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~~~~~~~~~~~~~~~~~
© 2004 Markus
W. Dinsenbacher
|
>>Day
of the Tentacle : Review<<
1. Systemanforderungen
2. Existierende Versionen
3. Die Verantwortlichen
4.
Die LucasArts Entertainment Company sagt ...
5. Die BG Gold-Redaktion sagt ...
6. Mein Review
°.°.°.°.°

Ein 386er mit 4 MB RAM und 2 MB EMS
Maus / Tastatur
CD-ROM-Laufwerk
MS-DOS 5.0 oder höher / Windows 95
Soundblaster-kompatible Soundkarte für die Sprachausgabe
Für die Musikausgabe werden Adlib, Soundblaster und MIDI unterstützt

1+2. LucasArts-Versionen von 1993, die eine mit CD und die andere
mit Disketten, für IBM-PCs und Macintosh-Rechner
3. Tri-Box-Version von 1993 für IBM-PCs und Macintosh-Rechner,
Besonderheit: ein Lösungsbuch
4. "White Label Rerelease" (erschienen in
Großbritannien) von 1993 für IBM-PCs
Quelle: The
LucasArts Museum

Eine LucasArts Entertainment Company-Produktion
Geschrieben und designed von Dave Grossman und Tim Schafer
Programmierer: Gwen Musengwa, Judith Lucero, Jonathan
Ackley, Ron Baldwin, Dave Grossman, Tim Schafer
Leitender Künstler: Peter Chan ; Animationen: Larry Ahern
Stilist / Hintergründe: Peter Chan ; Charakter-Desinger: Larry Ahern
Animatoren: Larry Ahern, Lela Dowling, Kyle Balda, Sean
Turner, Jesse Clark
Techniker: Jesse Clark, Ron Lussier
Musik: Clint Bajakian, Peter McConnell, Michael Z.
Land
Chef-Tester: Jo "Captain Tripps" Ashburn
Testing: Leyton Chew, Chip Hinnenberg, Brett Tosti,
Mark A. Nadeau, Dan Connors, Wayne Cline, Mark
Cartwright, Dana Fong, Doyle Gilstrap junior, Matthew
Forbush
Scumm-System von Ron Gilbert, Aric Wilmunder, Brad P.
Taylor, Vince Lee
IMuse System von Michael Z. Land, Peter McConnell
Stimmen produziert von Tamlynn Barra, Stimmentechnologie von Aric
Wilmunder
Story von Dave Grossman, Tim Schafer, Ron Gilbert und Gary Winnick
Basierend auf Charakteren von Ron Gilbert und Gary Winnick
Produziert und geleitet von Dave Grossman und Tim Schafer

"Dr. Freds mutiertes
lila Tentakel ist ausgebrochen, um die Weltherrschaft zu übernehmen. Und
nur du kannst es stoppen. Reise in diesem schrägen Grafikadventure, das
Animationen im Cartoon-Stil und über 100 verrückte Soundeffekte
beinhaltet, mit drei ausgefallenen Charakteren durch die Zeit. Schrecken,
Mutationen, Verzweiflung, ein großes Abenteuer, Faustkämpfe, verdrehte
Geschichte und Romantik - alles ist enthalten."

"Vor vielen Jahren schlug bei LucasArts ein Meteorit ein, und
merkwürdige Wesen tauchten auf, um einen gewissen Dr. Fred in einem
gewissen Maniac Mansion zu besuchen. Diese Wesen sahen aus wie mit
Saugnäpfen besetzte Saugnäpfe - man nannte sie folglich
"Tentakel". Sie hatten einen umwerfenden Erfolg auf unserem
Planeten, obwohl sie es damals auf maximal 16 Farben brachten.
(oben rechts geht's weiter)
|
Damit sich Adventure-Fans nun nicht unendlich langweilen mögen, sandte
LucasArts die Tentakel etliche Jahre später noch mal zurück, um die Welt
endgültig zu erobern - diesmal in 256 Farben, mit tollem Sound und jetzt
auch mit deutscher Sprachausgabe. Ein purpurn gefärbter Vertreter der
putzigen Spezies nahm seinen Auftrag jedoch etwas zu ernst, und nun
müssen Sie ihn aufhalten - an einem Tag, der 400 Jahre dauert, dem Tag
des Tentakels, dem DAY OF THE TENTACLE."

