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- von Gerhard Maas -
In der Roten Liste der gefährdeten Tiere Deutschlands ist der Eisvogel in die Kategorie V (Vorwarnliste) eingestuft. Das bedeutet, dass die Bestände merklich zurückgegangen, aber noch nicht akut gefährdet sind. Neben der Verschmutzung der Gewässer ist die Regulierung und Verbauung der Flussläufe die Hauptgefährdung für diesen besonders farbenprächtigen Vogel.
In Mönchengladbach sind außer
dem Mühlenbach alle Flüsse und Bäche begradigt und zum Teil
kanalisiert. Es fehlt an steilen Abbruchkanten, in die der Eisvogel seine
Brutröhren graben kann. Manchmal gelingt es ihm im Wurzelteller eines
umgestürzten Baumes seine Höhle zu graben. Bei einer Gangtiefe
von üblicherweise 50-100 cm schaut der Vogel aber meist auf der anderen
Seite des Wurzeltellers wieder heraus. Pech gehabt. Manchmal klappt es
aber auch, wie 2001 im Bungtwald.
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Vielerorts hat sich die Wasserqualität
in den letzten Jahren verbessert. Was fehlt, sind Steilufer. Ein Problem
von dem auch andere Vogelarten, zum Beispiel Uferschwalben, betroffen sind.
Finden Uferschwalben auch noch in trockenen Abgrabungen Brutmöglichkeiten,
so sind diese bei uns vom Jagdrevier des Eisvogels meist zu weit entfernt,
und somit unattraktiv. Was tun?
Ufer gemauert, |
in Beton gegossen |
oder ohne jede Dynamik |
Wir müssen nachhelfen und Brutmöglichkeiten
für den Eisvogel schaffen. Mittlerweile wurden in Mönchengladbach
sechs Steilwände erstellt. 1987 in Wickrathberg (heute nicht mehr
existent), 1992 bei Schloss Rheydt, 1999 Kläranlage Wickrathberg und
bei Schloss Wickrath, 2006 Regenrückhaltebecken Wetschewell und am
Knipperzbach. Dazu wird an geeigneten Stellen mit dem Spaten das Gewässerufer
senkrecht abgegraben und überhängendes Gestrüpp entfernt.
Der Anflug muss frei bleiben. Geeignet ist ein Ufer besonders, wenn der
Mensch nicht stören kann. Bei Schloss Rheydt schützt ein Wassergraben,
in Wickrathberg ist das Gelände eingezäunt und bei Schloss Wickrath
ist die Steilwand an einer Insel abgegraben. Solche sicheren Brutmöglichkeiten
werden sofort bezogen.
Eisvogelbrutwand Rgenrückhaltebecken Wetschewell |
Eisvogelbrutwand bei Schloss Rheydt |
In den 80-er Jahren war die Art kein Brutvogel in Mönchengladbach (BURGHARDT 1989, HEINEN et al. 1983). Die letzte bekannte Besiedlung lag damals über zwei Jahrzehnte zurück und beschränkte sich auf ein Paar, das 1965 noch bei Schloss Wickrath gebrütet hatte. Nun ist auch Dank unserer Maßnahmen der Eisvogel zurückgekehrt. Der Bestand liegt derzeit bei rund 6-9 Paaren. Unsere Steilwände sind regelmäßig besetzt. Ein hervorragendes Ergebnis und eine Bestätigung für unsere Arbeit. Literaturverzeichnis![]()
Eisvogelbeobachtungen1990 bis 2002