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>>Specials : Johann Bernoulli-Biographie<<

Natürlich ist der Name "Bernoulli" nicht der Fantasie eines Spieleentwicklers entsprungen, sondern hat schon einen berühmten Träger: Johann Bernoulli. Wer das war und warum er so berühmt ist, das erfahrt ihr hier.




Johann Bernoulli wurde am 27. Juli 1667 in Basel (Schweiz) geboren. Sein Vater Nikolaus I. Bernoulli war Händler für Gewürze und Ratsherr, verheiratet mit Margaretha Bernoulli, geborene Schönawer.

Bereits mit 15 Jahren begann Johann ein Studium der Medizin an der Universität in Basel. Nebenbei ließ er sich von seinem älteren Bruder Jakob in die Geheimnisse der Mathematik einweihen. 1694 promovierte er zum Doktor der Medizin an der Universität zu Basel. Kurz danach heiratete er seine Verlobte Dorothe Falkner, ein Spross aus einer der angesehensten Familien Basels.

Johann Bernoullis mathematischer Werdegang nahm seinen Anfang, als er und sein Bruder sich mit Leibniz' Differenzialrechnung befassten. So beschäftigten sich die beiden Brüder mit dem von Gottfried Wilhelm Leibniz 1686 gestellten Problem der Isochrone und der Frage nach der Gestalt der Kettenlinie, d.h. der Gestalt der Kurve, die eine gleichmäßig schwere Kette bildet, die an beiden Enden in gleicher Höhe aufgehängt wird. Galilei vermutete als Form fälschlicherweise eine Parabel. Leibniz löste die Aufgabe zuerst, ließ aber den anderen Mathematikern noch Zeit, selbst eine Lösung zu finden, bevor er seine veröffentlichte. Tatsächlich gelang es Johann, eine weitere Lösung in dieser Zeit zu finden und damit seinem Bruder Jakob zuvorzukommen.

Im Oktober 1690 reiste Johann von Basel nach Genf, wo er die Bekanntschaft mit einigen Gelehrten machte. Im darauffolgenden September zog es Johann dann nach Paris. Dort schloss er Bekanntschaft mit Marquis de l'Hopital, der mit Johann ein Abkommen schloß, dass der begabte Mathematiker alle mathematischen Aufgaben bearbeiten solle, die der Marquis ihm vorlegt, Johann alle seine Entdeckungen aber ausschließlich dem Marquis mitteilt.

Als Gegenleistung erhielt Johann Bernoulli eine lebenslange jährliche Pension in Höhe eines halben Professorengehalts. Der Marquis de l'Hopital profitierte in mathematischer Hinsicht sehr von diesem Abkommen, denn Johann weihte ihn in das ihm bis dahin unbekannte Leibnizische Differentialkalkül ein, das l'Hopital dann in einem eigenen Werk Frankreich bekannt machte. Dabei soll die bis heute nach l'Hopital benannte Regel des Bildens von Grenzwerten der Form "0/0" eigentlich Bernoulli zu verdanken sein. Dieser musste sich allerdings aufgrund des obigen Abkommens mit seinen Ansprüchen zurückhalten.





Im November 1692 kehrte Johann Bernoulli nach Basel zurück und nahm im darauffolgenden Jahr eine Stelle als Ingenieur bei der Stadt an. Sein Bruder Jakob hatte mittlerweile eine Professur für Mathematik in Basel inne. In dieser Zeit sollen die ersten Spannungen zwischen den beiden Brüdern entstanden sein. 1695 erhielt Johann Bernoulli einen Ruf für eine Mathematikprofessur in Groningen, dem er im Herbst schließlich folgte.

Dort löste Johann das berühmte Problem der Brachystochrone, der Kurve kleinster Fallzeit. Er legte das Problem 1696 der mathematischen Welt in Form eines Flugblatts mit einer Lösungsfrist von 6 Monaten vor, nicht ohne einen Seitenhieb auf seinen Bruder anzufügen. Am Ende der Frist lagen 5 Lösungen vor: von Johann, Jakob, Newton, Leibniz und - mit tatkräftiger Hilfe Johanns - von de l'Hopital. Während Johanns Lösung eine elegante Zurückführung des Problems auf ein bekanntes gelöstes Problem war, legte Jakob eine allgemeine Lösung für eine Klasse von Variationsproblemen vor, von denen das der Brachystochrone ein spezielles war. Die Provokation von Johann ließ Jakob nicht unbeantwortet. Er stellte Johann das sogenannte isoperimetrische Problem, dass unter allen Figuren gleichen Umfangs der Kreis die größte Fläche einschließt, zur Lösung. 

Der Druck der Familie seiner Frau bewog Johann Bernoulli, 1705 seine Professur in Groningen aufzugeben und nach Basel zurückzukehren. Dort wurde ihm der Lehrstuhl seines Bruders angeboten, der im selben Jahr verstorben war und den er dann auch annahm. Am 1. Januar 1748 verstarb Johann Bernoulli in Basel und galt bis dahin als größter Mathematiker seiner Zeit.