Auch hier beginne ich mit einer mehr oder weniger kurzen Zusammenfassung
der Geschehnisse:
Genetische
Experimente können ganz schnell in die Hose gehen ! Was bisher nur von
Greenpeace und Konsorten zu hören war, suggeriert uns nun auch LucasArts
in seinen Spielen. Aber beginnen wir, womit alles anfing - Dr. Fred
Edison.
Dieser durch seine Meteor-Eskapaden bereits im ganzen Land bekannte
Wissenschaftler hat sich nämlich "in seiner Freizeit" zwei
Diener erschaffen: zwei Tentakel, Grün und Purpur. Weil auch Tentakel
Bedarf nach frischer Luft haben, lässt er diese sogar in der Nähe seines
Hauses herumspazieren. Umweltbewusst wie Fred ist, bereichert er den Bach
neben der Villa mit seinem absolut unschädlichen "Mutagen" und
schert sich herzlich wenig um die Folgen. Als eines Tages Purpur bei
seinem Spaziergang mit Grün heftigen Durst verspürt, trinkt er aus dem
"genetisch verbesserten" Fluss - und das Unheil nimmt seinen
Lauf. Es wachsen dem gliederlosen Wesen plötzlich Arme und anscheinend
auch ein etwas übertriebener Ehrgeiz, denn das Tentakel fasst den
Entschluss, sich die ganze Welt Untertan zu machen - auch dieses kleine
Dorf in Gallien. Zum Glück bemerkt der Schöpfer der beiden Purpurs
Pläne früh genug, kann seine Kreationen im Keller fesseln und plant,
beide zwecks Gefahreneindämmung zu liquidieren. Ende gut, alles gut.
Ende? Ha! Nein, dafür haben wir keine 100 Mark aufwärts bezahlt. Es muss
natürlich wieder irgendein übermütiger Geek, irgendein
computersüchtiger Trottel den Helden spielen. Jemand wie Bernard eben.
Während dieser sich noch mit seinen elektronischen Spielerein vergnügt,
macht sich bereits ein Bote des Himmels, man könnte fast sagen, ein
zweiter Hermes auf den Weg zu Bernards Wohngemeinschaft. Schluss mit den
Metaphern, in Wirklichkeit hat der verängstigte Grün dem Hamster des
Sohnes seines Schöpfers, einfacher Ed Edisons Hamster, einen Bittbrief,
in dem er unseren tollpatschigen Hauptprotagonisten anfleht, ihn vor Freds
Willkür zu retten, zugesteckt, den dieser natürlich prompt zu Bernard
und seinen Mitbewohnern trägt.
Pflichtbewusst wie Bernard, der Harvardanwärter, Hoagie, der
Heavy-Metal-Drummer, und Laverne, die ab und an recht zerstreute
Biologiestudentin, nun mal sind, machen sie sich sofort auf den holprigen
Weg zum sogenannten "Tollhaus", um eine Lebensform vorm
Aussterben zu retten. Nichts Böses ahnend, befreit Bernard, nachdem er
Dr. Freds Geheimlabor gefundet hat, beide Tentakel. Vielleicht hätte
Grün vorher die Motive des Doktors erwähnen sollen, denn nun bemerkt
auch Bernard, dass mit Purpur etwas nicht stimmt. Doch es ist schon zu
spät, Purpur verschwindet in der Nacht und Bernard steht etwas benommen
da.
Kein Happy End, also
hört es auch hier noch nicht auf. Dr. Fred stürmt mit des vorbildlichen
Befreiers Gefährten in sein Labor und bemerkt den Schlamassel. Jetzt gibt
es nur noch eine Lösung: die Benutzung von Freds Zeitmaschine, um ins
Gestern zu reisen, die sogenannte "Matschmaschine", die das
Mutagen in den Fluss abgibt, auszustellen und dadurch Purpurs Sinneswandel
