de trône. Quant à moi, c'est tout
différant: il n'y a pas de général qui ne se croie les mêmes droits au
trône que moi. Je suis donc obligé d'être trés sévère vis-à-vis de ces
hommes-là. Sie je me familiarisais avec eux, ils partageraient bientôt ma
puissance et le trésor public.
Au dedans et au dehors, je
ne règne que par la crainte que j'impose. Voilà ma position et les motifs
de ma conduite.
Fünf oder sechs Familien teilen sich die Throne
Europas, und sie sehen mit Schmerz, dass ein Korse gekommen ist sich auf
einen von ihnen zu setzen. Ich kann mich dort nur durch Gewalt behaupten.
Mein Kaiserreich ist zerstört, wenn ich aufhöre furchterregend zu sein.
Ich kann nicht zulassen, dass man mich bedroht ohne zurückzuschlagen.
Im
Inneren erinnert meine Position in nichts dieser alten Souveräne. Sie
können mit Indolenz in ihren Schlössern herrschen; niemand ficht ihre
Legitimitätsrechte an; niemand denkt, sie zu ersetzen, weil niemand dazu
beigetragen hat, sie auf dem Thron zu erheben. Was mich anbelangt, ist das
alles anders: es gibt keinen General, welcher nicht glaubt, dieselben
Rechte am Thron zu haben, wie ich. Ich bin also gezwungen gegenüber diesen
Männern sehr streng zu sein. Wenn ich mich familär mit ihnen mache, teilen
sie bald meine Macht und die Staatskasse.
Im Inneren und im Äußeren
regiere ich nur durch die Furcht welche ich auferlege.
Das ist meine
Position und mein Motiv für mein Betragen.
Philosophisches Snippet
Habe beim wuseln, lesen, recherchieren und arbeiten ein treffendes Zitat von Sören Kierkegaard über die Philosophie gefunden: "Der Unterschied zwischen populär und philosophisch besteht in der Zeit, die auf etwas verwandt wird. Fragen sie irgendjemanden: Wissen Sie dies, oder wissen Sie es nicht. Wenn er sofort antwortet, so ist die Antwort populär, und er ist jemand, der erst am Beginn seiner Studien steht. Wenn die Antwort des Befragten allerdings zehn Jahre benötigt und wenn sie in Form eines Systems kommt, wenn es also nicht ganz klar ist, ob er die Antwort auch wirklich weiß, dann ist die Antwort philosophisch und der Mann ein Professor der Philosophie - zumindest sollte er das nach allem sein."
NATO - OTAN
Dieses gelungene Foto vom FlickR-User albspotter
zeigt ein Flugzeug der NATO. Neben dem Wort "NATO" ist eine Windrose
aufgezeichnet und daneben steht der Schriftzug "OTAN", was ja einfach nur
"NATO" umgedreht ist. Ich habe mich schon immer gefragt was dieses
verrückte "Logo" eigentlich soll. Entstand es aus Einfallslosigkeit oder
war ein Ambigramm intendiert, in dem sich womöglich diabolische
Nachrichten verstecken?
Nun, ich musste tatsächlich erst 24 Jahre alt
werden um zu kapieren, dass "OTAN" einfach nur französisch für
"Organisation du Traité de l´Atlantique Nord" ist, also kurz "OTAN".
Wieder etwas gelernt.
Auch wenn sich hinter dem "Corporate Design"
der NATO tatsächlich nur französischer Narzissmus verbirgt: Palindrome
erfreuen sich seit je her einem Ruf als sublime Beeinflusser mit geradezu
dämonischer Magie. In Sagen und Legenden wimmelt es von Berichten von
dummen Zauber-Lehrlingen, die nichts vom Rückwärtslesen der Formel
wussten. Wie ungeheuerlich und machtvoll muss da Abergläubigen erst ein
Name, Bannfluch oder Zauberspruch in Form eines Palindroms erscheinen?
Tatsächlich gibt es viele, die in "NATO - OTAN" Reste magischer
Vorstellungen suchen...
Unvermeidbar, dass auch hinter rückwärts
eingespielten Passagen in der Rock- und auch Pomusik Diabolisches und
Manipulatives vermutet wurde. In Wahrheit taugt der Spaß der
Rückwärtsmaskierung wenig um Jugendliche subtil auf die Seite Satans zu
ziehen: Unser Wahrnehmungsapperat ist schlicht zu dumm um sich derart
hinterhältig beeinflussen zu lassen, was mittlerweile auch Werbestrategen
und Geheimdienste eingesehen haben.
(Es ist wohl müßig zu erwähnen,
dass mich gelangweilte Gedanken über den DSA-Rollenspiel-Zauberspruch
"REVERSALIS REVIDUM" während meines Französisch-Kurses zu diesem weit
verzweigtem Blogeintrag samt Erkenntnissen und Recherchen getrieben
haben...)
Die neue Fliege ist draußen!
Die neue Ausgabe des Philosophie-Fachschaftsmagazins "Die Fliege im
Fliegenglas" ist draußen! Wie immer liegt sie gratis vor dem schwarzem
Brett des Philosophischen Seminars aus, direkt unter dem dazugehörigem
Poster, dass ich gleich aufhängen werde bzw. werden lasse.
