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© 2004 Markus
W. Dinsenbacher
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>>Specials
: Purpur - Schlaglichter einer Karriere<<
Kaum jemand hat eine
derartig erfolgreiche Karriere hinter sich wie Purpur, daher hier einige
Berichte über seine Taten, angefangen am Tag des Tentakels:

Guerilla-Angriff auf Kühe
In der gestrigen Nacht wurden einige Kuhzüchtungen, die besonders
calciumhaltige Milch liefern sollten, dreist umgeworfen. Der Schock, den
die Tiere dadurch erlitten, wirkte sich sehr auf ihre Milch aus :
"Sie schmeckte sauer und keiner wollte sie mehr.", versicherte
uns der Farmer Jonathan K., "Ich fühle mich von der Regierung
betrogen. Niemand sagte uns, dass diese Viecher nicht umfallen
dürfen!"
Welche Auswirkungen der Zwischenfall auf das Kuh-Experiment haben wird,
ist noch unklar.

Froofroo-Smaragd entwendet worden
Dem Museum für caponische Kunst- und Kultgegenstände wurde gestern
der wertvolle Froofroo-Smaragd entwendet. Das Herzstück der Ausstellung
"Aloha from Mars" sollte dem Finder Zak McK., der zur Zeit in
einen Bungalow an der Red Sea Riviera lebt, heute zurückgegeben werden.
"Es ist wirklich eine Schande, wie wenig Respekt die Leute heutzutage
vor der Kunst haben!", meinte der Ex-Boulevardreport enttäuscht,
"Hoffentlich wird meine neueste Ausstellung "Kanisterkunst"
besser bewacht."
Unschlüssig sind sich die Behörden darüber, wer die seltsamen Abdrücke
am Tatort hinterlassen hat. "Die Fahndung läuft auf vollen
Touren", erklärte uns der nepalesische Polizeichef.

Heldenhaftes Tentakel beschafft Smaragd zurück
Man glaubte schon, der vor einer Woche gestohlene Froofroo-Smaragd sei
in dunklen Kanälen verschwunden, doch eine ungeahnte Wendung brachte ihn
ans Licht der Öffentlichkeit zurück: auf einer Wahlkampfveranstaltung
des amtierenden Bürgermeisters erschien plötzlich ein purpurnes Tentakel
und überreichte dem verblüfften Politiker den Edelstein. "Es waren
drei!", bezeugte das Wesen später auf dem Polizeirevier, "Eine
Brillenschlange, eine Sezierfetischistin und ein rülpsender
Trommler." Sofort meldete der Polizeichef, die Fahndung laufe auf
vollen Touren.
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Purpurnes Tentakel wird Parteichef
Nachdem die - laut dem nepalesischen Polizeichef - auf vollen Touren
laufende Fahndung nach dem kürzlich verschwundenen Parteichef der
Demokraten bisher erfolglos verlaufen war, sprachen sich fast alle
demokratischen Kongressabgeordneten und Senatsmitglieder dafür aus, das
im Volksmund auch "Diamantententakel" genannte Purpurtentakel
zum neuen Parteichef zu ernennen. Der neue Führer der Demokraten hat
große Ziele: den Weltfrieden, die Gleichberechtigung aller Rassen
"und eine strengere Exekutive", so der Held der jungen
Politikergeneration.

Purpur wird Vizepräsident
Die steile Karriere des charismatischen Tentakels nimmt kein Ende;
innerhalb von nur drei Monaten ist es vom Niemand zum Parteichef der
Demokraten geworden, und nun wurde es offiziell zum Vizepräsident der
Vereinigten Staaten ernannt. "Dieses Land braucht mich", rief er
der jubelnden Menge zu, "ich werde es wieder an die Spitze führen !
Purpur, äh, ich meine Gott schütze Amerika !"
Der Aufenthaltsort des vorherigen Vizepräsidenten ist auch zwei Wochen
nach dessen Verschwinden noch nicht bekannt. Die Bevölkerung könne aber
beruhigt sein, gab der zum Justizminister ernannte frühere nepalesische
Polizeichef bekannt, die Fahndung laufe auf vollen Touren.

Tentakel kandidiert für das Präsidentenamt
Das umjubelte Wesen, dessen Herkunft noch immer unbekannt ist, gab
gestern offiziell seine Kandidatur für das Präsidentenamt bekannt.
"Es wäre eine Ehre für mich, die Geschicke meines, ähm, unseres
Landes zu lenken", verriet der demokratische Hoffnungsträger in der
Larry King-Show. Erste Umfragewerte sehen den ersten farbigen Kandidaten
als eindeutigen Sieger.

Präsident setzt umstrittene Maßnahmen durch
Die angekündigte strengere Exekutive ist seit den frühen
Morgenstunden Wirklichkeit. Tausende Bürger wurden in dieser Nacht aus
ihren Betten in sogenannte Gefängnistransporter geschleift. Begründung :
Hochverrat. Unbestätigten Gerüchten zufolge sollen sie allerdings bloß
Purpurs Rivalen, George W. Lucas, gewählt haben. Aufgrund des
Calciummangels, den vorausschauende Wissenschaftler vor Jahren mit
leistungsfähigeren Kuheutern eindämmen wollten, konnten sich die völlig
verwirrten "Verbrecher" oft nicht gegen die zahlreichen Klone
des Präsidenten wehren.
Unsere Redaktion wird ab morgen Urlaub an den Niagarafällen machen. Wir
hoffen auf ihre Treue, sollte die Pressefreiheit bis zum Ende unserer
Reise nicht schon abgeschafft sein.
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