zu verhindern. So weit, so gut. Da unser Doktor ein sparsamer Mann ist,
verwendet er als Energiequelle für seine Maschine keinen echten
Diamanten, wie es eigentlich vorgeschrieben ist, sondern einen aus dem
Katalog. Wie es mit solchem Billigzeugs nun mal ist, geht es genau dann in
die Knie, wenn man es grade braucht - so auch dieses Mal. Just in der
Zeitreise des Trios gibt das Möchtegern-Juwel seinen Geist auf und lässt
unsere Helden in ganz verschiedene Epochen purzeln: Heavy-Metal-Hoagie
landet in der Kolonialzeit, Bernard wieder mehr oder weniger sanft
in der gegenwärtigen Zeit und Laverne verschlägt es 200 Jahre in die
Zukunft, die von Tentakeln dominiert wird.
Das trägt natürlich nicht gerade zur Lösung des Problems bei. Also
müssen die drei Musketiere wieder in der Gegenwart zusammenkommen und
eine erneute Reise ins Gestern wagen. Für Hoagie würde es sich
allerdings schwierig gestalten, eine Steckdose für seinen Chron-O-John,
Freds Zeitmaschinen-Klohäuschen, zu finden, also braucht er dessen
patentierte Superbatterie. Blöderweise sind Wissenschaftler ab und zu ein
wenig schlampig mit ihren Unterlagen, also müssen erst die Pläne
gefunden werden, dann kommt die Welt an die Reihe. Doktor Fred formuliert
also die Zielsetzung so:
"Erstens: Pläne finden.
Zweitens: Welt retten.
Drittens: Raus aus meinem Haus !"
Alles klar so weit? Dann nichts wie los, die Welt braucht unsere Hilfe !
Und diese Hilfe gestattet man gerne, betrachtet man sich, mit was für
einer Grafik und mit welch wunderbarem Soundtrack DOTT aufwartet. 256
Farben, bestens verwertet in Comicstil-Hintergründen, fabelhaft untermalt
mit melodischen Klängen, die jeweils zur Situation und zur Epoche passen.
Nein, ich möchte mich hier nicht bei Peter Chan und Michael Land
einschleimen, so sehen nun einmal die Tatsachen aus.
Sogar die Sprünge in der Spielatmosphäre haben die Künstler und Musiker
perfekt gemeistert. Während man in der Gegenwart noch durch die Nacht
schleicht, offenbart sich dem Spieler in Vergangenheit und Zukunft eine
Tagwelt, wobei die eine Epoche sowohl grafisch als auch musikalisch
nahtlos in die andere übergeht.
Natürlich darf man auch nicht den Witz in den Dialogen und in der Story
vergessen. Selbst sehr prüde Gesellen werden nicht verleugnen können,
dass es ganz lustig anzusehen ist, wie die Urheber der Verfassung ganz
plötzlich aus dem Fenster springen. Ein weiteres Beispiel wären die
Dialoge, die diese edlen Herren mit dem Heavy-Metaller Hoagie führen.
Kranke Geister hat LucasArts da beauftragt, aber es hat sich, wie man
sieht, gelohnt.
Mein Rat an alle, die das Spiel noch nie angetestet haben: holt das
unverzüglich nach ! Besser jetzt als gleich. Die Handlung wird einem
garantiert lange im Kopf bleiben, genau wie der Soundtrack, die
ungewöhnlichen Charaktere und die in allen Epochen eigenwillige
Edison-Pension. DOTT kann man also getrost als eines der besten Adventures
bezeichnen, das eine Spieleschmiede je hervorgebracht hat.
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