Neben
dem Cover (das in Farbe wie so oft akurater aussieht: Ein Klick auf das
obige Bild oder einer auf diesen
Link bringt euch zur Farbversion auf FlickR), sind auch wieder die
absurde Kolumne, das Paradoxon der Ausgabe und die LEGO©-Philosophen aus
meiner Feder. Viel Spaß beim lesen!
(Eigentlich wird es mal
Zeit — Anlaß genug habe ich ja jetzt — meine Fliege-Projektseite
aufzupäppeln.)
Prokrastination: Das Studentensyndrom
Prokrastination, das typische wie gefährliche Studentensyndrom, halte ich eigentlich für ein ernstes Thema, aber dieses YouTube-Video ist nicht nur stilistisch wertvoll, sondern regelrecht niedlich.
Ich sollte aufhören YouTube-Videos zu bloggen when i should do my stuff done...
Philosophie in echt
SpOn bzw. der SchulSPIEGEL hat im Rahmen seiner Serie "Studium - in echt" eine subjektive Reflektion über die Wirklichkeit des Philosophiestudiums veröffentlicht. Aufgrund und trotz des subjektiven, kumpelhaften Stils ein lesenwerter Artikel über den ich mich sehr gefreut habe.
Münster bei Nacht auf FlickR
Die vorlesungsfreie Zeit möge beginnen! Ich sage aus gutem Grund nicht
Semesterferien, aber das Thema "drei Semesterarbeiten in zwei Monaten
schreiben" will ich jetzt gar nicht erst groß hochkommen lassen und
beschließe es daher sofort mit einem Seufzer: Seufz. Natürlich bin ich,
wie so oft, prompt nach der letzten Klausur krank geworden und habe ganz
neue Lymphknoten bei mir entdeckt, aber was soll´s: mittlerweile schniefe
ich nur noch und wähne mich auf dem Weg der Besserung. Und so schaffe ich
es dann auch mal wieder was zu bloggen:
Vor einige Zeit habe ich mir
tatsächlich einen FlickR-Account
zugelegt in der Hoffnung Webspace zu sparen. Ob das so klappt wie ich mir
das vorstelle weiß ich noch nicht so sicher, aber dieser Blogeintrag ist
ein erster Testlauf in diese Richtung.
Ich werde nicht alle meine Fotos
auf FlickR hochladen und andersherum spezielle Bilder auf FlickR nicht auf markusl.de
zeigen. Von daher dürfte sich das alles gut ergänzen: Während man "dort"
treffsicherer kommentieren kann, kann ich hier mit meinen Fotokomplexen
spielen. Die hiesige Galerie wird nicht nutzlos, sondern nur um die
FlickR-Dimension ergänzt und eventuell hinter den FTP-Kulissen sparsamer
gehostet. Demnächst werde ich dann auch das chice FlickR-Widget in die
Galerie einbauen um diese neue Dimension angemessen anzuzeigen.
Die obigen Bilder zeigen Münster bei Nacht. Ich habe die Fotos bereits Anfang November mit meinem damals neuem Stativ nach der Uni geschossen; jetzt dienen sie dazu meine Münster-Kategorie auch mal mit anderem Inhalt als Kyrill zu füllen. Auf meinen FlickR-Account habe ich noch zwei ähnliche Nachtaufnahmen vom Dom und vom Rathaus raufgepackt. Ich habe zwar bei diesen Bildern wieder viel gelernt was Stative und Nachtfotografien angeht, aber trotzdem sind sie ganz passabel geworden. Hoffentlich schaffe ich es noch ein paarmal Nachts rauszugehen bevor es abends kaum noch richtig dunkel wird.
Exkursion zur Wewelsburg
War heute auf Exkursion zur Wewelsburg
mit Professor
Thamer. 1943 mietete die SS die Burg vom Kreis Büren für die
symbolische Gebühr von einer Reichsmark pro Jahr. Die in wenigen Jahren
auf über 50.000 Mitglieder angewachsene SS, die sich selbst als
"militärischer Orden" verstand, plante hier zunächst ein Zentrum zur
Schulung und scheinwissenschaftlicher Untermauerung ihrer Ideologie.
Später entstand der megalomanische Entwurf einer zentralen Kultstätte als
Mittelpunkt einer neuen Welt.
Nun -nach eingehender Beschäftigung mit
schwarzen Sonnen, absurden Gralssuchen, pseudosakralen Weihestätten, dem
gefährlichem Soufflé NSDAP und dem Wahnwitz und Größenwahn eines
esoterischen Himmlers- habe ich die Titelmelodie von Indiana Jones im Ohr
und frage mich wieder einmal wie ernst man Geschichte und Welt eigentlich
nehmen kann.
Neuer Fotokomplex: LEGO-Philosophen
Noch läuft diese Seite auf Sparflamme, nichtsdestotrotz gibt es neuen
Inhalt. Nach dem ganzem Technik-Babbel
ist das wohl auch notwendig... Es handelt sich um ein Fotoprojekt bei dem
ich mit LEGO®-Figuren Philosophen aller Epochen nachgebaut bzw.
nachgestellt habe.
Die Bilder fanden Eingang in die aktuelle
Ausgabe der Fliege im Fliegenglas, dem Magazin der Fachschaft Philosophie,
wurden aber auch freundlicher- und überraschenderweise von meinem
Lieblings-LEGO®-Blog entdeckt: Brothers
Brick: Name Those Philosophers!







